Archiv für Januar 2010

Hamburg: Fröstelnde Schlangen an der Außenalster

Experten der Hamburger Umweltbehörde hatten das Eis der zugefrorenen Außenalster geprüft. Aber da es viele eingeschlossene Luftblasen enthielt, gab die Behörde keine Genehmigung für eine offizielle Volksbelustigung auf dem Eis. Die Gefahr sei zu groß, dass das Eis die Last von Millionen von Menschen nicht hielte. Das aber hielt rund 35.000 Menschen nicht davon ab, die Eisfläche dennoch zu betreten.

Harald Haack – Verboten war das Betreten der zugefrorenen Außenalster nicht. Deshalb konnte die Polizei auch nur am Ufer stehen und zusehen und den Verkehr der anliegenden Straßen regeln. Unterstützt in Sachen Sicherheit wurde die Polizei von Feuerwehr und Rettungsdiensten. Da es keine offizielle Freigabe für die Eisfläche gegeben hatte, durften auch keine Stände aufgestellt werden. Glühwein und Bratwurst musste man sich von den Buden auf der Kennedybrücke und an den Bootsanlegern beschaffen und dafür viel Geduld mitbringen, denn die Schlangen jener, die hungrig geworden war oder denen fröstelte und sich an Glühwein erwärmen wollte, waren lang.

Und wie so oft bei solchen Versammlungen mit Volksfestcharakter kriegten die rund 100 bereitstehenden Feuerwehrleute und Sanitär auch was tun, doch „nur“ acht Menschen stürzten und mussten mit Prellungen oder dem Verdacht auf Knochenbrüchen klinisch behandelt werden.

Noch taut es tagsüber in Hamburg und schneit etwas. Doch Nachtfröste sorgen für weitere Eisbildung. Und in der nächsten Woche könnte es wieder Dauerfrost geben, womit die Wahrscheinlichkeit für ein offizielles Eisvergnügen auf der Außenalster steigt.


Am 8. Januar 2010 war das Eis der Außenalster noch sehr dünn.


Am 30. Januar 2010 aber wurde es von rund 35.000 Menschen betreten.


Und viele kriegten Lust auf Bratwurst und Glühwein. Lange Schlangen bildeten sich an den Bootsanlegern und auf der Kennedybrücke.


Rund 100 Feuerwehrleute und Sanitär standen bereit…


… für jene, die zu viel gewagt hatten und stürzten.
© alle Fotos: Harald Haack, Newsbattery.eu

Die weiteren Aussichten:

In der Nacht Bevölkerungszunahme im Nordwesten und vereinzelt Schneehauer.

Haiti – Miese Ausbeutung durch Katastrophen-Paparazzi

Moderne Zeiten: Das Erdbeben von Haiti ist zur medialen Unterhaltung geworden. Schon wenige Augenblicke nach der ersten Meldung über die Katastrophe gab es eine Hatz auf erste Fotos, und die ersten Bilder, die übers Internet publiziert wurden, waren beeindruckend und klassisch auf den Umsatz versprechenden Punkt gebracht. Kaum allgemeine Ansichten von zerstörten Gebäuden, sondern einzelne Menschen im Brennpunkt des Interesses. Eine junge Frau mit verquollenen Augen und eingestaubt als sei sie eine „Untote“ und gerade aus einem Grab geholt worden. Letzteres mag zutreffen angesichts Tausender von Toten unter den Trümmern eingestürzte Häuser. Aber was hier so nach bestem Fotojournalismus aussieht, könnte auch als Beispiel für miese Ausbeutung herhalten, den Raub der Persönlichkeitsrechte der Abgebildeten.

Harald Haack - Einer der Unterschiede zwischen Haiti und Deutschland ist der, dass die Menschen auf Haiti zu arm sind, um sich juristisch gegen die Vermarktung ihres Leids zu wehren. Bildbeispiele zeigt boston.com.

Zweifellos zynisch wirkt die Bildzuschrift eines Fotos (2) der New Yorker Fotografin Tequila Minsky, das zwei ältere Frauen und ein Kind zeigt, am rechten Bildrand ein Mann mit ausgestreckten Armen: „People seek safety in the aftermath of a severe earthquake on rue Capois in Port-Au-Prince, Haiti on January 12th, 2010. – Menschen suchen Sicherheit nach der Folge eines schweren Erdbebens in der Rue Capois in Port-au-Prince, Haiti am 12. Januar 2010.“ Beide Frauen wollten offensichtlich nicht fotografiert werden und zeigen die typische Abwehrhaltung. Doch die Fotografin drückte nicht nur gnadenlos auf den Auslöser ihrer Kamera, sondern reichte es zur Veröffentlichung weiter, ungeachtet der Tatsache, dass sie keineswegs Prominente vor der Kamera hatte, die wegen ihrer Prominenz im Interesse der Öffentlichkeit stehen, sondern arme Erdbebenopfer.

