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Steinbeißer und Eisenfresser in der Nordheide

Ein Koloss mit fast 1,2 Kilometer Länge und über 2.000 Tonnen Gewicht frisst sich derzeit in Niedersachsen auf der Bahnstrecke zwischen Handeloh und Buchholz durch die Gleisanlage. Die Anwohner freuen sich noch über das Schauspiel, das ihnen gegenwärtig Tag und Nacht geboten wird. Doch diese Freude ist wohl nur relativ. Bald sollen hier nämlich Güterzüge fahren.

Rolf Fischer - „PM 1000 URM“ heißt der Koloss der Nordheide. Von der österreichischen Firma Plasser & Theurer wurde er gebaut. Derzeit ist dies die größte Gleisbaumaschine der Welt. Die Firma „Eurailpool“, der die Maschine gehört, arbeitet im Schichtbetrieb mit jeweils 20 „Besatzungsmitgliedern“ rund um die Uhr, ebenso wie die anderen Arbeiter in der Peripherie.


Der Zug auf dem Zug: Eine imposante Technik auf Tournee zur Zeit in Holm-Seppensen.

Dabei schafft der „Steinbeißer“, der von fünf Motoren angetrieben wird, bis zu 1.400 Meter Gleisstrecke am Tag – so schreibt es die Lokalpresse –, aber das ist nur eine theoretische Leistung, denn nach wie vor ist „Handarbeit“ angesagt. Denn überall dort, wo das Gleisbett durch Moor zu tief oder durch Bahnsteige zu eng ist, müssen die Handwerker mit herkömmlichen Baggern ans Werk.

Angehoben werden die Gleise von Zangen, die wie überdimensionierte Dosenöffner aussehen. Dann werden von drei Aushubketten Schotter und Boden aufgenommen und über Förderbänder in eine Waschanlage verbracht. Dort gesiebt, geschärft und gereinigt wird das recycelte oder auch neue Schüttgut auf ein ausgebreitetes Vlies mit einer Sandschicht ausgelegt und verdichtet. Über eine an Bord befindliche Kläranlage werden die ca. 1.000 Liter Wasser, die zum Säubern einer Tonne Schotter benötigt werden, gereinigt und wiederverwendet. Die Tanks fassen insgesamt 75.000 Liter und werden ebenfalls im 24-Stunden-Betrieb von Tanklastern aus dem örtlichen Wassernetz bedient.

Eine imposante Technik auf Tournee dort in Holm-Seppensen, einem beschaulichen Ort in der Nordheide. Und wozu das alles?

Nun, damit die Heidebahn künftig mit Tempo 120 statt nur 80 durch Feld, Wald und Flur rauschen kann. Mit den auf neuestem technischen Stand ausgerüsteten Zügen soll es theoretisch leiser werden, und mit 120 km/h ist das Getöse auch schneller an einem vorbei – wenn man daran glaubt.

Ein Ehepaar, das neben der Bahntrasse im Tostedter Weg wohnt, befürchtet hingegen ganz andere Dinge: Dass dieser Aufwand nicht nur für die Heidebahn betrieben wird, die nur am Tage fährt, sondern dass in Zukunft auch der Güterverkehr hier stattfindet, der auf einer einspurigen Trasse dann logischerweise nachts rumpoltert – ähnlich dem Szenario im vier Kilometer entfernten Sprötze.


Nanu, ist schon wieder Weihnachten? Der Koloss in der Nordheide versetzt Anwohner ins Staunen.

Von der Technik des „PM 1000 URM“ zeigte sich die Anwohnerin aber hoch begeistert, staunte, als wäre es wie die Begegnung mit der Dritten Art, als das Trum hell erleuchtet nachts um drei Uhr nur 20 Meter vor ihrem Schlafzimmer stand und sie unter den angehobenen Gleisen hindurch zum Nachbarn vis-à-vis sehen konnte. „Ich dachte schon, ich hätte den Wecker zu früh gestellt, weil es taghell dort war“, sagt sie.

