Tödliche Propaganda

Erst jetzt wurde bekannt, dass Ende Juni in Afghanistan ein Kind starb nachdem es von einem Propagandapaket der britischen Royal Air Force getroffen und verletzt wurde.

Harald Haack – Nach einem Bericht der „Times“ habe man das Paket mit Flyern des britischen Verteidigungsminsiteriums, die Teil einer „öffentlichen Informationskampagne“ sein sollten, über der südafghanischen Provinz Helmand von einem Flugzeug abgeworfen. Angeblich habe sich dabei nicht der Fallschirm geöffnet. Das Kind, ein Mädchen, erlag trotz medizinischer Behandlung wenig später seinen schweren Verletzungen. Wie schwerwiegend der Inhalt der Flyer ist, verriet das Ministerium nicht. Der Sprecher nannte jedenfalls das Unglück als „schwer bedauerlich“. Nicht bewiesen ist, dass das Paket wirklich an einem Fallschirm befestigt war.

Eigentlich segeln Flyer, deutsch: Faltblätter, der Schwerkraft folgend nach unten, weshalb sie auch „Flugblätter“ genannt werden. Der Abwurf gleich als ganzes Paket wurde deshalb stets als sinnlos betrachtet. Immerhin hätte man Zivilisten treffen und töten können, was die Wirkung der Propaganda negiert hätte. Dies aber wird nun wohl so gewesen sein.

Ein Grund mehr weshalb man dem Militär nicht zivile Bereiche, wie zum Beispiel den Paketdienst, überlassen darf.





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