Archiv der Kategorie 'Meinung'

Pellworm neues Atommüll-Endlager?

Deutschland streitet seit fast 50 Jahren um mittlerweile mehr als 12.000 Tonnen radioaktives Material. Es soll natürlich sicher untergebracht werden. Wegen dem Standort Gorleben gab es viele Proteste, und es gab dort kaum jemanden, der für Atomkraftwerke ist, während Pellwormer frotzelten, sie seien nicht gegen Atomkraftwerke – wenn diese ein Reetdach hätten. Ihr Bekenntnis wurde erhört.

Roland von Bremen
– Umweltminister Altmaier will die Alternativen zu Gorleben ausloten. Das geht aber nur an Standorten, wo wenig Protest seitens der Bürger zu erwarten ist; beispielsweise auf der Nordsee-Insel Pellworm, wo man loten kann – wie Krabbenfischer dies in früheren Jahrhunderten taten, was heutzutage jedoch einem esotherischen Auspendeln gleich kommt.

Auf ihre Endlagertauglichkeit sollen fünf neue Standorte geprüft werden. Im Gespräch sind Alternativen in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Hessen. Möglich machen solle dies das Endlagersuchgesetzes, das Altmaier am Dienstag mit den Ministerpräsidenten beschließen wolle, berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Etwa 100 Millionen Euro habe man für die Prüfung je Standort kalkuliert.


© Foto: Newsbattery.de

An zwei Orten sollen Erkundungsbergwerke eingerichtet werden, die je eine halbe Milliarde Euro kosten sollen. Zusätzlich 300 Millionen kämen für die Beteiligung der Öffentlichkeit an dem Verfahren und die Arbeit einer neuzuschaffenden Behörde hinzu. Gut möglich, dass die neue Behörde auf Pellworm stationiert wird, denn die Insel liegt schon jetzt unter Normal Null, nur geschützt von einem umlaufenden Deich. Und ein Erkundungsbergwerk auf der Nordsee-Insel wäre denn auch mal etwas ganz Neues auf der flachen Marscheninsel. Möglicher Standort: Am Klostermitteldeich nahe der Alten Kirche, wo ein Schatz des Seeräubers Claas Störtebeker vergraben sein könnte.


Erkundungsbergwerk auf Pellworm?
© Foto: Newsbattery.de

Seitens des Umweltministeriums gab es noch keine Bestätigung für Erkundungsbergwerk, Endlagertauglichkeit und Seeräuber-Schatz. Immerhin aber wurde zur Überwachung der Umweltradioaktivität schon mal vom Bundesamt für Strahlenschutz eine ODL-Sonde auf dem Gelände des Pellwormer Hybridkraftwerks installiert. Sie dient dort der radioaktiven Frühwarnung.

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Hickhack Integrationspolitik und schwarz-gelb-grüner Hirnkleister

Es gibt in Deutschland etliche Politiker, die Integration von Muslimen fordern und die gleichzeitig Religionsfreiheit heucheln. Als sich Ex-Bundespräsident Wulff für den Islam als Bestandteil Deutschlands aussprach, schockte er damit vor allem Christen. Als er wenig später in der Türkei ergänzte, Christen gehörten zur Türkei, entrüsteten türkische Abgeordnete. Nach Wulff wurde Joachim Gauck Bundespräsident. Er, der evangelischer Theologe ist, distanzierte sich von der Äußerung seines Vorgängers: Er könne auch jene verstehen, die den Einfluss des Islam auf Europa und Deutschland nicht erkennen könnten. Und jetzt wettert Unions-Fraktionsvize Günter Krings gegen eine Äußerung von Peer Steinbrück (SPD), der sich damit für eine Geschlechtertrennung unter Muslimen stark macht, denn die ist nun mal Bestandteil des Islam.