Im Cafè „Lifestyle“, das für einen Sonntagnachmittag recht gut besucht war, hatte man seitens der Firma Eurailpool dem Inhaber einen Werbefilm zur Verfügung gestellt, der, zur Unterhaltung der Gäste, an die Wand projiziert wurde. Großes Kino mit tollen Animationen und alles zum im-Trockenen-anschauen-können.

Anders hingegen draußen an der „Front“: Nach den diversen Tiefausläufern der vergangenen Tage gleichen die unbefestigten Seitenstraßen, ein bekanntes Problem der Stadt Buchholz und seiner Trabanten, eher einem Truppenübungsplatz in Munster oder Baumholder.


Die Auto-Waschanlagen in der Nordheide werden sich in den nächsten Tagen über mangelnden Zuspruch nicht beklagen können.
© Alle Fotos: Rolf Fischer

Alles in allem sind auch die Anwohner in diesen Tagen dem Großprojekt gegenüber eher positiv eingestellt, allein schon der Technik, live und in Farbe, wegen. Das ist doch mal was anderes, jetzt im tristen November. Den Baulärm nehmen die Anwohner jetzt noch gelassen hin – solange vielleicht, bis der Güterverkehr dann eines baldigen Tages einsetzt und sie sich an dieses nächtliche Konzert gewöhnen müssen – wenn sie es denn können.

AF447: Zeitungen wetteifern um des Rätsels Lösung

Weil die brasilianische Luftwaffe Leichen der Passagiere und mutmaßlich des Bordpersonals an Orten fand, die mehr als 80 Kilometer voneinander liegen, soll es laut „New York Times“ eine Theorie geben, demnach der A330 in der Luft auseinandergebrochen sei.

Harald Haack - Die „New York Times“ bietet diese Theorie aufgrund offenbar neuer Hinweise ihren Lesern an. In dem Bericht von Airbus an seinen Kunden Air France heisst es, eine erneute Auswertung der automatischen Meldungen des A330 belege zuerst den Ausfall des Geschwindigkeitsmessers. Dadurch habe der Pilot die Maschine zu schnell geflogen, was mutmaßlich zum Auseinanderbrechen in der Luft geführt haben könnte.

Es scheint, als regiere die Ungeduld bei den Zeitungen, die offensichtlich nicht das Ergebnis der Suche nach der Black Box abwarten wollen. Das Geschäft mit den Berichten soll jetzt gemacht werden. Die Redaktionen der Zeitungen wollen die Ersten sein, die das Absturzrätsel lösen und wetteifern darum. So werden Spekulationen durch die mehrfache Erwähnung zu Fakten suggeriert. Ein sonderbares Verhalten der Presse-Industrie. Diese Bezeichnung sollten sich die Kolleginnen und Kollegen, die an der Flug-Katastrophe gut verdienen, inzwischen gefallen lassen.

Zwar könnten auch die geborgenen Trümmer des A330 auf ein Auseinanderbrechen in der Luft hindeuten, doch das gefundene Kleingeheckselte können Ermittler erst durch eine Rekonstruktion des Flugzeugs, durch ein Zusammenfügen, sicher beurteilen. Der Umstand allein, dass die Leichen in einer Distanz von 80 Kilometern verteilt gefunden wurden, kann nicht als Maß für ein vermutetes Auseinanderbrechen in der Luft herhalten. Denn dort wo der Absturz erfolgte, kreuzen sich zwei mächtige Meeresströmungen, eine warme, die über die Bermuda-Region als Golfstrom weiter nach Europa fließt, und eine kalte, die ihren Beginn als Labrador-Strömung hat. Dieser kalte ozeanische Meeresstrom streicht über die unterseeischen Gebirge, der warme Strom ist oben an der Ozeanoberfläche zu finden, weshalb es dort in dem Bereich, wo die Leichen und die Trümmer geborgen wurden, Wassertemperaturen um die 29° Celsius gibt.

