Archiv der Kategorie 'Tragödien'

Eine deutsche Nordseeinsel trauert

Auf Amrum herrscht Trauer. Die deutsche Nordseeinsel hat ihre Flaggen auf Halbmast gesetzt. Die Unglückstelle am Strand, wo am Sonntag ein Zehnjähriger vom feinen Dünensand verschüttet wurde, hat sich zu einer Gedenkstätte mit Blumensträußen, Grablichtern und Zetteln verwandelt.

Wie die Polizei heute mitteilte, sei der zehnjährige Sebastian aus Wien offensichtlich beim Spielen im Sand verunglückt und erstickt. Darauf deute das Obduktionsergebnis hin. Es gebe keine Hinweise auf Gewalt als Todesursache. Der Junge hatte mutmaßlich ein Loch in dem Dünensand gegraben. Doch Dünensand ist außerordentlich feinkörnig und für Sandburgen oder ähnliches völlig ungeeignet. Ähnlich wie der gefährliche Treibsand in der Rub al-Chali, der größten Sandwüste der Erde auf der arabischen Halbinsel, der schon ganze Karawanen verschlungen haben soll, hat Dünensand Fließ- und Rieseleigenschaften und kann innerhalb eines kurzen Augenblicks gegrabene Löcher füllen.

Schon wenige Stunden nach dem Abrücken der Polizei von der Unglücksstelle spielten dort wieder Kinder – auf diesem (fast) normalen Sandspielplatz mit vielen Löchern und Sandhaufen. Und der helle Dünensand wird bald die Blumensträuße, an der Unglücksstelle wo Sebastian starb, überdeckt haben und die Kerzen in den Grablichtern löschen…

COSTA CONCORDIA: Kapitän schrammt an Wahrheit

Auf der Insel Giglio unterhalb der Straße Via dell‘Arenella gibt es zwei Landzungen. Vor der südlichen dieser beiden Landzungen liegt derzeit das gekenterte Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“. Laut SPIEGEL habe der Kapitän des Schiffes, Francesco Schettino, gesagt, das Schiff sei auf dem Weg von Civitaveccia nach Savona über einen in nautischen Karten nicht verzeichneten Felsen geschrammt.

Gila Akkers / Guido Bock / Harald Haack / J.J. Maryse - Es ist schon eigenartig, welche Nachrichten es über dieses Schiffsunglück gibt: Die Schiffsführung habe die Passagiere nach dem offensichtlichen Zusammenstoß mit einem Felsen mit falscher Information zu beruhigen versucht; die Besatzung habe für den Notfalleinsatz nicht ausgebildet gewirkt und sei in Panik geraten; es sei „Tradition“ der italienischen Reederei, das Schiff ganz dicht an der Küste der Insel Giglio verbeifahren zu lassen, weil etliche der Besatzungsmitglieder von dieser Insel stammen; der Kapitän behauptet, das Schiff sei über einen auf nautischen Karten nicht verzeichneten Felsen geschrammt und anschließend habe man das Schiff dicht an die Insel heran manövriert.

Auf Fotos vom havarierten Schiff ist ein Felsbrocken zu sehen, der auf der Backbordseite des Schiffes im aufgerissenen Rumpf steckt. Das Schiff liegt gekentert auf der Steuerbordseite liegend gut 30 Meter von der felsigen Steilküste der Insel entfernt. Und das sonderbare ist, das Google Earth einen aus dem Wasser ragenden Felsen an genau jener Position zeigt, an der sich das Schiff derzeit noch befindet. Ein Felsen, etwas kleiner als der Felsbrocken auf dem Bild in Google Earth, steckt seitlich im Rumpf des Schiffes. Damit dürfte die Behauptung des Kapitäns eine Schutzbehauptung sein. Der Kurs des Schiffs führte offensichtlich zwischen der Steilküste der Insel und dem aus dem Wasser ragenden Felsen. Es ist doch wirklich blöd, dass es Google Earth gibt und die Behauptungen des Kapitäns als Lügen entlarvt. Oder sind die italienischen Seekarten dermaßen schlecht, dass ein solcher Felsbrocken, der aus dem Orbit um die Erde zu erkennen ist, nicht eingetragen ist?


