Libanesischer Waffenschmuggel – ein offenes Buch mit Geheimnissen

Ein Spezialkommando der israelischen Marine hatte den unter der antiguanischer Flagge fahrenden Frachter FRANCOP der deutschen Reederei Bartels in der Nacht zum Mittwoch rund 160 Kilometer vor der israelischen Küste hopp genommen. Für Israels Außenminister Avigdor Lieberman soll zweifelsfrei feststehen, der Frachter habe die an Bord nachgewiesenen 36 Container mit Waffen und Munition vom Iran an die verbündete Hisbollah im Libanon liefern sollen. Doch der mutmaßliche Empfänger dementiert seine Verwicklungen in den Waffenschmuggel und beschuldigt Israel der Piraterie in internationalen Gewässern.

Gila Akkers - Wäre die Hisbollah nicht darin verwickelt, so könnte es ihr egal sein, wenn Israel Piraterie betreibt oder nicht. Aber sie giftet wieder einmal gegen ihren ärgsten Feind, gegen Israel.

Gemäß der deutschen Reederei Bartels fährt deren Frachter seit etwa zwei Monaten unter Zeitcharter für das Frachtunternehmen UFS. Dies wusste heute Vormittag das Hamburger Abendblatt zu berichten. Und die Financial Times Deutschland schreibt am Nachmittag, UFS sei ein zypriotisches Unternehmen, was jedoch offensichtlich falsch ist. Der Frachter wurde den Meldungen nach vor Zypern und rund 160 Kilometer vor der israelischen Küste aufgebracht. Das dürfte wohl die einzige Verbindung der FRANCOP zu Zypern sein. UFS – Universal Freight Services – aber ist ein libanesisches Unternehmen: Gemayzeh – Beirut – 386 Pasteur Str. – Kanzabedian Bldg., so lautet die Kontakt-Adresse des Unternehmens. Und mit diesen Worten wirbt es für sich:

We share high reputation in the field of forwarder business. We take great concern in credit and faith, which is the base of corporation with our overseas agent and customer. Our philosophy is to offer a simple, professional and practical business enabling shippers to obtain quick and reliable results.

Mag ein Schelm sein, der dabei an Böses denkt.


Position der FRANCOP laut marinetraffic.com am 5. November 2009, 22.40 MEZ. Voraussichtliche Ankunftszeit in Beirut 6. November 2009, 7.00 UTC (= 9.00 Uhr mitteleuropäische Winterzeit). Doch circa 10 Minuten später verschwand der Frachter vom AIS-Monitoring des griechischen Betreibers der Webseite marinetraffic.com. Angeblich soll der Frachter von den Israelis freigegeben worden sein und schon am Mittwochabend den israelischen Hafen Aschdod in Richtung Limassol verlassen haben. Aber das scheint wohl nicht zu stimmen.


Aufzeichnungen der zuletzt bekannten und registrierten Positionen der FRANCOP.

Und nun scheint wieder einmal das AIS an Bord des Frachters FRANCOP – wie vor kurzem bei der ARCTIC SEA, als das Schiff verschwand, ausgeschaltet zu sein. Eben noch, am 5. November 2009 um 22.40 Uhr, wurde seine Position südöstlich von Zypern angezeigt und schon ist er verschwunden.





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