Autobahn bald bis Helgoland?

Wegen ausfallender Schiffsverbindungen gerät Deutschlands Hochseeinsel Helgoland laut Bürgermeister Jörg Singer in Schwierigkeiten. Im November solle es deswegen „Gespräche mit der Landesregierung“ in Kiel geben. Ist ein Ausbau der A23 über St. Peter-Ording bis nach Helgoland vorgesehen?

Harald Haack – Das Projekt wäre, wenn es denn existieren sollte, weitaus gigantischer als die geplante Fehmarn-Belt-Querung mittels „Supertunnel“, der voraussichtlich mehr als 5 Milliarden Euro kosten soll. Die Helgoland-St.Peter-Ording-Querung, egal, ob als Tunnel oder Brücke, wäre, von der L 33, der Eiderstedter-Straße in St. Peter-Ording, bis zur Helgoländer Düne gut 48 Kilometer lang. Voraussichtliche Kosten, gemessen am Bauvorhaben der Fehmarn-Belt-Querung: 13 Milliarden Euro.

Schon einmal hatte es Gespräche mit der Landeregierung gegeben. Heraus gekommen waren der Windpark Helgoland und das Vorhaben den Südhafen von Deutschlands einziger Hochseeinsel zu einer Service- und Betriebsstation für den Windpark auszubauen, wie Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager nach einem Spitzengespräch mit Vertretern der Energiekonzerne von RWE, Eon und WindMW am 12. 9. 2011 angekündigt hatte.

Helgolands Hotelier Detlev Rickmers sagt, auf Helgoland sei inzwischen eine Notlage entstanden, weil für Urlauber keine verlässliche An- und Abreise möglich sei, die Insel sei an 17 Tagen vom Festland abgeschnitten gewesen und seit Juli seien 127 Schiffsverbindungen ausgefallen. Birte Dettmers, Sprecherin der Reederei Helgoline, verwies auf eine Saison mit sehr schlechtem Wetter und viel Sturm.

Ins Gespräch gebracht hatten sich die Insulaner zuletzt mit dem Vorhaben der „Insel-Verdopplung“ mittels Aufschüttung, womit zwischen Felseninsel und Düne zusätzlich bis zu 100 Hektar Fläche entstehen sollen.

Im Sommer 2010 hatte es noch so ausgesehen, als habe man sich auf Helgoland gegen das Vorhaben eines Hoteliers und Bauunternehmers entschieden. Doch dann votierten die Insulaner mit großer Mehrheit für das spektakuläre Vorhaben, wie „DIE Welt“ schreibt.

Soll die durch Aufschüttung gewonnene Fläche künftig als Parkplatz der bisher Auto-freien Insel genutzt werden, zulässig aber nur für so genannte „Stromer“, die mit dem Strom aus dem Windpark aufgeladen werden könnten? Soll es in St.Peter-Ording dann einen Verleih solcher Fahrzeuge geben, in deren Mietpreis gleich Maut- und Aufladekosten enthalten wären?


Helgoland ist Deutschlands einzige Hochseeinsel. Im Bild: Das Wahrzeichen der Insel, ein einzeln stehender Felsen namens „Lange Anna“.


Bald Vergangenheit? Ausgebootete Touristen.

© alle Fotos: Harald Haack

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