Hitler am Arsch

ZDF-Historiker Guido Knopp kann offenbar nicht ohne ihn, was die vielen unterhaltsamen, Faschismus-lastigen Sendebeiträge beweisen: Hitler und seine Helfer. Hitler in Zeitlupe, unterlegt mit Gruselmusik; Hitler als Monster. Und nicht nur von Guido Knopp produziert: Hitler und immer wieder Hitler. In den Medien, auch hier in Newsbattery und auch im Kino, in Büchern und als Hörbücher. Sogar Hitlers „Mein Kampf“ gibt es als Hörbuch inzwischen. Gibt es in Deutschland kein Entkommen vor Hitler? Die Stadt Nortorf in Schleswig-Holstein hätte jetzt endlich die Möglichkeit dazu, Hitler als Ehrenbürger zum Teufel zu schicken.

Harald Haack
– Die Stadt Nortorf mag vermutlich auch nicht ohne Hitler sein. Dort wurde ihm die Ehrenwürde noch nicht entzogen. Was andere Städte längst konnten, nämlich per Beschluss zu bestimmen, dass man den deutschen Diktator nicht mehr als Ehrenbürger will, scheint in Nortorf nicht zu funktionieren.

Seit 80 Jahren ist der Kerl dort nun schon Ehrenbürger. Bürgermeister Horst Krebs (CDU) zaudert: Muss man denn überhaupt was tun, um Hitler die Ehrenwürde zu entziehen? Genügte nicht allein dessen Tod? Bedrängt von Erich Mory, einem engagierten Nortorfer, der in der Einwohnerfragestunde den Anstoß gegeben hatte, will der Bürgermeister nun endlich prüfen lassen. Zuvor hatte Bürgermeister Krebs verkündet, es gebe keine Notwenigkeit, sich mit der Angelegenheit auseinander zu setzen, woraufhin der Bürger Mory die provokante Frage stellte, ob die Stadt statt der Aberkennung eine Feier zum 80. Jahrestag der Verleihung plane.

Ist Hitler immer noch Ehrenbürger? Krebs mahnte zur Besonnenheit. Natürlich wolle man keinen Ehrenbürger Adolf Hitler in Nortorf, verkündete er. Unterdessen fragt Erich Mory, warum es bis zu dieser Einsicht so lange gedauert hat. Schon einmal hatte die Stadt über das Thema beraten. Das war 1993. Dann wurde es vergessen. Als dann 2009 die Gemeinde Albersdorf die Ehrenbürgerwürde durch einen einstimmigen Beschluss der Gemeindevertretung entzog, hatte Krebs angekündet, die Dithmarscher über die Vorgehensweise zu befragen.

Erich Mory befürchtet jedoch, dass die Stadt erneut untätig bleiben wird: „Es gibt eine rechtliche Seite in dieser Angelegenheit und eine moralische. Hunderte von deutschen Kommunen haben es vorgemacht. Man stellt einen Antrag in der Stadtvertretung und beschließt, dass man Adolf Hitler nicht als Ehrenbürger will. Das ist ganz einfach. Man muss es nur wollen.“





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