Archiv für Januar 2012

Sein Kampf

Dieser Scheisskerl ist nicht totzukriegen. Er soll sich am 30. April 1945 in Berlin eine Kugel in den Kopf geschossen haben. Doch was hat er da schon treffen können? Ein Gehirn kann es nicht gewesen sein. Denn wer ein Gehirn hat, schafft seinen Schulabschluss, macht eine Berufsausbildung und hat soziale Bindungen. Er aber hatte nichts von dem, und dennoch entfaltete er eine enorme Macht. Wie es dazu kam, soll, so heißt es in seiner „Programmschrift“, die er im Knast mühsam aufs Papier kritzelte, Buchstaben für Buchstabe, angekündigt und erklärt haben. Doch das Buch ist sehr wahrscheinlich ein Plagiat, abgeschrieben aus dem Werk eines US-amerikanischen Autors, mutmaßlich falsch übersetzt und mit hirnlosem und antisemitischem Gefasel ergänzt. Das böse Plagiat ist in Deutschland unter Verschluss. Nun aber will ein britischer Verleger Auszüge aus dieses Abschrift an deutsche Kioske bringen. Newsbattery jedoch ist nicht nur schneller, sondern auch innovativer und publiziert einen Auszug des Originals.

Bei der Erforschung der Neigungen und Triebe, der prima mobilia der Menschenseele, haben Psychologen stets einen Hang übergangen, der, obwohl er sichtbar und deutlich als, ursprüngliches, nur auf sich selbst zurückzuführendes Gefühl vorhanden ist, auch von den Moralisten, ihren Vorgängern, übersehen wurde. Wir alle haben ihn, durch die törichte Anmaßung unseres Verstandes unaufmerksam gemacht, nie beachtet, ja selbst der Möglichkeitsgedanke ist uns nie gekommen, weil wir das Bedürfnis nicht fühlten, die Tatsache jener Neigung, jenes Hanges festzustellen.

Was soll ich noch hinzufügen? Heute trage ich Ketten und bin hier! Morgen bin ich fessellos, doch wie?

Den vollständigen Originaltext in deutscher Übersetzung finden Sie in „Der Geist des Bösen“ von Edgar Allan Poe.


Fotos, die seine Hackfresse zeigen, müllen das Internet voll.
Teil einer Übersicht aus Google

FDP-Mann Birkner auf Asbest-Abwegen

Niedersachsen hat ein Problem: Eine Giftmüllhalde in Wunstorf, die Hinterlassenschaft eines Unternehmens, das längst nicht mehr existiert. Arsen und Asbest, besonders Asbest, soll die Halde enthalten. Und weil die Fläche einen lukrativen Baugrund zur Ansiedlung eines Speditionsunternehmens darstellt, soll sie mit EU-Mitteln abgetragen werden. Den gefährlichen Dreck sollen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern übernehmen, doch die weigern sich.

Die FDP scheint ein Hort für Sonderlinge geworden zu sein; Politiker mit irrelevanten Ansichten und öffentlich vielfach nicht nachvollziehbaren Handeln. Auf Bundesebene sorgten die Herren Doktoren Guido Westerwelle und Phillip Rösler für Aufsehen mit Negativ-Image. Auf Landesebene scheint ihnen nun Niedersachsens designierter Umweltminister Stefan Birkner, ebenfalls FDP-Mitglied, folgen zu wollen. Er pöbelt gegen einen Beschluss von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), den niedersächsischen Dreck nicht ins Land lassen zu wollen. Der bei den konservativen niedersächsischen Regierungs-Politikern beliebten BILD-Zeitung sagte er, er sei „äußerst erstaunt, wie wenig hier eine länderübergreifende Solidarität geübt wird“, Niedersachsen habe auch viele Lasten für andere übernommen. „Wenn jedes Land hier seine eigene Kirchturmpolitik betreibt, dann wird das ganze System ad absurdum geführt.“ Er halte es für verantwortungslos, dass ein Ministerpräsident eines Landes die Annahme von Abfällen aus nicht sachlichen Gründen ablehnt.

