DRK – rasen, retten, Reibach machen ?

Unter diesem eher unschönen Motto lernte unser Autor einst die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuz (DRK) kennen. Er übernahm manchmal, wie er zugibt, stereotype Parolen gegen Personen, Gruppen und Institutionen ohne genauer darüber nachzudenken. Doch seine vorgefasste Meinung änderte sich, als er 1989-1990 im Rahmen einer Betriebssanitäter-Ausbildung auf einem Rettungswagen sein Praktikum absolvierte. Aber nun passierte es…

Rolf Fischer – Die Jungs (damals gab’s noch keine Mädels auf den RTW), sowohl Angestellte vom DRK als auch die Zivis, fuhren zügig, aber nicht halsbrecherisch. Selbst mit Sondersignal wurde vorausschauend und rücksichtsvoll am Verkehr teilgenommen. Hut ab, dachte ich damals, schnell bei den Unfallopfern, Leben retten und doch Koblenz‘ Straßen nicht mit einer Stock-Car-Strecke oder dem Nürburgring im Tiefflug verwechseln.

Ja, damals!

Bis auf einmal jeder Rettungs-, Pflege- und Pizzadienst diesen Aufkleber hinten auf dem Heck kleben hatten: „Fahrstil ok? Tel.-Nr. …………….

Was ich aber heute am frühen Nachmittag in dem eher beschaulichen Harsefeld erlebte, haute mich in meiner Meinungsbildung um Jahrzehnte zurück.

Etwas zügig, aber nicht deutlich über den vorgeschriebenen 50 km/h, befuhr ich mit meinem Kleintransporter die Friedrich-Huth-Str. in Richtung Ahlerstedt. Vor mir ein Pkw, hinter mir ein Pkw, als ich im Rückspiegel einen RTW des DRK erkennen konnte, der mehr als zügig zum Überholvorgang ansetzte; ohne Sondersignal!

Wohlgemerkt, innerhalb einer geschlossenen Ortschaft, Bahngleise 200 Meter voraus. Der Fahrer des aus einer gegenüber liegenden Seitenstraße rechts abbiegenden Fahrzeuges tat gut daran, seinen Blick nach beiden Fahrspuren gerichtet zu haben. Der Crash hätte wohl das Absetzen eines Notrufes zur Folge gehabt.

So konnte ich diesen Kamikaze-Retter noch bis Ahlerstedt im Auge behalten, wie er ein vor ihm fahrendes Fahrzeug dicht auffahrend bedrängte, um dann im besagten Ort zügig um die Ecke Richtung Bockholt zu entschwinden.

Also doch wieder: Rasen, retten, Reibach machen? Oder nur der Einzelfall eines Retters, der mit fremdem Eigentum anscheinend nicht so schonend umgeht wie mit seinem eigenen?





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