Insel Giglio, Unglücksposition
Foto: DigitalGlobe / Terra Metncs / Europa Technologies / Newsbattery.eu


Felsen an der Unglücksposition vor der Küste der Insel Giglio
Foto: Google Earth / Digital Globe / Newsbattery.eu

Aktualisierung von 11:45 MEZ, 15. Januar 2012

Nach einer Aufzeichnung des Schiffskurses von marinetraffic.com hat das Schiff seinen Kurs am Freitag, den 13. Januar 2012 um 21:53 MEZ (20:53 UTC) im Tiefwasserbereich im Tyrrhenischen Meer in Nähe der Insel Giglio (ca. 500 Meter zur derzeitigen Position) geändert. Laut SPIEGEL-Online habe es an Bord des Schiffes um 21.45 Uhr einen großen Knall gegeben und die Lichter seien plötzlich ausgegangen: „Offenbar hat das riesige Schiff einen Felsen gerammt.“ (Mutmaßung von SPIEGEL-Online) Der Kurs wurde noch bis 22:02 MEZ aufgezeichnet. Er führte von der Insel weg und in Richtung Norden. Das Schiff liegt derzeit um ca. 180° gedreht vor dem felsigen Steilufer einer Landzunge der Insel.


Der Kurs der Costa Concordia am 13.1. 2012 von 21:53 bis 22:02 MEZ (20:53 bis 21:02 UTC)
Foto: marinetraffic.com / Newsbattery.eu


Aktualisierung von 11:45 MEZ, 15. Januar 2012

Einmal davon abgesehen, dass der Kapitän noch vor den Passagieren das Schiff verließ, bleibt immer noch die Frage nach der Unglücksursache. Das war sicherlich ein Felsen im Meer. Aber wie konnte es dazu kommen, dass das Schiff mit diesem Felsen kollidierte? Unter den vielen „Experten“, die sich in den Medien mit einem Mal tummeln und ihr Wissen preisgeben, ist auch der Brite Malcolm Latarche, der im Magazin „IHS Fairplay Solutions“ der britischen Nachrichtenagentur PA vermutet, ein Stromausfall könne die Navigation des riesigen Schiffes beeinträchtigt haben. Tatsächlich berichteten Passagiere von einem Stromausfall; es sei außerdem ein lauter Knall gehört worden. Latarche meint, es könnte zu einer Explosion im Maschinenraum gekommen sein. Ähnliches sei im September 2010 auf dem Kreuzfahrtschiff „Queen Mary 2“ geschehen sein, als das Schiff sich in der Nähe von Barcelona aufhielt. Damals habe eine Störung zu einer Fehlfunktion bei den Generatoren geführt, die die Motoren des Schiffes versorgten. Sollte dies auch auf der „Costa Concordia“ passiert sein und hätte die Stromversorgung unterbrochen, dann sei es möglich, dass das Schiff nicht mehr zu steuern war. Malcolm Latarche: „Das System muss neu gestartet werden. Die meisten dieser Systeme haben ein automatisches Back-up, aber es braucht Zeit, bis dieses angeht. Der Grund könnte aber auch ein ganz anderer sein.“

Newsbattery fiel auf, dass sich das Schiff um 21:53 MEZ ca. 500 Meter östlich der nördlichen Landzunge der Insel Giglio befand. Wenn man annimmt, dass der AIS-Transponder, der zum Sicherheitssystem des Schiff zählt und dessen Position an Landstationen und andere Schiffe funkt, durch den Stromausfall zu einem Versatz um diese 500 Meter in westlicher Richtung geführt hatte, dann hätte das Schiff in der Dunkelheit mit seiner Backbordseite direkt einen Felsen vor der nördlichen Landzunge touchiert. Das Schiff hatte, dies belegen Fotos, den Felsen von seinem Sockel gerissen und im Schiffsrumpf mitgehen lassen. Vielleicht ja wird es den Ermittlern möglich sein, die Herkunft dieses Felsens im Schiffsrumpf zu klären, und vor allem, wie das Schiff anschließend um gut 180° gedreht vor die südliche Landzunge gelangte.


