Archiv der Kategorie 'Datenschutz'

Google Street View ruft Schweizer Datenschützer auf den Plan

Internet ist nicht gleich Internet, diese Erfahrung macht die Verlegerin, Buchhändlerin und engagierte Fotografin Rosmarie Bernasconi in ihrem Geschäft an der Badgasse in der Berner Altstadt.

Vor wenigen Tagen erst, am 15. Juni 2009, berichtete die Informationssendung „10 vor 10″ des Schweizer Fernsehens, dass Hanspeter Thür, Datenschützer der Eidgenossen, Google’s Begeisterung zur Verfilmung ganzer Straßenzüge in der Schweiz bremst. Seine Forderung gemäß SF-Tagesschau: Personen müssen vorab informiert werden.

«Google hat eingelenkt, wir haben letzte Woche die entsprechende Zusage erhalten: Leute müssen informiert werden, bevor Google Bilder aufnimmt, damit sich die Betroffenen entsprechend verhalten können», sagte Thür. Zudem müsse Google neu sensible Rohdaten mit erkennbaren Gesichtern und Autonummern löschen, sobald Bilder anonymisiert seien. Auch diese Forderung hat der Schweizer Datenschützer zusammen mit seinen EU-Amtskollegen durchgesetzt.

Doch an der beschaulichen Badgasse, einen Steinwurf vom Berner Münster entfernt, sieht die Wirklichkeit anders aus. Die Badgasse ist für Autofahrer eine Sackgasse, die in einen Fussweg mündet. Rosmarie Bernasconi bemerkte das auffällige Google Fahrzeug und als dieses in der engen Gasse wenden musste und denselben Weg zurückfuhr, stand Bernasconi mit der gezückten Kamera vor dem Laden.

Was dann folgte war ein wenig erfreulicher Disput mit dem Lenker des Kamerafahrzeuges. In Ihrem Blog www.matteblog.ch beschreibt Bernasconi das Gespräch mit dem ruppigen Google Mitarbeiter:

“Was machen Sie da?”
Ich erwiderte: “Fotografieren”.
“Was machen Sie mit der Aufnahme?”, fragte er noch eine Spur ärgerlicher.
Ich meinte nur: “Ich werde dieses Bild ins Internet stellen!“

Er schaute ziemlich grimmig drein und schien darüber nicht gerade erfreut zu sein. Er brauste ohne sich zu verabschieden davon.“

Angekündigt wurde die Fotodurchfahrt durch die Berner Gassen nicht, jedenfalls nicht an der Badgasse. Nochmals Thür zu „10 vor 10″: «Wenn solche Bilder aus der Schweiz ins Internet kommen, werden wir bei Google intervenieren.

Staatsanwaltschaft Bonn schludert mit Daten

Ausgerechnet jene Staatsanwaltschaft, die in Sachen Datenklau und Datenmissbrauch gegen Telekom und Unbekannt ermittelt, schludert mit Daten. Der Bonner Julius C. * hatte sich, nachdem ihm sein ehemaliger Provider mit Spams belästigte, an die Staatsanwaltschaft gewandt. Das ablehnende Schreiben des dafür zuständigen Staatsanwaltes, an Julius C.. adressiert, wurde heute um 8.50 Uhr von einer Justizangestellten „versehentlich“ an die E-Mail-Adresse von Newsbattery versandt.

Harald Haack – Damit hatte die Justizangestellte der Bonner Staatsanwaltschaft nicht nur die falsche Empfängeradresse erwischt, sondern auch noch voll ins Schwarze getroffen – ausgerechnet als Empfänger einen Journalisten erwischt, der schon mehrfach Opfer von vertauschten Daten wurde und der die Staatsanwaltschaft aufgefordert hatte, endlich auch in seinem Fall gegen Unbekannt zu ermitteln.

In einem anderen Fall hätte es diesem Journalisten, das bin ich, möglicherweise sogar das Leben gekostet und vielleicht sogar auch noch einem anderen Mann.

Vor ein paar Jahren wurde ich mittels Rettungswagen mit Verdacht auf Herzinfarkt in die Klinik von Hamburg-Eilbek eingeliefert. Dort schob man mich in einen angelegenen Raum und ließ mich gut 3 Stunden lang ununtersucht und unbeachtet liegen.

Wenn ich mich nicht mittels Nitroglyzerin-Sprays, den mir mein Hausarzt kurz zuvor für Notfälle verschrieben hatte, in dieser Zeit selbst behandelt hätte, wäre es um mich wahrscheinlich geschehen gewesen. Als ich einigermaßen wieder stehen und gehen konnte, beschwerte ich mich. Ein mauliger Arzt nahm mir Blut ab zur Untersuchung des Herzmuskelenzyms. Mit dem Ergebnis meiner Blutuntersuchung behandelte er dann einen anderen Patienten. Mich beschuldigte er, ich würde zu viel Sport treiben, ausgerechnet mich, der sich bemühte wenigstens mal etwas mit dem Fahrrad zu fahren. Diese Behauptung machte er aufgrund der Blutuntersuchung des Patienten, den er bereits mit den Ergebnissen der Untersuchung meines Blutes behandelte und zur Beobachtung in der Klinik behielt. Mich schickte er nach Hause.

Heraus kam die Verwechslung, als mir die Abrechnungsstelle der Klinik die Rechnung für den anderen Patienten zusandte.

Ich habe damals den Hamburger Datenschutzbeauftragten informiert. Dies habe ich im vorliegenden Fall nun wieder getan. Auch seinen NRW-Kollegen benachrichtigte ich. Und natürlich auch den anderen Patienten, der erfreulicherweise noch lebte. Die ihm verabreichten Herzmittel hatten ihm mutmaßlich nicht geschadet.

Nun, die Bonner Staatsanwaltschaft ist nicht die Hamburger Klinik, in der mit dem Daten der Patienten schluderig umgegangen wurde, aber die Schludrigkeit ist nicht viel anders.

Julius C. erhält von mir einen Brief, in dem ich ihn über das „Versehen“ der Bonner Staatsanwaltschaft informiere.

*Name redaktionell geändert

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