Himmlische Ruhe über Deutschland – Merkel muss draußen bleiben

Endlich herrscht wieder eine himmlische Ruhe über Deutschland. Kein Kerosin in der Luft. Kein Lärm. Die Fluggesellschaften müssen wegen dem vulkanischen Dreck ihre Maschinen am Boden lassen. Und „Angie“ muss draußen bleiben.

Harald Haack
- Die Bundeskanzlerin kommt angeblich in den deutschen Luftraum gegenwärtig nicht herein. Und mit ihr weitere Flugpassagiere in anderen Fliegern. Nichts geht mehr für die fliegenden Minderheit, die mit schuld an Umweltschäden und Klimawandel sein soll. Für den deutschen Luftraum hat die Flugsicherung die Sperre bis Sonntag 2 Uhr verlängert: Deutschlandweit soll es keine Starts und Landungen geben. Der Grund: Islands Gletschervulkan Eyjafjalljökull spuckte Vulkanasche und Gase in die Atmosphäre. Von Tiefdruckgebieten mitgerissen zog der Dreck über die Nordsee und besonders der Teil einer Eruption vom vergangenen Mittwoch hatte sich bei den Faröer-Inseln geteilt und verteilte sich über Skandinavien und Zentraleuropa.

Während Fotografen so intensiv wie selten zuvor die Sonnenauf- und Untergänge belauern, verbreitete sich die Nachricht seitens Wissenschaftler, es gäbe derzeit eine verstärkte Aktivität des Gletschervulkans auf Island. Einige befürchten sogar den Ausbruch eines Nachbarvulkans. Und dann könnte alles noch schlimmer werden. Und schon ergötzen sich Panikmacher am Hinweis, 1783 sei eine giftige Aschewolke aus Island gekommen und habe Tod und Verderben gebracht. Rund 50.000 Menschen starben damals angeblich und der toxische Mief soll Europa damals beherrscht haben. Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel bei den Europäern damals. Missernten brachte man in Verbindung mit den toxischen Vulkangasen. Auch gab es eine Abkühlung des Klimas, weil der Dreck das Sonnenlicht blockiert hatte.


Gestern Abend zeigte sich über der untergehenden Sonne eine Lichtsäule, verursacht durch Lichtbrechung an den in die großer Höhe schwebenden Aerosolen vulkanischen Ursprungs. Blick über die A25 im Osten Hamburgs.


Ebenfalls gestern Abend und kurz nach Sonnenuntergang, auf der A1-Elbbrücke. Zu sehen war nicht nur die Lichtsäule über der untergegangenen Sonnen, sondern auch eine schmale Mondsichel; hier im Foto bei dieser Auflösung kaum zu erkennen rechts von der Bildmitte.
© Fotos: Harald Haack

Und nun muss Bundeskanzlerin Merkel draußen bleiben, und ihre Berater basteln wohl gerade an Ausreden, weil sie möglicherweise nicht zum Begräbnis des bei einem Flugzeugunglück verstorbenen polnischen Präsidenten kommen kann. Der vulkanische Dreck könnte nicht nur das meteorologische Klima Europas abkühlen lassen, sondern auch das politische Klima zwischen Deutschland und Polen, wenn Frau Merkel dem verstorbenen Präsidenten Lech Kaczynski nicht die letzte Ehre erweist.

Laut der dts Nachrichtenagentur will Bundeskanzlerin Angela Merkel heute von Lissabon nach Rom weiter fliegen: „Nach Information der ARD soll die Kanzlerin noch heute Vormittag ihre Reise über die italienische Hauptstadt fortsetzen. Wie es danach weitergehe, sei bisher unklar. Die Regierungsdelegation musste gestern in der portugiesischen Hauptstadt landen und übernachten. Merkels Maschine hätte ursprünglich auf dem Flughafen Berlin-Tegel ankommen sollen. Dies war aber aufgrund der Luftraumsperrung wegen der Aschewolke aus Island nicht möglich.“

Ob es in Lissabon Fado für Merkel gab, das wurde leider nicht bekannt.

Indessen sprach die europäische Flugsicherung Eurocontrol vom „größten Flugchaos seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA“.


Aktualisierung vom 17. April, 17 Uhr:

Die bis 2.00 Uhr in der Nacht zum Sonntag erlassene Sperrung aller deutschen Flughäfen wird wohl gemäß der Deutschen Flugsicherung (DFS) wegen ungünstiger Witterungsbedingungen länger andauern. Die Tageschau der ARD berichtet, eine temporäre Aufhebung des Nachtflugverbots über Deutschland sei im Gespräch, um das Flugchaos zu bekämpfen. Derweilen soll die Lufthansa ein Flugzeug ohne Passagiere von München nach Franfurt auf die Reise geschickt haben, um die Sicherheit in der Luft zu testen. Im Drei- bis Fünfminutentakt starteten weitere neuen Maschinen des Typs Boeing 747 und Airbus A340 in München. tagesschau.de: „Die Maschinen fliegen in etwa drei Kilometer Höhe auf Sicht und ohne Passagiere und brauchen daher keine Genehmigung der Flugsicherheit.“ Drei Kilometer auf Sicht mit solchen Passagierflugzeugen, das bedeutet nicht nur ein Ende der Ruhe, sondern möglicherweise höllischen Lärm – wohl besonders bei Maschinen des Typs Boeing 747.


Aktualisierung vom 17. April 2010, 21:30 Uhr:

Die dpa meldet, Bundeskanzlerin Angela Merkel werde nicht zur Trauerfeier für den polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski und seine Frau Maria nach Krakau reisen. Sie soll ihre Teilnahme unter Hinweis auf die massiven Einschränkungen im Luftverkehr abgesagt haben. Das habe die stellvertretende Regierungssprecherin Sabine Heimbach mitgeteilt.

Aktualisierung vom 19. April 2010, 01:40 Uhr:


Gestern Abend sah ich kurz vor Sonnenuntergang ein Passagierflugzeug in Richtung Flughafen Hamburg fliegen. Ich stand da gerade am Fähranleger Hoopte an der Elbe. Ich dachte, dass jetzt der Luftraum wieder frei sei, doch später beim Sichten der Meldungen stellte ich fest, dass der Flughafen Hamburg noch länger gesperrt sein sollte für alle Starts und Landungen. Die Farben des Sonnenuntergangs empfand ich als fast normal, nicht wesentlich bunter als sonst. Da war wohl nur noch wenig vulkanisches Material in der Atmosphäre. Im Vordergrund der Deich bei Zollenspieker und die Bäume davor am Elbufer.
© Foto: Harald Haack

Zum Thema in Newsbattery.eu:

VULKANASCHE: Gefahr in der Luft – volle Verarschung am Boden, aber dann…





Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de