Archiv der Kategorie 'Justiz'

Bewegung in der Strafsache gegen Gustl Mollath

Gustl Mollath Rechtsanwälte, Dr. Jur. H. C. Gerhard Strate und Klaus-Ulrich Ventzke, haben mit Datum vom 19. Februar 2013 beim Landgericht Regensburg ihr Wiederaufnahmegesuch gegen das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 8. August 2006 (7 KLs 802 Js 4743/2003) eingereicht.

Harald Haack – In ihrer Pressemitteilung teilen die Anwälte mit, Ihr Wiederaufnahmeantrag stütze sich auf die Wiederaufnahmegründe des § 359 Nr. 3 StPO und des § 359 Nr. 5 StPO: „Danach ist die Wiederaufnahme zulässig, wenn bei dem angefochtenen Urteil ein Richter mitgewirkt hat, der sich in Beziehung auf die Sache einer strafbaren Verletzung seiner Amtspflichten schuldig gemacht hat (§ 359 Nr. 3 StPO); sie ist weiterhin zulässig, wenn neue Tatsachen oder Beweismittel beigebracht sind, die allein oder in Verbindung mit den früher erhobenen Beweisen die Freisprechung des Angeklagten oder eine wesentlich andere Entscheidung über eine Maßregel der Besserung und Sicherung zu begründen geeignet sind (§ 359 Nr. 5 StPO).“ Beide Wiederaufnahmegründe seien mehrfach gegeben, so die Rechtsanwälte.

In dem Wiederaufnahmegesuch seien insgesamt zehn Amtspflichtverletzungen des damaligen Vorsitzenden der 7. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth aufgelistet und erläutert, die sich als vorsätzliche Rechtsbeugungen, strafbar gemäß § 339 StGB, darstellen. Es handele sich hierbei um Rechtsverletzungen, „mit denen geltendes Gesetzesrecht gebeugt wurde, also nicht etwa nur das Gesetz falsch interpretiert, sondern der geschriebene Gesetzestext nicht beachtet wurde.“

Bayerische Justiz – ein Irrenhaus?

Was waren das noch für Zeiten, als das Königlich Bayerische Amtsgericht als Kultserie im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) tagte und den Zuschauern stets noch eine „kleine Moral von der Geschicht“ mit auf den Weg gab. Etliche bayerische Volksschauspieler wirkten darin mit und schufen eine komödiantisch-skurrile und menschliche Atmosphäre. Im Januar 1972 wurde diese TV-Serie aber endgültig eingestellt. Inzwischen, so könnte man meinen, sind Politik und Justiz in Bayern von allen Guten Geistern verlassen zu einem Irrenhaus verkommen – eine vielleicht spezifisch bayerische Situation, die teilweise schon in den kurios anmutenden Geschichten der Fernsehserie des Bayerischen Rundfunks angedeutet wurde. Aus Fiktion mutierte eine schreckliche Realität.

Hans Woestler
– Vor 6 Jahren – am 8. August 2006 – stand der Ingenieur Gustl Mollath nicht vorm Amtsgericht, sondern vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Ihm wurde vorgeworfen, er habe seine Frau verprügelt und die Reifen an den Fahrzeugen verschiedener Personen, die gegen ihn tätig wurden, durchstochen zu haben. Die Reifen des Liebhabers seiner Ehefrau wurden jedoch nicht durchstochen.

Mollath hat in der Gerichtverhandlung diese Taten abgestritten – bis heute; und einen eindeutigen Beweis für die Reifenstecherei wurde in der Gerichtsverhandlung nicht erbracht. Die Frau von Gustl Mollath sagte als Zeugin, es sei möglich, dass der auf einer Videoaufzeichnung der Polizei gefilmte Reifenzerstecher ihr Mann sei. Weitere Zeugen gab es nicht.1

Was hatte Mollath wirklich getan?