Katja Marie Schneewinkel - Man könnte meinen, CDU-Mann Günter Krings wolle die Zeit zurückdrehen. Eine Zeit herbeireden, als es unter Migranten nicht viele Muslime gab. Als Schwarz-Gelb noch über Integration von Muslimen in Deutschland theorisierte und deren Bereitwilligkeit dazu forderte. Als Geschlechtertrennung kein Thema war, vielleicht weil man davon ausging Muslime wollten sich den Erwartungen der christlichen Politiker unterwerfen.

Rechter Kleister schäumt in der CDU wieder auf: Getrennter Sportunterricht fördere nicht, sondern behindere die Integration muslimischer Kinder, soll laut Spiegel-Online Günter Krings gesagt haben.

Eine grundgesetzwidrige Erwartung? Wo bleibt die vom Grundgesetz garantierte Religionsfreit?

Der „Bild“-Zeitung wusste dann auch die Integrationsbeauftragte der Regierung, Maria Böhme, mitzuteilen, Peer Steinbrück irre. Gemeinsames Lernen und gemeinsamer Sportunterricht förderten die Integration. Und FDP-Generalsekretär Patrick Döring heuchelte gegenüber der „Rheinischen Post“: „Wir wollen Integration auf der Basis unserer Grundrechte – dazu gehört die Gleichberechtigung von Mann und Frau.“ Ja klar, und die Geschlechtertrennung ist fester und wichtiger Bestandteil des Islam.

Auch in Reihen der Grünen wird geheuchelt. Memet Kilic, Sprecher für Migrationspolitik, sagte, Rücksichtnahme auf die religiösen Gefühle sei Teil des Grundgesetzes. „Dies darf aber nicht auf Kosten universell gültiger Menschenrechte geschehen.“ Zu diesen gehöre die Gleichberechtigung der Geschlechter. Im Klartext: Der Islam sei in Deutschland unerwünscht – es sei denn, Muslime seien bereit ihre Religion zu verleugnen, in dem sie künftig auf die Geschlechtertrennung verzichteten.

Das Thema „Islam in Deutschland“ ist zu einer Waffe verkommen, die gegen politische Gegner eingesetzt wird. Dieser Mißbrauch behindert jede Integration.

Der neue japanische Leichtsinn

Erdbeben sind in Japan keine Seltenheit. Tsunami auch nicht. Aber offensichtlich möchte man in dem „Land der aufgehenden Sonne“ nicht darauf verzichten und schafft sich welche. Japanische Forscher haben nun eine Methode entwickelt, um Methanhydrat aus dem Meeresboden zu fördern. Mit diesen Gasvorräten könnte sich das Land aber wahrscheinlich nicht nur mit Energie versorgen, sondern auch mit neuen Katastrophen.

Harald Haack
– Japans Industrieminister Toshimitsu Motegi äußert sich zur Aussicht eine lukrative Energiequelle der Zukunft gefunden zu haben, nicht weniger euphorisch wie es seine Vorgänger taten, als sie Atomkraftwerke genehmigten. Wozu das geführt hat, weiß die Welt seit der Katastrophe von Fukushima. Inzwischen wurden fast alle Atomkraftwerke in Japan abgeschaltet – bis auf zwei.

Die Förderung von Methanhydrat-Gas aus der Tiefsee sei die erste Produktion auf experimenteller Basis in der Welt, sagt Toshimitsu Motegi. Er hoffe, dass „unser Land schnell diese Bodenschätze nutzbar machen kann“. Japan strebt die kommerzielle Nutzung für 2018 an.

Wissenschaftlicher Förderer des Projektes ist Professor Yoshido Masuda vom Forschungszentrum für Energie der Universität Tokio. Unter dem Druck neue Energiequellen zu erschließen, redet er die damit verbundenen Umweltgefahren klein.

Man führe ein „sehr strenges Monitoring“ durch, aus dem sich ablesen lässt ob es Belastungen für die Umwelt geben könnte: Man habe bereits alle Daten erhoben, wie vor der Testbohrung die Umweltbedingungen die Wasserqualität und die Artenvielfalt sind. „Wir werden diese Messungen während des Projekts fortsetzen, um zu zeigen, dass es keine Auswirkungen auf das ökologische System gibt. Mit solch konkreten Vergleichs-Daten wollen wir die Bewohner überzeugen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen“, so Masuda.

