IOC-Präsident Rogge verweigert Gedenkminute

Der Präsident des Internationalen Olympische Komitee (IOC) stellt sich kategorisch gegen die Forderung von Angehörigen der Opfer des Terroranschlags der Olympischen Spiele in München. Die Eröffnungsfeier am Freitag im Londoner Olympiastadion sei nicht der geeignete Anlass für Gedenken, begründete er seine Haltung.

Harald Haack – Während nun aufgrund bislang geheimer Berichte bekannt wurde, wie die deutschen Behörden versucht hatten ihr Versagen vor und nach dem Münchner Olympia-Attentat vor 40 Jahren mit 17 Toten zu vertuschen, kommt es mit der unmenschlichen Geste von IOC-Präsident Jacques Rogge zu einem Olympia-Skandal.

In den vergangenen Monaten hatten die Angehörigen der israelischen Opfer des Terroranschlags von München 1972 für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London, am nächsten Freitag, eine Schweigeminute gefordert, was vom Internationalen Olympische Komitee (IOC) zurückgewiesen wurde. Offensichtlich scheint Jacques Rogge mit seiner Begründung, die Eröffnungsfeier sei nicht der geeignete Anlass für Gedenken, isoliert, denn US-Präsident Barack Obama fordert eine Schweigeminute wie auch das kanadische Parlament, Australiens Premierministerin Julia Gillard und britische Parlamentarier. Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle erklärte dagegen dem IOC-Präsidenten Rogge, ein Moment des Innehaltens zu einem passenden Zeitpunkt wäre eine menschliche Geste und ein würdevolles Zeichen dafür, dass Gewalt und Terror in der olympischen Idee keinen Platz haben.

Doch wann sollte wohl dieser passende Zeitpunkt sein, wenn nicht am kommenden Freitag in London zu einer Zeit, in der die Welt nach London blickt – während der Eröffnungsfeier? Vielleicht ja wird sich diese Welt bis zum nächsten Terroranschlag, der in London befürchtet wird, noch gedulden müssen. Es wäre eine Schande, wenn es dazu käme.





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