Mit detaillierten Angaben hatte er 2003 die HypoVereinsbank und eine Reihe ihrer Kunden wegen über Jahre hinweg in riesigem Umfang betriebener Steuerhinterziehung durch Verschiebung von Schwarzgeld in die Schweiz angezeigt. Zugleich zeigte er seine von ihm getrennt lebende Ehefrau, die als Mitarbeiterin der HypoVereinsbank tätig war, in wiederholten Fahrten als Kurierin Schwarzgeld zur AKB-Bank, eine Tochter der HypoVereinsbank, verbracht zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth lehnte es jedoch mehrmals ab, insoweit Ermittlungen aufzunehmen. Es folgte eine Strafanzeige seiner Ex, wonach Mollath Waffen in seinem Haus gelagert habe. Ein Großaufgebot der Polizei durchsuchte Mollaths Haus, fand jedoch keine Waffen. Die Dame drohte sogar: Wenn Mollath nicht mit den Schwarzgeld-Beschuldigungen aufhöre, werde sie ihn auf seinen Geisteszustand überprüfen lassen. Und mit Urteil vom 8. August 2006 erklärte das Landgericht Nürnberg-Fürth die Angaben Mollaths (hinsichtlich der Geldverschiebungen!) als Wahnvorstellungen ab und ordnete seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an, weil er „gemeingefährlich“ sei, wie „verschiedene Straftaten beweisen würden“. Dabei stützte sich das Gericht auf ein psychiatrisches Gutachten des Leiters des Bezirkskrankenhauses Bayreuth. Dieses Gutachten wurde nach Aktenlage erstellt, denn Mollath verweigerte eine Untersuchung. Der ursprünglich mit dem Gutachten beauftrage Psychiater lehnte wegen Befangenheit den Auftrag ab, denn er sei Nachbar eines in der Schwarzgeldgeschichte von Mollath Beschuldigten. Ein weiterer Psychiater, zu einem Vortrag in das Bezirkskrankenhaus Bayreuth angereist, nutzte die Gelegenheit und erstellte nach der Verurteilung ein Gutachten über Mollath. Er kam erstaunlicherweise zum gleichen Ergebnis, wie auch der Leiter der Bezirksklinik.

Bittschreiben, Strafanzeigen, Sprechverbot

Vergeblich wandte sich Mollath vor dem August 2006 mit Bittschreiben und weiteren Strafanzeigen an Politiker, den Generalsstaatsanwalt und den Leiter der Staatsanwaltschaft. Aber mit Bescheid vom 1. März 2005 lehnte das bayerische Justizministerium ab, die Staatsanwaltschaft anzuweisen, der Strafanzeige von Mollath nachzugehen. Eine spätere Landtagseingabe blieb wegen der Stellungnahme des Justizministeriums erfolglos.

Seltsam war in der Hauptverhandlung, dass nicht geprüft wurde, ob die Beschuldigungen des Gustl Mollaths wegen der Schwarzgeldverschiebungen zutreffend sind; und obwohl sie ganz besonders von ihrem Ex-Mann in der Strafanzeige belastet wurde, wurde darauf verzichtet sie hierzu zu verhören. So schreibt Gustl Mollath schreibt 2006 in einem Brief: „Der Vorsitzende Richter … des Landgerichts Nürnberg-Fürth hat getobt, sobald ich auf die Schwarzgeldverschiebungen der HypoVereinsbank zu sprechen kommen wollte… – Er verbot mir das Wort und wenn ich nicht still wäre, würde er mich des Saales verweisen“. Diese Aussage wurde auch von einem am Verfahren beteiligten Schöffen bestätigt.

Zwischenzeitlich gab es psychiatrische Gutachten, die Gustl Mollath bescheinigen, er sei „völlig normal“. Psychiater des Krankenhauses, in dem Mollath seit nunmehr über 6 Jahren untergebracht ist, sagen hingegen, Mollath könne nicht entlassen werden. Er verweigere sich jeder Behandlung.

Bei einem Maßregelvollzug – also der Unterbringung in der stationären Psychiatrie – muss jährlich vom örtlichen Gericht geprüft werden, ob die Voraussetzungen für die Unterbringung noch vorliegen.

Die HypoVereinsbank allerdings wurde im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft tätig. Sie hat die Ex-Ehefrau von Mollath und andere Mitarbeiter auf Grund der zitierten Strafanzeige längst entlassen.

