Ahoi! Das Schiff der vielen Dementis

Wir lagen vor Gibraltar
Und hatten die Pest an Bord
In den Kesseln, da faulte das Wasser
Und täglich ging einer über Bord
Ahoi, Kameraden, ahoi, ahoi!

Leb wohl, kleiner Frachter, leb wohl, leb wohl!
Ja, wenn das Schifferklavier an Bord ertönt
Dann sind die Matrosen so still, ja so still
Weil ein jeder nach seiner Heimat sich sehnt
Die er gerne einmal wiedersehen will

Wir lagen schon vierzehn Tage
Kein Wind durch die Segeln uns pfiff
Der Durst war die größte Plage
Da liefen wir auf ein Riff
Ahoi, Kameraden, ahoi, ahoi!…

Der lange Wladimir war der erste
Er soff von dem faulen Naß
Die Pest gab ihm das Letzte
Und wir ihm ein Seemannsgrab
Ahoi, Kameraden, ahoi, ahoi!…

Gila Akkers - Es ist Sommer und wohl auch wieder einmal Schweiss triefende Sauregurkenzeit. Jede Menge Menschen verschwinden auf geheimnisvolle Weise und ein Krokodil tauchte angeblich in einem deutschen Weiher ab.

Aber nicht nur das allein: Ein Schiff wurde auf der Ostsee überfallen.

Die Täter wirkten auf die russische Crew wie schwedische Polizisten, wird über die Presseindustrie verbreitet, eben weil sie maskiert waren (?). Da aber die Guten in Wildwestfilmen stets weiße Hemden trugen, müssen wir also annehmen, dass die Maskierten an Bord des Schiffes keineswegs schwarze Hemden am Leib hatten. Doch schwedische Polizisten sollten zumindest dunkelblaue Hemden tragen; einen Hauch dunkler als bei der Freien Deutschen Jugend (FDJ) der ehemaligen DDR, wenn sie im offiziellen Auftrag auftreten. Kanzlerin Merkel wird dies bestätigen können, schließlich war sie bei der FDJ aktiv.

Der Überfall soll am 24. Juli frühmorgens stattgefunden haben und zwar in der beschaulichen Meerenge zwischen Öland und Gotland. Eine gut ausgesuchte Lokation: Schnell hin und schnell wieder weg und entweder unter die sonnenhungrigen Touristen gemischt und dort untergetaucht oder über die 137, den Ölandsbron, zum Festland verduftet und eiligst heimwärts nach Solna bei Stockholm zum Quartier der Stand Behind, der rechtsradikalen Untergrundorganisation in Schweden – einst gegründet als paramilitärische Terrorgang mutmaßlich von den USA, um mögliche sowjetische Invasionen abzuwehren.

Wikipedia behauptet, die Stand Behind, auch „Gladio“ genannt, sei während des Kalten Krieges der NATO, dem CIA und MI6 unterstellt gewesen: „Die Organisation existierte von etwa 1950 bis mindestens 1990 und arbeitete im damaligen Westeuropa, Griechenland und der Türkei. Im Zuge der Aufdeckung von Gladio wurde 1990 bekannt, dass Teile der Organisation unter Mitwirkung von staatlichen Organen systematisch und zielgerichtet an Terrorakten und Morden in mehreren europäischen Ländern beteiligt waren. Es folgte ein europaweiter politischer Skandal, die Presse sprach von dem „bestgehüteten und zerstörerischsten politisch-militärischen Geheimnis seit dem Zweiten Weltkrieg.“ Das Europäische Parlament forderte die EU-Mitgliedstaaten 1990 auf, entsprechende parlamentarische Untersuchungsausschüsse einzusetzen. Dies geschah jedoch nur in Belgien, Italien und dem Nicht-EU-Mitglied Schweiz. Eine lückenlose Aufklärung steht bis heute aus.“

Und nun überfielen sie den Frachter „Arctic Sea“ mit 15 unheimlich harmlosen russischen Seeleuten an Bord?

