George W. Bush schuld an der Schweinegrippe?

Es ist offensichtlich ein Trugschluss, demnach die Schweinegrippe ihren Ursprung in Mexiko hat. Laut WHO wurde die Seuche in Mexiko zuerst diagnostiziert. Dies bedeutete jedoch nicht zugleich, dass sie sich von dort ausbreitete. Inzwischen weisen die Zahl und die Lokalisierung der Erkrankungen in den USA mehr auf Texas, die Heimat des vorherigen US-Präsidenten George W. Bush, als Ort der Mutation und des Wechsels auf Menschen hin. Und das dürfte auch kein Wunder sein, denn Schweinemastkonzerne haben längst die Prärien des Wilden Westens, auf dem vor noch nicht allzu langer Zeit Rinder weideten, für sich entdeckt und rücksichtlos gigantische Schweine-KZs errichtet.

Harald Haack - Nicht ohne Grund beschreibt die Schriftstellerin Annie Proulx die Skrupellosigkeit der Schweinemastkonzerne und die Dickschädeligkeit der Texaner in ihrem Roman „Mitten in Amerika“, der 2003 im Luchterhand Verlag auf Deutsch erschien.

Die Kurzversion des Klappentextes: „Im Herzen von Amerika, wo die schmalen Ausläufer, die panhandles, von Texas und Oklahoma aufeinanderstoßen, lag einst der »Wilde Westen« mit seinen riesigen Ranches und Viehherden. Inzwischen wandern die Leute ab, die für die Landschaft typischen Windräder fördern kaum noch Wasser, und die trockene Steppe breitet sich immer weiter aus. Hierher verschlägt es Bob Dollar, einen jungen Mann aus Denver, der nichts Rechtes mit seinem Leben anzufangen weiß und nach ein paar Gelegenheitsjobs bei Global Pork Rind anheuert: Im Panhandle-Gebiet soll er nach Land für Schweinemastbetriebe suchen und die Besitzer zum Verkauf überreden. Er lässt sich in Woolybucket nieder, einem kleinen texanischen Ort voll sturer und schrulliger Hinterwäldler. Im Old Dog Café hört er Geschichten von Tornados, eisigen Winden und Sandstürmen, von Hahnenkämpfen und Rodeoshows, von Familienfehden und Liebschaften, aber vor allem vom Niedergang der Prärie. Und eben jene Schweinefarmen, für die er arbeitet, sind zum großen Teil daran schuld. Allmählich versteht Bob Dollar, der mit sieben Jahren von seinen Eltern verlassen wurde, was diese Menschen mit ihrem Land verbindet, und zum ersten Mal in seinem Leben sieht er eine Zukunft vor sich. Ein modernes Märchen, die Geschichte eines Hans-im-Glück, der in einer bösen Welt nur Gutes will – mit Annie Proulx‘ Sprachgewalt, ihrem scharfen Blick fürs allzu Menschliche und ihren atemberaubenden Landschaftsbeschreibungen wird daraus ein großer Roman über das heutige Amerika, wie wir es kaum kennen.“

Texas, das ist die Heimat von George W. Bush. Der ehemalige US-Präsident, der schlechteste Präsident in der Geschichte der USA, besitzt die Prairie Chapel Ranch bei Crawford in Texas, und war vor seiner Amtszeit als US-Präsident Gouverneur von Texas. In dieser Zeit gab es den Wandel von der Rinderzucht zur Schweinemast, den die Erfolgsautorin Annie Proulx in ihrem Roman als Rahmenhandlung gewählt hat. Deutschen Lesern wurde sie bekannt durch ihren bereits verfilmten Roman „Schiffsmeldungen“ (The Shipping News).

George W. Bush wird eine Vorliebe für Schweinefleisch nachgesagt. Mutmaßlich war dies der Grund, weshalb Kanzlerin Merkel ihm auf Kosten deutscher Steuerzahler ein Schwein am Spieß spendierte. Aber es soll ein Wildschwein gewesen sein, das ihm in Trinwillershagen, dem kleinen ehemaligen DDR-Vorzeigedorf in Merkels Stralsunder Wahlkreis am Grill präsentiert wurde als er im Juli 2006 in Deutschland war. Vielleicht wollte die Kanzlerin ihn auf einen anderen Geschmack bringen, weg von den überzüchteten Schweinen in den texanischen Schweinemastbetrieben.