Foto: Newsbattery.eu mit Material von marinetraffic.com und Google Earth


Aktualisierung von 11:45 MEZ, 16. Januar 2012

Gerüchte machen die Runde. Offensichtlich hat niemand gesehen, wie das Schiff die Felsen „Le Scole“ südlich der derzeitigen Position des Schiffes touchierte, aber auf der kleinen Insel Giglio vertrauten angereiste Journalisten den Wortern der Insulaner, demnach das Schiff nur an „Le Scole“ angestoßen sein könne; schließlich habe man seit Jahren schon vor diesen scharfkantigen Granitfelsen gewarnt. Und so wurde aus dem Gerücht in den internationalen Medien – einer schreibt vom anderen ab – eine ominöse „Wahrheit“. Und niemand stört sich daran, dass es Aufzeichnungen des Schiffkurses gibt, die dagegen sprechen. Doch die Aufzeichnungen, das muss eingeräumt werden, können durch Fehler oder absichtliche oder unabsichtliche Manipulation des AIS-Transponders an Bord des Schiffs einen geografischen Versatz des Kurses anzeigen. Doch nehmen wir einmal an, die klugen Insulaner hätten recht mit ihrer Vermutung, das Schiff habe die Felsengruppe „Le Scole“ gestreift und verschieben den aufgezeichneten Kurs des Schiffs auf dem Satellitenbild so, dass der Kurswechsel um 21:53 MEZ an „Le Scole“ stattgefunden hat, und fügen einen hypothetischen Kurs bis zur derzeitigen Position des Schiffs hinzu. Dann wäre die Unglücksursache, ein zu nahes Navigieren an den Klippen der Insel, mutmaßlich verursacht durch verzerrte Daten und daraus entstandene falsche Darstellung auf dem Navigationsmonitor des Schiffes plausibel. Und: Es sollte Geologen möglich sein, die Herkunft des Felsens im Schiffsrumpf mittels Vergleichsproben zu ermitteln. Eine frische Abbruchstelle an „Le Scole“ wurde allerdings mutmaßlich noch nicht gefunden. Darüber herrscht derzeit Schweigen. Siehe nachfolgende Bilder.


Aufgezeichneter und hypothetischer Kurs.


Die Felsengruppe „Le Scole“ im Satellitenbild.
Fotos: Google Earth / marinetraffic.com / Newsbattery.eu


Aktualisierung von 17:20 MEZ, 16. Januar 2012

Gestern wollen Retter auf der COSTA CONCORDIA noch Klopfzeichen Eingeschlossener gehört haben. Heute nun mussten sie, nachdem mittels Laserdistanzmessung beobachtet wurde, dass sich das Schiff um mehrere Zentimeter bewegte, die Rettungsarbeiten abbrechen, um nicht mit dem Schiff in die Tiefe gerissen zu werden. Es wird ein Abrutschen des Schiffes befürchtet. Ungeachtet der Messungen behauptete der Präsident und CEO von Costa Cruises, Pierluigi Foschi, das Schiff bewege sich nicht einen Zentimeter. Laut Angentur ANSA wies er darauf hin, der Umweltschutz sei ein vorrangiges Anliegen für sein Unternehmen. Wie aber konnte es dazu kommen, dass er die Fahrt des Schiffs durchs Naturschutzgebiet bisher gebilligt hatte? Und warum hatte das Schiff zu wenig Schwimmwesten an Bord, wie Passagiere berichteten? Und warum wussten einige Besatzungsmitglieder nicht, wie man die Rettungsboote ausklinkt? Unbeirrt lobte Foschi den inzwischen in Untersuchungshaft einsitzenden Kapitän und die Besatzung als Helden. Er scheint zu wissen, was an Klagen seitens der Passagiere und Behörden auf sein Unternehmen zukommt. Aber was nützt ihm dabei sein momentanes italienisches Schauspiel?

ANSA berichtet, das Unternehmen Costa Crociere habe einige Firmen damit beauftragt, eine Möglichkeit zu finden, die COSTA CONCORDIA mit luftgefüllten Ballons zu heben, um es von Schleppern abzuschleppen. Das in Genua ansässige Unternehmen Costa Crociere soll, im Gegensatz zu Costa Cruises, inzwischen von Kapitän abgerückt sein. Es scheine, der Kapitän habe Beurteilungsfehler gemacht, die schwerste Folgen hatten. Das Unternehmen ließ ausserdem verbreiten, es sehe so aus, als seien die Entscheidungen des Kapitäns in der Notsituation nicht den üblichen Regeln von Costa Crociere gefolgt.