Naturschützer Arndt Müller vom BUND Mecklenburg-Vorpommern schmunzelte, von Newsbattery darauf angesprochen, über Birkners Behauptung und vermutet, dass dieser den Giftmüll von der Halde in Wunstorf mit Atommüll vergleichen könnte.

Doch wer in Deutschland solche unsachlichen Vergleiche anstelle, hat wohl die „Arschkarte“ gezogen; schließlich wird der Atommüll nicht so ungesichert wie bei vorgesehenen 70.000 Lastwagentransporten aus Wunstorf als lose Abraum-Schüttung auf Lastwagen nach Gorleben transportiert.

So bleibt Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung trotz Kritik aus Niedersachsen bei ihrem Nein zu den geplanten Asbestmülltransporten auf die Sondermülldeponie Ihlenberg in Nordwestmecklenburg. Sie habe einen sachlichen Grund, warum sie die Transporte ablehnt, sagt Regierungssprecher Andreas Timm heute in Schwerin. Es sei hoch problematisch, einen gefährlichen Stoff wie Asbest über eine so weite Strecke zu transportieren. Und das von der Landesregierung in Auftrag gegebene Gutachten zeige, dass es rechtlich auch nicht zulässig wäre, die Transporte so wie geplant durchzuführen.

Um die Transporte nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern durchsetzen, hatte sich Niedersachsen vom TÜV die Ungefährlichkeit nach Testfahrten bestätigen lassen. Die Testfahrten wurden in etwa so durchführt, wie sie später stattfinden sollen: Mit einem Kipplastwagen und eine Abdeckplane über den Abraum. Reporter des NDR-Fernsehens fanden jedoch heraus, dass der Abraum der Testfahrten vom Rand der Halde stammt und nahezu keinen Asbest enthielt. Wir sind gespannt, welche Mauscheleien sich Niedersachsens Landesregierung noch einfallen lässt, um Platz zu schaffen für eine Spedition, der man das Gelände billig zu überlassen scheint. Doch warum diese Großzügigkeit angesichts der enormen Kosten für den Abtransport der Asbest-Halde? Hatte Niedersachsens Ex-Ministerpräsident Wulff (CDU) da noch seine Finger im Spiel gehabt, um sich für ihm erwiesene Gefälligkeiten zu bedanken?

COSTA CONCORDIA: Kapitän schrammt an Wahrheit

Auf der Insel Giglio unterhalb der Straße Via dell‘Arenella gibt es zwei Landzungen. Vor der südlichen dieser beiden Landzungen liegt derzeit das gekenterte Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“. Laut SPIEGEL habe der Kapitän des Schiffes, Francesco Schettino, gesagt, das Schiff sei auf dem Weg von Civitaveccia nach Savona über einen in nautischen Karten nicht verzeichneten Felsen geschrammt.

Gila Akkers / Guido Bock / Harald Haack / J.J. Maryse - Es ist schon eigenartig, welche Nachrichten es über dieses Schiffsunglück gibt: Die Schiffsführung habe die Passagiere nach dem offensichtlichen Zusammenstoß mit einem Felsen mit falscher Information zu beruhigen versucht; die Besatzung habe für den Notfalleinsatz nicht ausgebildet gewirkt und sei in Panik geraten; es sei „Tradition“ der italienischen Reederei, das Schiff ganz dicht an der Küste der Insel Giglio verbeifahren zu lassen, weil etliche der Besatzungsmitglieder von dieser Insel stammen; der Kapitän behauptet, das Schiff sei über einen auf nautischen Karten nicht verzeichneten Felsen geschrammt und anschließend habe man das Schiff dicht an die Insel heran manövriert.

Auf Fotos vom havarierten Schiff ist ein Felsbrocken zu sehen, der auf der Backbordseite des Schiffes im aufgerissenen Rumpf steckt. Das Schiff liegt gekentert auf der Steuerbordseite liegend gut 30 Meter von der felsigen Steilküste der Insel entfernt. Und das sonderbare ist, das Google Earth einen aus dem Wasser ragenden Felsen an genau jener Position zeigt, an der sich das Schiff derzeit noch befindet. Ein Felsen, etwas kleiner als der Felsbrocken auf dem Bild in Google Earth, steckt seitlich im Rumpf des Schiffes. Damit dürfte die Behauptung des Kapitäns eine Schutzbehauptung sein. Der Kurs des Schiffs führte offensichtlich zwischen der Steilküste der Insel und dem aus dem Wasser ragenden Felsen. Es ist doch wirklich blöd, dass es Google Earth gibt und die Behauptungen des Kapitäns als Lügen entlarvt. Oder sind die italienischen Seekarten dermaßen schlecht, dass ein solcher Felsbrocken, der aus dem Orbit um die Erde zu erkennen ist, nicht eingetragen ist?


