Die „Juwelen“ der „Arctic Sea“

Wie Waffenschieber sehen sie nicht gerade aus, sondern eher wie ein wild zusammengewürfelter Haufen russischer Kleinkrimineller, die stets gut gegessen und getrunken hatten. Das russische Fernsehen zeigte erste Bilder von der Festnahme und der Ankunft aller Beteiligten des medialen Action-Thrillers namens „Arctic Sea“ in Moskau.

Gila Akkers – Russlands NATO-Botschafter Dmitri Rogosin bezeichnete Spekulation angeblicher Militärexperten über Marschflugkörper für den Iran, die unter der Holzladung des maltesischen Frachters versteckt gewesen sein könnten, als „lächerlich“. Dies sei Fantasie.

Doch wer mag den russischen Dementis noch glauben, zumal bereits zugegeben wurde, dass das russische Militär die Medien mit Falschinformation absichtlich zu blenden versucht hatte? Aber vielleicht stimmt es: Der Einsatz der russischen Schwarzmeerflotte erfolgte nur wegen der russischen Mannschaft des gekaperten Schiffes. Für sie hatte Russland so viel Aufwand betrieben, wie Rogosin erklärte und einräumte, dass diese Aufbietung der Schwarzmeerflotte doch recht ungewöhnlich war. Wann, außer in kitschigen Propagandafilmen, hatte es eine solche Fürsorge der Russen für irgendwelche Seeleute gegeben?

Galt diesen Männern der Überfall? Waren sie die „Juwelen“, um die es den Piraten und letztendlich auch ihren Befreiern ging? Waren sie mit einer geheimen Mission seitens des Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije (GRU), der Hauptverwaltung für Aufklärung beim Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation, beauftragt? Träfe dies zu, so wäre dies eine Erklärung für deren Abschottung zu Angehörigen und sonstigen Außenstehenden. Sämtliche angebliche Angehörige, die bisher in den Medien dargeboten wurden, könnten als Marionetten des (GRU), zum Vertuschen agiert haben. Ungewöhnlich ist zudem, dass über die Tätigkeit des „russischen Geheimdienstes“ berichtet werden kann. Der habe den Verdacht, so weiß angeblich das Internetportal Life.ru, Besatzungsmitglieder hätten sich an der Entführung des Schiffes beteiligt. In Lefortowo, dem früheren KBG-Gefängnis, sollen die Vernehmungen am Donnerstag bis tief in die Nacht gedauert haben und seien am Freitag fortgesetzt worden, wie es heißt.


Vorher: Wer ist wer? Gut oder Böse? Besatzungsmitglied oder Besetzer der „Arctic Sea“?

Nachher: Ankunft auf einem Moskauer Militärflugplatz.


Ohne Fesselung werden die Männer unsanft abgeführt.


Die Arme auf dem Rücken gebunden wurde er mittels Schlauchboot vom Frachter geholt.

Update vom 21. August 2009, 18.40 Uhr:


LIFE.ru zeigt Fotos und und ein Video „der Matrosen und der Piraten“ beim Eintreffen und beim Verhör in einem Büro „des militärischen Teils“ des FSB RF. Der Geheimdienst scheint entweder machtlos gegenüber den Paparazzis zu sein oder aber er arrangierte bzw. ermöglichte diese Show.

Vorherige Artikel von Gila Akkers zum Thema:

Waren die Entführer auf dem falschen „Dampfer“?
Mannschaft der „Arctic Sea“ an Bord eines russischen Kriegsschiffes
Ahoi! Das Schiff der vielen Dementis





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