Aktualisierung von 23:20 MEZ, 16. Januar 2012

Morgen muss sich der in U-Haft einsitzende Kapitän der COSTA CONCORDIA den Fragen eines Untersuchungsrichters stellen müssen. Gefängniswärter haben den Befehl erhalten, ihn so häufig wie möglich zu überprüfen, weil er als suizidgefährdet gilt. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, beschäftige ihn die Last der Vorfälle gegen ihn. Sein Anwalt Leporatti Bruno soll gesagt haben, er habe gesehen, wie verzweifelt Kapitän Schettino sei, der sich eine Zelle mit zwei anderen Gefangenen teilen muss. Für ihn wurde noch nicht die höchste Überwachungsstufe vorgesehen, aber das sei in Sicht. Schettino erhielt Besuche von einem Psychologen und auch von Senator Mark Philippi (Demokratische Partei). Kapitän Schettino erwartet morgen die Anklage wegen mehrfachen Mordes und Totschlag und Sachbeschädigung und dem Verlassen des Schiffes.


Aktualisierung von 23:50 MEZ, 17. Januar 2012

Der französische Filmemacher Jean-Luc Godard hatte seinen 2010 in Cannes uraufgeführten Kinofilm „Film Socialiste“ auf der COSTA CONCORDIA gedreht. Das am vergangenen Freitag-Abend vor der Ostküste der Insel Giglio havarierte Schiff beherbergt in dem Kinofilm eine dekadente Gesellschaft Schiffsreisender. Neben banalen Alltäglichkeiten auf dem Schiff zeigt Godard wie UN-Vertreter und Kriegsverbrecher aufeinander treffen und Passagiere lustlos durchs exklusive Interieur wandeln: Godards zynische Attacken gegen Dekadenz und Bourgeoisie.


Trailer von Godards Film „Film Socialiste“: Für Schnellseher.

„COSTA CONCORDIA, ein Erlebnis.
Amateur-Video mit Fotos, Zappelbildern und Kommentaren, die jetzt nach dem Unglück (unfreiwillig) komisch wirken: „Die abendlichen Shows waren spitze.“
Vor einem Jahr veröffentlicht.

news.sky.com: How The Costa Concordia Cruise Crash Happened


Aktualisierung von 16:40 MEZ, 19. Januar 2012

Die Reederei Costa Crociere hat den Kapitän der „Costa Concordia“, Francesco Schettino, vom Dienst suspendiert. Sie werde ihn auch nicht verteidigen, soll ein Anwalt des Unternehmens gesagt haben. Ihm drohen nicht nur Strafverfahren, sondern auch Schadensersatzforderungen der Reederei, die sich als Opfer sieht. Gegen sie aber soll es eine Sammelklage auf Schadenersatz und Schmerzensgeld seitens Verbraucherschützer und Passagiere geben.

Das havarierte Schiff liegt auf der Kante eines Felsvorsprungs, von dem aus es steil in die Tiefe geht: circa 100 Meter. Durch erneut stürmische See Wetter laut Wetterprognosen, könnte es wieder Bewegung geraten und über die Kante in die Tiefe rutschen.


Aktualisierung von 21:15 MEZ, 19. Januar 2012

Laut der ARD-Tagesschau hatte ein Passagier des havarierten Schiffes 40 Minuten nachdem das Schiff die Klippen vor der Insel Giglio touchiert hatte und als der Maschinenraum schon überflutet war, privat bei der Küstenwache angerufen und mitgeteilt, dass es auf dem Schiff erhebliche Probleme gebe, ihm sei alles auf den Kopf geflogen. Der Mitschnitt dieses ersten Telefonats zwischen der Küstenwache in Livorno und der Kommandobrücke der COSTA CONCORDIA wurde nun in Italien bekannt. Demnach habe der Offizier am Funk die Küstenwache „bewusst belogen“, so die Tagesschau auf Ihrer Webseite. Ob er auf Befehl handelte, wisse man nicht. Klar sei aber, dass damit die Rettungsaktion verzögert wurde und dass deshalb Menschen ums Leben kamen, die vielleicht nicht hätten sterben müssen. Die Küstenwache wurde mit dem Hinweis „Wir halten Sie auf dem Laufenden“ abgewimmelt. Misstrauisch geworden soll dann die Küstenwache Großalarm ausgelöst haben.


