Die Bären sind fort

Das Tier mit der weltweit größten Beachtung ist gegenwärtig bestimmt das Schwein. Im Umfeld der befürchteten Schweinegrippe-Pandemie führt das eigentlich sympathische Nutztier die Schlagzeilen an. Aber auch den Bären geht es nicht viel besser wenigstens in der Schweiz, im Berner Bärengraben.

Peter Maibach – Denn die beiden Gräben, in den die Bären, Wahrzeichen und Wappentiere der Stadt, gehalten wurden, stehen leer. Die Touristenattraktion bleibt verwaist. Pedro, der letzte Bärengraben-Bär wurde wegen einer schmerzhaften, nicht heilbaren Arthrose vor einigen Tagen eingeschläfert. Seine Wurfgeschwister Tana und Delia mussten bereits früher vom gleichen Leiden erlöst werden. Die in Barcelona geborenen Bären wurden 1981 im Berner Bärengraben angesiedelt.

Als kleiner Berner Bub war ich natürlich hin und weg von den putzigen Bärchen, die für ein wenig Bärenfutter willig Pirouetten drehten. Ganz Bern und unzählige Touristen standen am Geländer der beiden Gräben und belustigten sich an den Tieren, die so gut zur Berner Art zu passen schienen: behäbig, langsam und ruhig, solange sie nicht gereizt werden. Mit der Zeit reifte aber die Frage zur Gewissheit, dass dies keine artgerecht Tierhaltung sei. Der eine, größere Graben wurde umgestaltet, die Tiere zwischendurch zur Erholung in den nahen Tierpark in ein weitläufiges Waldgehege verbracht. Dort warten heute bereits die Braunbären «Björk» und «Finn» auf ihre Rückkehr in den Bärenpark.


Der Bärengarten in Bern am 18. April 2009 gegen halb zehn Uhr.
© Foto: Peter Maibach, Bern

Denn die Bärenhaltung in Gräben ist mit Pedro zu Enden gegangen. In unmittelbarer Umgebung des alten Bärengrabens wird ein tiergerechter Bärenpark angelegt. Die Großbaustelle, die den gesamten Aarehang umfasst, vermittelt einen ersten Eindruck der Anlage, die im 2010 eröffnet wird: Unterholz, Bäume und Höhlen, ja sogar ein künstlicher Nebenarm der Aare mit Fischmöglichkeiten sorgen dann hoffentlich für ein bärengerechtes Leben.


Die Baustelle an der Aare am 5. Oktober 2008 um die Mittagszeit…


…und am 11.Oktober 2008.


Das Vorhaben der Planer wird sichtbar. Fotografiert am 3. Mai 2009 vormittags.
© Fotos: Peter Maibach, Bern

Der alte, große Bärengraben wird für die Bären als Ausweichquartier bereit gehalten. Der kleine der beiden Gräben wird für Anlässe zur Verfügung stehen. Ob nicht geladenen Gäste von oben her dem Partytreiben zuschauen dürfen ist noch offen. Füttern jedenfalls dürfte nicht mehr notwendig sein.





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