Archiv für Mai 2010

Sperrungen des Luftraumes nur eine Presse-Ente?

Trotz Rauchverbots in einigen europäischen Ländern kann er es nicht lassen: Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull . Er raucht wieder und die Deutsche Flugsicherung soll heute, am Sonntag, den Luftraum über München geschlossen haben. Doch warum tummeln sich dort in der Luft noch so viele Flugzeuge?

Henrik C. Sassen – Entweder ist die Meldung über die Schließung von Lufträumen über Süddeutschland eine Presse-Ente oder aber sie soll einen besonderen, noch unbekannten Zweck erfüllen. Tatsache ist, dass gegenwärtig, um 17:58 Uhr, die Lufträume über Deutschland voll sind.


Flugzeug-Getümmel über Deutschland um 18 Uhr am 9. Mai 2010. Lediglich über Irland, Frankreich und Spanien herrscht Leere.
© Kartengraphik: flightradar24.com


Die Aschewolkenfahne (von Island ausgehend) im Wetter-Layer von Google Earth. Screenshot von 20 Uhr.
© Google Earth

Neu: Newsbattery.eu hat Schwester

Newsbattery.eu hat ein Schwesterchen: Unter dem Namen und im Blog „Digital Portfolio“ zeigen wir künftig Fotos und Information; keine „Bild-Zeitung“ wohl aber ein Fotostrip. Redaktionen und Agenturen, die Interesse an den Bildern haben und sie verwenden möchten, erhalten hiermit eine Möglichkeit, die Fotos auszusuchen und zu bestellen. Es findet kein gewerblicher Verkauf statt. Fotos und Informationen unterliegen dem Presserecht. Honorierung nach Vereinbarung.


Neu im Web: Digital Portfolio

Hochspannungsleitungen „behindern“ Hochtief-Hubinsel Thor

Lange Gesichter an der Überseebrücke in Hamburg. Die Hubinsel Thor sollte heute um 13 Uhr getauft werden, aber Schaulustige und Journalisten vermissten sie. Ein mediales Donnerwetter drohte. Hatte die Firma Hochtief, die für die Hubinsel zuständig ist, übrigens auch für den Bau der Elbphilharmonie, die Öffentlichkeit genarrt?

Harald Haack – Geplant ist, dass die Hubinsel „Thor“ bei der Einlaufparade des 821. Hafengeburtstags vorne mitfahren wird. Unter den traditionellen Windjammern wäre dies ein ungewöhnliches Bild. Hafengeburtstagsmoderator Christoph Schumann hatte Journalisten erklärt, der Schwerpunkt des Hafengeburtstags sei in diesem Jahr nicht wie im Vorjahr auf die Vergangenheit ausgerichtet, sondern auf die Gegenwart und auf die Zukunft, auf Klima- und Umweltschutz. Doch wie passt dies zusammen – so kurz nach dem kürzlichen Unglück der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ vor Floridas Küste und der nachfolgenden Umweltkatastrophe durch austretendes Öl oder nach dem Drama auf der brennenden Bohrinsel „Thistle Alpha“ in der Nordsee im November 2007?


Die Hubinsel „Thor“ heute um 15 Uhr auf der Elbe auf ihrem Weg nach Hamburg. Rechts im Hintergrund die Hochspannungsmasten an der Hetlinger Schanze.


© Fotos: Rolf Fischer

Mit der Suche und der Förderung von Erdöl soll die neu gebaute Hubinsel „Thor“ nichts zu tun haben. Sie soll beim Aufstellen von Windrädern in der Nordsee eingesetzt werden.

Pressetext Hochtief:
Mit der neuen Hubinsel Thor rüstet HOCHTIEF sich noch stärker für die Entwicklung und den Bau neuer Offshore-Windparks. Die Plattform ist eine der größten Hubinseln für die Montage von Windenergieanlagen (WEA) auf See. Zudem ist sie ein leistungsstarkes Gerät für weitere maritime Großprojekte, wie den Hafenbau oder für Pfahlgründungen groß angelegter Brücken. Ihre 82 Meter langen Beine ermöglichen Arbeiten in bis zu 50 Meter Wassertiefe. Der fest installierte 500-Tonnen-Kran ist ausgelegt für sicheres und effizientes Arbeiten vom Wasser aus.

Damit sie dabei aber nicht umkippt, hat sie extrem schwere Stelzen, d.h. Beine erhalten. Und diese Beine, die während der Fahrt der Hubinsel, die auch ein Schiff ist, hoch aufragen, sollen der Grund für ihr heutiges „Schwänzen“ im Hamburger Hafen sein. Ein Pressesprecher von Hochtief teilte der Presse in Wedel heute mit, es gebe Probleme mit den über die Elbe bei der Hetlinger Schanze gehängten Hochspannungsleitungen. Die Stelzen der „Thor“ seien zu hoch, um sicher unter den Stromleitungen durchfahren zu können. Seitens des Stromversorgers Vattenfall erfuhren wir, dass für die betreffenden Hochspannungsleitungen das Unternehmen transpower stromübertragungs gmbh zuständig ist und seitens transpower war zu erfahren, dass es keine Anfrage zur temporären Abschaltung der Hochspannungsleitungen über die Elbe, die übrigens die höchste Querung Europas sein soll, gab. Unser Reporter war einer Einladung von Hochtief gefolgt und bei der Hubinsel auf der Elbe auf dem Schiff einer bekannten Hamburger Ausflugsreederei. Und er stand dort an Bord nahe einem Lautsprecher der Presse-Konferenz als jemand der Hochtief-Mitarbeiter sagte: „Hochtief hält grundsätzlich die Termine ein.“

