Archiv für Oktober 2011

Schäubles fehlerhafte Doppelbuchungen

Was deutsche Steuerzahler schon immer geahnt haben: Das Finanzministerium kann nicht rechnen. Das wurde nun offenbar, als Bundesfinanzminister Schäuble freudig bekannt gab, man habe sich um satte 55,5 Milliarden Euro verrechnet, die nun ein Plus darstellen sollen. Aber wie wurde wirklich gerechnet?

Harald Haack
- Schuld sei wieder einmal der Computer, heißt es als Entschuldigung. Die fehlerhaften Doppelbuchungen seien in der Bilanz aufaddiert worden, anstatt sie voneinander abzuziehen; der Fall solle aber noch genau untersucht werden.

Ich meine, das ist überflüssig, denn Schäubles Berechnungen waren schon immer recht bescheiden – egal, ob als Bundesinnenminister oder nun als Bundesfinanzminister. Und so kommt eine Doppelbuchung nach Schäuble mutmaßlich zustande:

1 + 1 = 11
2 + 2 = 22
3 + 3 = 33
4 + 4 = 44
5 + 5 = 55


= 55 Milliarden. Und die 0,5 Milliarden Euro? Nun, vielleicht waren es 66 Milliarden, wovon 1 Milliarden geteilt wurde, in 2 × 0,5 Milliarden. Ich verstehe aber nicht, wo davon die eine Hälfte geblieben ist. Sie wird sich sicherlich wieder anfinden. Vielleicht kippelte irgendwo im Finanzministerium ein Schreibtisch und man hatte ihm scheineweise ein adäquates Fundament gegeben.

Die Qual der Wahl

Wessen Konterfei auf eine Briefmarke kommt, hat es wahrlich schwer mit der Auswahl des passenden Bildes. Denn schließlich wird ihn das Volk dann von hinten belecken, und gerade das sei das doch Wichtigste (was hinten heraus kommt), hatte mal einer gesagt, der es hätte wissen müssen. Doch er, der mit blenden Wahlkampffotos einst den Sieg errungen hatte, hat nun die Qual der Wahl.

Harald Haack – Eine Briefmarke zu seinen Ehren soll es sein. Aber welches Bild eignet sich dafür? Da helfe nun die ganze Familie mit, was zum gewöhnlichen Gestaltungsprozess bei Briefmarken ungewöhnlich sei, schreibt das Nachrichtenmagazin SPIEGEL. Sie fänden kein Bild, soll eine mit dem Projekt „Kanzlermarke“ „direkt befasste Person“ gesagt haben.

Werden Briefmarken mit dem Bildnis eines deutschen Politikers nicht erst nach dessen Tod produziert?

Man warte auf Vorschläge aus dem Büro des Ex-Kanzlers, soll ein Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gesagt haben. Doch der zu ehrende Ex fühle sich offensichtlich verkohlt mitten in der Euro-Krise auf einer Jubelbriefmarke abgedruckt zu werden. CSU-Bundestagsabgeordnete Ernst Hinsken, der seit Jahren für die Marke des Ex kämpft, kann es mutmaßlich nicht erwarten, dass die Kanzlermarke bald auf aller Zunge sein wird. Er hoffe, dass die Marke bald geklebt werden könne.


Briefmarken-Vorschlag von Newsbattery: Werden wir ihn so in Erinnerung behalten – müssen?
© Newsbattery.eu

Schwarzes Loch in Europa entdeckt

Eine gute und eine schlechte Nachricht: Der für gestern von einer Weltuntergangsvorhersage-Sekte vorhersagte Weltuntergang hat nicht stattgefunden, doch auf unserem Planeten wurde ein Schwarzes Loch entdeckt; lokalisiert werden konnte es in Südost-Europa.

Harald Haack - Jean-Claude Juncker, Euro-Gruppenchef, hat es am heutigen Samstag in Brüssel verkündet. Das Schwarze Loch verschlinge alle bisherigen Anstrengungen zur Rettung Griechenlands. Die vielen Milliarden von Euro, die man schon „ins Land“ (die Großbanken) habe pumpen wollen, reichten nicht aus, um das riesige Loch zu stopfen. Nach dem Bericht eines dubiosen und zerstrittenen Haufens von Fachleuten, der „Troika“ genannt wird, bestehend aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, habe man sich verschätzt. Ja, richtig: „verschätzt“ – gerechnet wird also nicht, wenn es um Griechenlands Schulden geht. Auf zehn Seiten der so genannten „Schuldentragfähigkeitsanalyse“ wird das erklärt: Statt 109 Milliarden, müsste man nun geschätzte 252 Milliarden Euro in Schwarze Loch pumpen.