Blonde Behauptungen

Nach einer Sendung von Report Mainz im Dezember letzten Jahres und der darauf folgenden Berichtserstattung in Print-Medien und im Hörfunk, kam neuer Schwung in die Sache. Auch der Bayerische Landtag befasste sich mit dem Fall Mollath. In der Sitzung des Rechtsausschusses hätte geklärt werden sollen, warum die Staatsanwaltschaft seinerzeit keine Ermittlungen wegen der angezeigten Geldverschiebungen aufgenommen habe. Justizministerin Dr. Beate Merk (CSU) sagte, es sei alles in Ordnung und „in einem Rechtsstatt wird keiner willkürlich untergebracht.“ Nicht Anzeigen von Schwarzgeldverschiebungen, sondern „massive Gewalt(anwendungen) gegen seine Frau“ und Gefährdung „unbeteiligter Dritter“ hätten, weil seiner Wahnkrankheit entsprungen … zur Unterbringung Mollaths im Maßregelvollzug geführt.

Der Vorsitzende des Ausschusses – Franz Schindler (SPD), Mitglied der Richterwahlkommission und in der Fraktion verfassungs- und rechtspolitischer Sprecher – glaubte den Beteuerungen der Justizministerin Dr. Beate Merk (CSU) zur Sache und stimmte gegen seine eigene Fraktion. Dass der Gutachter und dann die Justiz primär Mollaths Reaktionen auf die Geldverschiebungen seiner Frau als Indiz seiner Krankheit werteten, verwischte die Justizministerin. Verschwiegen wurde von dieser Ministerin, dass zwei Gutachter (einer bereits 2007 – einer im Jahr 2011) das wahnhafte Geprägt sein von Mollaths Übergriffen, vor allem aber seine fortdauernde Allgemeingefährlichkeit entschieden verneinten. Die beiden psychiatrische Gutachter bescheinigen, Gustl Mollath sei „völlig normal“. Das Urteil des Landgerichts selbst kann von Landtagen weder korrigiert noch geprüft werden. Das ist auch gut so, denn die Gerichte sollen unabhängig sein.

Aber nun plötzlich ermittelte die Steuerfahndung gegen einige von Mollath in der damaligen Strafanzeige genannten Personen. Für die Steuerfahndung sind die Hinweise von Mollath offensichtlich konkret genug.

Im bayerischen Landtag wurde die Justizministerin nunmehr von einer Initiative – bestehend aus den Abgeordneten Inge Auraus (SPD), Christine Stahl (Grüne) und Florian Streibl (Freie Wähler) heftig angegriffen. Vorwurf: Sie habe im Fall Mollath dem Landtag nicht die Wahrheit gesagt. Und laut Nürnberger Nachrichten vom 31.10.2012 wird der Justizministerin Dr. Beate Merk (CSU) vorgeworfen, sie habe noch im Frühjahr von einem „Sammelsurium ohne Beweiswert gesprochen“, das Mollath vorgelegt habe, die konkreten Hinweise in diesen Unterlagen habe sie in ihrer Aufzählung „offensichtlich geflissentlich unter den Tisch fallen lassen“. Die Abgeordneten der drei Fraktionen forderten Ministerin Merk auf, „schleunigst für eine wahrheitsgemäße Aufklärung im Fall Mollath zu sorgen“. „An so viel Unfähigkeit möchte man hier kaum glauben“, so die drei Abgeordneten. „Ministerin Merk hat nichts besseres zu tun, als die Vorwürfe als „durchsichtige parteipolitische Motive“ gegen sie abzutun.

So erkennt denn Michael Kasperowitsch, Redakteur der Nürnberger Nachrichten, in seinem Kommentar vom 31.10.2012: „ Der Fall … ist eine menschliche Tragödie und offenbarte eine unerklärliche Untätigkeit der Staatsanwaltschaft …“

Auch die Menschenrechtsbeauftragte der bayerischen Landesärztekammer, Dr. med. Maria Fick, hat sich laut der Nürnberger Nachrichten zu Wort gemeldet: Man gewinne den Eindruck, hier solle jemand aus der Öffentlichkeit auf unbestimmte Zeit verschwinden, schreibt sie und stellt fest, die Würde des Nürnbergers wurde „in all den Jahren mit Aufenthalten in der Forensik mit teils Schwerverbrechern, primitiven und real psychisch kranken Menschen mit Füßen getreten“. Sein Leben sei mehr oder weniger zerstört, weil „mögliche Gefälligkeitsgutachten“ den Vorzug bekamen. „Gutachten dieser Art sind nach unserer ärztlichen Berufsordnung strafbar“.

