220 Kilogramm Haschisch in Hamburg beschlagnahmt

Der Zollfahndung und der Polizei war es im Januar 2010 gelungen, international organisierte Drogenschmuggler festzunehmen. Bei den Ermittlungen wurden 220 Kilogramm Haschisch sichergestellt.

Harald Haack – In einer Wagenhalle des Hamburger Zollfahndungsamtes herrschte eine eigenartig feierliche Stimmung. Ein Duft, zart bittersüß, mit einem Hauch Terpen, hing in der Luft. Wenn ich nicht die ordentlich aufgestapelten Haschisch-Barren gesehen hätte, ich hätte den Geruch einer Verarbeitung von Pinienholz zugeschrieben. Kein unangenehmer Geruch also, nicht so penetrant benebelnd wie er beim Rauchen von Haschisch erzeugt wird. Ein Barren Haschisch, der mir von einem Kripo-Beamten dicht unter die Nase gehalten wurde, überzeugte mich davon, dass es das präsentierte Haschisch war, dessen Ausdünstung als Duft in der Hallenluft hing.


Beschlagnahmte Haschisch-Barren aus dem Süden Europas präsentierten Drogenfahnder am Montag in Hamburg.


Erwischt: In einem Berliner Pkw hatten die Gangster das Haschisch versteckt.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg, Drogenfahnder der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift der Zollfahndung und der Polizei (GER) und Beamte des Rauschgiftdezernates LKA 62 hatten gemeinsam Journalisten zu einem Fototermin eingeladen und zeigten einen sichergestellten Pkw mit Berliner Kennzeichen sowie geschmuggeltes Rauschgift: Haschisch-Barren mit einer 05er-Prägung. Diese Prägung soll von den Herstellern der Droge stammen und auf einen gewissen Reinheitsgrad hinweisen.
Versteckt gewesen waren die Barren in den Stoßfängern, im separierten Tank und in Hohlräumen der Karosserie.


Die Transportroute der Schmuggler.
© Fotos: Harald Haack / Newsbattery.eu

Und weil die Sprache der Beamten so schön kriminal-dienstlich ist, hier der Rest der gemeinsamem Pressemitteilung des Zollfahndungsamtes und der Polizei Hamburg:

Festnahmezeiten: 07.01.10 und 19.01.10 Festnahmeort: Hamburg

Die Staatsanwaltschaft Hamburg, Drogenfahnder der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift der Zollfahndung und der Polizei (GER) und Beamte des Rauschgiftdezernates LKA 62 haben im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens gegen eine international organisierte Tätergruppierung insgesamt fünf Haftbefehle vollstreckt und 220 Kilogramm Haschisch sichergestellt.

Umfangreiche kriminalpolizeiliche Ermittlungen hatten auf die Spur der als Bande organisierten Gruppierung geführt. Bisher konnten neben den drei aus Polen stammenden 34, 45 und 50 Jahre alten Haupttatverdächtigen und den beiden aus Litauen stammenden 26 und 56 Jahre alten Haupttatverdächtigen weitere 6 mutmaßliche Komplizen im Alter von 23 bis 52 Jahren identifiziert werden.

Den Haupttatverdächtigen und den weiteren Tatverdächtigen wird vorgeworfen, in Spanien größere Mengen Haschisch übernommen zu haben. Einer der Tatverdächtigen, der 26-jährige Litauer, hatte dabei die Aufgabe, das Rauschgift in präparierten Fahrzeughohlräumen zu verbauen. Die weiteren Tatverdächtigen fungierten entweder als Kuriere oder hatten anderweitige logistische Aufgaben.

Von diesen ließen die Haupttatverdächtigen das Rauschgift anschließend über Frankreich nach Deutschland und zum Teil nach Dänemark bringen. In Bezug auf die Transporte nach Dänemark agierten die Tatverdächtigen für eine dänische Tätergruppierung. Pro Fahrzeug konnten die Tatverdächtigen zwischen 50 und 92 Kilogramm Haschisch transportieren.
Die Ermittler gehen davon aus, dass in einem Fall 40 Kilogramm Haschisch in Hamburg weiterverkauft wurden.

Im Rahmen der Ermittlungen konnten die Drogenfahnder in Frankreich vier Kuriere und in Lübeck einen weiteren Kurier vorläufig festnehmen lassen. Die Männer und eine Frau befinden sich seitdem in Haft. In ihren Fahrzeugen wurden insgesamt 220 Kilogramm Haschisch sichergestellt.

Aufgrund der Ermittlungen der GER können der hiesigen Gruppierung weitere 400 Kilogramm Haschisch beweiskräftig nachgewiesen werden. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, dass im Rahmen der fortdauernden Ermittlungen noch weitere Taten aufgeklärt werden können.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg erwirkte Haftbefehle für die fünf Haupttatverdächtigen sowie Durchsuchungsbeschlüsse für fünf Wohnungen der Männer in Hamburg und Stettin.

Am 07.01.10 konnten zunächst vier Haftbefehle im Hamburger Stadtgebiet vollstreckt werden. Bei den Wohnungsdurchsuchungen konnten diverse schriftliche Unterlagen, Mobiltelefone, Ecstasytabletten und Verpackungsmaterial für Haschisch sichergestellt werden. Zeitgleich durchsuchten Beamte der Polizei Stettin zwei Wohnungen des 50-jährigen Haupttatverdächtigen.

Die vier Männer wurden dem Amtsgericht Hamburg zugeführt.

Noch am selben Tag erhielten die Fahnder den Hinweis, dass sich der 52-jährige Haupttatverdächtige der dänischen Gruppierung in einem Hotel in Hmb.- Langenhorn aufhält. Der Mann konnte dort vorläufig festgenommen werden und wurde ebenfalls einem Haftrichter vorgeführt.

Der 56-jährige aus Litauen stammende Haupttatverdächtige konnte dann am 19.01.2010 in Hamburg verhaftet werden. Ihm wird vorgeworfen, dass die Gruppierung sein Werkstattgelände in Hmb.-Tonndorf als zentrale Anlaufstelle für Kuriere nutzte. Hier entnahmen die Tatverdächtigen das Rauschgift aus den aus Spanien ankommenden Fahrzeugen und verpackten es dann gegebenenfalls in andere für den Weitertransport vorgesehene Fahrzeuge. Ferner wurde festgestellt, dass einige der später festgestellten Schmuggelfahrzeuge über den Kfz-Handel des 56-jährigen Haupttatverdächtigen an- bzw. verkauft worden sind. Bei der Durchsuchung des Geländes wurde Verpackungsmaterial für Haschisch gefunden und sichergestellt.

Weitergehende Ermittlungen führten die GER auf die Spur eines weiteren Tatverdächtigen im Alter von 31 Jahren. Ihm wird vorgeworfen, die Gruppe durch die Anmeldung von Fahrzeugen unterstützt zu haben, die später als Kurierfahrzeuge eingesetzt wurden. Er wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen, da keine Haftgründe vorlagen.

Die Ermittlungen der GER und die Auswertung der Beweismittel dauern an.

Die Ermittler betonen ausdrücklich, dass dieser große polizeiliche Erfolg nur durch die hervorragende internationale Kooperation mit der Polizei in Frankreich, Dänemark und Polen ermöglicht wurde.





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