Das Suchgebiet befindet sich an der Kreuzung der beiden großen Ströme im Atlantik.

Sicher dürfte sein, dass der abgestürzte Airbus zerstückelt wurde. Große Teile, die in die Tiefsee sanken, könnten Opfer enthalten haben, die, bedingt durch die einsetzende Verwesung in den Körpern, erst Tage später nach und nach aus dem Wrack von der kalten Strömung gerissen wurden und langsam an die Wasseroberfläche trieben, wo sie weit entfernt von jenen Opfern, die nicht in die Tiefe gerissen wurden, lokalisiert wurden. Die Leichen wurden also mutmaßlich von den unterschiedlichen Strömungen auseinander getrieben.

Wie zielsicher alle Spekulationen auch sein mögen, eines ist sicher: Der Atlantik ist dort nicht zu vergleichen mit dem Ententeich im New Yorker Centralpark.

Flug 447 über dem Atlantik vermisst

Ein Passagierflugzeug der Air France vom Typ Airbus A330-200 mit der Flugnummer 447, das um 0 Uhr MEZ in Rio de Janeiro gestartet ist und um 11.15 Uhr in Paris landen sollte, wird vermisst. Schon früh gab ein Sprecher der Fluggesellschaft bekannt, er sehe keine Hoffnung mehr für den Flieger. Während die Spekulation über die Ursache des Verschwindens der Maschine weltweit hochschießen, wurde bekannt, dass Retter angeblich nicht so recht wissen wo sie über dem Atlantik suchen sollen. Dabei scheint die Lokalisierung der mutmaßlichen Absturzstelle relativ einfach zu sein. Doch der Atlantik ist groß…

Harald Haack - Gegen 4 Uhr MEZ habe der Flieger mit 216 Passagiere und 12 Crewmitglieder (126 Männer, 82 Frau, 7 Kinder und 1 Baby) eine „Gewitterzone mit schweren Turbulenzen“ durchquert, gab Air France bekannt. Circa 15 Minuten später wurde eine automatische Warnung von Flug 447 für eine elektrische Störung, ein Kurzschluss, von Bodenstationen empfangen. Seit 4.40 Uhr gebe es nach Angaben der Pariser Flughafenverwaltung keine Flugverbindung mehr mit den Piloten.

Es gebe keine Zweifel, dass Flug 447 in den Atlantik gestürzt sei, die Passagiermaschine sei sogar mit „allerhöchster Wahrscheinlichkeit“ abgestürzt, sagte am Nachmittag ein Sprecher der Air France. Man habe auch keine Hoffnung für Überlebende. Die Maschine sei möglicherweise von einem Blitz getroffen worden. Soll dies die Unglücksursache sein?

Blitzeinschläge sollten eigentlich für moderne Passagierflieger wie dem Airbus A330-200 keine Gefahr darstellen. Wie ein Auto sei ein Flugzeug ein Faradayischer Käfig, zitiert „DIE ZEIT“ den Sprecher der Vereinigung Cockpit, Jörg Handwerg, die Technik sei vor einem Blitzeinschlag geschützt. Die Zeitung verweist zusätzlich auf Georg Fondern, Vorstand der Weltpilotenvereinigung IFALPA, der behauptet, neuere Maschinen seien gegen Blitzeinschläge „doppelt und dreifach abgesichert“.

Um verbrauchsärmere Maschinen bauen zu können, sind aber Flugzeughersteller dazu übergegangen für die Flieger neue Werkstoffe zu verwenden und entwickeln damit leichtere Flugzeuge. Hierzu kommt zunehmend kohlefaserverstärkter Kunststoff zur Anwendung. Der Kunststoff ist leichter als Aluminium, aus dem Flugzeugrümpfe bisher gefertigt wurden. Doch solchermaßen hergestellte verbrauchsarme Flugzeuge sind mutmaßlich Gewittern unterlegen.