Doch gebohrt wird im Erdbeben-gefährdeten Seegebiet des östlichen Nankai-Grabens. Dort kommt das Methanhydrat reichlich vor. Gerechnet wird mit einer Menge von 1,1 Billionen Kubikmeter Methangas. Aber eine Gefahr für Erdbeben sieht Yoshihiro Masuda nicht, der letzte Tsunami scheint aus seinem Gedächtnis gewichen zu sein, und Hideo Narita, der Chef des Methanhydrat-Forschungszentrums, sieht offensichtlich nur den Profit und freut sich über die Methode den Druck am Meeresboden für die Förderung zu nutzen. Professor Masuda, nicht minder gierig, sagt, das Thema Erdbeben sei deshalb bedeutungslos, weil man die Bohrung mit Zement stabilisieren könne.

Wozu eine solche Methode geführt hat, zeigt jedoch die Ölkatastrophe im Golf von Mexico. Es habe sich um eine komplexe Verkettung von Umständen, die „technisches Versagen, menschliche Urteile, die Konstruktion“ sowie ein Versagen der Kommunikation beträfen, hatte BP später zugeben müssen. Die vielkritisierte Ölbohrung von der Bohrinsel ‚Deepwater Horizon‘ selbst habe wahrscheinlich nicht zu dem Unfall, bei dem es zur Explosion gekommen war, beigetragen. Die anschließende Ölpest konnte mittels Einsatz von Zement nicht verhindert werden.

Offensichtlich hat Professor Masuda auch nichts von den Erdbeben im Norden Deutschlands gehört, deren Ursache inzwischen auf Erdgas-Förderung zurückgeführt wird. Dabei hatten „Experten“ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe BGR in Hannover zuvor noch von „uralten Schwächezonen im Gestein“ in mehr als acht Kilometer tiefe gesprochen, die aufgerissen waren und die Erdbeben verursacht hätten. Mal eben so, von ganz allein?

Ob Professor Masuda sein Gesicht verliert oder nicht, wird sich noch zeigen, denn er baut auf Sand. Die Test-Bohrungen gingen nur 200 Meter tief in den Meeresboden, der wegen seines Sandgehalts nachgiebig sei, sagt er. Aber Sand kann rutschen und hat in der Tiefsee schon etliche Tsunami ausgelöst. Doch davon will man angesichts des zu erwartenden Profits nichts wissen und vertraut auf Zement – vielleicht in der Hoffnung, dass auch unter Wasser in der Tiefsee sich der Sand mit Zement zu Beton verfestigt.

Feuer in „Wiesenhof“-Klinik

Im AMEOS Klinikum Neustadt, Forensische Psychiatrie, an der Straße Wiesenhof, habe am Sonntagnachmittag ein 54jähriger Patient Kopfkissen und Matratze in Brand gesteckt, teilte Polizeisprecherin Carola Aßmann mit. Ein Pfleger soll das Feuer mit einem Handfeuerlöscher schnell gelöscht haben.

Wegen der starken Rauchentwicklung wurden 80 Patienten dreier Stationen im Festsaal der Klinik untergebracht, konnten nach Durchlüftung der Räume wieder auf ihre Zimmer.

Jener Patient, der das Feuer gelegt haben soll, wurde auf eine geschlossene Station verlegt. Gebäudeschaden war nicht entstanden. Die Polizei machte zur Höhe des Sachschadens keine Angaben; gleichfalls nicht über einen Hintergrund der Brandstiftung, d.h. ob das Feuer vorsätzlich gelegt wurde oder ob es sich um einen Unglücksfall, beispielsweise durch eine brennende Zigarettenkippe, handelt, und ob es überhaupt polizeiliche Ermittlungen gibt. Offensichtlich reichte es den Verantwortlichen von Klinik und Polizei, um den mutmaßlichen Brandstifter wegzusperren, weil er Patient einer psychiatrischen Klinik ist.

