Archiv der Kategorie 'Verbraucherschutz'

DRINGEND: Gentechnik-Pflanzen in Europa verhindern!

Es ist fünf vor zwölf bei der Agro-Gentechnik in Brüssel. Die EU-Kommission und die interessierten Unternehmen haben eine massive Attacke auf die Gentechnikfreiheit in Europa gestartet: Erstmals seit 1998 sollen zwei neue Gentechnikmais-Sorten (bt 11 von Sygenta und 1507 von Pioneer/ DuPont) neu zugelassen werden. Außerdem sollen die Regierungen von Ungarn, Österreich, Frankreich und Griechenland gezwungen werden, ihre nationalen Verbote für den Anbau der einzigen derzeit zugelassenen Gentechnik-Sorte, Mon810, aufzuheben.

Save Our Seeds – Am kommenden Montag findet die erste Abstimmung im Ministerrat statt: Werden die Verbote von Mon 810 in Österreich und Ungarn per Ukas aus Brüssel aufgehoben oder nicht?

Danach stehen die Mon 810 Verbote in Frankreich und Griechenland zur Abstimmung. Schließlich muss der Ministerrat entscheiden, ob erstmals wieder zwei neue Gentechnik-Sorten zugelassen werden (Bt 11 und 1507).

Bisher scheint es so, als wolle sich die Bundesregierung bei diesen Abstimmungen der Stimme enthalten. Das käme allerdings einer Zustimmung gleich. Wir bitten Sie deshalb, unseren zuständigen Ministern, Frau Ilse Aigner und Herrn Sigmar Gabriel zu schreiben und sie aufzufordern, gegen den Zwangsanbau in anderen Ländern und gegen die Zulassung neuer Gentechnik-Sorten zu stimmen. Denn nur wenn die Vorschläge der EU-Kommission mit zwei Dritteln der Stimmen im Ministerrat abgelehnt werden, treten sie nicht in Kraft. Die 29 Stimmen von Deutschland sind dabei entscheidend.

Den Brief an die Ministerin und den Minister können sie hier online unterschreiben:

http://www.keine-gentechnik.de/gentechnik-alarm.html

Wenn Sie wollen, dürfen Sie gerne unseren nachfolgenden Briefentwurf durch eigene, zusätzliche Argumente ergänzen und an die in der Anrede aufgelisteten Minister senden:

Sehr geehrte Frau Ministerin Aigner, sehr geehrte Herr Minister Gabriel,

in Kürze werden Sie und Ihre Kollegen wichtige Entscheidungen zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa treffen. Die Zukunft unserer Nahrung, unserer Gesundheit und der Umwelt stehen dabei auf dem Spiel.

Die Europäische Kommission beantragt, den Anbau von zwei neuen Gentechnik‐Maissorten, Syngenta Bt11 und Pioneer 1507, zu bewilligen. Außerdem sollen Österreich, Frankreich, Griechenland und Ungarn gezwungen werden, Anbauverbote für Monsantos Gentechnik‐Mais MON 810, die einzige derzeit in der EU zum Anbau zugelassene Gentechnik‐Pflanze, aufzuheben.

Bitte bedenken Sie:

* Wissenschaftliche Bedenken wegen unberechenbarer und unerwarteter Auswirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen auf unsere Gesundheit und die Umwelt mehren sich. Eine Reihe wissenschaftlicher Belege über schädliche Auswirkungen von MON 810 und anderen Bt‐Gentechnikpflanzen auf die Umwelt wurde unlängst in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht.

* Die beiden Gentechnik‐Sorten, über deren Zulassung Sie abstimmen werden, sind höchst umstritten. Ihre Ungefährlichkeit für die Umwelt und Gesundheit von Mensch und Tier ist keineswegs belegt. Sie wurden gentechnisch verändert, um ein Gift zu produzieren, das auch Nicht‐Zielorganismen (z.B. Schmetterlinge) und Nützlinge, sowie Boden‐ und Wasserorganismen bedroht. Zudem sind sie gegen ein Herbizid resistent, das nach der neuen EU‐Pestizidgesetzgebung wegen seiner Schädlichkeit demnächst vom Markt genommen werden muss.