Macht eine solche Naturkatastrophe Opfer automatisch zu Prominenten, die es sich angeblich gefallen lassen müssen so schamlos abgelichtet und in der Welt herum gereicht zu werden?

Es scheint generell ein Problem zwischen Arm und Reich zu sein, ob sich Menschen gegen eine ungewollte Darstellung, die sie in misslicher Lage und Zustand zeigt, wehren; und je prominenter das reiche Opfer desto höher sicherlich der Streitwert.

Diese Differenz dürfte zwischen Haiti und den USA noch krasser ausfallen angesichts der zu astronomischen Schadenersatzforderungen neigenden US-Justiz. Wäre ein Hollywood-Star unter den Opfern einer Naturkatastrophe und hätte der im Chaos der Rettungsaktionen nicht seine Bildfreigabe gegeben und wäre das Bild veröffentlicht worden, könnte mit einer Millionen-Klage gerechnet werden.

Die Frage, die dann zu klären wäre, selbst in den USA, ist, ob für die Darstellung das öffentliche Interesse überwiegt und Persönlichkeitsrechte zurück gesteckt werden müssen. Doch sollte man sich hierbei nicht auch fragen, ob das öffentliche Interesse in unserer Zeit nicht längst einen Unterhaltungswert hat wie die blutrünstigen Gladiatorenkämpfe sie im alten Rom hatten und ob dieser Aspekt nicht bald ein ethisches Umdenken von Fotografen, Agenturen und Redaktionen bedarf?

Das Presserecht und besonders die Pressefreiheit ist weltweit brüchig. Das sollte nicht kaputt gemacht werden durch den Eifer, stets preiswürdige und Konto füllende Fotos zu produzieren und abzuliefern. Weniger ist auch hier mehr.

Und wenn Massenmedien wie die New York Times, Auftraggeber der Fotografin Tequila Minsky, machmal den Mißbrauch der Menschenrechte beklagen, dann sollten sie, und andere Redaktionen sich an die eigene Nase fassen und sich vergewissern, ob sie es nicht selbst sind, die sie mißachten. Die Menschenrechte sind ein Gut, das nicht von der Pressefreiheit mißachtet und mißbraucht werden darf, denn die Pressefreiheit ist nur ein Teil von ihnen. Schießt Euch nicht selbst in die Beine!

Schweres Erdbeben an der Küste von Haiti

Auf Haiti bebte gestern, am Dienstag-Abend, die Erde in der Region Port-au-Prince um 21:53 UTC mit einer Stärke von M7; Angaben nach dem U.S. Geological Survey, National Earthquake Information Center (USGS).


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Das Epizentrum des Erdbebens.


Die Opfer seien derzeit noch auf sich allein gestellt. Es gebe keine eigene Katastrophenvorsorge, behauptet das Deutsche Rote Kreuz.


Die Lage in der schwer getroffen Hauptstadt Port-au-Prince soll bis jetzt unübersichtlich sein. Nur wenige Häuser blieben stehen. Es muss mit Tausenden von Toten gerechnet werden. Eine Augenzeugin berichtete von einer riesigen Staubwolke, die nach dem Erdbeben über der Stadt hing. Über Streaming erklärte ein Mann mit trauriger, weinerlicher Stimme auch der TV-Sender sei zerstört. Viele seiner Kollegen seien unter den Todesopfern. Dann brach er ab.
© Fotos: Bamboch TV, Haiti

Hamburg plant Gesetz zur Regelung der Bespitzelung

Das Gesetz soll genau regeln, wo öffentliche Stellen Kameras aufstellen und wie lange die Bilder gespeichert werden dürfen, berichtet die Tageszeitung «Die Welt» (Donnerstag- Ausgabe). In der Hansestadt seien zahlreiche Kameras installiert, für die es bisher keine Rechtsgrundlage gebe, kritisierte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar. Darunter seien rund 90 Geräte an Dienstgebäuden, 41 an staatlichen Museen und 73 an Hochschulen. Mit einer Initiative will Caspar die Bevölkerung zudem stärker für die Belange des Datenschutzes sensibilisieren.

