Abwrackprämie fürs AKW Krümmel?

Die Abwrackprämien für Pkw laufen vorzeitig aus. Angeblich reiche das Geld dafür nicht mehr, behauptet BILD unter Berufung auf Zahlen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Doch nach dem verwaltungsrechtlichen Super-GAU des Energiekonzerns Vattenfall, dem Betreiber vom AKW Krümmel, scheint es als käme nun die Abwrackprämie für die Atomindustrie.

Gila Akkers – Der Atomindustrie geht es eigentlich nur ums Geld und kaum um eine für Menschen und Umwelt sichere Energieerzeugung. Dafür verschwendet sie jede Menge an Energien. Zum Beispiel den Kanzlerin-Flüsterer, Prof. Lars Göran Josefsson, Vorsitzender, Präsident und Chief Executive Officer (CEO) von Vattenfall AB, der 2006 zum Klimaschutzbeauftragten der Bundesregierung ernannt wurde und auch als „Energieberater“ von Angela Merkel gilt. Offensichtlich lässt Vattenfall ihn bei Merkel ausbrennen wie einen überhitzten und in Brand geratenen Lockenstab; und ausgerechnet Vattenfall, einer der größten Klimakiller Europas, erlaubt ihm diese schlüpfrige Nebentätigkeit. Wie kürzlich wieder bewiesen wurde, zählt Vattenfall auch zu den größten Täuschern der europäischen Energiewirtschaft.


Die „Abwrackprämie fürs AKW Krümmel“, momentan noch außerirdisch unwirklich. Doch die Merkel-Koalisation hat schon weitaus mehr Geld „notleidenden“ Reichen zugeschoben. Beim Finanzministerrat in Brüssel sagte Peer Steinbrück heute, die Bundesregierung prüfe die Möglichkeit einer direkten Unterstützung notleidender Konzerne.
© Foto [M]: Harald Haack

Der Name „Vattenfall“ ist das schwedische Wort für „Wasserfall“. Das klingt wie frisch gewaschen, doch auf ehemaligem DDR-Gebiet hat Vattenfall fünf relativ neue Braunkohlekraftwerksblöcke mit 4.340 Megawatt und 4.000 Megawatt ertüchtigte DDR-Blocks. Diese sollen mit weit über 50 Millionen Tonnen „Klimaschadgas“ CO2 im Jahr zu den katastrophalen Klimaänderungen beitragen, so der Verband „Grüne Liga“. Vattenfall wolle nicht etwa aussteigen, sondern suche weiter nach Vorräten und Standorten für neue Braunkohlekraftwerke, schimpfte der Verband 2006, was mit dem Bau des Kohlekraftwerks Moorburg in Hamburg seine Bestätigung fand. Auch dort gab es seitens Vattenfall massive Einflussnahme in die Politik. Die Grünen, die dort zusammen mit der CDU derzeit regieren, gaben den massiven Klageandrohungen nach, wichen von ihren Versprechen ab, die sie vor der Wahl gegeben hatten (sie kämpften mit Plakatsprüchen wie etwa „Kohle von Beust“) und genehmigten das Kraftwerk unter hohen Umweltauflagen, die aber inzwischen (typisch Vattenfall?) verwässert wurden.

Die Bundestagswahlen stehen wieder einmal an. Auch wenn CDU-nahe Meinungsforschungsinstitute und die Springer-Presse Kanzlerin Merkel immer noch als Beliebteste im ganzen Land preisen, der Zauberspiegel von Angela Merkel hat ihr mutmaßlich die ganze niederschlagende Wahrheit gesagt. Und dies weiß offensichtlich auch Vattenfall und versucht noch vor der Wahl als Gewinner aus dem Sumpf von Negativ-Schlagzeilen hervorzugehen.