Aktualisierung von 15:00 MEZ, 20. Januar 2012

Bisher konzentrierten sich Ermittler auf Kapitän Francesco Schettino, doch nun gerate zunehmend auch der Schiffsbetreiber in die Kritik, schreibt The Guardian und beruft sich auf italienische Medien. Costa Crociere habe möglicherweise gezögert den Evakuierungsbefehl zu geben, um Entschädigungsforderungen in Millionenhöhe zu verhindern.


Aktualisierung von 11:15 MEZ, 21. Januar 2012

Die italienische Reederei „Costa Cruises“ gerate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ vor der Insel Giglio zunehmend unter Druck, schreibt ARD-Korrespondent Carsten Kühntopp für die Tagesschau. Offenbar wusste die Reederei schon früher von den riskanten Vorbeifahrten an der Insel. „Costa Cruises“ habe auf ihrer Webseite einen begeisterten Erlebnisbericht von einer solchen Vorbeifahrt vom August 2010. Kapitän auch damals: Francesco Schettino.

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Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite gegebenenfalls mit zu verantworten sind. Dieses kann – laut Landgerichtsurteil – nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.

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Schwarzes Loch in Europa entdeckt

Eine gute und eine schlechte Nachricht: Der für gestern von einer Weltuntergangsvorhersage-Sekte vorhersagte Weltuntergang hat nicht stattgefunden, doch auf unserem Planeten wurde ein Schwarzes Loch entdeckt; lokalisiert werden konnte es in Südost-Europa.

Harald Haack - Jean-Claude Juncker, Euro-Gruppenchef, hat es am heutigen Samstag in Brüssel verkündet. Das Schwarze Loch verschlinge alle bisherigen Anstrengungen zur Rettung Griechenlands. Die vielen Milliarden von Euro, die man schon „ins Land“ (die Großbanken) habe pumpen wollen, reichten nicht aus, um das riesige Loch zu stopfen. Nach dem Bericht eines dubiosen und zerstrittenen Haufens von Fachleuten, der „Troika“ genannt wird, bestehend aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, habe man sich verschätzt. Ja, richtig: „verschätzt“ – gerechnet wird also nicht, wenn es um Griechenlands Schulden geht. Auf zehn Seiten der so genannten „Schuldentragfähigkeitsanalyse“ wird das erklärt: Statt 109 Milliarden, müsste man nun geschätzte 252 Milliarden Euro in Schwarze Loch pumpen.

Doch woher soll das Geld kommen, um in dem Schwarzen Loch zu verschwinden? Vielleicht aus CSU-Seehofers Steckenpferd, der PKW-Maut für deutsche Autobahnen? Oder erhält der BND, der wieder einmal mit Dienstleistungen für Geheimdienste anderer Staaten auffiel – nach Informationen des Nachrichtenmagazins SPIEGEL war Deutschland über den BND an der Hatz nach Gaddafi in Libyen stärker beteiligt als bisher bekannt – aus dem Vermögen des Diktators von angeblich mehr als 200 Milliarden Dollar einen Anteil, um ihn dann zusätzlich im Schwarzen Loch versenken zu können?

Einig sind sie sich nun, die so genannten Fachleute der Troika, dass Europa jetzt handeln muss, um am kommenden Montag eine Panik an den Finanzmärkten zu verhindern. Aber vorher wird noch in den Großbanken und von deren Troikaner das Auftrittslied des Grafen Danilo aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár in leichter Abwandlung gesungen:

O Griechenland du machst bei Tag
Mir schon genügend Müh und Plag!
Die Nacht braucht jeder Diplomat
Doch meistenteils für sich private!
Um Eins bin ich schon im Büro,
Doch bin ich gleich drauf anderswo,
Weil man den ganzen lieben Tag
Nicht immer im Büro sein mag!
Erstatte ich beim Chef Bericht
So tu‘ ich meistens selber nicht,
Die Sprechstund‘ halt‘ ich niemals ein,
Ein Diplomat muss schweigsam sein!
Die Akten häufen sich bei mir,
Ich finde ’s gibt zu viel Papier;
Ich tauch die Feder selten ein
Und komm doch in die Tint‘ hinein!
Kein Wunder wenn man so viel tut,
Dass man am Abend gerne ruht,
Und sich bei Nacht, was man so nennt,
Erholung nach der Arbeit gönnt!