Äppelt der Gaul durch die Medien

Keiner der Medienkollegen fragt, ob in Grillhähnchen Pferdefleisch nachgewiesen wurde und niemand scheint ein schlechtes Gewissen angesichts der notwendig gewordenen Lebensmittelvernichtungen zu haben.

Harald Haack – Es ist nicht das erste Mal, dass Lebensmittel mit Medikamenten, Chemikalien oder Krankheitskeimen vergiftet werden, womit eine illegale Entsorgung industriell hergestellter Substanzen stattzufinden scheint. Und keiner macht sich darüber Gedanken, angesichts dem Hunger in der Welt, wie und wo er dieses Thema moralisch einordnen sollte.

Kein europäischer Konsument will freiwillig Phenylbutazon, das Gift, das kürzlich in britischem Pferdefleisch ermittelt wurde, verzerren. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) spricht von einem „krassen und schlimmen Fall von Verbrauchertäuschung“ und von „hoher krimineller Energie“, als ginge es lediglich um die Erfüllung der Kennzeichnungspflicht, als müsste auf der Verpackung so was wie „Kann Pferdefleisch enthalten“ stehen und keinesfalls „Kann chemisch und biologisch“ verseucht sein. Nicht die Entdeckung des Pferdefleisches selbst ist der Skandal, obwohl gerade diese Fleischsorte besonders in Großbritannien dazu geeignet ist bei pferdeliebenden Verbrauchern Ekel zu verursachen, es ist die Ignoranz gegenüber der kriminellen Energie der Industrie Lebensmittel zu vergiften – auf dass keiner dahinter kommt. Und oftmals wollen Verbraucher wohl auch nichts davon wissen, wenn sie in Supermärkten wie doof zu Gemüse greifen, in denen Organisationen wie Greenpeace hohe Schadstoffmengen nachgewiesen hatten. Schadstoffverzehr schädigt die Gesundheit und verblödet, und verblödete Verbraucher scheinen allen Dreck zu kaufen.

Es geht schließlich nur ums Geld: Verbraucher wollen es besonders billig und Produzenten wollen möglichst viel raffen. Am häufigsten wurde Pferde-DNA jetzt in Dosen-Ravioli nachgewiesen – womit die Ravioli als „Raffioli“ eine neue Bedeutung erhalten.

Ob es irgendwo in der Welt ein hungerndes Kind gibt, das sich über eine Mahlzeit freuen würde, und keineswegs über eine 5-Euro-Spende, die im Bürokratiegestrüpp einer Hilfsorganisation versickern könnte, das interessiert niemanden angesichts der gegenwärtigen Lebensmittelvernichtungen. Aber wer mag denn hungernden Kindern in der Dritten Welt den Dreck unserer fetten europäischen Wohlstandgesellschaft anbieten? Oder geschieht dies wohlmöglich schon? Werden zur Vernichtung bestimmte Lebensmittel, in denen Pferde-DNA steckt, heimlich wie Elektroschrott, nach Afrika verschifft, wo dessen toxische Komponenten auf Müllkippen Menschen, die nach Rohstoffen suchen, krank machen? Rindfleischravioli und -tortellini zur „Vernichtung“ in Länder wie Indien, in denen das Rind heilig ist? Entwicklungshilfe à la carte? Aber keine Bange: Es ist kein Rindfleisch, sondern Pferdefleisch, und dies wurde, so dürfen wir beruhigt sein, noch nicht in Grillhähnchen nachgewiesen.

Und ich freue mich schon auf jenen Tag, an dem ich mir in Bern beim Metzger wieder leckeres, chemisch reines Pferdefleisch kaufen oder an dem ich an lauen Sommerabenden am Eichholz-Restaurant Pferdesteaks genießen kann und mit Lebensmitteln nicht mehr spekuliert wird.

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Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite gegebenenfalls mit zu verantworten sind. Dieses kann – laut Landgerichtsurteil – nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.

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