Bleiben wir doch noch bei Wikipedia im Artikel über die „Arctic Sea“: „Die aus 15 Personen bestehende russische Besatzung wurde gefangengenommen und das Schiff anschließend durchsucht. Nach gut zwölf Stunden verließen die Männer das Schiff wieder, das daraufhin seine Reise fortsetzte.“

Soll dies die offizielle Version sein? Zwölf Stunden für eine Untersuchung des Schiffes? Offensichtlich waren die Maschinen des Frachters zwischenzeitlich gestoppt worden, vielleicht deshalb, um in der Nähe von Öland zu bleiben von wo aus die Flucht für die Maskierten einfach war.

Zwölf lange Stunden!

Zeit für eine Einweisung in die Bedienung des Schiffes?

Genügend Zeit, um an Bord eine gefährliche Gerätschaft zu lokalisieren oder zu installieren?

Weshalb fuhr das Schiff anschließend, nachdem die Gangster, wie behauptet, das Schiff verlassen hatten, nicht die Abkürzung durch den Nord-Ostsee-Kanal, sondern fuhr den Umweg durch den Skagerag?

Der Hafenmeister einer kleinen dänischen Marina verriet mir – nach stundenlanger Suche hatte ich ihn gefunden – auf Anfrage, er habe den Funkverkehr der „Arctic Sea“ zufällig mitgehört als sie sich noch in schwedischen Hoheitsgewässern aufgehalten hatte. Als die Meldung von der vorgeblichen Freigabe des Schiffes gekommen sei, habe die Stimme des Kapitäns absolut keinen russischen Akzent gehabt. Er hätte wie ein Schwede geklungen, der einige Zeit in den USA gelebt habe.

Die Tour durch den Nord-Ostsee-Kanal wäre für die Schiffsbesetzer, neuerdings heissen sie fälschlicherweise „Piraten“, zu nervenaufreibend und zu gefährlich gewesen. Man hätte sie bei dem engen Kontakt mit der Kanalbehörde möglicherweise enttarnt und im Kanal wäre das Schiff in der Falle gewesen.

Und dann tuckerte der Frachter unbehelligt weiter zum Ärmelkanal, wo er – Piep Piep – seine Kennung abgab; also sporadisch und offensichtlich nicht nach Vorschrift, möglicherweise unterdrückt, um eine Art technische Störung vorzutäuschen. Aber längst hatte da der Frachter seine Verfolger, die russische Marine und die NATO am Achtersteven, wenn man versucht die Wahrheit zwischen den Zeilen der ständig negierenden, dementierenden Meldungen heraus zu lesen. Und während das Märchen in die Welt gesetzt wurde, er sei vor den Kapverdischen Inseln mit Kurs auf Afrika gesichtet worden, empfing ein Blogger, offensichtlich ein ehemaliger Soldat der Bundewehr-Marine (?) am 15. August 2009 um, wie er behauptet; 10:08 Uhr, ein Kennungssignal des inzwischen vermissten Schiffes. Doch er bleibt – außer seiner Entrüstung darüber, dass die ARD-Tagesschau seine Festellung nicht als Tatsache würdigte, mehr noch behauptete, die Sichtung sei von offizieller Seite dementiert worden, den Beweis schuldig. Was hilft es, wenn er über sich schreibt: „Mein Interesse gilt der Welt, Ihren Lebewesen und Kulturen. Und wenn ich Denkanstöße geben kann, hat sich der Zeitaufwand hier schon gelohnt. Als ehemaliger Marinesoldat bin ich dem Meer treu geblieben und unterstütze die Sea Shepherd Conservation Society in ihrer Arbeit zum Schutze der Meere und ihrer Bewohner.“ Die von ihm gezeigte Location-Graphik sieht auf dem ersten Blick wie ein Beweis aus, doch sie könnte problemlos mit etwas Sachverstand gefälscht worden sein.

