London: Fehlt nur noch Jack the Ripper

Der britische Minister für Kultur, Olympia, Medien und Sport, Jeremy Hunt, sagte, das Land wolle sich von seinen besten Seiten zeigen. Und, auch wenn er es anders sieht, die britischen Gewerkschaften wollen es auch, denn schließlich gehören sie untrennbar zum britischen Kapitalismus, in diesem Land, wo die industrielle Revolution einst begann.

Sean McMillan – Chaos, Angst und Schrecken ist sicherlich nicht das, was London sich während der 30. Olympischen Spiele wünscht, die vom 27. Juli bis 12. August dort stattfinden sollen. Aber Versäumnisse der Regierung lassen sich nicht länger unter dem Teppich kehren. Zu niedrige Gehälter und Stellenstreichungen beispielsweise. Im Streit darum entschieden gestern, am Donnerstag, Tausende Mitarbeiter des Innenministeriums (!) die Arbeit niederzulegen. Zu einem dreitägigen Streit der Fahrer des Bahnunternehmens East Midlands Trains soll es kommen, wurde außerdem angekündigt. Reisende, die aus Sheffield oder Nottingham kommen, könnte der Streik der Bahnangestellten innerhalb Englands treffen. Doch eine Arbeitsniederlegung an den Flughäfen wäre für internationale Reisende eine Katastrophe.

Noch sind es nur Drohungen, die Gewerkschaften sind zu weiteren Gesprächen bereit, jedoch Großbritanniens Premier David Cameron verurteilte diese Drohungen. Ofensichtlich ist er zu keinen Gesprächen bereit, denn er nannte einen möglichen Streik „nicht richtig und nicht gerechtfertigt“. Die Begründung behielt er für sich. Sein „Propaganda“-Minister Jeremy Hunt beschimpfte die Gewerkschaften und behauptete, die Drohungen entsprächen nicht „der Stimmungen der britischen Öffentlichkeit“. Die Gewerkschaften verlören einen Großteil der öffentlichen Unterstützung, sollten sie sich für Streiks entscheiden, behauptete der erregte Hunt. Aber, versuchte er zu relativieren, mit enormen Einschränkungen bräuchte man im Streikfall nicht rechnen; man habe Notfallpläne in der Schublade. Vielleicht, wer weiß schon genau, was Jeremy Hunt in seiner Schublade verbirgt, zählt dazu Jack the Ripper, um Großbritannien von seiner „besten Seite“ zu zeigen. Über genügend Überwachungskameras verfügt London schließlich. Und Boden-Luft-Raketenstellungen auf einigen Dächern und Soldaten, die mangels ziviler Sicherheitskräfte die Olympiade schützen sollen.

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