Archiv für Februar 2013

Ungewöhnlicher Feuerwehreinsatz

Von dem britischen Komiker Rowan Atkinson gibt es einen TV-Sketch, in dem er sich als Mr. Bean in einen roten, runden altehrwürdigen britischen Briefkasten verkrümelt hat. Wie er es geschafft hatte, dort hinein zu kommen, erfahren die Zuschauer nicht. Wie allerdings ein Mann in Neumünster das Kunststück schaffte, in einen Altkleidercontainer des Roten Kreuzes zu steigen, um letztendlich darin festzustecken, darüber konnte nun die Feuerwehr berichten.

Harald Haack – Zunächst rief der Mann bei der Feuerwehr an und erkundigte sich nach der Telefonnummer jener Firma, die in Neumünster bei den Hochhäusern an den Störwiesen Container aufgestellt hatte. Er habe versehentlich sein Handy zusammen mit Altkleidern in einen der Container geworfen, teilte er mit. Die Feuerwehr hätte brennende Container löschen können, doch als Telefonauskunft konnte die Leitstelle nicht dienen.

Schon bald rief der Mann die Feuerwehr erneut an und erklärte, er habe sein Handy wiedergefunden. Darüber freute sich auch der Mitarbeiter der Leitstelle. Doch worin bestand nun das Problem? Es sei ein „echtes Problem“, erklärte der Anrufer, er sitze im Container und könne nicht wieder heraus. Er sei auf der Suche nach seinem Handy in den Container gestiegen, aber weil die Klappe seinen Ausstieg verhindere – schließlich sollen die hineingeworfenen Altkleider im Container bleiben und daraus nicht wieder entnommen werden – stecke der Mann fest. Doch etwas Glück hatte er doch: Der Akku seines Handys war aufgeladen. So konnte der Mann aus dem Container heraus mit der Feuerwehr telefonieren und um Hilfe bitten. Er wurde unverletzt befreit.

Bewegung in der Strafsache gegen Gustl Mollath

Gustl Mollath Rechtsanwälte, Dr. Jur. H. C. Gerhard Strate und Klaus-Ulrich Ventzke, haben mit Datum vom 19. Februar 2013 beim Landgericht Regensburg ihr Wiederaufnahmegesuch gegen das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 8. August 2006 (7 KLs 802 Js 4743/2003) eingereicht.

Harald Haack – In ihrer Pressemitteilung teilen die Anwälte mit, Ihr Wiederaufnahmeantrag stütze sich auf die Wiederaufnahmegründe des § 359 Nr. 3 StPO und des § 359 Nr. 5 StPO: „Danach ist die Wiederaufnahme zulässig, wenn bei dem angefochtenen Urteil ein Richter mitgewirkt hat, der sich in Beziehung auf die Sache einer strafbaren Verletzung seiner Amtspflichten schuldig gemacht hat (§ 359 Nr. 3 StPO); sie ist weiterhin zulässig, wenn neue Tatsachen oder Beweismittel beigebracht sind, die allein oder in Verbindung mit den früher erhobenen Beweisen die Freisprechung des Angeklagten oder eine wesentlich andere Entscheidung über eine Maßregel der Besserung und Sicherung zu begründen geeignet sind (§ 359 Nr. 5 StPO).“ Beide Wiederaufnahmegründe seien mehrfach gegeben, so die Rechtsanwälte.

In dem Wiederaufnahmegesuch seien insgesamt zehn Amtspflichtverletzungen des damaligen Vorsitzenden der 7. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth aufgelistet und erläutert, die sich als vorsätzliche Rechtsbeugungen, strafbar gemäß § 339 StGB, darstellen. Es handele sich hierbei um Rechtsverletzungen, „mit denen geltendes Gesetzesrecht gebeugt wurde, also nicht etwa nur das Gesetz falsch interpretiert, sondern der geschriebene Gesetzestext nicht beachtet wurde.“

Navigationsgerät schuld am Tod eines LKW-Fahrers?

Der aus den Niederlanden stammende LKW-Fahrer und selbstständiger Spediteur Robby F. (56) wird seit dem 6. Februar 2013 vermisst. Er war auf dem Weg nach Norddeutschland, soll dann von Hamburg nach Schweringen gefahren sein, wie seine Tochter behauptet haben soll. Nun wurde aus der Weser unweit der Fähre in Schweringen ein LKW entdeckt. Sein LKW? Ein fuhr einen blauen DAF mit Containerchassis.