An anderer Stelle seines Blogs offenbart er sich in seinem Denken als rechtslastig und dem Staat Israel nicht gerade wohl gesonnen. Auch Dr. Alexander Freiherr von Paleske, einst zu RAF-Zeiten Rechtsanwalt, dann Mediziner und nun Leiter einer Klinik in Botswana (Afrika), giftet in seinem Artikel unter dem Blog des Schweizer „staatsbediensteten Asylanten-Interviewers“ Stephan Fuchs gegen den Mossat, dem israelischen Geheimdienst, der seinen Spekulationen nach in dem Fall des Frachters verwickelt sei, um einen Krieg mit dem Iran zu provozieren. Schließlich hätten die Israelis gemeinerweise den Iranern mehrfach Waffen geliefert, um sich dann vom Iran bedroht zu fühlen und um einen Angriffskrieg zu rechtfertigen, wie er mehrfach in früheren Artikeln unter nachrichtenheute.ch nahe legte und die er bei gleichgesinnten rechten Blogs gleichermaßen hatte platzieren können.

Daran beteiligt gewesen sein soll einst auch ein jüdischer Schaumschläger namens Moshe Regev-Regenstreich, der in Wien verstorben sein soll (angeblicher plötzlicher Herztod), dessen Leichnam aber nicht wie religiös vorgeschrieben von Wien ins Heilige Land offiziell transportiert wurde. Der Wiener Rabbi fand ihn auf seiner Sterbeliste jedenfalls nicht. Außer Fotos eines verfetteten Lebemannes sowie ungedeckten Blanko-Schecks zeigte Dr. v. Paleske meinem deutschen Kollegen Harald Haack keine Urkunden, die eine Identität des Moshe Regev, wie er sich abgekürzt häufig genannt haben soll, belegen. Haack gelang es zwar vor ein paar Jahren von einem asiatischen Informanten, der dem MI6 nahe zu stehen scheint, die Bestätigung zu erhalten, Regev sei vor dem berühmten Kaufhaus in London, dem Harrods, gesehen worden – Monate nach seinem angeblichen Ableben in Wien – doch der MI6 ist für seine Märchen hinlänglich bekannt, die er in der Blogger-Szene streut, darunter viele obscure weltverschwörerische Nachrichten. „James Bond“ ist zu einem Spinner mutiert.

Jetzt schon ein Fazit?

Nun, wenn’s denn sein muss: Ein Frachter wird überfallen und angeblich wird nichts geraubt. Folglich ist anzunehmen, dass etwas an Bord gebracht wurde. Piepapo-Presse-und-Konsulats-Meldungen verschwand der Frachter, der wertvolles finnisches Holz für Algerien geladen haben soll, aus der Kontrolle der nautischen Aufpasser nach der Passage des Ärmelkanals. Und mit einem Mal ist eine ganze Armada von Schiffen und U-Booten der russischen Marine und der NATO hinter dem Schiff hinter her und ein Dementis löst das folgende Dementi ab. Entweder kam es hierbei zu einem hysterischen Aufschaukeln, vergleich mit einer stochastischen Resonanz (in der statistischen Mathematik), oder aber die Welt hat es mit einem nie zuvor da gewesenen Ernstfall zu tun.

Haben sie nun die Pest an Bord?

Die Pest trat zuletzt, vor kurzem erst, in China und in Nepal auf. Vielleicht hat sie jetzt auch einen anderen (militärischen) Namen. Jedenfalls muss derzeit eine Bombenstimmung bei NATO und Russischem Militär herrschen. Aber weshalb stecken die EU-Verantwortlichen ihre Köpfe in den Sand?

Wer hat die denn nun wieder geschmiert? Die Presse-Industrie im Sommerloch?

Oder ist da ein russischer Flüchtling wie in dem Movie „Roter Oktober“ auf Erfolgskurs?





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