Archiv für August 2012

Hamburg: Panzerknacker jubeln noch mehr – Polizei stellt Fahrzeug mit geringer Reichweite in Dienst

Die Hamburger Polizei, d.h. Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch, stellte gestern das erste Elektrofahrzeug in den Dienst der Hamburger Polizei. Dabei handelt es sich um die innovative „Reisschüssel“ eines asiatischen Unternehmens. Ein Fahrzeug, das zu hundert Prozent mittels elektrischer Energie betrieben wird.

Es wurde zum „World Car of the year 2011″ gewählt und von den Juroren als der „Einstieg in eine schöne neue Welt der Elektromobilität“ bezeichnet. Das kann heiter weiter werden, denn schon jetzt erkannte die Hamburger Polizei, dass der Funkbetrieb, die Heizung und vor allem auch die schicke blaue Laterne auf dem Dach plus Sirene Strom verbrauchen und die Reichweite des Fahrzeugs von rund 75 km deutlich verringern.

Zur Erprobung soll das Wägelchen bis einschließlich September am Polizeikommissariat 33 in Hamburg-Winterhude eingesetzt werden. Danach wird er als ziviler Funkstreifenwagen, ausgerüstet mit Funk und Sondersignalanlage, an verschiedenen Polizeikommissariaten im Innenstadtbereich von Hamburg dem Kriminalermittlungsdienst und der Zivilfahndung zur Verfügung gestellt. Na, denn! Die Panzerknackerbande wird sich garantiert freuen, wenn die Verfolger der Polizei mangels Strom in der Batterie stecken bleiben. „Lalülala“ und nichts geht mehr.

Morgen, am Montag, den 13. August 2012, ca. 21.45 Uhr dürften sich Panzerknacker (und selbstverständlich auch unbescholtene Bürgerinnen und Bürger entspannt zurücklehnen und ein Blaulichtspektakel unter und auf der Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen genießen können. Feuerwehr und Polizei wollen Lichtkünstler Michael Batz bei der Illuminierung des Hamburger Hafens mit ihren Blaulichtern unterstützen. Zusätzliche 6000 blaue Leuchtstoffröhren sollen den Hafen während der Veranstaltung „Blue Port“ in blaues Licht tauchen. Die Kunstaktion von Michael Batz findet vom 13. bis zum 19. August statt. Angeblich wird die Aktion auch genutzt, um mögliche Abläufe gemeinsamer Einsätze der Feuerwehr und der Polizei im Hamburger Hafen zu koordinieren und zu üben. Der Hamburger Fernsehregisseur Jürgen Roland (* 25. Dezember 1925 in Hamburg; † 21. September 2007 in Hamburg), dessen Kriminalfilm-Regie besonders durch überzogen dargestellte Aktivität von Polizisten auffiel, hätte sicherlich auch seine Freude an diesen Einsatz von Polizei und Feuerwehr gehabt.

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Ist Krieg geil?

Seit Jahren gärt in etlichen unprofessionellen Möchtegern-Presse-Blogs ein unterschwelliges Hoffen auf den Krieg zwischen Iran und Israel. Selbsternannte Experten tun nicht nur hierzulande so, als wüssten sie mehr als offizielle Regierungsstellen der Staaten. Sie schüren mit ihrer fahrlässigen und unverantwortlichen Sensationslust unter ihren Lesern Angst.

Marcel Franz-Paulé
– Was wir seit Jahren in den Blogs und auch professionellen Medien zu lesen kriegen und miterleben, ist nicht neu. Das Säen von Misstrauen und Angst unter Menschen ist alt, und es war schon immer ein Mittel der Kriegstreiberei.

Die Kirche erfand den Teufel.
Der Autor des „Hexenhammers“, der Dominikaner und Inquisitor Heinrich Kramer schuf die Hexenverfolgungen. Nach neuesten Erkenntnissen soll er das Vorwort zu seinem Machwerk selbst verfasst und einem damaligen prominenten Autor untergeschoben haben. Sogar dessen Unterschrift soll er gefälscht haben, wie Historiker nach gründlichen Handschriftenvergleichen herausfanden, damit „Der Hexenhammer“ reichlich Absatz fand, der dann als „Standardwerk“ der Verfolgung zu dem Wahnsinn der Hexenverbrennungen führte.