Das einzige „Glück“ von Gustl Mollath ist, dass sich eine Unterstützergruppe seiner Sache annimmt und ihn auch betreut. Mitglieder dieser Unterstützergruppe sind unter anderem der frühere Chef der Bayerischen Steuerfahnder, ein ehemaliger Richter und ein bekannter und anerkannter Psychiater (Träger des Bundesverdienstkreuzes).

Mit dem Fall Mollath beschäftigt sich auch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Der Anwalt des 55-jährigen sieht das Grundrecht auf rechtliches Gehör und den elementaren Maßstab der Verhältnismäßigkeit grob verletzt.

Gustl Mollath hat eine eigene Webseite: http://www.gustl-for-help.de/

1. Korrektur: In der früheren Version des Artikels hatte es geheissen: „Die Frau … sagte als Zeugin, sie erkenne auf einem Video der Polizei ihren Mann…“ Newsbattery bittet um Entschuldigung für diese etwas falsche Darstellung. Richtig ist, sie hat gesagt, es sei möglich, dass es ihr Mann war, denn sie erkannt habe.

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EGMR stoppt Mafiosi-ähnliche Verletzungen des Eigentumsschutzes

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte negiert die Zwangsmitgliedschaft von Eigentümern von Wald-, Feld- und Wiesenflächen in einer Jagdgenossenschaft. Jäger und deutsche Politiker sind aufgebracht.

Henrik C. Sassen – Nein, von Mafia ist hier nicht die Rede, obwohl man unwillkürlich bei einer Zwangsmitgliedschaft von Grundeigentümern in einer Jagdgenossenschaft daran denken könnte. Eigentümer von Wald-, Feld- und Wiesenflächen bis zu 75 Hektar mussten nämlich bisher einer Jagdgenossenschaft anzugehören und die Jagd auf ihrem Boden dulden. Die Richter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) stellten eine Verletzung des Eigentumsschutzes fest, der in der europäischen Menschenrechtskonvention verankert ist. Die Zwangsmitgliedschaft sei eine unverhältnismäßige Belastung, hieß es in der Urteilsbegründung, womit nun die Zwangsbejagung gestoppt wird. Aber die Empörung von Jägern und Politikern macht verborgene Verbindungen sichtbar; als „Verfilzung der Jägerschaft mit Politik und Behörden“ von Gegnern der Hobby-Jägerei kritisiert.

Geklagt gegen die Zwangsbejagung hatte ein Jurist und Tierschützer aus Baden-Würtemberg, Eigentümer von zwei Grundstücken unter 75 Hektar und laut Bundesjagdgesetz automatisch Mitglied der Jagdgenossenschaft. Bisher musste er das Jagen auf seinen Grundstücken dulden. Weil er jedoch als Vegetarier das Töten von Tieren aus Gewissensgründen ablehnt, verlangte er von der zuständigen Jagdbehörde seine Mitgliedschaft zu beendigen. Doch die Behörde wies seinen Antrag zurück genauso nachfolgend wie das Verwaltungsgericht Trier. Ebenso erfolglos geblieben waren seine Beschwerden beim Ober- und beim Bundesverwaltungsgericht. Er musste in die nächste Instanz gehen, den Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

Die Geschichte des deutschen Bundesjagdgesetzes hat braune Flecken. Erstmals als entscheidende Grundlage für das Jagdrecht in der Nationalversammlung zu Frankfurt am Main im Jahr 1848 beschlossen – damals galt noch das Jagdrecht nicht auf fremden Grund und Boden – wurde es 1929 vom sozialdemokratischen preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun mittels dem preußischen Jagdgesetz sowie der Preußischen Tier- und Pflanzenschutzverordnung zur Grundlage des Reichsjagdgesetz von 1934, ergänzt aber mit einer von nationalsozialistischen Ideologie durchsetzte Präambel des Naziministers Hermann Göring (der im Nürnberger Prozess zum Tod durch den Strang verurteilt wurde, sich aber der Vollstreckung des Urteils durch Selbstmord entzog). Das deutsche Bundesjagdgesetz basiert auf die vorherigen Jagdgesetze, stammt aus dem Jahr 1952 und wurde 1976 und 2011 überarbeitet.