Doch woher soll das Geld kommen, um in dem Schwarzen Loch zu verschwinden? Vielleicht aus CSU-Seehofers Steckenpferd, der PKW-Maut für deutsche Autobahnen? Oder erhält der BND, der wieder einmal mit Dienstleistungen für Geheimdienste anderer Staaten auffiel – nach Informationen des Nachrichtenmagazins SPIEGEL war Deutschland über den BND an der Hatz nach Gaddafi in Libyen stärker beteiligt als bisher bekannt – aus dem Vermögen des Diktators von angeblich mehr als 200 Milliarden Dollar einen Anteil, um ihn dann zusätzlich im Schwarzen Loch versenken zu können?

Einig sind sie sich nun, die so genannten Fachleute der Troika, dass Europa jetzt handeln muss, um am kommenden Montag eine Panik an den Finanzmärkten zu verhindern. Aber vorher wird noch in den Großbanken und von deren Troikaner das Auftrittslied des Grafen Danilo aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár in leichter Abwandlung gesungen:

O Griechenland du machst bei Tag
Mir schon genügend Müh und Plag!
Die Nacht braucht jeder Diplomat
Doch meistenteils für sich private!
Um Eins bin ich schon im Büro,
Doch bin ich gleich drauf anderswo,
Weil man den ganzen lieben Tag
Nicht immer im Büro sein mag!
Erstatte ich beim Chef Bericht
So tu‘ ich meistens selber nicht,
Die Sprechstund‘ halt‘ ich niemals ein,
Ein Diplomat muss schweigsam sein!
Die Akten häufen sich bei mir,
Ich finde ’s gibt zu viel Papier;
Ich tauch die Feder selten ein
Und komm doch in die Tint‘ hinein!
Kein Wunder wenn man so viel tut,
Dass man am Abend gerne ruht,
Und sich bei Nacht, was man so nennt,
Erholung nach der Arbeit gönnt!

Da geh ich zu Maxim,
Dort bin ich sehr intim,
Ich duze alle Damen
Ruf‘ sie beim Kosenamen,
Lolo, Dodo, Joujou
Clocio, Margot, Froufrou,
Sie lassen mich vergessen
Das teu‘re Griechenland!
Dann wird champagnisiert,
Und häufig pamponiert,
Und geht’s an’s Kosen, Küssen
Mit allen diesen Süssen;
Lolo, Dodo, Joujou
Clocio, Margot, Froufrou,
Dann kann ich leicht vergessen.

Danke! Geht’s noch? Nun mal im Ernst:

Banken zerlegen und demokratisieren
Attac kritisiert Bankenrettungspläne der EU: „Im Vorfeld des EU-Gipfels am kommenden Sonntag kritisiert Attac die neuen Bankenrettungspläne der europäischen Regierungen als Krisenverschleppungspolitik. Die Pläne der europäischen Regierungen sehen vor, erneut Steuergelder für die Rettung von Banken zu missbrauchen, ohne konsequent die Regeln des Spiels zu verändern. Die Banken in ihrer jetzigen Form zu rekapitalisieren, verlängert die Krisendynamik, denn eine zentrale Ursache, nämlich der aufgeblähte Finanzsektor, bleibt so außen vor. Stattdessen muss es zuallererst darum gehen, die Banken zu verkleinern, sodass sie nicht mehr in der Lage sind, Staaten zu erpressen. Banken müssen pleite gehen können. Es ist inakzeptabel, dass sie mit hochriskanten Geschäften irrsinnige Gewinne machen und sich auch noch darauf verlassen können, dass die Allgemeinheit sie rettet, wenn es schief geht.

Deshalb fordert Attac einen anderen politischen Umgang mit den Pleite-Banken: Die Banken müssen vergesellschaftet und demokratisch kontrolliert werden. Die Vergabe von Steuergeld ist an strenge Auflagen zu koppeln. Zum Beispiel müssen sämtliche Geschäfte in Steueroasen sofort beenden werden. Die Banken müssen sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: Spareinlagen verwalten und die produktive Wirtschaft mit Krediten versorgen.

Die von europäischen Regierungen derzeit diskutierte und von Finanzminister Schäuble geforderte Eigenkapitalquote von neun Prozent ist viel zu niedrig. In der Schweiz liegt sie bei knapp unter 20 Prozent. Eigentlich muss sie 30 Prozent betragen, damit die Banken einigermaßen krisenfest werden.

Im Vorfeld des EU-Gipfels werden am Samstag in zahlreichen Städten weitere Aktionen stattfinden, an denen Attac teilnimmt, unter anderem in Berlin, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln, Kiel, München und Schwerin.“

Übrigens, Wikipedia sagt: „Die Tragödie (Trauerspiel) ist eine Form des Dramas und neben der Komödie die bedeutendste Vertreterin dieser Gattung. Sie lässt sich bis in das antike Griechenland zurückführen.“

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Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite gegebenenfalls mit zu verantworten sind. Dieses kann – laut Landgerichtsurteil – nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.