* Eine Fülle von konkreten Kontaminationsfällen und wissenschaftliche Studien besagen, dass Gentechnik‐Pflanzen die konventionelle und die ökologische Landwirtschaft gefährden. Mangels einheitlicher Haftungsgesetze in der Europäischen Union, müssen die Verursacher die betroffenen Landwirte nur in Ausnahmefällen entschädigen.

* Im Dezember 2008 forderten alle 27 Mitgliedsstaaten einstimmig eine Überprüfung des derzeitigen Zulassungsverfahrens für gentechnisch veränderte Pflanzen; insbesondere forderten sie umfangreiche Nachbesserungen bei der Risikoabschätzung von Gentechnik‐Pflanzen, die Angleichung der Risikobewertung von Gentechnik‐Pflanzen und Pestiziden, die Berücksichtigung sozioökonomischer Aspekte und der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten (Umwelt und Landwirtschaft).

* Die aktuellen Vorschläge der Kommission, den Anbau der Gen‐Maislinien Bt11 und 1507 zu genehmigen und vier Mitgliedsstaaten zu zwingen, den Anbau von MON 810 zu genehmigen, stehen in klarem Widerspruch zu diesem Auftrag des Ministerrates.

Wie Sie wissen, wäre eine Enthaltung Deutschlands bei diesen Abstimmungen faktisch eine Zustimmung zu den Kommissionsvorschlägen. Ich bitte Sie deshalb dringend, gegen diese Vorschläge der Kommission zu stimmen und fordere Sie auf, Ihre Position und Ihr Abstimmungsverhalten zu diesen Grundsatzentscheidungen öffentlich zu machen.

Hochachtungsvoll,

Werden Sie noch heute aktiv. Bitte leiten Sie diesen Brief auch an Ihre Freundinnen und Freunde weiter.

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Hinweis:
Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite gegebenenfalls mit zu verantworten sind. Dieses kann – laut Landgerichtsurteil – nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.

So bleibt hier vorsorglich festzustellen, dass wir weder Einfluss auf die Gestaltung noch auf den Inhalt dieser gelinkten Seiten haben und uns auch nicht dafür verantwortlich zeichnen. Dies gilt für ALLE auf dieser Seite vorhandenen Links.

Wiederzulassung von Gentechnikmais Mon810 ?

In diesem Jahr steht die Wiederzulassung des derzeit einzigen Gentechnikmais Mon810 von Monsanto auf der Tagesordnung. Außerdem besteht die Gefahr, dass zwei weitere Gentechnik-Sorten von Syngenta und Pioneer Hi-Bred zugelassen werden.

Volker Gehrmann – Bis zum heutigen Tag wurden beim Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bereits Flächen mit insgesamt 3201 ha für den Gentechnikanbau in 2009 angemeldet. Und es werden noch mehr dazukommen. Spitzenreiter ist Brandenburg, aber betroffen sind fast alle Bundesländer, angemeldete Flächen findet man auch in Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Eine Übersicht finden Sie hier:

http://194.95.226.237/stareg_web/localeSwitch.do?language=de&page=/bundeslandStatistic.do?year=2009&

Natürlich werden wir uns weiter engagiert gegen Gentechnik-Anbau wehren! Dafür brauchen wir auch dieses Jahr wieder Ihre volle Unterstützung!

In diesem Jahr steht die Wiederzulassung des derzeit einzigen Gentechnikmais Mon810 von Monsanto auf der Tagesordnung. Außerdem besteht die Gefahr, dass zwei weitere Gentechnik-Sorten von Syngenta und Pioneer Hi-Bred zugelassen werden. Nur der fortgesetzte Widerstand vor Ort und dessen Unterstützung wird erreichen, dass die Anbaufläche von Gentechnikmais auch weiterhin im Promillebereich bleibt. Dazu trägt die Aktion Bantam wesentlich bei, wir wollen zusammen mit Ihnen Deutschland auch 2009 wieder vergolden!