Gila Akkers – Die Frage, wer den Wahnsinn mit der Kameraüberwachung erfunden habe, müsste eigentlich mit „die Briten“ beantwortet werden. Denn besonders in Großbritannien lässt sich damit immer noch viel Geld verdienen. Anderswo aber, wie in Hamburg, gilt es als Prestige eine Kameraüberwachung als Webcam zu betreiben. Jene Webcam einer Rechtsanwaltskanzlei, die den Rathausmarkt zeigt, zählt damit noch zu den harmlosen Kameras. Sie bieten nur einen Überblick. Anders jedoch die Webcam eines Unternehmens, das seinen Tätigkeitsbereich im Anbahnen von Geschäften mit russischen Partners sieht. Die Kamera lässt sich von jedem Internetanschluss aus fernsteuern und ermöglicht Naheinstellungen von KFZ-Kennzeichen und den Gesichtern von Passanten. Die Bilder können gespeichert werden. Entweder auf dem heimischen PC oder in dem von dem Unternehmen angebotenen „Fotoalbum“.


Spionage für Jedermann von der Alster bis zum Hamburger Hauptbahnhof. Nicht nur KFZ-Kennzeichen können damit entziffert werden, sondern auch das Kleingedruckte auf Müllkästen.
© Copyright Ost-West-Businessconnect GmbH 2010

Ob diese Webcam auch zu jenen Überwachungskameras zählt, deren Einsatz Hamburg nun mit einem Gesetz besser regeln und damit den Datenschutz verstärken will, wurde leider noch nicht bekannt. Geregelt werden soll künftig genau, wo öffentliche Kameras aufgestellt und wie lange die Bilder gespeichert werden dürfen, schreibt das Springer-Blatt „Die Welt“ in seiner Donnerstag-Ausgabe. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar soll demnach kritisiert haben, in Hamburg seien zahlreiche Kameras installiert, für die es keine Rechtsgrundlage gebe. Darunter seien rund 90 Geräte an Dienstgebäuden, 41 an staatlichen Museen und 73 an Hochschulen. Mit einer Initiative will Caspar die Bevölkerung zudem stärker für die Belange des Datenschutzes sensibilisieren.

Möglicherweise wird es die Webcam „Blick auf die Alster und den Glockengießerwall“ bald nicht mehr geben und der russische Geheimdienst oder private Schnüfflerdienste wären dann mutmaßlich mit einem Kameraauge blinder.


Satire von Icca Noor vom 15. April 2008.

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«Terra Christiana est»

Offensichtlich hat da jemand in der Freien und Hansestadt Hamburg eine Satire von Extra drei (X3) mißverstanden und als Werbespot für ein Minarettverbot nach Schweizer Vorbild aufgefasst. Die islamische Gemeinde in der Stadt, dem „Tor zur Welt“, erhielt einen Drohbrief.


„Minarettverbot: Neue Freunde schaffen?“

In dem Brief wird angeblich mit Brandsätzen gedroht, sollte der Gebetsruf Realität werden. Polizei-Sprecher Ralf Meyer: „Die Polizei hat Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen“. Damit bestätigte er einen Bericht des Rundfunksenders NDR 90,3. Das Schreiben sei mit den lateinischen Worten «Terra Christiana est» (Die Erde ist christlich) unterschrieben. „Die Gruppe ist uns nicht bekannt, möglicherweise handelt es sich um einen Einzeltäter“, sagte der Sprecher. Vor kurzem soll Hamburgs Bischöfin Maria Jepsen gesagt haben, sie könne sich einen wöchentlichen Muezzin-Ruf grundsätzlich vorstellen. Dagegen bezeichnete der Hamburger Erzbischof Werner Thissen die Diskussion über den Muezzin-Ruf als «verfrüht».

Etliche Hamburger Türkei-Urlauber, so erfuhr die Redaktion von Newsbattery.eu heute, befürchten den beim Gebetsruf entstehenden Lärm, denn auf vielen Minaretten in der Türkei seien Lautsprecher installiert, aus denen der Gebetsruf völlig übersteuert plärrt. Die Stellungnahme von Bischöfin Maria Jepsen empfänden sie daher als realitätsfern. Wahrscheinlich denke sie, dass oben auf dem Minarett jemand wie in alter Zeit stünde, um die Gläubigen ausschließlich mit der Kraft seiner Stimme zum Gebet aufzurufen.

Na, bis die Angelegenheit entschieden ist, können die Gewaltätigen unter den Christen noch kräftig ihre Glocken läuten und sich neue Freunde schaffen.




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