Harald Haack – Wie die Polizei Nienburg/Schaumburg mitteilt, riss das Führerhaus beim Anheben mittels Schwimmkrans ab. Es stürzte mit einem darin befindlichen leblosen Körper ins Wasser. Trotz des Einsatzes von Tauchern, Feuerwehrkräften, THW und Polizeihubschrauber konnte die Leiche noch nicht aufgefunden werden. Mutmaßlich wurde sie von der Strömung erfasst und stromabwärts getrieben.


Beim Anheben des LKW brach das blaue Führerhaus ab.
© Foto: Polizei Nienburg/Schaumburg

Bei einem letztmaligen telefonischen Kontakt mit seiner Familie kündigte der LKW-Fahrer einen Rückruf an. Zu dieser Zeit befand er sich im Bereich Anderten und war auf dem Weg zu einer Firma in Schweringen. Hier kam er nicht an und es folgte auch kein Rückruf.“Warum der Fahrer in die Weser gefahren ist, können wir noch nicht sagen“, erklärt Gabriela Mielke. Die Ermittler ziehen mehrere Möglichkeiten in Betracht. „Ob eine Fehlleitung durch das Navigationsgerät, eine Reaktionsunfähigkeit aufgrund des Gesundheitszustandes oder aber eine suizidale Absicht vorliegt, müssen die noch andauernden Ermittlungen ergeben“, ergänzt die Sprecherin.

Erfahrungsgemäß wird die Leiche zunächst über den Grund des Flusses driften und dann durch Fäulnisgase an die Wasseroberfläche treiben. Ein Vorgang, der mehrere Tage umfassen kann. Gut möglich, dass die Leiche noch vor der Ortschaft Hoya anlandet. Zwischen Schweringen und Hoya ist die Weser sehr kurvenreich und mit Buhnen ausgestattet, an denen sich die Leiche verfangen könnte.

Aktualisierung vom 21.02.2013 (Polizeimitteilung/Mielke):
Nachdem am gestrigen Mittwoch, 20.02.13, der Polizeihubschrauber ohne Erfolg im Einsatz war, wurde die Suche nach dem vermissten LKW-Fahrer heute Morgen (21.02.13) ab 10.00 Uhr fortgesetzt. „Mit zwei Sonarbooten und Polizeitauchern haben wir nach dem 56-jährigen Spediteur aus den Niederlanden gesucht“, führt Polizeipressesprecherin Gabriela Mielke aus. Das Sonarboot der Polizei wurde von dem des THW Nienburg unterstützt. „Leider führte die Suchaktion nicht zum Auffinden des Leichnams und wurde gegen 15.00 Uhr abgebrochen“, so die Polizeisprecherin. Am morgigen Freitag, 22.02.13, wird ab 08.00 Uhr die Bergung des LKW aus der Weser von Land aus erfolgen.

Äppelt der Gaul durch die Medien

Keiner der Medienkollegen fragt, ob in Grillhähnchen Pferdefleisch nachgewiesen wurde und niemand scheint ein schlechtes Gewissen angesichts der notwendig gewordenen Lebensmittelvernichtungen zu haben.

Harald Haack – Es ist nicht das erste Mal, dass Lebensmittel mit Medikamenten, Chemikalien oder Krankheitskeimen vergiftet werden, womit eine illegale Entsorgung industriell hergestellter Substanzen stattzufinden scheint. Und keiner macht sich darüber Gedanken, angesichts dem Hunger in der Welt, wie und wo er dieses Thema moralisch einordnen sollte.

Kein europäischer Konsument will freiwillig Phenylbutazon, das Gift, das kürzlich in britischem Pferdefleisch ermittelt wurde, verzerren. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) spricht von einem „krassen und schlimmen Fall von Verbrauchertäuschung“ und von „hoher krimineller Energie“, als ginge es lediglich um die Erfüllung der Kennzeichnungspflicht, als müsste auf der Verpackung so was wie „Kann Pferdefleisch enthalten“ stehen und keinesfalls „Kann chemisch und biologisch“ verseucht sein. Nicht die Entdeckung des Pferdefleisches selbst ist der Skandal, obwohl gerade diese Fleischsorte besonders in Großbritannien dazu geeignet ist bei pferdeliebenden Verbrauchern Ekel zu verursachen, es ist die Ignoranz gegenüber der kriminellen Energie der Industrie Lebensmittel zu vergiften – auf dass keiner dahinter kommt. Und oftmals wollen Verbraucher wohl auch nichts davon wissen, wenn sie in Supermärkten wie doof zu Gemüse greifen, in denen Organisationen wie Greenpeace hohe Schadstoffmengen nachgewiesen hatten. Schadstoffverzehr schädigt die Gesundheit und verblödet, und verblödete Verbraucher scheinen allen Dreck zu kaufen.