Da geh ich zu Maxim,
Dort bin ich sehr intim,
Ich duze alle Damen
Ruf‘ sie beim Kosenamen,
Lolo, Dodo, Joujou
Clocio, Margot, Froufrou,
Sie lassen mich vergessen
Das teu‘re Griechenland!
Dann wird champagnisiert,
Und häufig pamponiert,
Und geht’s an’s Kosen, Küssen
Mit allen diesen Süssen;
Lolo, Dodo, Joujou
Clocio, Margot, Froufrou,
Dann kann ich leicht vergessen.

Danke! Geht’s noch? Nun mal im Ernst:

Banken zerlegen und demokratisieren
Attac kritisiert Bankenrettungspläne der EU: „Im Vorfeld des EU-Gipfels am kommenden Sonntag kritisiert Attac die neuen Bankenrettungspläne der europäischen Regierungen als Krisenverschleppungspolitik. Die Pläne der europäischen Regierungen sehen vor, erneut Steuergelder für die Rettung von Banken zu missbrauchen, ohne konsequent die Regeln des Spiels zu verändern. Die Banken in ihrer jetzigen Form zu rekapitalisieren, verlängert die Krisendynamik, denn eine zentrale Ursache, nämlich der aufgeblähte Finanzsektor, bleibt so außen vor. Stattdessen muss es zuallererst darum gehen, die Banken zu verkleinern, sodass sie nicht mehr in der Lage sind, Staaten zu erpressen. Banken müssen pleite gehen können. Es ist inakzeptabel, dass sie mit hochriskanten Geschäften irrsinnige Gewinne machen und sich auch noch darauf verlassen können, dass die Allgemeinheit sie rettet, wenn es schief geht.

Deshalb fordert Attac einen anderen politischen Umgang mit den Pleite-Banken: Die Banken müssen vergesellschaftet und demokratisch kontrolliert werden. Die Vergabe von Steuergeld ist an strenge Auflagen zu koppeln. Zum Beispiel müssen sämtliche Geschäfte in Steueroasen sofort beenden werden. Die Banken müssen sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: Spareinlagen verwalten und die produktive Wirtschaft mit Krediten versorgen.

Die von europäischen Regierungen derzeit diskutierte und von Finanzminister Schäuble geforderte Eigenkapitalquote von neun Prozent ist viel zu niedrig. In der Schweiz liegt sie bei knapp unter 20 Prozent. Eigentlich muss sie 30 Prozent betragen, damit die Banken einigermaßen krisenfest werden.

Im Vorfeld des EU-Gipfels werden am Samstag in zahlreichen Städten weitere Aktionen stattfinden, an denen Attac teilnimmt, unter anderem in Berlin, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln, Kiel, München und Schwerin.“

Übrigens, Wikipedia sagt: „Die Tragödie (Trauerspiel) ist eine Form des Dramas und neben der Komödie die bedeutendste Vertreterin dieser Gattung. Sie lässt sich bis in das antike Griechenland zurückführen.“

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Schicksal von Weltumsegler Stefan R. – traurige Gewissheit

Inzwischen haben die für die Südsee-Insel Nuku Hiva zuständigen Behörden durch eine DNA-Untersuchung die Gewissheit erhalten, dass die in einer Feuerstelle entdeckten menschlichen Überreste von Stefan R. stammen. Auch die gefundenen Zähne sollen dies bestätigen. Staatsanwalt José Thorel soll dies am heutigen Freitag der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt haben. Der mutmaßliche Täter – ein einheimischer Jäger – konnte noch nicht gefasst werden. Gemäß eines Gerüchts soll sich die Lebensgefährtin des Seglers noch in der Südsee aufhalten.

Aktualisierung vom 22.10.2011 -12 Uhr
Heike. D., die Lebensgefährtin von Stefan R., schien den Ermittlern mutmaßlich verdächtig, belastete jedoch während eines immerhin dreistündigen Verhörs durch einen Richter weiterhin den flüchtigen Henri H., schreibt die Insel-Postille „La Dépêche de Tahiti“ unter der Rubrik „Faits divers – – Justice“ (Kleinigkeiten – Justiz).

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Weltumsegler Stefan R.: „…als ob man bald über dem Feuer gebraten wird“

Der aus Haselau (bei Pinneberg) stammende Weltumsegler Stefan R. verschwand am 9. Oktober 2011 auf der polynesischen Insel Nuku Hiva. Hatte er eine Vorahnung über seinen bevorstehenden Tod?