Nun gut, mit 24 Stunden Verspätung soll die Taufe der Hubinsel morgen um 13 Uhr vor der Überseebrücke stattfinden. Wer Taufpatin sein wird, wurde auf der heutigen Pressekonferenz noch nicht verraten.


Technische Daten der „Thor“


Abmessungen (Ponton): Länge 70,00 m/Breite 40,00 m/Höhe 6,00 m
freie Decksfläche 1 850 m2

Beine:
Länge 82,00 m/Durchmesser 3,70 m Durchmesser der Füße 8,50 m

Einsatzdaten:
Tiefgang (min.) 3,50 m / (max.) 7,00 m Einsatztiefe 50,00 m Zuladung 3 300t Deckslast 15,00 Vm2 Hubkraft 10 000 t

Kransystem:
Schwerlastkran, Kapazität 500V15 m (Liebherr BOS 14000)

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Die Crew der „Thor“. Kleines und Großes Bild: Zwei Piloten der Bundeswehr-Luftwaffe schienen sich auch für die „Thor“ zu interessieren und schossen im Tiefstflug über das Schiff mit den Medienmitarbeitern hinweg.


© Fotos: Rolf Fischer

Aktualisierung von 15.24 Uhr – 5. Mai 2010:

Die Stelzen der Hubinsel werden um 6 Meter herabgelassen. So sollen nach oben hin, beim Wasserstand der Passage, 8 Meter Sichterheitsabstand zu den Hochspannungsleitungen bleiben.

Aktualisierung von 16.15 Uhr – 5. Mai 2010:


Die Thor fährt gerade unter den Hochspannungsleitungen hindurch. Geschwindigkeit: 3,3 Knoten. Begleitende Schlepper: Bugsier 9 (vorne) und Bugsier 10 (hinten).
© Kartengrafik: Marinetraffic.com


Das war knapp, aber die Thor kam durch.
© Foto: Rolf Fischer

Aktualisierung von 16.25 Uhr – 5. Mai 2010:


Die Schlepper scheinen die Leinen von der „Thor“ gelöst zu haben.
© Kartengrafik: Marinetraffic.com


Letzte Aktualisierung: 22.40 Uhr – 5. Mai 2010

Zeitreisen schon jetzt möglich

Der britische Astrophysiker Stephan Hawking sagt, er halte Zeitreisen in eine „mehrere Millionen Jahre entfernte Zukunft“ für möglich. Unterstützt werde diese Theorie von Albert Einstein.

Harald Haack – Alles ist relativ. Nicht erst seit oder durch Albert Einstein. Auch Stephan Hawings Äußerungen sind relativ. Er hält nämlich Zeitreisen für möglich. Sobald Raumschiffe, die ein Reisen mit Fast-Lichtgeschwindigkeit ermöglichen, existieren, sei dies möglich, sagt er. Aber das ist für Hawking nur eine Theorie. Unterstützt fühlt er sich von Albert Einstein, nach der sich die Zeit um rasende Objekte verlangsamt. Ob dies auch für jene Subjekte bzw. Individuen zutrifft, deren Punktekonto in der Flensburger Verkehrssünderkartei randvoll ist, lasse ich einmal dahin gestellt.

Doch was wollen wir in der Zukunft, wenn wir noch nicht einmal mit unserer Gegenwart zurecht kommen?

Besonders in einer Zukunft in mehreren Millionen von Jahren, in der wir Menschen, so Hawking, eine möglicherweise unbewohnte Erde neubesiedeln könnten – wenn es die Erde dann noch gibt. Hawking sagt, Zeitreisen seien nur in die Zukunft möglich, da Reisen in die Vergangenheit das Prinzip von Ursache und Wirkung verletzten.

Doch ist es nicht oft so, dass wir eine Wirkung verspüren deren Ursache uns unbekannt ist?

Gibt es nicht genügend Ewig-Gestrige, die Reisen in die Vergangenheit überflüssig machen?

Und: Sind wir nicht auch schon jetzt Zeitreisende und haben die Möglichkeit in die Zukunft blicken zu können? So bin ich, man wird es mir nicht glauben wollen, aber ist es wahr, über Nacht in die Zukunft, in diesen Tag gereist, und ich weiß, nach einem Blick in die Wetterprognose, dass es morgen, am 5. Mai 2010, im Bereich um Dijon in Frankreich schneien wird.

