Die nackte Kanone G20: Sarkozimatie ersetzt Diplomatie

Nicolas Sarkozy war schon immer ein Freund feuriger Worte, was einst in Frankreich Brandstifter unter jugendlichen Migranten mobilisiert hatte. Das Abfackeln von Autos wurde zur bitterbösen Mode und fand auch in anderen Ländern Nachahmer. Nun aber erleben wir erneut das Entfachen eines alten Flächenbrandes. Auf dem G20-Gipfel schimpfte Nicolas Sarkosy gegenüber US-Präsident Barack Obama über seinen israelischen Kollegen Benjamin Netanjahu und bekannte, er könne ihn nicht ausstehen, er sei ein Lügner.

Harald Haack - Es sei „nur eine kleine technische Panne“ gewesen, schreibt SPIEGEL-Online und beruft sich auf die Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf die französische Zeitung „Le Parisien“ bezieht und die wiederum auf die Website „Arrêt sur images“. Und die beschriebene Szene hätten Jim Abrahams und Jerry Zucker in ihren Kino-Komödien „Die nackte Kanone“ nicht peinlicher darstellen können: US-Präsident Barack Obama und Frankreichs Premier Nicolas Sarkozy gingen aber nicht wie der tollpatschige Lieutenant Frank Drebin, gespielt in den Filmen von Leslie Nielsen, zum Pissoir und vergaßen ihr Funkmikrofon, was Pinkelgeräusch und Gesang mitten in die Rede der Bürgermeisterin Los Angeles übertrug, sondern sie unterhielten sich in einem „Nebenraum“ und nutzten die drahtlose Technik zur Verständigung. Dienstbeflissen übersetzten die in Kabinen hockenden Dolmetscher ihre Worte – und die in der Nähe auf eine Pressekonferenz wartenden Journalisten, schon ausgestattet mit verteilten Übersetzungskopfhörern, konnten angeblich alles mithören.


Kommunikation in einem Nebenraum
© cartoon: IKKANOOR

Es sei nicht bekannt, schreibt SPIEGEL-Online, „in welchem Punkt Sarkozy Netanjahu genau der Lüge bezichtigt.“ Aber Obama soll darauf geantwortet haben: „Du bist ihn leid, aber ich habe jeden Tag mit ihm zu tun!“ Der wenig schmeichelhaften Einschätzung sei eine kritische Aussage Obamas vorausgegangen, so SPIEGEL Online.





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