Nach der Einwohnerzahl stehen die USA erst an 3. Stelle unter den Ländern der Erde, jedoch nach ihrer Wirtschaftskraft übertreffen sie alle anderen Staaten bei weitem. Fast die Hälfte der USA wird von der Landwirtschaft beansprucht, wobei im letzten Jahrzehnt während Bushs Präsidentschaft das ständige Verschwinden der Farmen und seiner Arbeitskräfte und die Zunahme von Schweinemastbetrieben auffällt; besonders in Texas, wo die Steppen den Rindern nicht mehr genug Gras bieten. Einst verfügten die USA über 101 Millionen Rinder. Doch sie werden weniger, weil es immer teurer für die Viehzüchter wird sie auf den überbelasteten Weiden zu halten. Schweine dagegen werden nicht auf Wiesen gehalten, sondern in riesigen Ställen, Gefängnissen nicht unähnlich. Ihre Zahl soll sich in den vergangenen Jahren verdreifacht haben und derzeit bei rund 149 Millionen liegen. Die Schweinemastbetriebe befinden sich überall dort, wo der Boden durch Überbewirtschaftung ausgelaugt ist, wo nur noch Mais wächst, was auf weite Landstriche in Texas zutrifft. Mais gilt nicht ohne Grund als letzte Kulturpflanze vor der Ende einst blühender Landschaften. Danach herrscht die Wüste. Schon heute fahren die Mitarbeiter von Bush über staubige Straßen, die von dörren, sandigen Feldern gesäumt werden, um zur Farm zu gelangen.

Bushs Freund, der Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, einst schlechtester und bestverdienender Schauspieler Hollywoods, scheint im Gegensatz zu George W. Bush mehr ein Freund von Geflügel zu sein. So ist die Luft in den Randzonen Kaliforniens häufig voll von dem Gestank von Hühnergülle. Kalifornien hat viele Geflügelknäste, denn das magere Fleisch von Hühnern und Puten ist sehr gefragt unter den Millionären von Los Angeles.

Besorgt darüber ihnen könnte die Schweinegrippe was anhaben, verhängte Schwarzenegger den Notstand über seinen US-Bundesstaat. Aufgefallen war nämlich die rasante Zunahme von Infizierten in Kalifornien.

Interessant ist, dass Wissenschaftler beim gegenwärtigen Schweinegrippevirus von einer Vermischung von Vogel- und eines Menschengrippestammes ausgehen, der in Schweinen zu dem nunmehr gefährlichen Virus mutierte.

Untergegangen in der allgemeine Hysterie der Massenmedien scheint eine Meldung zu sein, demnach das Virus aus den USA in Mexiko eingeschleppt wurde. Es sei denkbar, dass dies so ist, weil in den Schweinefarmen rund um La Gloria, wo sich der „Patient Null“ laut mexikanischer Behörden befinden soll – angeblich ein kleiner gesunder Junge namens Edgar Hernández – keine Erreger nachgewiesen wurden.


La Gloria im mexikanischen Staat Veracruz.
© Foto: Google Earth

La Gloria ist ein Dorf circa 190 Kilometer Luftlinie östlich von Mexiko-City mit gut 2.500 Einwohnern. Etliche der Einwohner sollen als Arbeiter zwischen Mexiko-City aber auch den USA pendeln. Letzteres aber dürfte eher als unglaubwürdig verstanden werden, denn von La Gloria bis zu nächst gelegenen Staatsgrenze zu den USA sind es mehr als circa 1000 Kilometer mit dem Auto.


Schweinemastbetrieb nordwestlich von La Gloria.
© Foto: Google Earth

Als erste Patientin, die mit dem Schweinegrippevirus infiziert gewesen sein soll und starb, gilt die 39 Jahre alt gewordene Steuerfahnderin Maria Adela Gutiérrez. Sie soll mit rund 300 Menschen nach ihrer Infizierung in Kontakt gekommen sein, weil sie in La Gloria die Angaben der Steuerpflichtigen überprüfte. Wohl ein Grund mehr für die Bewohner des Dorfes das mexikanische Steuerrecht anzuzweifeln. Dass sie sich bei Edgar Hernández angesteckt haben soll, ist sicherlich unwahrscheinlich, denn die Familie Hernández lebt in ärmlichsten Verhältnissen dicht gedrängt in einer kleiner Hütte. Zwar will man den Virus in Edgars Blut entdeckt haben, aber sonst bei niemand anderem innerhalb der Familie Hernández. Mutmaßlich brauchte das mexikanische Gesundheitssystem ein Bauernopfer, um die wahre Ursache und den tatsächlichen Ausgangsort der Schweinegrippe – vielleicht aus diplomatischen Gründen – zu verschleiern.

Sollte der Schuldige für die Schweinegrippe in Texas gefunden werden – wenn es denn einen Schuldigen dafür gibt – so droht ihm die Todesstrafe, weil es nach texanischem Recht unerheblich ist, ob er einen anderen Menschen selbst getötet hat oder dieser Menschen durch seine Schuld starb. George W. Bush zählt zu den Befürwortern der Todesstrafe, und deshalb gibt es sie immer noch in Texas.





Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de