Weltumsegler Stefan R.: „…als ob man bald über dem Feuer gebraten wird“

Der aus Haselau (bei Pinneberg) stammende Weltumsegler Stefan R. verschwand am 9. Oktober 2011 auf der polynesischen Insel Nuku Hiva. Hatte er eine Vorahnung über seinen bevorstehenden Tod?

Harald Haack - Polizisten, die für Nuku Hiva zuständig sind, fanden bei der Suche nach Stefan R. in einer Feuerstelle menschliche Knochen, Zähne und geschmolzenes Metall. Die Vermutung, dass es sich bei den Überresten um die des Vermissten handeln könnte, kam angeblich vom Staatsanwalt von Französisch-Polynesien, José Thorel. Inzwischen wurde das Ergebnis einer DNA-Analyse bekannt, wonach es sich tatsächlich um Stefan R. handeln soll.

In einem Web-Logbuch hatte er seine Erlebnisse festgehalten. Seine Familie hat inzwischen diese Seiten fürs Internet gelöscht und durch eine Traueranzeige ersetzt:

„Nach 3 Jahren endet die Reise der Baju mit dem tragischen Tod von Stefan. Er ist dort gestorben, wo er sein Leben lang immer gerne sein wollte. Die schrecklichen Umstände seines Todes berühren und schockieren uns. In tiefer Trauer.“

Doch im Google-Cache sind Teile noch vorhanden. So auch sein Logbuch-Eintrag von dem Tag, an dem er verschwand:


„9. Oktober 2011, Taiohae (Haupt’stadt‘ der Marquesas), Nuku Hiva, Marquesas, Französisch Polynesien, Südsee – von Stefan
Mittlerweile können wir den Text, den die Tanzgruppe jeden Abend einübt schon mitsummen, so viele Abende haben wir deren Klänge und Gesang zugehört. Vorgestern Abend wurde auf der historischen Stätte im Dorf am Wasser geübt und gestern tatsächlich in der Hauptstätte oben im Tal mitten im Dschungel. Das Spektakel liessen wir uns, mittlerweile ja schon zum eingefleischten Fanclub zugehörend, nicht entgehen. Und wie erwartet wirkten hier die marquesischen Klänge, die Drums und der Tanz, noch mal viel mehr unter die Haut gehend. Wenn nun dazu alle ihre Kostüme tragen und die Krieger voll bemalt sind, kommt man sich wohl tatsächlich vor, als ob man bald über dem Feuer gebraten wird.“

Seine Familie auf der URL seiner bisherigen Wegseite (Zitat ohne Änderung der Rechtschreibung):< „Stefan ist tod … Es gibt keine Hoffnung mehr – lasst uns gemeinsam an Stefan denken, seine Bilder und seine Geschichten auf uns wirken, seine fröhliche, liebenswerte und positive Einstellung ein Vorbild für uns alle sein.“

Knapp zwei Wochen nach dem mysteriösen Verschwinden des Weltumseglers Stefan R. auf der Südsee-Insel Nuku Hiva haben die Behörden traurige Gewissheit. Die DNA-Untersuchung hat ergeben, dass die in einer Feuerstelle entdeckten menschlichen Überreste von dem vermissten Deutschen stammen. «Der in der Feuerstelle verbrannte Leichnam ist es», erklärte der zuständige Staatsanwalt José Thorel auf der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Französisch-Polynesien am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Auch die gefundenen Zähne belegten dies.

Aktualisierung vom 21.10.2011 – 11 Uhr
Inzwischen haben die für die Südsee-Insel Nuku Hiva zuständigen Behörden durch eine DNA-Untersuchung die Gewissheit erhalten, dass die in einer Feuerstelle entdeckten menschlichen Überreste von Stefan R. stammen. Auch die gefundenen Zähne sollen dies bestätigen. Staatsanwalt José Thorel soll dies am heutigen Freitag der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt haben. Der mutmaßliche Täter – ein einheimischer Jäger – konnte noch nicht gefasst werden. Gemäß eines Gerüchts soll sich die Lebensgefährtin des Seglers noch in der Südsee aufhalten.

Aktualisierung vom 22.10.2011 -12 Uhr
Heike. D., die Lebensgefährtin von Stefan R., schien den Ermittlern mutmaßlich verdächtig, belastete jedoch während eines immerhin dreistündigen Verhörs durch einen Richter weiterhin den flüchtigen Henri H., schreibt die Insel-Postille „La Dépêche de Tahiti“ unter der Rubrik „Faits divers – – Justice“ (Kleinigkeiten – Justiz).

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