Ernster Zwischenfall mit Schweinegrippe-Viren in der Schweiz

Während in der ganzen Welt sich die Schweinegrippe rasant ausbreitet und die WHO kurz davor ist die Lage als extrem ernst einzustufen, versuchte der Leiter des Genfer Laboratoriums für Virologie einen Zwischenfall herunter zu spielen. In einem ICE zwischen Bern und Freiburg war ein Behälter mit den gefährlichen H1N1-Viren explodiert.

Harald Haack – Bahnunfälle mit gefährlichen Gütern sind berüchtigt dafür, dass hinterher stets behauptet wird es habe keine Gefahr für Menschen bestanden. Da mögen Anwohner einer brennenden Chemiefabrik durch toxische Brandgase, die in der Nacht durch ihre Fenster ins Schlafzimmer zogen, schwer verletzt in ihren Betten liegen, wenn erst einmal Messungen auf dem Fabrikgelände durchgeführt werden, um nach gefährlichen Stoffen in der Luft zu fahnden, wird nichts gefunden und es bestand, was dann als offizielle Wahrheit verbreitet wird, keine Gefahr für die Bevölkerung; und die Verletzten haben, wenn sie denn überleben, juristisch Probleme irgendeinen Schadenersatz, ein Schmerzensgeld oder eine Rente durchzusetzen. Nur keine Panik!

Angesichts der terroristischen Bedrohung, von der Politiker gerne reden, um sie als ihr Machtinstrument zu nutzen, erscheint es mir geradezu als grotesk, wenn der Leiter des Genfer Laboratoriums für Virologie, Laurent Kaiser, behauptet, jeden Tag würden in der Schweiz Viren mit dem Zug transportiert werden; einige seien sogar per Post unterwegs. Das klingt so, als könne nie etwas passieren. Nur keine Panik!

Aber nun ist es passiert, in einem Intercityzug zwischen Bern und Freiburg. Dabei wurden zwei Menschen verletzt, wie die Schweizer Sonntags-Zeitung schreibt, wurden sie nur leicht verletzt. Das mag ja sein. Splitter kleiner berstender Glasbehälter werden keine großen Verletzungen verursachen, wenn die Personen, die von ihnen getroffen werden, günstig stehen. Doch in dem Behälter, der explodierte, befanden sich die derzeit als gefährlich eingestuften H1N1-Viren, die als Schweinegrippeviren weltweit unterwegs sind, weil sie Menschen infizierten.

Zu der Explosion soll es gekommen sein, weil das Trockeneis zur Kühlung von Viren und Nukleinsäure innerhalb anstatt außerhalb des Vakuums des Pakets platziert wurde. Als das Trockeneis, festes Kohlenstoffdioxid, verdampfte, entstand im Innern der Verpackung ein Überdruck und das Paket explodierte. Der Bote und eine Frau sollen dabei leicht verletzt worden sein. Ob sie infiziert wurden und ob der Zug, in dem das passierte, gründlich desinfiziert wurde, darüber gibt es keine Nachricht. Einzige Maßnahme: Die 61 Passagiere des Zuges wurden für eine Stunde „abgesondert“ und dann „bis eine Ansteckung vollständig ausgeschlossen werden konnte“ entlassen. Dabei beträgt die Inkubationszeit der Grippe mehrere Tage. Hatte die Schweiz am vergangenen Montag, als das Paket explodierte, nur einen Mexiko-Reisenden, der nachweislich mit dem H1N1-Virus infiziert ist, sollen es inzwischen 29 Verdachtsfälle sein. Der Bundesrat setzt nun einen Pandemie-Sonderstab ein. Nur keine Panik!

Bestimmt waren die Viren das Nationale Grippe-Zentrum in Genf. Im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) soll dort ein Test zur Diagnose der Schweinegrippe entwickelt werden.





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