Auf das Urteil des EGMR reagieren Jäger und Politiker nun mit Unverständnis. Für sie es ein sehr negatives Urteil, wie der Dithmarscher Kreisjägermeister Thies Peter Claußen der Landeszeitung sagte und stereotyp auf Probleme hinwies: Große Probleme bei der Bestandskontrolle und der Seuchenbekämpfung. „Wenn uns ein Grundstückseigentümer nicht mehr auf seine Fläche lässt, kann sich das Wild auf dem Gelände unkontrolliert vermehren“, ergänzte er, der Verbiss an jungen Pflanzentrieben habe dort zugenommen.

Offensichtlich sind sich Jäger ihres inzwischen schlechten Images bewusst, welches sie sich unter der Bevölkerung erworben haben und so argumentieren sie weiterhin unbeirrt mit Bildern, die Kritiker längst als unglaubwürdig und nostalgisch entlarvt haben: Dem Bild des Jägers als Naturschützer und Artenschützer.

Vor und nach dem Krieg sei eine Begünstigung der Jäger seitens der Politik verständlich gewesen, schreibt Autor und Selbstverleger Fritz Werner unter seiner Internetadresse wasjaegerverschweigen.de, damals diente die Jagd noch der Nahrungssicherung für die Bevölkerung, durch Reduzierung der Wildschäden an den Feldkulturen. Jäger erfüllten somit noch eine gemeinnützige Aufgabe.

Doch Deutschland wurde zu einer Industrienation, in der die Landwirtschaft, obwohl noch existent, an wirtschaftlicher Relevanz verlor und die Natur zu einem Erholungsraum für die Bevölkerung wurde, womit sich die Jagd mehr und mehr konträr zu den Interessen der Allgemeinheit verhielt. Die Jägerschaft sei von ihrem eigentlichen Auftrag der Wildschadensverhütung abgerückt, kritisiert Fritz Werner, ihre Jagd erhöhe inzwischen Wildschäden durch Betrügereien. Er nennt Fälle. Sie mögen Einzelfälle sein, doch ist nicht bekannt, ob sie nicht vielfach Nachahmer gefunden haben. So soll ein Jagdgehilfe damit geprahlt haben, er habe im Frühjahr mit der Rückseite seines Taschenmessers die Rinde an jungen Obstbäumen abgeschabt. Dafür bekämen die Grundeigentümer ihren „Wildschaden“ bezahlt. Nur so blieben „wir Jäger in dieser schönen abgelegenen Ecke allein und ungestört unter uns“. „Man dürfe nur eines nicht“, zitiert Werner einen Jäger, „sich im Beisein von Zeugen erwischen lassen“. Er hatte sich die Wildschadenszahlungen für seine selbst-verursachten Schäden erspart und die gegen den Wildverbiss angebrachten Drahthosen an den Bäumen entfernt und den Geschädigten wegen angeblich fehlendem Verbißschutz dann die Wildschadenszahlung für die Fegeschäden durch „Rotwild“ verweigert.

Das Bundesjagdgesetz, das in seiner heutigen Form aus einer Zeit stammt, in der Nazis in Deutschland darüber bestimmten, was Recht und Ordnung ist, in der das Jagdrecht auch von deren Rassismus geprägt wurde, wird nun endlich geändert werden müssen, auch wenn sich Jagd-liebende Politiker dagegen noch sträuben. Böcke schießen werden sie sicherlich noch weiterhin in den Parlamenten. Böcke schießen werden sie sicherlich noch weiterhin in den Parlamenten. Aber wer zu viele schießt, verliert die Wählergunst.

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Diesen Artikel haben wir von unserer neuen Adresse übernommen.

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Weltumsegler Stefan R.: „…als ob man bald über dem Feuer gebraten wird“

Der aus Haselau (bei Pinneberg) stammende Weltumsegler Stefan R. verschwand am 9. Oktober 2011 auf der polynesischen Insel Nuku Hiva. Hatte er eine Vorahnung über seinen bevorstehenden Tod?