Öffentlich wurde diese Erkenntnis als der Airbus-Konkurrent Boeing seinen ehemaligen Ingenieur Vice Weldon in den Vorruhestand schickte, nachdem dieser im Fernsehen von gravierenden Sicherheitsmängeln beim „Dreamliner“ berichtet hatte. Er verwies darauf, dass der Kunststoffrumpf den Passagieren bei einem Absturz wenig Schutz böte. Zudem entfalle die Funktion des „Faradayischen Käfigs“, was einen modernen Flieger bei Gewitter anfällig gegenüber Blitzeinschläge mache. Und wie jetzt von Air France offensichtlich richtig vermutet wird, könnte ein Blitz die empfindliche Elektronik des A330-200 zerstört haben.

Nach Information von SPIEGEL-Online wurde die nun vermisste Maschine im April 2005 in Dienst gestellt und hat „erst“ 18.870 Flugstunden hinter sich. Zuletzt gewartet wurde sie am 16. April 2009.

Deren Flugroute von Rio de Janeiro bis Paris verläuft ziemlich gradlinig. Es müssen keine feindlichen Staaten umflogen werden.


Rio de Janeiro und Paris um den Erdball mit einer Linie verbunden. Die Flugroute des Fluges 447 orientiert sich daran. Im Google-Earth-Bild das Wettergeschehen von 15 Uhr am 1. Juni 2009.

Zunächst hieß es in brasilianischen Medien, die Suche konzentriere sich auf die Region um die brasilianische Insel Fernando de Noronha im Atlantik. Doch dort befand sich Flug 447 schon gegen 3.30 Uhr MEZ, verließ dort den brasialinischen Luftkontrollraum, aber erst um 4.40 Uhr blieb die Kontrollmeldung der Piloten, die sich bei Atlantikflügen in festgelegten Etappen melden müssen, aus. Damit hatte Flug 447 die Insel, die etwa 360 Kilometer vor der brasilianischen Küste im atlantischen Ozean liegt, mutmaßlich längst passiert.

Seit Tagesanbruch suchen Rettungskräfte der brasilianischen Luftwaffe, wie „DIE ZEIT“ schreibt, nach dem vermissten Flugzeug. Zudem soll ein französisches Aufklärungsflugzeug von Afrika, vom Senegal aus gestartet sein, um „nach dem Wrack“ zu suchen. Wenn es sich über die Kapverdischen Inseln der Flugroute von Flug 447 nähert, wird es mutmaßlich rund 800 Kilometer südwestlich dieser Inselgruppe zu der Position gelangen, an dem der Funkkontakt zu der vermissten Air-France-Maschine ausblieb – vorausgesetzt, die Maschine flog stur auf ihrer Flugroute weiter. Aber ob die Rettungsflieger auf Anhieb was finden, ist mehr als fraglich.

Als unwahrscheinlich wurde von Luftfahrtexperten die Möglichkeit einer Notwasserung genannt. Dazu sei der Ozean während eines Gewitters zu aufgewühlt, die Wellen zu hoch. Außerdem war es finstere Nacht in dem vermuteten Bereich des Mittelatlantiks in dem Flug 447 verschwand. Lediglich Blitze werden für jeweils Sekundenbruchteile die Meeresoberfläche beleuchtet haben. Selbst die schroffen Klippen der Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, rund 630 nordöstlich von Fernando de Noronha und zur mutmaßlichen Unglückszeit mitten im Gewitter, böten mitten in Dunkelheit keine Rettung für die Verglückten falls sie eine Notwasserung oder einen Absturz überlebt hätten.


Die Gewitterwolken im Google-Earth-Bild gegen 15 Uhr am 1. Juni 2009. Und: Die mutmaßliche Absturzstelle von Flug 447, ausgelegt nach der Ideal-Linie zwischen Rio de Janeiro und Paris unter der Voraussetzung, dass Flug 447 die Gewitterbereiche durchquert und wieder verlassen hat.