Das neue Gentechnikgesetz brachte im vergangenen Jahr eine entscheidende Verschlechterung des Schutzes von Kleingärtnern und private Anbauern. Ihnen wird ein „berechtigtes Interesse“ abgesprochen, zu erfahren wer in ihrer Nachbarschaft Gentechnikmais anbaut. Die zuständige Bundesanstalt für Lebensmittelsicherheit argumentiert, dass nur der gewerbliche Anbau geschützt ist. Das bedeutet, dass private Anbauer auch keinen Schutz vor Verunreinigung genießen. Dagegen will Save Our Seeds eine öffentliche Petition an den Deutschen Bundestag richten, in der eine Änderung des Gesetzes gefordert wird. Das Recht auf gentechnikfreien Anbau und Saatgut-Vermehrung muss als Grundrecht geschützt werden, egal ob für den persönlichen Gebrauch oder kommerzielle Zwecke. Wenn Zehntausende Bantamesen diese öffentliche Petition unterstützen, hat sie ein viel größeres Gewicht und gute Chancen, den Bundestag zum Umdenken zu bewegen. Wir werden Sie informieren, sobald die Petition eingereicht ist, damit Sie uns dabei unterstützen können.

Die Kosten der diesjährigen Aktion betragen etwa 45.000 Euro. Wir sind nach wie vor auf Spenden angewiesen und möchten Sie alle bitten, dass Sie Menschen, Organisationen und Unternehmen in Ihrem Bekannten- und Freundeskreis ansprechen, informieren und motivieren, uns ideell und finanziell zu unterstützen! Wir möchten unsere Informationsmaterialen weiterhin kostenlos zur Verfügung stellen, um über die Risiken der Gentechnik zu informieren. Hier gibt es einen Fragebogen für neue Unterstützer:

http://www.bantam-mais.de/fileadmin/files/Bantam/09_fragebogen.doc

Danke, dass Sie diese Aktion möglich machen!

Mit den besten Grüßen

Volker Gehrmann & das Bantam Team

Kontoverbindung: Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Kto-Nr.: 30 00 54 16, GLS Gemeinschaftsbank Bochum, BLZ: 430 609 67, Stichwort Bantam

Online Spenden: http://www.bantam-mais.de/spende.html

Spenden an die Zukunftsstiftung Landwirtschaft sind steuerlich absetzbar. Eine Spendenquittung (ab 50 Euro) bekommen Sie, wenn Sie uns Ihre Anschrift mitteilen (auf der Überweisung oder per Email).

Volker Gehrmann
Zukunftsstiftung Landwirtschaft / Save Our Seeds
Marienstraße 19-20
10117 Berlin

Tel: 030 / 24 04 71 46
Fax: 030 / 27 59 03 12
E-Mail: info@bantam-mais.de
Web: www.bantam-mais.de

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Bei der Deutschen Bahn kopf- und führerlos

Man könnte glauben, die Bahn versuche einer BILD-Schlagzeile vom letzten Sommer, demnach Mädchen-Fänger gesucht werden, mit dem „Herauswerfen“ von Mädchen aus Regionalzügen eine Entsprechung zu geben. Zu allem Überfluss warfen sich jetzt zwei Zugführer aus einem fahrenden Zug.

Harald Haack - Zum dritten Mal seit Mitte Oktober ist nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ ein Kind von einer Schaffnerin aus einem Zug der Deutschen Bahn verwiesen worden. Das 14-jährige Mädchen habe zwar einen Fahrschein gehabt, der aber sei aber erst später gültig gewesen. Die Mutter holte ihre Tochter mit dem Auto ab und brachte sie zur Schule. Ein Bahnsprecher in Berlin wollte sich ohne nähere Prüfung nicht zu dem Vorfall äußern. Das ist wohl auch besser so, denn laut Bahn-Mitteilungen sollen in den vorherigen Fällen die Zugbegleiter vom Dienst suspendiert worden sein; Staatsanwaltschaft und Polizei wollen angeblich gegen sie ermitteln.

