Ein Ruck muss durch Wuff gehen

Wuff ist unser Hofhund; ein harmloses Sensibelchen mit aalglattem Fell. Zuerst wollte ihn niemand haben, aber dann hatte die Chefin ihn durchgesetzt.

Zu seinen Fehlern zählte, dass er sich willig herumreichen ließ. Noch vor Jobbeginn nächtigte er bei einer ominösen Persönlichkeit, die ihm zeitweise Hütte und Fressen spendierte. Das wäre nicht aufgefallen, wenn nicht auch andere eigenartige Gestalten ihn zu ihren Freund gemacht hätten, ihm ebenfalls Reisen, Hütten und Fressen hinsetzten, was Argwohn und Zorn in der Meute gemeiner, neidischer Straßenköter erregte.

Sein größter Fehler aber ist wohl, dass er nun ständig bellt und sich sogleich winselnd dafür entschuldigt, um sofort erneut zu bellen, zu knurren, um auf seine hündische Art Krieg anzudrohen. Deshalb: Durch unseren Wuff muss ein Ruck gehen, damit – wir ihn nicht ins Tierheim abschieben müssen. Schlimmer noch: Er könnte als gefährlich eingestuft werden, kriegte einen Maulkorb verpasst und wir müssten zur Strafe den vierfachen Satz der Hundesteuer für ihn bezahlen. Damit dies nicht geschieht, haben wir beschlossen, der Chefin den Job zu kündigen. Sie hat ihn verbockt und schließlich gibt es in unserem Betrieb die Mitbestimmung – auch wenn es ihr nicht passt und sie die am liebsten abgeschafft hätte. Aber wir sind wer! Und wir haben sogar beschlossen, Wuff herumzureichen. Jeder darf ihn mal aufnehmen, ihm Hütte und Fressen geben und vielleicht lernt er dann auch Kunststückchen wie Würde, Genügsamkeit und all das, was ihm noch fehlt. Das Jahr ist lang… Jedenfalls: Aussitzen scheint er schon gelernt zu haben.

WUFF! Beifuss! So ist’s gut. Ja, brav. Und nun: PLATZ!





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