Insel Giglio, Unglücksposition
Foto: DigitalGlobe / Terra Metncs / Europa Technologies / Newsbattery.eu


Felsen an der Unglücksposition vor der Küste der Insel Giglio
Foto: Google Earth / Digital Globe / Newsbattery.eu

Aktualisierung von 11:45 MEZ, 15. Januar 2012

Nach einer Aufzeichnung des Schiffskurses von marinetraffic.com hat das Schiff seinen Kurs am Freitag, den 13. Januar 2012 um 21:53 MEZ (20:53 UTC) im Tiefwasserbereich im Tyrrhenischen Meer in Nähe der Insel Giglio (ca. 500 Meter zur derzeitigen Position) geändert. Laut SPIEGEL-Online habe es an Bord des Schiffes um 21.45 Uhr einen großen Knall gegeben und die Lichter seien plötzlich ausgegangen: „Offenbar hat das riesige Schiff einen Felsen gerammt.“ (Mutmaßung von SPIEGEL-Online) Der Kurs wurde noch bis 22:02 MEZ aufgezeichnet. Er führte von der Insel weg und in Richtung Norden. Das Schiff liegt derzeit um ca. 180° gedreht vor dem felsigen Steilufer einer Landzunge der Insel.


Der Kurs der Costa Concordia am 13.1. 2012 von 21:53 bis 22:02 MEZ (20:53 bis 21:02 UTC)
Foto: marinetraffic.com / Newsbattery.eu


Aktualisierung von 11:45 MEZ, 15. Januar 2012

Einmal davon abgesehen, dass der Kapitän noch vor den Passagieren das Schiff verließ, bleibt immer noch die Frage nach der Unglücksursache. Das war sicherlich ein Felsen im Meer. Aber wie konnte es dazu kommen, dass das Schiff mit diesem Felsen kollidierte? Unter den vielen „Experten“, die sich in den Medien mit einem Mal tummeln und ihr Wissen preisgeben, ist auch der Brite Malcolm Latarche, der im Magazin „IHS Fairplay Solutions“ der britischen Nachrichtenagentur PA vermutet, ein Stromausfall könne die Navigation des riesigen Schiffes beeinträchtigt haben. Tatsächlich berichteten Passagiere von einem Stromausfall; es sei außerdem ein lauter Knall gehört worden. Latarche meint, es könnte zu einer Explosion im Maschinenraum gekommen sein. Ähnliches sei im September 2010 auf dem Kreuzfahrtschiff „Queen Mary 2“ geschehen sein, als das Schiff sich in der Nähe von Barcelona aufhielt. Damals habe eine Störung zu einer Fehlfunktion bei den Generatoren geführt, die die Motoren des Schiffes versorgten. Sollte dies auch auf der „Costa Concordia“ passiert sein und hätte die Stromversorgung unterbrochen, dann sei es möglich, dass das Schiff nicht mehr zu steuern war. Malcolm Latarche: „Das System muss neu gestartet werden. Die meisten dieser Systeme haben ein automatisches Back-up, aber es braucht Zeit, bis dieses angeht. Der Grund könnte aber auch ein ganz anderer sein.“

Newsbattery fiel auf, dass sich das Schiff um 21:53 MEZ ca. 500 Meter östlich der nördlichen Landzunge der Insel Giglio befand. Wenn man annimmt, dass der AIS-Transponder, der zum Sicherheitssystem des Schiff zählt und dessen Position an Landstationen und andere Schiffe funkt, durch den Stromausfall zu einem Versatz um diese 500 Meter in westlicher Richtung geführt hatte, dann hätte das Schiff in der Dunkelheit mit seiner Backbordseite direkt einen Felsen vor der nördlichen Landzunge touchiert. Das Schiff hatte, dies belegen Fotos, den Felsen von seinem Sockel gerissen und im Schiffsrumpf mitgehen lassen. Vielleicht ja wird es den Ermittlern möglich sein, die Herkunft dieses Felsens im Schiffsrumpf zu klären, und vor allem, wie das Schiff anschließend um gut 180° gedreht vor die südliche Landzunge gelangte.