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Autobahn bald bis Helgoland?

Wegen ausfallender Schiffsverbindungen gerät Deutschlands Hochseeinsel Helgoland laut Bürgermeister Jörg Singer in Schwierigkeiten. Im November solle es deswegen „Gespräche mit der Landesregierung“ in Kiel geben. Ist ein Ausbau der A23 über St. Peter-Ording bis nach Helgoland vorgesehen?

Harald Haack – Das Projekt wäre, wenn es denn existieren sollte, weitaus gigantischer als die geplante Fehmarn-Belt-Querung mittels „Supertunnel“, der voraussichtlich mehr als 5 Milliarden Euro kosten soll. Die Helgoland-St.Peter-Ording-Querung, egal, ob als Tunnel oder Brücke, wäre, von der L 33, der Eiderstedter-Straße in St. Peter-Ording, bis zur Helgoländer Düne gut 48 Kilometer lang. Voraussichtliche Kosten, gemessen am Bauvorhaben der Fehmarn-Belt-Querung: 13 Milliarden Euro.

Schon einmal hatte es Gespräche mit der Landeregierung gegeben. Heraus gekommen waren der Windpark Helgoland und das Vorhaben den Südhafen von Deutschlands einziger Hochseeinsel zu einer Service- und Betriebsstation für den Windpark auszubauen, wie Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager nach einem Spitzengespräch mit Vertretern der Energiekonzerne von RWE, Eon und WindMW am 12. 9. 2011 angekündigt hatte.

Helgolands Hotelier Detlev Rickmers sagt, auf Helgoland sei inzwischen eine Notlage entstanden, weil für Urlauber keine verlässliche An- und Abreise möglich sei, die Insel sei an 17 Tagen vom Festland abgeschnitten gewesen und seit Juli seien 127 Schiffsverbindungen ausgefallen. Birte Dettmers, Sprecherin der Reederei Helgoline, verwies auf eine Saison mit sehr schlechtem Wetter und viel Sturm.

Ins Gespräch gebracht hatten sich die Insulaner zuletzt mit dem Vorhaben der „Insel-Verdopplung“ mittels Aufschüttung, womit zwischen Felseninsel und Düne zusätzlich bis zu 100 Hektar Fläche entstehen sollen.

Im Sommer 2010 hatte es noch so ausgesehen, als habe man sich auf Helgoland gegen das Vorhaben eines Hoteliers und Bauunternehmers entschieden. Doch dann votierten die Insulaner mit großer Mehrheit für das spektakuläre Vorhaben, wie „DIE Welt“ schreibt.

Soll die durch Aufschüttung gewonnene Fläche künftig als Parkplatz der bisher Auto-freien Insel genutzt werden, zulässig aber nur für so genannte „Stromer“, die mit dem Strom aus dem Windpark aufgeladen werden könnten? Soll es in St.Peter-Ording dann einen Verleih solcher Fahrzeuge geben, in deren Mietpreis gleich Maut- und Aufladekosten enthalten wären?


Helgoland ist Deutschlands einzige Hochseeinsel. Im Bild: Das Wahrzeichen der Insel, ein einzeln stehender Felsen namens „Lange Anna“.


Bald Vergangenheit? Ausgebootete Touristen.

© alle Fotos: Harald Haack

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‚Meine Wut will nicht sterben‘ – Rammstein-Konzert am Totensonntag verboten

Laut dpa und Konzertagentur MCT habe die Stadt München hat ein ausverkauftes Konzert der Band Rammstein am Totensonntag verboten. Das Kreisverwaltungsreferat habe das Verbot bestätigt. Rammstein solle nun am 22. November in München auftreten. Die Karten behielten ihre Gültigkeit oder könnten beim Ticketshop zurückgegeben werden. Bisher hatte sich die Rockband öfter Ärger mit Behörden eingehandelt, was nicht nur an deren martialischen Auftreten liegen mag, sondern auch an den Songtexten. http://de.affenknecht.com fasst es auf seiner Webseite wie folgt zusammen:

„Die Texte von Rammstein und vor allen Dingen deren Vortrag durch Sänger Till Lindemann sind ein essenzielles Element der Musik und prägen die Wahrnehmung durch Fans und eine breitere Öffentlichkeit deutlich. Dies liegt unter anderem daran, dass häufig sehr kontroverse, tabuisierte und schambesetzte Themen wie Sadomasochismus (Bück dich), Inzest (Spiel mit mir und Tier), sexueller Missbrauch durch Geistliche (Halleluja), Nekrophilie (Heirate mich) und das Spiel mit religiösen Bildern (Asche zu Asche) oder eine außergewöhnliche Sichtweise auf diese gewählt werden. Insbesondere die Lieder auf den frühen Alben Herzeleid und Sehnsucht thematisieren Sex und Gewalt.“

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