Es scheint als hätten Experten der Air France die gleichen Berechnungen wie Newsbattery angestellt. Laut Air France-Chef Pierre-Henri Gourgeon soll sich der Absturzort der seit vermissten Air France-Maschine vermutlich auf halbem Weg zwischen der brasilianischen und der afrikanischen Küste befinden (siehe Abbildung). Die Zone, in der die Piloten sich hätten melden müssen, sei dort bis auf wenige Dutzend Seemeilen lokalisiert. In diesem Bereich war das Flugzeug nirgendwo auf einem Radarschirm einer Luftraumüberwachung sichtbar. Deshalb, wie schon oben erwähnt, geben Piloten in festgelegten Etappen ihre Position per Funk durch.

Die Suche wird dennoch wahrscheinlich mehrere Tage dauern. Am Ende könnte es so ähnlich sein, wie beim Untergang des Frachtschiffes „München“ am 12. Dezember 1978. Man kannte die letzte Position des Schiffes, doch außer wenige Teile des Schiffes, darunter eine Seefunkboje, bleiben das Schiff und seine Mannschaft bis zum heutigen Tag verschwunden.

Gorch Fock hat doch Suchscheinwerfer

Das deutsche Segelschulschiff der Marine, die „Gorch Fock“, sollte zu ihrem 50. Jahrestag in Hamburg einlaufen, doch die Tragödie einer 18-jährigen Kadettin, die in der Nacht zum Donnerstag über Bord fiel und seitdem vermisst wird, verhinderte dies. In Hamburg wurden alle Feierlichkeiten und Veranstaltungen zum Schiff abgesagt. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist immer noch ein Rätsel.

Harald Haack – In den Medien wurde verbreitet, man suche die Verunglückte im Bereich der ostfriesischen Insel Norderney. Dort soll die Frau ungefähr 20 Kilometer nördlich über Bord gegangen sein, bei einer „steifen Brise“ von Windstärke 7 und angeblich nur 2 Meter hohen Wellen, in der Dunkelheit der Nacht. Inzwischen werde auch in Richtung nordfriesische Inseln gesucht, wobei sicherlich davon auszugehen ist, dass die Frau nicht mehr am Leben sein wird, weshalb wohl auch die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger eingestellt hat

Fregattenkapitän Achim Winkler, der bis 1995 als Ausbildungsleiter auf dem Schulschiff diente, soll gegenüber der dpa gesagt haben, die „Gorch Fock“ habe keinen Suchscheinwerfer. Diese unglaubliche Behauptung veranlasste mich bei der dpa sowie bei der Pressestelle der Marine um eine Verifizierung zu bitten.

Korvettenkapitän Arne Björn Krüger, M.A., der Sprecher der Deutschen Marine, teilte heute nun in einer E-Mail-Antwort folgendes mit: „Was Käpitän Winkler sinngemäß gesagt hat, ist, dass es auf der Fock keine vergleichbaren Scheinwerfer gibt, wie auf einer Fregatte (fest an Oberdeck, auf Brücke etc.). Dafür aber im Topp (Toppscheinwerfer) plus mehrere Handscheinwerfer. Daraus wurde bei dpa: Keine Scheinwerfer.“

Die Bundeswehr setzt die Suche nach ihrer vermissten Offizieranwärterin fort. Ein Hubschrauber vom Typ Sea King sucht das Wattenmeer und die Ostfriesischen Inseln ab. Zwei Tornado-Aufklärungsflugzeuge vom Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ aus Jagel suchen das Gebiet zusätzlich mit Wärmebildkameras ab. Sie fliegen die Ostfriesischen und Nordfriesischen Inseln sowie die gesamte Deutsche Bucht ab.

Falls die Leiche gefunden wird, so dürfte der Ort ihres Auffindens möglicherweise bei der Lösung des Rätsels, wie die Frau über Bord ging, helfen, was für Laien auf erstem Blick allerdings nicht plausibel sein mag: Stürzte sie nämlich tot ins Meer, so wird sie nach gerichtsmedizinischen Erfahrungen sofort abgesunken und an dieser Stelle verblieben sein und in Bauchlage lediglich geringfügig über Grund treiben. War sie jedoch beim Sturz noch am Leben und starb erst später im Wasser, wird sie in der Regel an der Wasseroberfläche treiben und Wind und Gezeiten folgen und könnte im Bereich der nordfriesischen Inseln und der dänischen Westküste von Jütland gefunden werden.