Foto: Newsbattery.eu mit Material von marinetraffic.com und Google Earth


Aktualisierung von 11:45 MEZ, 16. Januar 2012

Gerüchte machen die Runde. Offensichtlich hat niemand gesehen, wie das Schiff die Felsen „Le Scole“ südlich der derzeitigen Position des Schiffes touchierte, aber auf der kleinen Insel Giglio vertrauten angereiste Journalisten den Wortern der Insulaner, demnach das Schiff nur an „Le Scole“ angestoßen sein könne; schließlich habe man seit Jahren schon vor diesen scharfkantigen Granitfelsen gewarnt. Und so wurde aus dem Gerücht in den internationalen Medien – einer schreibt vom anderen ab – eine ominöse „Wahrheit“. Und niemand stört sich daran, dass es Aufzeichnungen des Schiffkurses gibt, die dagegen sprechen. Doch die Aufzeichnungen, das muss eingeräumt werden, können durch Fehler oder absichtliche oder unabsichtliche Manipulation des AIS-Transponders an Bord des Schiffs einen geografischen Versatz des Kurses anzeigen. Doch nehmen wir einmal an, die klugen Insulaner hätten recht mit ihrer Vermutung, das Schiff habe die Felsengruppe „Le Scole“ gestreift und verschieben den aufgezeichneten Kurs des Schiffs auf dem Satellitenbild so, dass der Kurswechsel um 21:53 MEZ an „Le Scole“ stattgefunden hat, und fügen einen hypothetischen Kurs bis zur derzeitigen Position des Schiffs hinzu. Dann wäre die Unglücksursache, ein zu nahes Navigieren an den Klippen der Insel, mutmaßlich verursacht durch verzerrte Daten und daraus entstandene falsche Darstellung auf dem Navigationsmonitor des Schiffes plausibel. Und: Es sollte Geologen möglich sein, die Herkunft des Felsens im Schiffsrumpf mittels Vergleichsproben zu ermitteln. Eine frische Abbruchstelle an „Le Scole“ wurde allerdings mutmaßlich noch nicht gefunden. Darüber herrscht derzeit Schweigen. Siehe nachfolgende Bilder.


Aufgezeichneter und hypothetischer Kurs.


Die Felsengruppe „Le Scole“ im Satellitenbild.
Fotos: Google Earth / marinetraffic.com / Newsbattery.eu


Aktualisierung von 17:20 MEZ, 16. Januar 2012

Gestern wollen Retter auf der COSTA CONCORDIA noch Klopfzeichen Eingeschlossener gehört haben. Heute nun mussten sie, nachdem mittels Laserdistanzmessung beobachtet wurde, dass sich das Schiff um mehrere Zentimeter bewegte, die Rettungsarbeiten abbrechen, um nicht mit dem Schiff in die Tiefe gerissen zu werden. Es wird ein Abrutschen des Schiffes befürchtet. Ungeachtet der Messungen behauptete der Präsident und CEO von Costa Cruises, Pierluigi Foschi, das Schiff bewege sich nicht einen Zentimeter. Laut Angentur ANSA wies er darauf hin, der Umweltschutz sei ein vorrangiges Anliegen für sein Unternehmen. Wie aber konnte es dazu kommen, dass er die Fahrt des Schiffs durchs Naturschutzgebiet bisher gebilligt hatte? Und warum hatte das Schiff zu wenig Schwimmwesten an Bord, wie Passagiere berichteten? Und warum wussten einige Besatzungsmitglieder nicht, wie man die Rettungsboote ausklinkt? Unbeirrt lobte Foschi den inzwischen in Untersuchungshaft einsitzenden Kapitän und die Besatzung als Helden. Er scheint zu wissen, was an Klagen seitens der Passagiere und Behörden auf sein Unternehmen zukommt. Aber was nützt ihm dabei sein momentanes italienisches Schauspiel?

