Archiv für Februar 2010

BLÖD: Buddel Dir Deine Meinung

Was macht ein B-Mann, wenn das Thema „Winter“ erschöpft ist? Schlag(löcher)zeilen.

Rolf Fischer - Heute in Hamburg-Wilhelmsburg: Er setzte sich eine gelbe Warnleuchte aufs Auto, griff zur Schaufel und grub auf einer Straße offensichtlich nach neuen Geschichten.

Mutmaßliche Überschrift: „Vom Winter gerissen“. Oder: „Unser schönstes Schlagloch“.

Newsbattery argwöhnt: Der Mann war fleißiger Ein-Euro-Jobber, von der B-Zeitung gesponsert, der half, ein Hamburger Winter(schlag)loch bildhaft aufzupeppen. Dazu noch in „schicker“ Sponsorenjacke. Wenn schon, denn schon!

Doch wozu benötigte er dabei ein Metermaß, eine verdreckte Radkappe, eine Farbdose und einen Fotografen, der alles so manipulierend „von ganz unten“ in Szene setzte?

Ein B-Mann von ganz unten?


© Fotos: Rolf Fischer

Hallo Herr Winter! Frau „Sommer droht“

Eine herunter gekommene deutsche Illustrierte titelte: „Heißer Frühling und Sommer droht.“ Tja, wenn es in jener Redaktion sonst keine Sensationen mehr außer gefälschte Tagebücher und Wetter gibt und als wenn auf Frühling nicht mehr Sommer folgt, dann sollte man des Nachts den Sternschnuppen zuschauen und sich wünschen, dass es für fest angestellte Redakteure dort bald wieder Gehirne gibt, mit denen sie besser titeln könnten.

Harald Haack – Wenn es nicht so kalt wäre! Wenn es nicht Winter wäre! Dann wäre jetzt wohl Sommer. Oder Frühling. Oder irgend etwas, was man dafür halten könnte. Oder nicht?

Wetter, so argwöhne ich, ist das Thema bei gelangweilten und von Katastrophen verwöhnten Redakteuren, mit dem sie Lücken zu füllen glauben. Und man kann es ihnen nie Recht machen. Tja, und nun ist es mein Thema. Ähem. Aber nur ausnahmensweise!

Aber: Ist es im Sommer einmal schön warm, klagen die Kolleginnen und Kollegen über die Hitze und die Trockenheit. Gibt es dann endlich einmal Regen, scheint die Welt unter zu gehen. Offenbar haben sich ihre Stamm-Leser den gefühlten Wetter-Katastrophen angepasst und geraten prompt in Panik, wenn es regnet oder schneit.

Die ARD-Tagesschau zeigte bisher im Winter gerne Einstellungen von durchdrehenden Rädern von Autos, aber nicht um zu zeigen, dass ein Volltrottel (oder ein Tagesschau-Reporter) am Steuer des Wagens gesessen hatte, sondern das es glatt gewesen war. „Extrem glatt!“ wie bis vor einigen Jahren noch eine hysterisch klingende NDR-Rundfunksprecherin nervte, obwohl die Straßen Hamburgs längst vom Eis befreit und abgetrocknet waren – was prompt zu Staus führte, denn das Fahren in „Trauerzügen“, die extrem langsam durch Hamburg schoben, schien damit angesagt gewesen zu sein. Und durchdrehende Räder schienen bei Autofahrern, die ängstlich hinter dem Lenkrad ihres Wagens saßen, in Mode gekommen. Ein negativer Lerneffekt wohl. Was im Fernsehen gezeigt wird, muss nachgeahmt werden. Das ist dann so, als wenn alle so fahren. Dann gehört man dazu. Besonders dann, wenn man im tiefsten Winter immer noch mit Sommerreifen umher rutscht. „Winterreifen sind doch nur was für Besserwisser!“ „Meine Ganzjahresreifen tun’s doch auch!“ Ja, rutschen.

Doch überlassen wir das Gemecker über die Blöden im Straßenverkehr dem Verkehrsminister Ramsauer und den Automobilclubs. Und: Natürlich geht es auch ohne Winterreifen im Winter. Die Bahn macht das jeden Tag. Die allerdings hat Schienen und ganz andere Probleme.

Wenn ich all das glauben sollte, was Kolleginnen und Kollegen ständig übers Wetter ablassen, so müsste, wenn ich all das Gezeter richtig verstehe, die Deutschen die Erde verlassen und sofort auf einen Planeten ohne Wetter umsiedeln. Doch, wo soll der existieren? Selbst auf dem Mars, wüst und leer, nichts als vereisten Sand, gibt es Wetter und Jahreszeiten.

