Feuer auf Nordsee-Fähre „Hafnia Seaways“

Gestern Abend war es auf dem unter britischer Flagge fahrenden Ro-Ro-Schiff „Hafnia Seaways“ zu einem Feuer gekommen. Der Unglücksort befand sich ca. 12 Seemeilen nördlich der Ostfriesischen Inseln Langeoog und Spiekeroog in der Deutschen Bucht.

Harald Haack – Nach einer bisher unbestätigten Meldung war das Feuer auf dem Schiff „Hafnia Seaways“ ((L:187m, B: 31m) in der Sauna ausgebrochen. Als das Havariekommando in Cuxhaven, eine gemeinsame Einrichtung des Bundes und der Küstenländer, gegen 19.30 Uhr die Gesamteinsatzleitung zur Rettung von Passagieren und Mannschaft und Feuerlöscharbeiten übernahm, befand sich das Schiff etwa 12 Seemeilen nördlich der Inseln Langeoog und Spiekeroog. Zu diesem Zeitpunkt war das Feuer mutmaßlich noch nicht unter Kontrolle und konnte angeblich nicht mit Bordmitteln gelöscht werden. Gegen 22.30 Uhr hatte das Schiff aber schon wieder seinen Kurs in Richtung Cuxhaven mit ca. 16 Knoten Geschwindigkeit aufgenommen. Der Seenotrettungskreuzer „Hermann Marwede, der Notschlepper „Nordic“ und das Fischereischutzschiff „Seefalke“ waren beim brennenden Schiff. Nach Angaben des Havariekommandos sollten eine Brandbekämpfungseinheit (BBE) der Feuerwehr Brunsbüttel mit einem Hubschrauber der Deutschen Marine („Seaking“ ) zum Havaristen geflogen werden. Eine weitere BBE aus Brunsbüttel war ebenfalls angekündigt. Zusätzlich sollte sich eine BBE an Bord des Mehrzweckschiffes „Mellum“ von Wilhelmshaven aus auf den Weg machen.

Das in Cuxhaven stationierte Polizei-Boot „Bürgermeister Brauer“ war dem Havaristen entgegen gefahren und hatte es ca. 4,5 Seemeilen nordöstlich der Insel Neuwerk empfangen. Kurz vor Mitternacht erreichte dann die „Hafnia Seaways“ in Begleitung des Seenotrettungskreuzers „Hermann Marwede“ und dem Schlepper „Parat“ in Cuxhaven die Kajenanlage an der Neufelder Schanze und machte gegen 0.30 Uhr fest. Es sollen sich 27 Personen an Bord des Schiffes, das zwischen Immingham und Cuxhaven verkehrt, befunden haben. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Wie es zu dem Feuer gekommen war, wird jetzt von der Polizei ermittelt.


Kurs des Ro-Ro-Schiffes (roll on, roll off) „Hafnia Seaways“ während des Feuerlöscheinsatzes am 19. Oktober 2011 zwischen 19.30 und 22.30 Uhr.
© marinetraffic.com

Aktualisierung vom 20.10.2011 – 13.42 Uhr:
Nach Angaben des Havariekommandos in Cuxhaven konnten alle Glutnester auf dem Schiff gelöscht werden. Dennoch werde die Feuerwehr weiterhin Brandwache gehen. 4 Passagiere und 2 Besatzungsmitglieder erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. Seelsorger der Psychosozialen Notfallversorgung des Havariekommandos sind an Bord gegangen und bieten ihre Hilfe an. Alle seeseitigen Kräfte wurden zurück gezogen.

Aktualisierung vom 20.10.2011 – 19.40 Uhr:
Brandursache möglicherweise geklärt. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei in Wilhelmhafen sei nicht auszuschließen, dass ein auf dem Ofen abgelegter Gegenstand Feuer gefangen hat. Es sei noch nicht klar, ob es sich um einen technischen Defekt oder um fahrlässige Brandstiftung handelt. Für weitere Untersuchungen wurde der Ofen beschlagnahmt.





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