Interessant ist, dass alle bisherigen Fälle im norddeutschen Osten der Republik sich ereigneten und dass es jedes Mal Mädchen sind, die Probleme mit ihren Fahrkarten, Geldbörsen und Handys haben. Sind sie wirklich so kopflos, wie behauptet wurde?

Nicht kopflos, aber führerlos wurde gestern Abend ein Güterzug, der von Frechen nach Köln unterwegs war, weil seine beiden Lokführer sich selbst heraus warfen. Dabei zogen sie sich leichte Blessuren zu.

Mit 31 Waggons rollte der Güterzug dann von alleine über die Strecke nach Köln und durchbrach im Stadtteil Junkersdorf das Tor einer Lagerhalle. Erst als die Diesellok gegen eine Betonfeuerschutzwand prallte, blieben der Triebwagen und die mit Braunkohlestaub und Briketts beladenen Waggons stehen. Dabei entstand ein Schaden in sechsstelliger Höhe. Wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Polizei gegenüber hatten die Lokführer behauptet, alle Bremsen ihres Güterzugs hätten nicht funktioniert – auch die Notbremsen nicht.

Duftbomben aus Israel

Vor einigen Jahren machten Floristen über ihren Fachverband auf drastisch zunehmende Erkrankungen ihrer Mitglieder aufmerksam und warnten in diesem Zusammenhang vor importierte Blumen, wozu besonders Rosen zählten. Die nämlich hätten es in sich: Pestizide und künstliche Duftstoffe nämlich.

Harald Haack – Alle Jahre wieder zur Winterszeit werden Rosen importiert. Sie kommen vornehmlich aus Brasilien und Israel, wo sie unter großen Einsatz von Pestiziden produziert werden. Nebenwirkung der Pestizide: Die Blumen verlieren ihren Duft. Dies machte eine Beduftung mit Parfüms notwendig. Floristen und Verbraucher reagierten auf diese Blumen mit Allergien und Fremdstoffmetabolismusstörungen. Dies hinderte die Produzenten in jenen Ländern jedoch nicht daran ihre Produktionsweise zu ändern.

Schimmer noch: Israelische Wissenschaftler wollen nun eine Methode entwickelt haben, um den Duft von Blumen „genetisch zu verstärken“. Nicht nur Blumen könnten mit stärkerem Geruch, sondern auch mit „neuen Duftrichtungen“ gezüchtet werden. Dies behauptete gestern der Leiter der Forschungsgruppe von der Hebrew University, Alexander Vainstain.

Hat die Welt darauf gewartet? Rosen mit Schokoladenduft? Nelken mit einem intensiven Duft, der an frische Kuhmilch erinnert?

Wie es heißt, sei es den Forschern gelungen, den Duft von Blumen um das Zehnfache zu verstärken. Die genmanipulierten Pflanzen sollen ihre Dünste sogar Tag und Nacht verbreiten.

Welch Terror! Blumenduft zeichnete sich bisher durch das Wenige aus. Nun wird es brutal und vulgär.

Die israelischen Blumenvermurkser wollen ihre neu entdeckte Methode auch in anderen Bereich angewendet sehen: So sollen künftig Obst und Gemüse besonders schmackhaft erzeugt werden. Die Ausdünstungen von Pflanzen sei dabei ein grundlegender Faktor für ihren Geschmack, erklärte der israelische Forscher Vainstain. Ob sich Verbraucher an die übersteigerten Düfte des unnatürlichen Grünzeugs gewöhnen und ob die Stinke-Produkte künftig dazu dienen könnten, neu entwickelte Kampfgase unbemerkt in ein feindliches Land zu schmuggeln und dort zu verbreiten, verriet er nicht.

Von den meisten der berüchtigten Kampfgase der beiden Weltkriege ist bekannt, dass deren Dünste als fruchtig empfunden werden. Wer allerdings zu dieser Erkenntnis nach dem Einatmen solcher Gase gekommen ist, für den soll es bereits zu spät sein.