Und was wäre eine Stadt wie Hamburg ohne Wetter? Nun, ich denke, dann würde es jetzt nicht regnen… Ja, stimmt! Das wäre banal. Und ich hätte hier nichts zu meckern über meckernde Kolleginnen und Kollegen…

Der Winter in Hamburg 2009/2010

Winter kann interessante Motive bieten. Hier eine Auswahl meiner Winter-Fotos:


Durch dieses Packeis auf der Norderelbe westlich der Freihafen-Elbbrücke war ein Eisbrecher geflügt und hat diese Rinne geschaffen.


Unterhalb des Fleetschlösschens, „Bei St. Annen“ in der Speicherstadt.


Vereister Fleet in der Speicherstadt. Auch zu anderen Jahreszeiten ein beliebtes Foto-Motiv bei Touristen.


Im Schneegestöber: Naturschutzgebiet Heuckenlock in Nähe der Autobahnraststätte Stillhorn an der Süderelbe.


Blick vom Bunthaus-Leuchtturm auf die Häuser in Hamburg-Gauert an der Norderelbe.


Eichhörnchenspur neben der Reifenspur meines Wagens. Keine Bange: Dem Tierchen ist nichts passiert. Es hat in dem Baum neben dem Stellplatz für meinen Wagen seinen Kobel, die Behausung.


Tanz der Krähen. Entdeckt beim Gästehaus des Hamburger Senats an der Straße „Schöne Aussicht“.


„Komm Fiete! Steh‘ hier nicht so rum. Die Fische…“ Bronzen am Fischmarkt in Hamburg-Altona.


In der Elbe treibendes Eis beim Restaurant Lutter & Wegner in Hamburg-Altona.
© Copyright alle Fotos: Harald Haack / Newsbattery.eu

220 Kilogramm Haschisch in Hamburg beschlagnahmt

Der Zollfahndung und der Polizei war es im Januar 2010 gelungen, international organisierte Drogenschmuggler festzunehmen. Bei den Ermittlungen wurden 220 Kilogramm Haschisch sichergestellt.

Harald Haack – In einer Wagenhalle des Hamburger Zollfahndungsamtes herrschte eine eigenartig feierliche Stimmung. Ein Duft, zart bittersüß, mit einem Hauch Terpen, hing in der Luft. Wenn ich nicht die ordentlich aufgestapelten Haschisch-Barren gesehen hätte, ich hätte den Geruch einer Verarbeitung von Pinienholz zugeschrieben. Kein unangenehmer Geruch also, nicht so penetrant benebelnd wie er beim Rauchen von Haschisch erzeugt wird. Ein Barren Haschisch, der mir von einem Kripo-Beamten dicht unter die Nase gehalten wurde, überzeugte mich davon, dass es das präsentierte Haschisch war, dessen Ausdünstung als Duft in der Hallenluft hing.


Beschlagnahmte Haschisch-Barren aus dem Süden Europas präsentierten Drogenfahnder am Montag in Hamburg.


Erwischt: In einem Berliner Pkw hatten die Gangster das Haschisch versteckt.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg, Drogenfahnder der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift der Zollfahndung und der Polizei (GER) und Beamte des Rauschgiftdezernates LKA 62 hatten gemeinsam Journalisten zu einem Fototermin eingeladen und zeigten einen sichergestellten Pkw mit Berliner Kennzeichen sowie geschmuggeltes Rauschgift: Haschisch-Barren mit einer 05er-Prägung. Diese Prägung soll von den Herstellern der Droge stammen und auf einen gewissen Reinheitsgrad hinweisen.
Versteckt gewesen waren die Barren in den Stoßfängern, im separierten Tank und in Hohlräumen der Karosserie.


Die Transportroute der Schmuggler.
© Fotos: Harald Haack / Newsbattery.eu

Und weil die Sprache der Beamten so schön kriminal-dienstlich ist, hier der Rest der gemeinsamem Pressemitteilung des Zollfahndungsamtes und der Polizei Hamburg:

Festnahmezeiten: 07.01.10 und 19.01.10 Festnahmeort: Hamburg

Die Staatsanwaltschaft Hamburg, Drogenfahnder der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift der Zollfahndung und der Polizei (GER) und Beamte des Rauschgiftdezernates LKA 62 haben im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens gegen eine international organisierte Tätergruppierung insgesamt fünf Haftbefehle vollstreckt und 220 Kilogramm Haschisch sichergestellt.

