Die Welt nach Bin Laden: Fragen verboten

Barna Donavan, angeblich ein Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität St. Peter in New Jersey, sagt, wenn es ein Informationsvakuum gebe, fingen die Leute an zu spekulieren. Sind Fragen verboten?

Hein Hering
– Die Tötung von Bin Laden nützt der Welt wenig, wie sich schon jetzt zeigt. Darin sind sich besonders Politiker einig, wenn auch sie wohl aus Angst vor der Willkür der USA das eher verschwurbelt formulieren. Doch wenn Bürger Fragen zu den Umständen um den Tod Bin Laden stellen, werden sie ganz schnell, auch von hiesigen Mainstream-Medien, wie die ARD-Tagesschau oder SPIEGEL-Online, als „Verschwörungstheoretiker“ moralisierend beschimpft – als wenn deren Meinungsmacher den totalen Durchblick hätten und sich deshalb Recherchen gespart haben. Recherchen aber zählen zum Handwerk von Journalisten, wenn sie nicht zu reinen Plagiatoren verkommen wollen. Und das sind sie meiner Meinung nach nicht erst jetzt geworden. Es ist, als sei das Investigative des Journalismus eine böse Angelegenheit. Das Nachforschen, das Hinterfragen und überhaupt Fragen!

Als Barna Donavan von der Versenkung der Leiche Bin Ladens „im Ozean“ hörte, sei ihm klar gewesen, dass nun Verschwörungstheorien die Runde machen würden, schreibt SPIEGEL-Online. Interessant hierbei der Gigantismus: War zunächst nur die Rede von einer Bestattung im Meer, so ist es nun der Ozean. Was kommt als Nächstes? Hoppla, das war schon wieder eine Frage, und Fragen ist jetzt verboten. Ich will mich schließlich nicht als Verschwörungstheoretiker in eine Ecke stellen lassen, die schon mit Esoteriker, Weltverbesserern und Friedensaktivisten gefüllt ist – ein Lager der „Spinner“. Nein, kein Konzentrationslager. Fragen Sie lieber nicht nach, warum nicht. Keine Fragen – keine Spekulationen.

Also Fakten!

Fanatiker von Bin Laden sollen angeblich in ihrer Wut damit gedroht haben, es werde nun nach der Tötung Bin Ladens Tausende Bin Ladens geben. Ich verstehe das so, und das ist keine Spekulation sondern eine Tatsache, dass seine Anhänger ihm seine Fähigkeit zum Führen abgesprochen und ihn damit als austauschbar erklärt haben. Und damit ist klar, dass er schon vorher für seine Knaller „tot“ war, noch bevor er als Unbewaffneter von den ganz, ganz, ganz harten US-amerikanischen Soldaten erschossen wurde, weil die selbstgerechte Moral der USA das forderte. Die Welt nach Bin Laden: Fragen verboten, moralisieren erlaubt. Der Terror wurde nicht besiegt, er wird gemacht seitens jener, die die Moral auf ihrer Seite wissen. Und deshalb werden die USA so bald keinen Foto-Beweis der angeblichen Leiche Bin Ladens veröffentlichen. Das sei zu „grausig“.





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