Es geht schließlich nur ums Geld: Verbraucher wollen es besonders billig und Produzenten wollen möglichst viel raffen. Am häufigsten wurde Pferde-DNA jetzt in Dosen-Ravioli nachgewiesen – womit die Ravioli als „Raffioli“ eine neue Bedeutung erhalten.

Ob es irgendwo in der Welt ein hungerndes Kind gibt, das sich über eine Mahlzeit freuen würde, und keineswegs über eine 5-Euro-Spende, die im Bürokratiegestrüpp einer Hilfsorganisation versickern könnte, das interessiert niemanden angesichts der gegenwärtigen Lebensmittelvernichtungen. Aber wer mag denn hungernden Kindern in der Dritten Welt den Dreck unserer fetten europäischen Wohlstandgesellschaft anbieten? Oder geschieht dies wohlmöglich schon? Werden zur Vernichtung bestimmte Lebensmittel, in denen Pferde-DNA steckt, heimlich wie Elektroschrott, nach Afrika verschifft, wo dessen toxische Komponenten auf Müllkippen Menschen, die nach Rohstoffen suchen, krank machen? Rindfleischravioli und -tortellini zur „Vernichtung“ in Länder wie Indien, in denen das Rind heilig ist? Entwicklungshilfe à la carte? Aber keine Bange: Es ist kein Rindfleisch, sondern Pferdefleisch, und dies wurde, so dürfen wir beruhigt sein, noch nicht in Grillhähnchen nachgewiesen.

Und ich freue mich schon auf jenen Tag, an dem ich mir in Bern beim Metzger wieder leckeres, chemisch reines Pferdefleisch kaufen oder an dem ich an lauen Sommerabenden am Eichholz-Restaurant Pferdesteaks genießen kann und mit Lebensmitteln nicht mehr spekuliert wird.

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TONY SHERIDAN – „Fünfter“ Beatle tot

Er galt als einer der Entdecker und ein musikalischer Wegbereiter der Beatles: Tony Sheridan. Paul McCartney spricht von ihm als dem „Teacher“, dem Lehrer. Im Alter von 72 Jahren starb er jetzt am 16. Februar 2013, um 12 Uhr, in Hamburg. Dies teilten seine Familie am Wochenende auf der Facebook-Seite des Sängers und ein Freund mit: „Unser geliebter Vater und Freund! Danke für deine Liebe und Inspiration“.

Harald Haack
– Als Songwriter und Gitarrist war Tony Sheridan, der am 21. Mai 1940 im britischen Norwich geboren wurde, an den ersten kommerziellen Aufnahmen der vier Liverpooler Musiker beteiligt. Die damals noch Unbekannten holte er 1961 in ein Studio im Klockmann-Haus am Hamburger Hauptbahnhof. Seit den zwanziger Jahren unterhielt im Erdgeschoss der Unternehmer Ernst Klockmann hier sein Geschäft für Lederwaren und Koffer. Und das Tonstudio befand sich im vierten Stock des historischen Gebäudes, wo sie einige Songs aufnahmen – darunter die Beatversion des britischen Kinderliedes „My Bonny“.

Die Musiker nannten sich damals noch „The Beat Brothers“. Später: The Beatles.

Sie alle haben von ihm gelernt: George Harrison und John Lennon. Er brachte ihnen Techniken und Kniffe auf der Gitarre bei. Auch der Australier Angus Young von der Band AC/DC wurde sein Schüler.

Mich verbindet mit Tony Sheridan, dass ich Anfang der Siebziger Jahre meine Frau bei einem seiner Konzerte im „Onkel Pö“ kennenlernte. Er spielte und sang zusammen mit seiner Frau Anna auf der Minibühne der inzwischen legendären Musikkneipe, aus der auch Udo Lindenberg und Otto Waalkes hervorgingen. Und wir hockten zufällig nebeneinander, so nah an den Sheridans heran, dass wir sie an den Schuhen hätten berühren können.

In einer Pause wurde er mir von einem britischen Bekannten an der Theke persönlich vorgestellt. Doch ich verband ihn fälscherlicherweise mit der von Silvio Francesco 1960 publizierten Polka „Itsy Bitsy Teeny Weeny“, woraufhin ich ihm die Kalte Schulter zeigte, denn das war nicht der Musikstil, den ich mochte. Ich war Beatles-Fan!

1964 hatten Sheridan und The Beat Brothers „Skinny Minny“ aufgenommen und als Single heraus gebracht.

Ich bereue mein Missverständnis über Tony Sheridan. Immerhin: Ohne ihn hätten meine Frau und ich sicherlich uns nie kennengelernt, und ich bin glücklich und stolz darauf mit Tony Sheridan ein paar wenige Worte habe wechseln dürfen.




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