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Der „arrogante“ Herr Thierse, der „erneut mal wieder öffentliche Beachtung haben“ wollte

„Duck and cover“, das war einmal eine Kampagne der USA, die 1951, im zweiten Jahr des Kalten Krieges, mit der die Bevölkerung vor den Folgen eines atomaren Angriffs geschützt werden sollte. „Jeder hat eine Chance“ hieß es 1961 in einer Broschüre zum selben Thema, die in Westdeutschland vom damaligen Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz herausgegeben wurde. „Duck and Cover“ könnte nun wieder gelten, ebenso „Jeder hat eine Chance“, denn Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat gewisse Vorstellungen vom vorbildlichen Verhalten eines Bundestagsvizepräsidenten und eines vorbildlichen Bürgers, und die scheinen eben in Richtung Kuschen vor dem (faschistoid wirkenden) Staat zu tendieren.

Gila Akkers - Der Herr Bundestagsvizepräsident Thierse (SPD) hatte es nämlich gewagt am 1. Mai 2010 in Berlin an einer Sitzblockade gegen eine Rechtsradikalen-Demo teilzunehmen und hatte, wohl aus seiner Sicht, damit Zivilcourage beweisen wollen. Was zuvor die Berliner Justiz ermöglicht hatte, eine Demonstration von Verfassungs- und Staatsfeinden unter dem Deckel „Demonstrationsrecht laut Grundgesetz“ zu gestatten, hatten etliche Gegendemonstranten nicht ohne weiteres durchgehen lassen wollen; jeder hat nämlich eine Chance, Staat und Verfassung zu schützen, auch wenn zum Schutz von Staatsfeinden ausgerechnet Polizisten eingesetzt werden.

Doch offensichtlich schubbelt sich der Herr Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an der Zivilcourage unbescholtener Bürger wie dem Herrn Bundestagsvizepräsidenten Thierse (SPD) und wirft ihm nun Arroganz und Publicity-Neigung vor. Gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ (Dienstag-Ausgabe) ergänzte de Maizière, wie die Nachrichtenagentur dts berichtet: „Der Herr Thierse wollte, glaube ich, erneut mal wieder öffentliche Beachtung haben. Aber das auf Kosten der Polizei – das geht nicht.“ Das Recht sei aber für alle gleich, meinte der Bundesinnenminister. „Niemand steht über dem Gesetz, auch kein Bundestagsabgeordneter und erst recht kein Bundestagsvizepräsident. Im Gegenteil. Ein Bundestagsvizepräsident müsste sich vorbildlich verhalten.“ Vor weiteren Forderungen müsse man jetzt abwarten, was aus dem angelaufenen Prüfverfahren der Staatsanwaltschaft gegen den Sozialdemokraten werde. „Herr Thierse war bei früheren Rücktrittsforderungen ja auch dickfellig“, kritisierte de Maizière.

Wie andere Nazi-Gegner auch, hatte sich der Herr Bundestagsvizepräsident Thierse am Prenzlauer Berg auf die Straße gesetzt, bis die Polizei ihn wegführte. Damit hatte auch er Tausende von Rechtsextremen an ihrem Mai-Marsch gehindert. „Die Zivilgesellschaft hat gesiegt“, kommentierte SPIEGEL-Online die Blockade.

Aber das ginge so nicht, dass sich ein wehrloser Mann, wie der Herr Bundestagsvizepräsident Thierse auf „Kosten der Polizei“ auf die Straße setzt, weil er, wie der Herr Bundesinnenminister Thomas de Maizière glaubt, „wieder öffentliche Beachtung haben wollte“.

In ungefähr der Nähe des Schauplatzes des Herrn Bundestagsvizepräsidenten Thierse (SPD) saß, nein, lag ein anderer Mann auf der Straße. Er war offenbar kurz zuvor gestrauchelt. Er wurde nicht nur von Polizisten überrannt. Einer, ein vermummter Polizist, trat ihm vorsätzlich, so sieht es in einem Video aus, mit voller Wucht gegen den Kopf und kümmerte sich nicht weiter um sein Opfer. Nachdem bekannt geworden war, dass es bei YouTube ein Video der Tat gibt, teilte ein Sprecher der Berliner Polizei mit, man habe im Abgleich mit internen Aufnahmen der Polizei diesen Vorgang belegen können und sofort ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gegen wen, ließ der Polizeisprecher mutmaßlich offen. Zwar soll sich inzwischen ein Polizeiobermeister seinem Vorgesetzten offenbart haben, gegen diesen Polizisten wird angeblich wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt, aber unklar sei, wer das Opfer ist (und ob möglicherweise vorrangig gegen das Opfer ermittelt wird). Es habe sich noch niemand laut Polizei gemeldet, heisst es seitens der Berliner Polizei. Wie denn? Vielleicht befindet sich das Opfer unter den in Berlin rund 450 Festgenommenen des 1. Mai oder – im Koma.


Am 1. Mai 2010 in Berlin. Harter Tritt gegen den Kopf. Täter: Ein Berliner Polizeiobermeister. Das Opfer: Nicht der Herr Bundestagsvizepräsident Thierse (SPD)
© aus einem YouTube-Video




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