Scheinheilige „Krämerseelen“ wie der Inquisitor Kramer, die sich alles oder vieles aus den Fingern saugen, um sich einen Vorteil davon zu versprechen, existieren heutzutage leider zu Tausenden. Dabei muss es nicht immer finanzielle Bereicherung sein, die als Triebfeder dahinter steckt. Vielmehr sollte man von unbefriedigter Geltungssucht ausgehen. Bei Heinrich Kramer wird mutmaßlich aber beides zutreffend gewesen sein; möglicherweise sogar zusätzlich eine gehörige Portion von Perversion und Sadismus.

Heute finden sich selbsternannte Geheimdienstexperten, die von geheimdienstlicher Tätigkeit träumen, aber von staatlichen Geheimdiensten als „Spinner“ gemieden werden. Oder sonderbare Zeitgenossen, die offensichtlich beruflich nicht ausgelastet sind und sich hobbymäßig als „Journalisten“ betätigen und aus Presseberichten das herauskopieren, was paradigmatisch in ihr kleingeistiges Weltbild passt. Besonders Informationen, die sie zwischen den Zeilen in den sachlich verfassten Artikeln der professionellen Journalisten herauszulesen glauben, weckt ihre Fantasie und ihren (antisemitischen?) Fanatismus. Da genügt es – wie gerade geschehen – dass es beispielsweise im Iran zwei heftige Erdbeben gab, diese, obwohl sie in einer bekannten Erdbebenzone und fern von Zentren der atomaren iranischen Aufrüstung stattfanden, spontan als kriegerischen Angriff eines anderen Staates zu werten. „Beweise“ für kriegerische Handlungen lassen sich auf diese Weise praktisch immer finden; und wenn es nur wieder einmal das Passagierflugzeug einer wenig bekannten Fluggesellschaft ist, das spontan als CIA-Flieger „enttarnt“ und fortan von so genannten Flugzeug-Spottern mittels „Spielzeugen“ wie „Live Flight Tracker“ übers Internet hysterisch verfolgt und auf zivilen Flugplätzen fotografiert wird.

Hatte Israel jetzt den Iran mit Atombomben angegriffen?

Nun, das zu behaupten wäre wohl zu vollmundig gewesen. Also wird zunächst auf „klein-klein“ gemacht und beispielsweise behauptet, mit „elektromagnetischen Wellen“ (als Waffe) hätten die Erdbeben doch auch ausgelöst werden können. Hätten! Die „Stammtischweisheiten“, als Synonym für penetrantes, kleinbürgerliches Politikbewusstsein hat sich im Internet festgefressen. Und die Atombomben dürfen damit noch weiterhin einige Jahre warten, denn es gibt seitens der neuzeitlichen „Inquisitoren“ noch viel Angst zu schüren. Sonst gebe es schließlich nichts mehr, was sie sich aus den Fingern saugen könnte.

Selbstverständlich lässt sich eine Kriegsgefahr zwischen Iran und Israel (oder umgekehrt) nicht leugnen. Aber das ist etwas anderes und soll hier nicht Thema des Artikels sein. Es geht hier vielmehr ums Spekulative, ums Hoffen und Bangen auf Krieg, auf Gewalt.

Gewalt hatte Menschen schon im alten Rom fasziniert. Das in Rom zerfallende Collosseum, in den Sklaven von Gladiatoren und Raubkatzen bekämpft und vor den Augen vieler Zuschauer zerfleischt wurden, hat heutzutage seinen Ersatz in blutrünstigen Kinofilmproduktionen, TV-Nachrichtenshows, dem Internet und Computerspielen gefunden. Einen großen Einfluss hat bei Hollywood-Produktionen leider immer noch die US-amerikanische Waffenlobby, und im Grunde genommen kann man es den Filmplakaten schon von weitem ansehen, wie viel Waffenlobby in einem „Motion Picture“, einem Spielfilm, steckt: Waffen als Postermotiv in Händen der Actionhelden.