Nachtrag – Pressemeldung der Deutschen Marine:
11.09.2008 | 15:13 Uhr
Deutsche Marine – Pressemeldung: 9. Ergänzungsmeldung zu Meldung: Besatzungsmitglied der „Gorch Fock“ ging über Bord – Derzeitiger Sachstand

Glücksburg (ots) – Eine Woche lang hat die Deutsche Marine mit allen ihr zur Verfügung stehenden Schiffen und Luftfahrzeugen nach unserer vermissten Soldatin gesucht. Noch gestern waren zwei Tornados des Aufklärungsgeschwaders 51 „Immelmann“ aus Jagel in der Deutschen Bucht unterwegs, um dort mit Wärmebildkameras zu suchen. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hatte ihre Suche bereits am vergangenen Freitag eingestellt. An den intensiven Suchmaßnahmen beteiligten sich in den zurückliegenden Tagen Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber der Bundeswehr, Boote und Luftfahrzeuge der Bundespolizei, der Landespolizei Niedersachsens und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Auch zahlreiche Schiffe der christlichen Seefahrt unterstützen die Aktion. Die Anteilnahme der Bevölkerung war immens. Zivile Segler und Piloten boten ihre Hilfe an.

Da es aufgrund des von Tag zu Tag immer größer werdenden Suchgebietes nach menschlichem Ermessen kaum möglich erscheint, unsere Soldatin aufzufinden, wurde die konzentrierte Suchaktion vorerst beendet. Sollten sich aufgrund von Beobachtungen der Schifffahrt, der Auswertung von Bildmaterial der Aufklärungsflugzeuge sowie der regelmäßigen Marineaktivitäten in der Deutschen Bucht neue Hoffnungen ergeben, wird die Marine erneut eine umfassende Suchaktion starten. Eine gezielte Suchaktion wird eingestellt. Der Suchauftrag bleibt aber für die Flotte erhalten. Die Deutsche Marine wird mit ihren Einheiten, die in dem Seegebiet operieren, auch weiterhin nach unserer Soldatin Ausschau halten.

Am Dienstagabend fand in der Marineschule Mürwik (MSM) in Flensburg eine Gedenkandacht statt. Die Eltern der Soldatin gedachten ihrer Tochter im Beisein von zahlreichen Marineangehörigen. An der Offizierschule der Marine hatte die Sanitätsoffizieranwärterin vor drei Wochen ihren Eid abgelegt und zuvor ihre allgemeine militärische Grundausbildung durchlaufen. Die Eltern sprachen allen an der Suche Beteiligten ihren persönlichen Dank für den unermüdlichen Einsatz aus. Sie dankten der Öffentlichkeit und den Soldaten für die Anteilnahme an dem Schicksal der Tochter.

Das sogenannte Vorprüfungsverfahren der zuständigen Staatsanwaltschaft in Kiel ist derweil noch nicht abgeschlossen.

Aktualisierung vom 16. September 2008:

Wie die Kieler Staatsanwaltschaft heute mitteilte, habe gestern Abend ein Fischereiaufsichtsboot die Leiche der vermissten «Gorch Fock»-Kadettin ca. 120 Kilometer nordwestlich von Helgoland geborgen, also westlich der Insel Sylt. Damit hat sich bestätigt, demnach die Leiche im Bereich der nordfriesischen Inseln gefunden werden könnte.

Die im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel durchgeführte Sektion des Leichnams führte vorläufig zu dem Ergebnis, dass es keine Anzeichen von Fremdeinwirkungen gibt. Todesursache durch Ertrinken.

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Hinweis:
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