Einsetzende deutsche Finsternis

Wie gut die Deutschen den Faschismus schon wieder drauf haben, haben sie am vergangenem Samstag zwischen Karlsruhe und Kehl bewiesen. Was der Landespolizeipräsident als „optimal gelaufen“ lobte, ist die totale Kontrolle, purer Faschismus. Es wird Zeit, dass sich die Deutschen nach einem anderen Flecken Erde umsehen, wo sie in Freiheit und Demokratie leben könnten. Denn: Wenn erst einmal Schäuble, der kürzlich von der CDU zum „Spitzenkandidaten“ der nächsten Bundestagswahl im September 2009 erhoben wurde, Kanzler ist, dann könnte über Deutschland die Finsternis vollends herein brechen.

Marcel-Franz Paulé (mit Material von ddp-bwb)
– Schon die Nazis nutzten in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhundert einen offensichtlich geistig Bornierten, um aus der damals herrschende Wirtschaftskrise reichlich Energie zur Verfestigung ihrer Macht zu gewinnen.

Auch Schäuble wirkt borniert. Kritiker sagten ihm dies wiederholt nach und führten an, das Attentat auf ihn, das ihm sein Rollstuhlfahrerdasein verursachte, habe ihn geistig krank gemacht: Er sei nun besessen von der Durchsetzung umfassender Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen.

Ich habe jedoch ein Problem damit: Diese Art von Verteufelung, Gegner als verrückt zu erklären, das wurde schon von den Nazis betrieben und perfektioniert. Nazi-Gegner verschwanden dann über Irrenhäuser in die Öfen der Konzentrationslager; und nicht nur Nazi-Gegner waren ihre Opfer. Millionen von Menschen wurden von ihnen zu Feinden ernannt, was in der Ermorderung jüdischer Mitbürger u.a. gipfelte.

Aber wie schon die Vorgänge im Nazi-Deutschland zeigten, wirkt Faschismus ansteckend. Dabei ist es weder ein Virus noch ein Bakterium, obwohl sich auch der Faschismus nicht ohne vorherige Schwächung des Immunsystems verbreiten kann, und er verhält sich darüber hinaus parasitär.

Interessante Parallele: Parasiten im Kopf
Noch wird es als umstrittene These der Öffentlichkeit präsentiert: Toxoplasma gondii, ein in Katzendärmen vorkommender Parasit, existiert auch, wie Untersuchungen zeigten, in menschlichen Gehirnen.

Toxoplasma gondii manipuliert Gehirne, um sich vermehren zu können. Weshalb er sich in Menschen eingenistet hat, dafür gibt noch keine plausible Antwort. Die bisherigen Erkenntnisse beziehen sich auf die Vermehrung in Insekten und Tieren, die dem Parasiten als Zwischenwirte dienen und die er dahingehend in deren Verhalten manipuliert, damit diese von einem anderen, größeren Zwischenwirt gefressen werden. So wird eine nicht infizierte Maus oder Ratte vor einer Katze fliehen, um nicht von ihr gefressen zu werden. Bei Infizierten ist es jedoch genau umgekehrt. Der Parasit verändert deren Verhalten, so dass sie effizient als Katzenfutter enden. Sie werden zu willigen Opfern.

In seiner Untersuchung hat der tschechische Forscher Jaroslav Flegr circa zehntausend Menschen auf den Parasiten Toxoplasma gondii getestet und zusätzlich mit Fragebögen und psychologischen Tests untersucht und fand ihn zahlreich in Menschen vor.

Die Ergebnisse seiner Studie ergaben, dass Männer, die mit diesem Parasiten infiziert sind, misstrauischer und laxer gegenüber gesellschaftlichen Normen sind. Sie leiden unter Unsicherheit.

Es ist wahrscheinlich naheliegend, dass jene Männer (und auch Frauen) eine totale Kontrolle ihrer sozialen Umgebung anstreben. Doch die totale gesellschaftliche Kontrolle, das ist Faschismus.

Aber: Zu welcher großen Katze sollten sich infizierte Menschen hingezogen fühlen, um von ihr gefressen zu werden, damit der Parasit in ihrem Darm landet? Haben wir es möglicherweise mit einem anachronistischen Verhalten von Toxoplasma gondii zu tun?

Säbelzahntiger, einst die größten Feinde der Vorzeitmenschen, sind längst ausgestorben und Löwen, Panter und Tiger scheinen ebenso auf dem Weg ins Nichts zu sein – durch Menschen verursacht. Und es wurde nicht geklärt, ob Faschisten vom Parasiten infiziert wurden.

Jedenfalls zeigten jetzt die baden-württembergischen „Marionettenspieler“, die das NATO-Treffen als Mittel zur Profilierung nutzten, deutliche Tendenzen zum Faschismus. Und es wurde einmal mehr offenbar, dass Menschen nicht von einem Parasiten infiziert sein müssen, um faschistisch zu handeln. Die Tausenden von Polizisten taten „nur“ ihre Pflicht, wie sie glauben. Die Wirtschaftskrise schafft auch bei Polizisten Angst und lässt sie mit Hinblick auf die nächste Beförderung innerhalb ihrer Beamtenlaufbahn übereifrig agieren.