ANSA berichtet, das Unternehmen Costa Crociere habe einige Firmen damit beauftragt, eine Möglichkeit zu finden, die COSTA CONCORDIA mit luftgefüllten Ballons zu heben, um es von Schleppern abzuschleppen. Das in Genua ansässige Unternehmen Costa Crociere soll, im Gegensatz zu Costa Cruises, inzwischen von Kapitän abgerückt sein. Es scheine, der Kapitän habe Beurteilungsfehler gemacht, die schwerste Folgen hatten. Das Unternehmen ließ ausserdem verbreiten, es sehe so aus, als seien die Entscheidungen des Kapitäns in der Notsituation nicht den üblichen Regeln von Costa Crociere gefolgt.


Aktualisierung von 23:20 MEZ, 16. Januar 2012

Morgen muss sich der in U-Haft einsitzende Kapitän der COSTA CONCORDIA den Fragen eines Untersuchungsrichters stellen müssen. Gefängniswärter haben den Befehl erhalten, ihn so häufig wie möglich zu überprüfen, weil er als suizidgefährdet gilt. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, beschäftige ihn die Last der Vorfälle gegen ihn. Sein Anwalt Leporatti Bruno soll gesagt haben, er habe gesehen, wie verzweifelt Kapitän Schettino sei, der sich eine Zelle mit zwei anderen Gefangenen teilen muss. Für ihn wurde noch nicht die höchste Überwachungsstufe vorgesehen, aber das sei in Sicht. Schettino erhielt Besuche von einem Psychologen und auch von Senator Mark Philippi (Demokratische Partei). Kapitän Schettino erwartet morgen die Anklage wegen mehrfachen Mordes und Totschlag und Sachbeschädigung und dem Verlassen des Schiffes.


Aktualisierung von 23:50 MEZ, 17. Januar 2012

Der französische Filmemacher Jean-Luc Godard hatte seinen 2010 in Cannes uraufgeführten Kinofilm „Film Socialiste“ auf der COSTA CONCORDIA gedreht. Das am vergangenen Freitag-Abend vor der Ostküste der Insel Giglio havarierte Schiff beherbergt in dem Kinofilm eine dekadente Gesellschaft Schiffsreisender. Neben banalen Alltäglichkeiten auf dem Schiff zeigt Godard wie UN-Vertreter und Kriegsverbrecher aufeinander treffen und Passagiere lustlos durchs exklusive Interieur wandeln: Godards zynische Attacken gegen Dekadenz und Bourgeoisie.


Trailer von Godards Film „Film Socialiste“: Für Schnellseher.

„COSTA CONCORDIA, ein Erlebnis.
Amateur-Video mit Fotos, Zappelbildern und Kommentaren, die jetzt nach dem Unglück (unfreiwillig) komisch wirken: „Die abendlichen Shows waren spitze.“
Vor einem Jahr veröffentlicht.

news.sky.com: How The Costa Concordia Cruise Crash Happened


Aktualisierung von 16:40 MEZ, 19. Januar 2012

Die Reederei Costa Crociere hat den Kapitän der „Costa Concordia“, Francesco Schettino, vom Dienst suspendiert. Sie werde ihn auch nicht verteidigen, soll ein Anwalt des Unternehmens gesagt haben. Ihm drohen nicht nur Strafverfahren, sondern auch Schadensersatzforderungen der Reederei, die sich als Opfer sieht. Gegen sie aber soll es eine Sammelklage auf Schadenersatz und Schmerzensgeld seitens Verbraucherschützer und Passagiere geben.

Das havarierte Schiff liegt auf der Kante eines Felsvorsprungs, von dem aus es steil in die Tiefe geht: circa 100 Meter. Durch erneut stürmische See Wetter laut Wetterprognosen, könnte es wieder Bewegung geraten und über die Kante in die Tiefe rutschen.