Wie schön, denn so bleibt ihm ein langer Leidensweg erspart. Leiden, erzeugt mit Pestiziden. Die Blumen, das Obst und das Gemüse der Zukunft wird, da es durch Genmanipulation künftig zehn Mal heftiger duftet, dann noch rücksichtsloser mit Pestiziden behandelt werden, um Insekten von den Blumen fernzuhalten. Das bunte, heftigst duftende Grünzeugs wurde, so argwöhne ich, nur deshalb manipuliert. Und Lösemittel, die nach Rosen duften, hatten bei Blumen offensichtlich den selben Effekt wie bei Mensch und Tier: Sie machten sie kaputt. Diese Chemie aber kann nun eingespart werden. Das ist, wie ich meine, wenig tröstlich, denn: Haben Sie sich schon einmal gefragt, was bei den Rosen so duftet?

Nun, es ist ein Stoff, den Botaniker als „Apfelesther“ bezeichnen und als eines der heftigsten Allergene erkannt haben. Wenn also beispielsweise Rosen künftig zehn Mal intensiver duften, weil ihre Gene das so regeln, so wird dieser Duft künftig noch mehr Menschen zu Allergikern machen und es wird zu wesentlich mehr Herz- und Kreisverlaufversagen kommen. Das ist doch umwerfend.

T-Mobil-Mitarbeiterin erhielt Rechnung über 18.000 Euro

Möglicherweise zählt die Behauptung einer Kundendienst-Mitarbeiterin der Telekom-Tochter T-Mobile, sie habe selbst eine falsche Handy-Rechnung von Ihrem Arbeitgeber erhalten, mit einem Betrag von rund 18.000 Euro, zum neuen Kundendienstkonzept. Psychologie nach dem Identifikationprinzip „Auch wir sind Opfer“ statt blasierter Arroganz, wie bisher.

Harald Haack – Wegen der von der Telekom angebotenen kostenlosen Rufnummernänderung habe ich heute beim Support von T-Mobil angerufen.

Zunächst erbat ich die Auskunft über das in diesem Monat aufgelaufene Datenvolumen meiner zweiten Sim-Karte, die in einem GPS-Tracker steckt, und der wiederum in meinem PKW.

Von dem Gerät werden ausschließlich Datenpakete mit Angaben über Position, Zeit und Geschwindigkeit an eine festgelegte Adresse gesendet, wo sie erfasst und gespeichert werden. Sollte ich versehentlich irgendwo die zulässige Geschwindigkeit übertreten haben, so habe ich hiermit die Möglichkeit dies nachträglich zu überprüfen und könnte gegebenenfalls den Gegenbeweis liefern, falls meine Geschwindigkeit im Rahmen des Erlaubten war.

Der GPS-Tracker ermöglicht es, den von mir ausgewählten Vertrauenspersonen mein Fahrzeug zu orten – entweder dann, wenn es gestohlen wurde oder falls mir etwas zugestoßen sein sollte oder einfach nur, um festzustellen, wo ich gerade stecke. Der Zugriff auf die Daten bleibt den Staatsorganen wie Polizei und Verfassungsschutz ohne meine ausdrückliche Zustimmung allerdings verwehrt.

Und wenn ich inkognito bleiben will, so brauche ich das Gerät nur auszuschalten. Da das Gerät im Fahrzeug an einer schwer zugänglichen Stelle eingebaut wurde, ist es für einen Dieb fast unmöglich es zu finden und auszuschalten. Da es über eine eigene Stromquelle verfügt, nützt es nichts die Autobatterie abzutrennen. Bevor der Dieb den Tracker gefunden hat, habe ich ihn schon geortet und die Polizei zu ihm geführt. Bei neueren Geräten funktioniert der Diebstahlsalarm auch via Handy.

Doch was nützt mir diese Sicherheit, wenn bei der T-Mobil Kriminelle Zugang zu dem Account haben?

Als ich der Kundendienstmitarbeiterin vom Ärger zweier T-Mobil-Kunden erzählte, die ebenfalls einen solchen GPS-Tracker in ihrem Fahrzeug eingebaut haben und deren vertraglich festgelegtes Datenvolumen der Sim-Karte, 30 MB, weit und nicht nachvollziehbar überschritten wurde, teilte sie mir mit, auch sie habe einmal plötzlich eine Rechnung erhalten, die durchs Hacken Ihres Handy-Accounts zustande gekommen war. Bei modernen Handys mit Internet-Funktion sei dies möglich; bei älteren, nicht Internet-fähigen Geräten jedoch nicht.

