Dienstwagen von Gesundheitsministerin gestohlen

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein deutscher Politiker den Dienstwagen stehlen lässt. Vor der Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), deren angeblicher S-Klasse-Mercedes in Spanien entwendet wurde, war es der Dienstwagen eines Salzwedeler Bürgermeisters, der im osteuropäischem Ausland schwuppdiwupp abhanden kam.

Harald Haack – In Salzwedel war es eine Zeitlang Stadtgespräch gewesen, denn Siegfried Schneider, (CDU), Ex-Bürgermeister der Hansestadt Salzwedel in Sachsen-Anhalt, hatte die Geschichte in der Burgstraße vor einer Kneipe erzählt, wo er in geselliger Runde beim Bier gesessen hatte. Und schon war die Anekdote durch die Stadt geschossen.

Er sei als Bürgermeister in einer osteuropäischen Stadt zu Besuch gewesen, war bei seiner Ankunft mit dem Dienstwagen vor dem Hotel vorgefahren, erzählte Schneider. Spontan habe ihm ein netter, junger Mann die Fahrertür geöffnet, er sei daraufhin ausgestiegen und will noch gedacht haben, dass die vom Hotel aber auf Zack seien, habe dem Mann die Wagenschlüssel gegeben und sei dann ins Hotel gegangen. Als er dann später um seinen Wagen bat, soll er an der Rezeption nur Achselzucken geerntet haben und es stellte sich heraus, dass der so nette, junge Mann in Wirklichkeit ein durchtriebener Dieb gewesen war und kein Mitarbeiter des Hotels. Grölendes Gelächter schalte daraufhin über die Burgstraße.

Nicht ganz so, wenn aber auch ähnlich, soll es nun der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt passiert sein. In Spanien, wo sie gerade Urlaub macht und dienstliche Termine hatte und beides miteinander verband. Nach Angaben einer Sprecherin des Gesundheitsministeriums wurde in der Wohnung ihres Fahrers eingebrochen und die Schlüssel wurden gestohlen und damit dann auch der Dienstwagen.

In Berlin ist deshalb erwartungsgemäß die Aufregung groß.


Ob Ministerin Ulla Schmidt in Alicante nun noch so zuversichtlich lächeln kann, wissen wir nicht.


Wo mag er nur sein, der Dienstwagen der Ministerin?
© Fotos: Les Visiteurs – Gaumont Buena Vista International

Otto Fricke (FDP), Chef des Haushaltsausschusses im Bundestag, fordert eine Antwort auf die Frage, wieso die Gesundheitsministerin den Wagen überhaupt mit in den Urlaub genommen hat? „Ich möchte wissen, für welche Termine Frau Schmidt Dienstwagen und Fahrer in Alicante benötigt hat und warum es nicht möglich war, dass ihr die Botschaft Transportmöglichkeiten zur Verfügung gestellt hat. Dazu muss Frau Schmidt Auskunft im Ausschuss geben“, sagte er.

Der Bund der Steuerzahler lässt sich nicht lumpen und tönte über seinen Sprecher, den Verbandsgeschäftsführer Reiner Holznagel: „Wir verlangen Aufklärung, warum ihr Dienstwagen knapp 5000 Kilometer durch Europa gebracht werden muss. Nur für den Fahrtkomfort einer Ministerin dürfen keine Steuergelder verschwendet werden.“

Doch diese Fragen sind nur Peanuts.

Newsbattery fragt deshalb: Warum hatte der Dienstwagen keinen GPS-Tracker, mit dessen Hilfe im Bedarfsfall eine weltweite Ortung und sogar, bei neueren Geräten, eine Blockierung der Zündung und damit des Motors möglich gewesen wäre? Nur legitimierte Personen haben Zugriff auf die Tracker-Daten; beispielsweise nur der Fahrer oder auch die Ministerin. Offensichtlich haben wir es mit einem Fall des Versagens der Berliner Sicherheitskräfte und der Politik zu tun. Was längst vielen Speditionen und Privatleuten, und nicht nur Geldtransporteuren, recht und billig ist, fehlt auf der Liste der Sicherheitsmaßnahmen für deutsche Politiker? GPS-Tracker lassen sich fest und getarnt einbauen und mit eigener Stromversorgung, so dass Diebe beim Stehlen eines derart ausgerüsteten Fahrzeugs wirklich alt aussehen. Selbst in Garagen oder in Werkstatthallen lassen sich die Fahrzeuge damit noch orten, wie ich habe habe feststellen können. Mein eigener Wagen ist damit ausgestattet.

Aber den Bundesbürgern in die E-Mails linsen und sie unter Terrorverdacht zu stellen, dazu ist diese Regierung fähig.





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