Harald Haack - Polizisten, die für Nuku Hiva zuständig sind, fanden bei der Suche nach Stefan R. in einer Feuerstelle menschliche Knochen, Zähne und geschmolzenes Metall. Die Vermutung, dass es sich bei den Überresten um die des Vermissten handeln könnte, kam angeblich vom Staatsanwalt von Französisch-Polynesien, José Thorel. Inzwischen wurde das Ergebnis einer DNA-Analyse bekannt, wonach es sich tatsächlich um Stefan R. handeln soll.

In einem Web-Logbuch hatte er seine Erlebnisse festgehalten. Seine Familie hat inzwischen diese Seiten fürs Internet gelöscht und durch eine Traueranzeige ersetzt:

„Nach 3 Jahren endet die Reise der Baju mit dem tragischen Tod von Stefan. Er ist dort gestorben, wo er sein Leben lang immer gerne sein wollte. Die schrecklichen Umstände seines Todes berühren und schockieren uns. In tiefer Trauer.“

Doch im Google-Cache sind Teile noch vorhanden. So auch sein Logbuch-Eintrag von dem Tag, an dem er verschwand:


„9. Oktober 2011, Taiohae (Haupt’stadt‘ der Marquesas), Nuku Hiva, Marquesas, Französisch Polynesien, Südsee – von Stefan
Mittlerweile können wir den Text, den die Tanzgruppe jeden Abend einübt schon mitsummen, so viele Abende haben wir deren Klänge und Gesang zugehört. Vorgestern Abend wurde auf der historischen Stätte im Dorf am Wasser geübt und gestern tatsächlich in der Hauptstätte oben im Tal mitten im Dschungel. Das Spektakel liessen wir uns, mittlerweile ja schon zum eingefleischten Fanclub zugehörend, nicht entgehen. Und wie erwartet wirkten hier die marquesischen Klänge, die Drums und der Tanz, noch mal viel mehr unter die Haut gehend. Wenn nun dazu alle ihre Kostüme tragen und die Krieger voll bemalt sind, kommt man sich wohl tatsächlich vor, als ob man bald über dem Feuer gebraten wird.“

Seine Familie auf der URL seiner bisherigen Wegseite (Zitat ohne Änderung der Rechtschreibung):< „Stefan ist tod … Es gibt keine Hoffnung mehr – lasst uns gemeinsam an Stefan denken, seine Bilder und seine Geschichten auf uns wirken, seine fröhliche, liebenswerte und positive Einstellung ein Vorbild für uns alle sein.“

Knapp zwei Wochen nach dem mysteriösen Verschwinden des Weltumseglers Stefan R. auf der Südsee-Insel Nuku Hiva haben die Behörden traurige Gewissheit. Die DNA-Untersuchung hat ergeben, dass die in einer Feuerstelle entdeckten menschlichen Überreste von dem vermissten Deutschen stammen. «Der in der Feuerstelle verbrannte Leichnam ist es», erklärte der zuständige Staatsanwalt José Thorel auf der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Französisch-Polynesien am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Auch die gefundenen Zähne belegten dies.

Aktualisierung vom 21.10.2011 – 11 Uhr
Inzwischen haben die für die Südsee-Insel Nuku Hiva zuständigen Behörden durch eine DNA-Untersuchung die Gewissheit erhalten, dass die in einer Feuerstelle entdeckten menschlichen Überreste von Stefan R. stammen. Auch die gefundenen Zähne sollen dies bestätigen. Staatsanwalt José Thorel soll dies am heutigen Freitag der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt haben. Der mutmaßliche Täter – ein einheimischer Jäger – konnte noch nicht gefasst werden. Gemäß eines Gerüchts soll sich die Lebensgefährtin des Seglers noch in der Südsee aufhalten.

Aktualisierung vom 22.10.2011 -12 Uhr
Heike. D., die Lebensgefährtin von Stefan R., schien den Ermittlern mutmaßlich verdächtig, belastete jedoch während eines immerhin dreistündigen Verhörs durch einen Richter weiterhin den flüchtigen Henri H., schreibt die Insel-Postille „La Dépêche de Tahiti“ unter der Rubrik „Faits divers – – Justice“ (Kleinigkeiten – Justiz).

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