Schwarzes Loch in Europa entdeckt

Eine gute und eine schlechte Nachricht: Der für gestern von einer Weltuntergangsvorhersage-Sekte vorhersagte Weltuntergang hat nicht stattgefunden, doch auf unserem Planeten wurde ein Schwarzes Loch entdeckt; lokalisiert werden konnte es in Südost-Europa.

Harald Haack - Jean-Claude Juncker, Euro-Gruppenchef, hat es am heutigen Samstag in Brüssel verkündet. Das Schwarze Loch verschlinge alle bisherigen Anstrengungen zur Rettung Griechenlands. Die vielen Milliarden von Euro, die man schon „ins Land“ (die Großbanken) habe pumpen wollen, reichten nicht aus, um das riesige Loch zu stopfen. Nach dem Bericht eines dubiosen und zerstrittenen Haufens von Fachleuten, der „Troika“ genannt wird, bestehend aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, habe man sich verschätzt. Ja, richtig: „verschätzt“ – gerechnet wird also nicht, wenn es um Griechenlands Schulden geht. Auf zehn Seiten der so genannten „Schuldentragfähigkeitsanalyse“ wird das erklärt: Statt 109 Milliarden, müsste man nun geschätzte 252 Milliarden Euro in Schwarze Loch pumpen.

Doch woher soll das Geld kommen, um in dem Schwarzen Loch zu verschwinden? Vielleicht aus CSU-Seehofers Steckenpferd, der PKW-Maut für deutsche Autobahnen? Oder erhält der BND, der wieder einmal mit Dienstleistungen für Geheimdienste anderer Staaten auffiel – nach Informationen des Nachrichtenmagazins SPIEGEL war Deutschland über den BND an der Hatz nach Gaddafi in Libyen stärker beteiligt als bisher bekannt – aus dem Vermögen des Diktators von angeblich mehr als 200 Milliarden Dollar einen Anteil, um ihn dann zusätzlich im Schwarzen Loch versenken zu können?

Einig sind sie sich nun, die so genannten Fachleute der Troika, dass Europa jetzt handeln muss, um am kommenden Montag eine Panik an den Finanzmärkten zu verhindern. Aber vorher wird noch in den Großbanken und von deren Troikaner das Auftrittslied des Grafen Danilo aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár in leichter Abwandlung gesungen:

O Griechenland du machst bei Tag
Mir schon genügend Müh und Plag!
Die Nacht braucht jeder Diplomat
Doch meistenteils für sich private!
Um Eins bin ich schon im Büro,
Doch bin ich gleich drauf anderswo,
Weil man den ganzen lieben Tag
Nicht immer im Büro sein mag!
Erstatte ich beim Chef Bericht
So tu‘ ich meistens selber nicht,
Die Sprechstund‘ halt‘ ich niemals ein,
Ein Diplomat muss schweigsam sein!
Die Akten häufen sich bei mir,
Ich finde ’s gibt zu viel Papier;
Ich tauch die Feder selten ein
Und komm doch in die Tint‘ hinein!
Kein Wunder wenn man so viel tut,
Dass man am Abend gerne ruht,
Und sich bei Nacht, was man so nennt,
Erholung nach der Arbeit gönnt!

Da geh ich zu Maxim,
Dort bin ich sehr intim,
Ich duze alle Damen
Ruf‘ sie beim Kosenamen,
Lolo, Dodo, Joujou
Clocio, Margot, Froufrou,
Sie lassen mich vergessen
Das teu‘re Griechenland!
Dann wird champagnisiert,
Und häufig pamponiert,
Und geht’s an’s Kosen, Küssen
Mit allen diesen Süssen;
Lolo, Dodo, Joujou
Clocio, Margot, Froufrou,
Dann kann ich leicht vergessen.

Danke! Geht’s noch? Nun mal im Ernst:

Banken zerlegen und demokratisieren
Attac kritisiert Bankenrettungspläne der EU: „Im Vorfeld des EU-Gipfels am kommenden Sonntag kritisiert Attac die neuen Bankenrettungspläne der europäischen Regierungen als Krisenverschleppungspolitik. Die Pläne der europäischen Regierungen sehen vor, erneut Steuergelder für die Rettung von Banken zu missbrauchen, ohne konsequent die Regeln des Spiels zu verändern. Die Banken in ihrer jetzigen Form zu rekapitalisieren, verlängert die Krisendynamik, denn eine zentrale Ursache, nämlich der aufgeblähte Finanzsektor, bleibt so außen vor. Stattdessen muss es zuallererst darum gehen, die Banken zu verkleinern, sodass sie nicht mehr in der Lage sind, Staaten zu erpressen. Banken müssen pleite gehen können. Es ist inakzeptabel, dass sie mit hochriskanten Geschäften irrsinnige Gewinne machen und sich auch noch darauf verlassen können, dass die Allgemeinheit sie rettet, wenn es schief geht.

Deshalb fordert Attac einen anderen politischen Umgang mit den Pleite-Banken: Die Banken müssen vergesellschaftet und demokratisch kontrolliert werden. Die Vergabe von Steuergeld ist an strenge Auflagen zu koppeln. Zum Beispiel müssen sämtliche Geschäfte in Steueroasen sofort beenden werden. Die Banken müssen sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: Spareinlagen verwalten und die produktive Wirtschaft mit Krediten versorgen.

Die von europäischen Regierungen derzeit diskutierte und von Finanzminister Schäuble geforderte Eigenkapitalquote von neun Prozent ist viel zu niedrig. In der Schweiz liegt sie bei knapp unter 20 Prozent. Eigentlich muss sie 30 Prozent betragen, damit die Banken einigermaßen krisenfest werden.

Im Vorfeld des EU-Gipfels werden am Samstag in zahlreichen Städten weitere Aktionen stattfinden, an denen Attac teilnimmt, unter anderem in Berlin, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln, Kiel, München und Schwerin.“

Übrigens, Wikipedia sagt: „Die Tragödie (Trauerspiel) ist eine Form des Dramas und neben der Komödie die bedeutendste Vertreterin dieser Gattung. Sie lässt sich bis in das antike Griechenland zurückführen.“

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