Wenn ich sie richtig verstanden habe, sind die Hersteller der Handys an allem Schuld und die Telekom bzw. T-Mobil ist völlig unschuldig. Aber wieso ist die Telekom dann nicht in der Lage auf ihrer Seite den Daten-Missbrauch zu verhindern?

Der BDK – nicht „Bund Deutscher Karneval“, sondern: „Bund Deutscher Kriminalbeamter“ – hält den Telekomchef für die unglaubliche Datenschutzskandale für verantwortlich. Abhilfe liefere nur der Rücktritt des Telekomchefs, dies sei die einzige Konsequenz.

Bei der Telekom wurden „innerhalb kürzester Zeit der Missbrauch von Kundendaten und eine unsichere Speicherung von Kundendaten bekannt und eine, die einen Datenklau in einem unglaublichen millionenfachem Umfang möglich werden ließ“, heißt es in einer Polizeipressemeldung von ots.

„Wenn ein ähnlicher Datenklau bei der Polizei stattgefunden hätte, stände der Sessel des zuständigen Innenministers wahrscheinlich schon am selben Tag zur Neubesetzung zur Verfügung“, ist sich der stellvertretende BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen sicher.

Nun gut, er hat dabei wohl nicht an den Bundesinnenminister Schäuble gedacht, der trotz aller öffentlichen Kritik vehement sein Ding durchzieht und den Datenschutz unter dem Mantel „Sicherheit“ für Bürger aushöhlt und untergräbt, wie ich meine. Wie oft er schon seinen „Bundestrojaner“ hat verbreiteten lassen, um nach möglichen Straftaten zu suchen, darüber gibt es (noch) keine zuverlässige Information.

Der stellvertretende BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen fordert: „Das Unternehmen Telekom, das über zig Millionen personenbezogener Kundendaten verfügt, muss von einem Vorstandsvorsitzenden geführt werden, der ein anderes Verständnis von Datenschutz hat“. Er verlangt eine personelle Neubesetzung an der Konzernspitze der Telekom.

Eigenartigerweise scheut er sich nicht gegen Schäuble zu „giften“: Es sei schon merkwürdig, dass dieser millionenfache Datenklau, der immerhin schon im Jahr 2006 stattgefunden haben soll, nicht schon beim damaligen „Datenschutzgipfel“ im Sommer dieses Jahres beim Bundesinnenminister öffentliches Thema gewesen ist. Die damaligen Ergebnisse, die auch vom Bundes-Datenschützer als Fortschritt bezeichnet wurden, reichen bei weitem nicht aus. Es könne nicht das betroffene Wirtschaftsunternehmen beauftragt werden, seinen Datenschutz innerhalb des Konzerns selbst zu verbessern. Hier müsse außerhalb des Konzerns die Zweckbindung und der sichere, gesetzmäßige Umgang mit den personenbezogenen Kundendaten überprüft werden, behauptet der stellvertretende BDK-Vorsitzende Bernd Carstensen und schlägt erneut den Einsatz von „Datenfahndern“ in der Privatwirtschaft vor.

Oops! Eine Unterstützung für Schäubles „Bundestrojaner“?

Sollen wir alle unsere Daten dem Großen Bruder Wolfgang anvertrauen, damit er uns vor den Kriminellen bei der Telekom und anderswo schützt?

Mich erinnert diese Forderung sehr an Erich Mielkes Intension, die ihm den Aufbau des „Ministeriums für Staatssicherheit“ (Stasi) ermöglichte und damit auch der Willkür vornehmlich sadistisch veranlagter Büttel, der „Genossen Oberstleutnant“.

Zum Thema:

Tatort Telekom
“Berlin: Bundeswehr schießt mit 191 Terroristen besetztes Passagierflugzeug ab”




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