Aktualisierung von 21:15 MEZ, 19. Januar 2012

Laut der ARD-Tagesschau hatte ein Passagier des havarierten Schiffes 40 Minuten nachdem das Schiff die Klippen vor der Insel Giglio touchiert hatte und als der Maschinenraum schon überflutet war, privat bei der Küstenwache angerufen und mitgeteilt, dass es auf dem Schiff erhebliche Probleme gebe, ihm sei alles auf den Kopf geflogen. Der Mitschnitt dieses ersten Telefonats zwischen der Küstenwache in Livorno und der Kommandobrücke der COSTA CONCORDIA wurde nun in Italien bekannt. Demnach habe der Offizier am Funk die Küstenwache „bewusst belogen“, so die Tagesschau auf Ihrer Webseite. Ob er auf Befehl handelte, wisse man nicht. Klar sei aber, dass damit die Rettungsaktion verzögert wurde und dass deshalb Menschen ums Leben kamen, die vielleicht nicht hätten sterben müssen. Die Küstenwache wurde mit dem Hinweis „Wir halten Sie auf dem Laufenden“ abgewimmelt. Misstrauisch geworden soll dann die Küstenwache Großalarm ausgelöst haben.


Aktualisierung von 15:00 MEZ, 20. Januar 2012

Bisher konzentrierten sich Ermittler auf Kapitän Francesco Schettino, doch nun gerate zunehmend auch der Schiffsbetreiber in die Kritik, schreibt The Guardian und beruft sich auf italienische Medien. Costa Crociere habe möglicherweise gezögert den Evakuierungsbefehl zu geben, um Entschädigungsforderungen in Millionenhöhe zu verhindern.


Aktualisierung von 11:15 MEZ, 21. Januar 2012

Die italienische Reederei „Costa Cruises“ gerate nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ vor der Insel Giglio zunehmend unter Druck, schreibt ARD-Korrespondent Carsten Kühntopp für die Tagesschau. Offenbar wusste die Reederei schon früher von den riskanten Vorbeifahrten an der Insel. „Costa Cruises“ habe auf ihrer Webseite einen begeisterten Erlebnisbericht von einer solchen Vorbeifahrt vom August 2010. Kapitän auch damals: Francesco Schettino.

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Ein Ruck muss durch Wuff gehen

Wuff ist unser Hofhund; ein harmloses Sensibelchen mit aalglattem Fell. Zuerst wollte ihn niemand haben, aber dann hatte die Chefin ihn durchgesetzt.

Zu seinen Fehlern zählte, dass er sich willig herumreichen ließ. Noch vor Jobbeginn nächtigte er bei einer ominösen Persönlichkeit, die ihm zeitweise Hütte und Fressen spendierte. Das wäre nicht aufgefallen, wenn nicht auch andere eigenartige Gestalten ihn zu ihren Freund gemacht hätten, ihm ebenfalls Reisen, Hütten und Fressen hinsetzten, was Argwohn und Zorn in der Meute gemeiner, neidischer Straßenköter erregte.

Sein größter Fehler aber ist wohl, dass er nun ständig bellt und sich sogleich winselnd dafür entschuldigt, um sofort erneut zu bellen, zu knurren, um auf seine hündische Art Krieg anzudrohen. Deshalb: Durch unseren Wuff muss ein Ruck gehen, damit – wir ihn nicht ins Tierheim abschieben müssen. Schlimmer noch: Er könnte als gefährlich eingestuft werden, kriegte einen Maulkorb verpasst und wir müssten zur Strafe den vierfachen Satz der Hundesteuer für ihn bezahlen. Damit dies nicht geschieht, haben wir beschlossen, der Chefin den Job zu kündigen. Sie hat ihn verbockt und schließlich gibt es in unserem Betrieb die Mitbestimmung – auch wenn es ihr nicht passt und sie die am liebsten abgeschafft hätte. Aber wir sind wer! Und wir haben sogar beschlossen, Wuff herumzureichen. Jeder darf ihn mal aufnehmen, ihm Hütte und Fressen geben und vielleicht lernt er dann auch Kunststückchen wie Würde, Genügsamkeit und all das, was ihm noch fehlt. Das Jahr ist lang… Jedenfalls: Aussitzen scheint er schon gelernt zu haben.

WUFF! Beifuss! So ist’s gut. Ja, brav. Und nun: PLATZ!




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