Wen wundert es da also noch, wenn die neueste Batman-Verfilmung bei seiner Premiere in den USA einen Waffennarren anlockte, um als „Joker“ während der Filmvorführung Zuschauer zu erschießen? Schlagartig war die Angst vor Nachahmer groß.

Der Täter hatte aber mehr erreicht als „nur“ Menschen getötet zu haben. Er hatte seinem Trieb folgend unter Menschen nicht nur Angst verursacht, sondern auch Sensationslust angeheizt; was sich leider auch im Pressemainstream niederschlug.

Erfreulicherweise gibt es keine Videos, die ihm beim Töten zeigen. Damit bleiben der Weltöffentlichkeit ständige Wiederholungen der Tat, wie einst nach den terroristischen Angriffen auf die Twin-Tower des WTC in New York erspart. Dennoch erkannten moderne Inquisitoren auf Fotos und Videos von den Flammenbällen und Rauch- und Staubwolken der in sich zusammen sackenden Wolkenkratzer apokalyptische Teufelsfratzen.

Professor Thomas Elbert (Klinische und Neuropsychologie an der Universität Konstanz) erforscht die Psychobiologie menschlicher Gewalt- und Tötungsbereitschaft. In seinem bei ZEIT-Online publizierte Artikel schreibt er, die Gestalt vieler heutiger Kriege könne bewirken, dass durch Sozialisation erworbene Hemmungen wieder verloren gehen: „Denn nicht mehr reguläre Armeen stehen sich gegenüber. Am oft diffusen Kampfgeschehen sind Rebellen, Söldnergruppen, Kriminelle und ausländische Truppen beteiligt. Zusehends verschwimmt auch die klare Grenze zwischen Soldaten und Zivilisten, die immer häufiger zu Opfern und zu Akteuren werden.“

Zur Gestalt heutiger Kriege zählen meiner Meinung nach aber auch viele selbsternannte Spezialisten, die sich Ihr Wissen aus den Fingern – oder aus dem Nichts – zu saugen scheinen und die häufig vor Dummheit triefenden Ergüsse davon in Foren und Pseudo-Presseblogs produzieren.

Sie warten nicht auf einen nächsten großen Krieg, sie reden ihn herbei.

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Hamburg: Panzerknacker jubeln – Raubdezernat der Polizei ade

Es gibt Überlegungen der Hansestadt Hamburg das Raubdezernat der Polizei abzuschaffen. Panzerknacker & Co könnten es dank der SPD-Politik künftig leichter haben für ihre Diebestouren.

Laut Polizeisprecher Mirko Streiber gebe es einen starken Rückgang bei schweren Verbrechen. Die Zeitung „Die Welt“ berichtet, der rapide Rückgang von besonders schweren Taten wie Überfälle auf Banken oder Sparkassen könne der Hintergrund von „Überlegungen“ in Plänen zur Umstrukturierung der Polizei sein.


Die Panzerknacker, seit 61 Jahre existierende Einbrecherbande, erfunden von Carl Barks für Disney.
© Disney

Künftig könnten acht Kriminalkommissare die Ermittlungen in solchen Fällen übernehmen. Keine gute Idee, sagen laut „Welt“ „Experten“. Die Polizei würde sich blind machen für Serientäter, weil künftige Taten an verschiedenen Kommissariaten bearbeitet werden.

Helfen sollen deshalb dabei Computerprogramme, um Fälle, die Parallelen aufweisen, zu erkennen, und um Serientätern auf die Spur zu kommen. Auch die zentrale Bearbeitungsstelle für Intensivtäter werde offenbar zerschlagen. Diese Fälle gehen wieder an die acht Kriminalkommissariate. Auch für eines der größten Kriminalitätsprobleme, den Haus- und Wohnungseinbruch, ist keine zentrale Dienststelle vorgesehen.

Ob die SPD damit schwere Verbrechen fördern will, danach wurde bisher nicht gefragt.




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