Und dafür scheint der Konzern seinen besten Mann vorzuschicken. Doch wo so verbissen um Macht und Pfründe gekämpft wird, gibt es aufgrund des selbst geschaffenen Leistungsdrucks immer häufiger Ausrutscher. Das Schicksal verpasste dem Konzern kurz nach Josefssons Ausruf, in dem er die „Renaissance der Atomenergie“ fälschlicherweise behauptete – als übereilte Antwort auf das Vorhaben der Konkurrenten Solarkraftwerke in der Sahara zu fördern – mit dem Vorfall im AKW Krümmel eine Abfuhr.

Umweltminister Gabriel, der 2006 Vattenfalls Josefsson noch gemeinsam mit Kanzlerin Merkel lobte und behauptete, man müsse ihn und die „Interessen der Wirtschaft“ mit „ins Boot holen“, lehnt angesichts des erneuten Pannen-Komplexes vom AKW Krümmel längere Laufzeiten für schrottige Atomkraftwerke ab. Er forderte die Stromkonzerne auf, „die ältesten und problematischsten Reaktoren abzuschalten und deren Stromkontingente auf die jüngeren Anlagen zu übertragen“. Sichere AKW könnten dann länger am Netz bleiben. Er halte den Einsatz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „für längere Laufzeiten der alten Atomreaktoren für unverantwortlich“.

Als hätte er die Debatte verschlafen, reagierte Unionsfraktionschef Volker Kauder konfus verschreckt und wies die Forderung Gabriels zurück: „So lange Kernkraftwerke sicher sind, sollen sie auch laufen können“, teilte der CDU-Politiker der Springer-Postille „Hamburger Abendblatt“ pauschal mit.

Der Fraktionschef der schleswig-holsteinischen FDP, Wolfgang Kubicki, wurde dagegen schon deutlicher. Im Gegensatz zur Bundes-FDP, die so kurz vor der Wahl schon nach der Macht geifert und sich dem Atomkurs von Kanzlerin Merkel genähert hat, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“: „Krümmel soll nicht wieder ans Netz.“

Aber wie soll man das Vattenfall schmackhaft machen? Mit einer Abwrackprämie? Ist es das, wohin der Konzern strebt? Ist damit die unglaubliche Häufung von Pannen in den Atomkraftwerken Vattenfalls zu erklären? Soll dafür das Image von Vattenfalls „bestem Mann“ befleckt werden?

Wie Vattenfall jetzt bekannt gab, werde sein AKW in Krümmel für mehere Monate ausfallen und rechnete vor, dass die Gesamtkosten für die Erneuerung der Transformatoren rund 20 Millionen Euro betragen. Unternehmenssprecherin Barbara Meyer-Bukow sagte, die Transformatoren kosteten jeweils rund acht Millionen Euro. Dazu kämen Kosten für ein neues Trafo-Haus und der Ausfall der beiden schleswig-holsteinischen Reaktoren Brunsbüttel und Krümmel koste das Unternehmen täglich rund eine Million Euro.

Ob es die Abwrackprämie für die Atomindustrie nun geben wird oder auch nicht: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück denkt schon mal laut über die Kreditvergabe an Konzerne nach. Beim Finanzministerrat in Brüssel sagte er heute, die Bundesregierung prüfe die Möglichkeit einer direkten Unterstützung notleidender Konzerne.

Eigenartig ist, dass Vattenfall kürzlich für seine deutschen Atomkraftwerke einen neuen Personalreferenten suchte. Der scheint nach einer skandalträchtig anmutenden Suche nun gefunden. Und auf eigenen Wunsch wurde der Krümmeler Kraftwerksleiter Hans-Dieter Lucht angeblich von seinen Aufgaben entbunden. Die Anlagenleitung übernehme sein bisheriger Stellvertreter Walther Stubbe, gab Vattenfall heute bekannt.


Wie unsicher Vattenfall sogar in der deutschen Sprache ist, also nicht nur Atomkraft nicht sicher beherrscht, sondern auch das falsche Geschlechtswort (Artikel) gebraucht, demonstriert diese Google-Werbung.
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