Umfangreiche kriminalpolizeiliche Ermittlungen hatten auf die Spur der als Bande organisierten Gruppierung geführt. Bisher konnten neben den drei aus Polen stammenden 34, 45 und 50 Jahre alten Haupttatverdächtigen und den beiden aus Litauen stammenden 26 und 56 Jahre alten Haupttatverdächtigen weitere 6 mutmaßliche Komplizen im Alter von 23 bis 52 Jahren identifiziert werden.

Den Haupttatverdächtigen und den weiteren Tatverdächtigen wird vorgeworfen, in Spanien größere Mengen Haschisch übernommen zu haben. Einer der Tatverdächtigen, der 26-jährige Litauer, hatte dabei die Aufgabe, das Rauschgift in präparierten Fahrzeughohlräumen zu verbauen. Die weiteren Tatverdächtigen fungierten entweder als Kuriere oder hatten anderweitige logistische Aufgaben.

Von diesen ließen die Haupttatverdächtigen das Rauschgift anschließend über Frankreich nach Deutschland und zum Teil nach Dänemark bringen. In Bezug auf die Transporte nach Dänemark agierten die Tatverdächtigen für eine dänische Tätergruppierung. Pro Fahrzeug konnten die Tatverdächtigen zwischen 50 und 92 Kilogramm Haschisch transportieren.
Die Ermittler gehen davon aus, dass in einem Fall 40 Kilogramm Haschisch in Hamburg weiterverkauft wurden.

Im Rahmen der Ermittlungen konnten die Drogenfahnder in Frankreich vier Kuriere und in Lübeck einen weiteren Kurier vorläufig festnehmen lassen. Die Männer und eine Frau befinden sich seitdem in Haft. In ihren Fahrzeugen wurden insgesamt 220 Kilogramm Haschisch sichergestellt.

Aufgrund der Ermittlungen der GER können der hiesigen Gruppierung weitere 400 Kilogramm Haschisch beweiskräftig nachgewiesen werden. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt davon auszugehen, dass im Rahmen der fortdauernden Ermittlungen noch weitere Taten aufgeklärt werden können.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg erwirkte Haftbefehle für die fünf Haupttatverdächtigen sowie Durchsuchungsbeschlüsse für fünf Wohnungen der Männer in Hamburg und Stettin.

Am 07.01.10 konnten zunächst vier Haftbefehle im Hamburger Stadtgebiet vollstreckt werden. Bei den Wohnungsdurchsuchungen konnten diverse schriftliche Unterlagen, Mobiltelefone, Ecstasytabletten und Verpackungsmaterial für Haschisch sichergestellt werden. Zeitgleich durchsuchten Beamte der Polizei Stettin zwei Wohnungen des 50-jährigen Haupttatverdächtigen.

Die vier Männer wurden dem Amtsgericht Hamburg zugeführt.

Noch am selben Tag erhielten die Fahnder den Hinweis, dass sich der 52-jährige Haupttatverdächtige der dänischen Gruppierung in einem Hotel in Hmb.- Langenhorn aufhält. Der Mann konnte dort vorläufig festgenommen werden und wurde ebenfalls einem Haftrichter vorgeführt.

Der 56-jährige aus Litauen stammende Haupttatverdächtige konnte dann am 19.01.2010 in Hamburg verhaftet werden. Ihm wird vorgeworfen, dass die Gruppierung sein Werkstattgelände in Hmb.-Tonndorf als zentrale Anlaufstelle für Kuriere nutzte. Hier entnahmen die Tatverdächtigen das Rauschgift aus den aus Spanien ankommenden Fahrzeugen und verpackten es dann gegebenenfalls in andere für den Weitertransport vorgesehene Fahrzeuge. Ferner wurde festgestellt, dass einige der später festgestellten Schmuggelfahrzeuge über den Kfz-Handel des 56-jährigen Haupttatverdächtigen an- bzw. verkauft worden sind. Bei der Durchsuchung des Geländes wurde Verpackungsmaterial für Haschisch gefunden und sichergestellt.

Weitergehende Ermittlungen führten die GER auf die Spur eines weiteren Tatverdächtigen im Alter von 31 Jahren. Ihm wird vorgeworfen, die Gruppe durch die Anmeldung von Fahrzeugen unterstützt zu haben, die später als Kurierfahrzeuge eingesetzt wurden. Er wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen, da keine Haftgründe vorlagen.

Die Ermittlungen der GER und die Auswertung der Beweismittel dauern an.

Die Ermittler betonen ausdrücklich, dass dieser große polizeiliche Erfolg nur durch die hervorragende internationale Kooperation mit der Polizei in Frankreich, Dänemark und Polen ermöglicht wurde.




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