Harald Haack - Polizisten, die für Nuku Hiva zuständig sind, fanden bei der Suche nach Stefan R. in einer Feuerstelle menschliche Knochen, Zähne und geschmolzenes Metall. Die Vermutung, dass es sich bei den Überresten um die des Vermissten handeln könnte, kam angeblich vom Staatsanwalt von Französisch-Polynesien, José Thorel. Inzwischen wurde das Ergebnis einer DNA-Analyse bekannt, wonach es sich tatsächlich um Stefan R. handeln soll.

In einem Web-Logbuch hatte er seine Erlebnisse festgehalten. Seine Familie hat inzwischen diese Seiten fürs Internet gelöscht und durch eine Traueranzeige ersetzt:

„Nach 3 Jahren endet die Reise der Baju mit dem tragischen Tod von Stefan. Er ist dort gestorben, wo er sein Leben lang immer gerne sein wollte. Die schrecklichen Umstände seines Todes berühren und schockieren uns. In tiefer Trauer.“

Doch im Google-Cache sind Teile noch vorhanden. So auch sein Logbuch-Eintrag von dem Tag, an dem er verschwand:


„9. Oktober 2011, Taiohae (Haupt’stadt‘ der Marquesas), Nuku Hiva, Marquesas, Französisch Polynesien, Südsee – von Stefan
Mittlerweile können wir den Text, den die Tanzgruppe jeden Abend einübt schon mitsummen, so viele Abende haben wir deren Klänge und Gesang zugehört. Vorgestern Abend wurde auf der historischen Stätte im Dorf am Wasser geübt und gestern tatsächlich in der Hauptstätte oben im Tal mitten im Dschungel. Das Spektakel liessen wir uns, mittlerweile ja schon zum eingefleischten Fanclub zugehörend, nicht entgehen. Und wie erwartet wirkten hier die marquesischen Klänge, die Drums und der Tanz, noch mal viel mehr unter die Haut gehend. Wenn nun dazu alle ihre Kostüme tragen und die Krieger voll bemalt sind, kommt man sich wohl tatsächlich vor, als ob man bald über dem Feuer gebraten wird.“

Seine Familie auf der URL seiner bisherigen Wegseite (Zitat ohne Änderung der Rechtschreibung):< „Stefan ist tod … Es gibt keine Hoffnung mehr – lasst uns gemeinsam an Stefan denken, seine Bilder und seine Geschichten auf uns wirken, seine fröhliche, liebenswerte und positive Einstellung ein Vorbild für uns alle sein.“

Knapp zwei Wochen nach dem mysteriösen Verschwinden des Weltumseglers Stefan R. auf der Südsee-Insel Nuku Hiva haben die Behörden traurige Gewissheit. Die DNA-Untersuchung hat ergeben, dass die in einer Feuerstelle entdeckten menschlichen Überreste von dem vermissten Deutschen stammen. «Der in der Feuerstelle verbrannte Leichnam ist es», erklärte der zuständige Staatsanwalt José Thorel auf der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Französisch-Polynesien am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Auch die gefundenen Zähne belegten dies.

Aktualisierung vom 21.10.2011 – 11 Uhr
Inzwischen haben die für die Südsee-Insel Nuku Hiva zuständigen Behörden durch eine DNA-Untersuchung die Gewissheit erhalten, dass die in einer Feuerstelle entdeckten menschlichen Überreste von Stefan R. stammen. Auch die gefundenen Zähne sollen dies bestätigen. Staatsanwalt José Thorel soll dies am heutigen Freitag der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt haben. Der mutmaßliche Täter – ein einheimischer Jäger – konnte noch nicht gefasst werden. Gemäß eines Gerüchts soll sich die Lebensgefährtin des Seglers noch in der Südsee aufhalten.

Aktualisierung vom 22.10.2011 -12 Uhr
Heike. D., die Lebensgefährtin von Stefan R., schien den Ermittlern mutmaßlich verdächtig, belastete jedoch während eines immerhin dreistündigen Verhörs durch einen Richter weiterhin den flüchtigen Henri H., schreibt die Insel-Postille „La Dépêche de Tahiti“ unter der Rubrik „Faits divers – – Justice“ (Kleinigkeiten – Justiz).

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