Demonstranten in einem Shuttle-Bus an Polizeisperren schikaniert
Wie ddp berichtet, war es am vergangenen Samstagvormittag die einzige Möglichkeit für NATO-Gegner mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Karlsruhe zur Demo nach Kehl zu kommen: Ab 8.04 Uhr mit dem Regionalexpress nach Appenweier und von dort dann weiter mit einem Shuttle-Bus nach Kehl. Die Bahnfahrt verlief für die Demonstranten zunächst planmäßig, doch dann erlebten sie eine scheinbar nicht enden wollende Kette von Schikanen der Polizei, wofür sich der Landespolizeipräsident Erwin Hetger innerhalb der Hierarchie zum Innenminister von Baden-Württemberg, Heribert Rech, als verantwortlich zeichnet.

Unter den Demonstranten im Bus waren übrigens auch Journalisten und Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl.

Den Bus führte ein vom Landesinnenministerium befohlener Fahrer. Der wurde auf einer Autobahnbrücke über der BAB 5 von der Polizei zum Anhalten gezwungen. Als wäre es ein Tatort, wurden Polizei-Absperrbänder auf der Brücke gespannt. Angekündigt wurde eine Wartezeit von einer Stunde, weil unter der Brücke ein Konvoi von Staatsgästen erwartet wurde. Und oben staute sich der Verkehr. Laut DDP soll ein Bauarbeiter, der dringend zu einem Kran auf einer Baustelle in Richtung Kehl musste, geschimpft haben: „Dass die A 5 zu ist, war klar. Aber dass sie auch die kleinen Autobahnbrücken dichtmachen, hat keiner vorher gesagt.“ Eine Frau, die ihrem Auto am Samstag angeblich dringend in eine Werkstatt fahren wollte, reagierte mit Gesang: „Wenn ich ein Vöglein wär und auch noch Flüglein hätt´, flög´ich hinüber.“

„So stelle ich mir einen totalitären Staat vor.“

Mehrere Dutzend Fahrzeuge der VIP-Karawane rauschten schließlich nach etwa 20 Minuten mit massiver Polizeibegleitung unter der Brücke durch – oben konnte es weitergehen. Der Busfahrer nahm es noch mit Humor: „Jetzt fahren wir wieder ein Stückle – bis zum nächsten Halt.“ Der kam dann auf einer Auffahrt nahe dem Kehler Rheinhafen, die von rund 40 Polizeiwagen blockiert wurde. Ein Beamter sagte: „Hier ist gesperrt, kein Durchkommen!“ Der Busfahrer, der vorher die genaue Fahrtroute bekommen hatte und nicht mit solchen Stopps gerechnet hatte, protestierte: „Das geht doch nicht, jetzt stehen wir hier in der Landschaft rum!“

Die Demonstranten, die vor dem Einsteigen durchsucht worden waren, konnten es nicht fassen: „Wir sind so überprüft worden, und jetzt dürfen wir nicht mal durchfahren“", sagte ein Friedensaktivist. Auch Kotting-Uhl reichte es jetzt. Sie stieg aus, zückte ihren Personalausweis und fragte einen der hochgerüsteten Polizisten: „Ich möchte einfach wissen, warum?“ Das gehe „über das hinaus, womit man rechnen musste“, sagte sie zu mitfahrenden Journalisten.

Dann, 20 Minuten später, die erlösende Nachricht: Der Bus darf passieren. Doch nur fünf Minuten später stoppte die nächste Polizeikontrolle das Fahrzeug. „Normaler Linienverkehr oder Demonstranten?“, fragte die Polizistin mit dem blonden Zopf den Busfahrer. „Demonstranten!“, lautete die Antwort. Die Polizistin: „Sie können leider hier nicht durch.“ Jetzt platzte auch dem Busfahrer der Kragen: „Wir haben das doch mit der Polizei abgemacht!“

Die Polizistin konterte: „Haben Sie irgendwas Schriftliches – ohne Genehmigung oder Akkreditierung kann ich niemandem durchlassen!“. Er gab ihr ein Schreiben, worauf es noch mehrere Minuten dauerte, bis sie wiederkam. „Sie dürfen nun doch durch, Entschuldigung!“, sagte die Polizeibeamtin nur noch. Der Fahrer stöhnte: „Die machen was mit mir!“ Er sei seit 30 Jahren Busfahrer, aber so was habe er „noch nie erlebt“.

Als die Demonstranten dann endlich in Kehl aussteigen durften, wurden sie von einem Spalier von Hunderten Polizeibeamten „empfangen“. Ein 32-jähriger Mann aus der Freiburger Friedensbewegung sagte, er sei zwar schon bei vielen Demos gewesen, aber eine solche „Einschüchterung“ habe er noch nicht gesehen. „So stelle ich mir einen totalitären Staat vor“, betonte der 32-Jährige. Da wusste er noch nicht, dass Landespolizeipräsident Erwin Hetger am Sonntag den Polizeieinsatz überschwänglich loben würde. Hetger: „Es ist optimal gelaufen.“

So wird es nun (wieder) finster in Deutschland.

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