Archiv für April 2009

George W. Bush schuld an der Schweinegrippe?

Es ist offensichtlich ein Trugschluss, demnach die Schweinegrippe ihren Ursprung in Mexiko hat. Laut WHO wurde die Seuche in Mexiko zuerst diagnostiziert. Dies bedeutete jedoch nicht zugleich, dass sie sich von dort ausbreitete. Inzwischen weisen die Zahl und die Lokalisierung der Erkrankungen in den USA mehr auf Texas, die Heimat des vorherigen US-Präsidenten George W. Bush, als Ort der Mutation und des Wechsels auf Menschen hin. Und das dürfte auch kein Wunder sein, denn Schweinemastkonzerne haben längst die Prärien des Wilden Westens, auf dem vor noch nicht allzu langer Zeit Rinder weideten, für sich entdeckt und rücksichtlos gigantische Schweine-KZs errichtet.

Harald Haack - Nicht ohne Grund beschreibt die Schriftstellerin Annie Proulx die Skrupellosigkeit der Schweinemastkonzerne und die Dickschädeligkeit der Texaner in ihrem Roman „Mitten in Amerika“, der 2003 im Luchterhand Verlag auf Deutsch erschien.

Die Kurzversion des Klappentextes: „Im Herzen von Amerika, wo die schmalen Ausläufer, die panhandles, von Texas und Oklahoma aufeinanderstoßen, lag einst der »Wilde Westen« mit seinen riesigen Ranches und Viehherden. Inzwischen wandern die Leute ab, die für die Landschaft typischen Windräder fördern kaum noch Wasser, und die trockene Steppe breitet sich immer weiter aus. Hierher verschlägt es Bob Dollar, einen jungen Mann aus Denver, der nichts Rechtes mit seinem Leben anzufangen weiß und nach ein paar Gelegenheitsjobs bei Global Pork Rind anheuert: Im Panhandle-Gebiet soll er nach Land für Schweinemastbetriebe suchen und die Besitzer zum Verkauf überreden. Er lässt sich in Woolybucket nieder, einem kleinen texanischen Ort voll sturer und schrulliger Hinterwäldler. Im Old Dog Café hört er Geschichten von Tornados, eisigen Winden und Sandstürmen, von Hahnenkämpfen und Rodeoshows, von Familienfehden und Liebschaften, aber vor allem vom Niedergang der Prärie. Und eben jene Schweinefarmen, für die er arbeitet, sind zum großen Teil daran schuld. Allmählich versteht Bob Dollar, der mit sieben Jahren von seinen Eltern verlassen wurde, was diese Menschen mit ihrem Land verbindet, und zum ersten Mal in seinem Leben sieht er eine Zukunft vor sich. Ein modernes Märchen, die Geschichte eines Hans-im-Glück, der in einer bösen Welt nur Gutes will – mit Annie Proulx‘ Sprachgewalt, ihrem scharfen Blick fürs allzu Menschliche und ihren atemberaubenden Landschaftsbeschreibungen wird daraus ein großer Roman über das heutige Amerika, wie wir es kaum kennen.“

Texas, das ist die Heimat von George W. Bush. Der ehemalige US-Präsident, der schlechteste Präsident in der Geschichte der USA, besitzt die Prairie Chapel Ranch bei Crawford in Texas, und war vor seiner Amtszeit als US-Präsident Gouverneur von Texas. In dieser Zeit gab es den Wandel von der Rinderzucht zur Schweinemast, den die Erfolgsautorin Annie Proulx in ihrem Roman als Rahmenhandlung gewählt hat. Deutschen Lesern wurde sie bekannt durch ihren bereits verfilmten Roman „Schiffsmeldungen“ (The Shipping News).

George W. Bush wird eine Vorliebe für Schweinefleisch nachgesagt. Mutmaßlich war dies der Grund, weshalb Kanzlerin Merkel ihm auf Kosten deutscher Steuerzahler ein Schwein am Spieß spendierte. Aber es soll ein Wildschwein gewesen sein, das ihm in Trinwillershagen, dem kleinen ehemaligen DDR-Vorzeigedorf in Merkels Stralsunder Wahlkreis am Grill präsentiert wurde als er im Juli 2006 in Deutschland war. Vielleicht wollte die Kanzlerin ihn auf einen anderen Geschmack bringen, weg von den überzüchteten Schweinen in den texanischen Schweinemastbetrieben.

Nach der Einwohnerzahl stehen die USA erst an 3. Stelle unter den Ländern der Erde, jedoch nach ihrer Wirtschaftskraft übertreffen sie alle anderen Staaten bei weitem. Fast die Hälfte der USA wird von der Landwirtschaft beansprucht, wobei im letzten Jahrzehnt während Bushs Präsidentschaft das ständige Verschwinden der Farmen und seiner Arbeitskräfte und die Zunahme von Schweinemastbetrieben auffällt; besonders in Texas, wo die Steppen den Rindern nicht mehr genug Gras bieten. Einst verfügten die USA über 101 Millionen Rinder. Doch sie werden weniger, weil es immer teurer für die Viehzüchter wird sie auf den überbelasteten Weiden zu halten. Schweine dagegen werden nicht auf Wiesen gehalten, sondern in riesigen Ställen, Gefängnissen nicht unähnlich. Ihre Zahl soll sich in den vergangenen Jahren verdreifacht haben und derzeit bei rund 149 Millionen liegen. Die Schweinemastbetriebe befinden sich überall dort, wo der Boden durch Überbewirtschaftung ausgelaugt ist, wo nur noch Mais wächst, was auf weite Landstriche in Texas zutrifft. Mais gilt nicht ohne Grund als letzte Kulturpflanze vor der Ende einst blühender Landschaften. Danach herrscht die Wüste. Schon heute fahren die Mitarbeiter von Bush über staubige Straßen, die von dörren, sandigen Feldern gesäumt werden, um zur Farm zu gelangen.

Bushs Freund, der Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, einst schlechtester und bestverdienender Schauspieler Hollywoods, scheint im Gegensatz zu George W. Bush mehr ein Freund von Geflügel zu sein. So ist die Luft in den Randzonen Kaliforniens häufig voll von dem Gestank von Hühnergülle. Kalifornien hat viele Geflügelknäste, denn das magere Fleisch von Hühnern und Puten ist sehr gefragt unter den Millionären von Los Angeles.

Besorgt darüber ihnen könnte die Schweinegrippe was anhaben, verhängte Schwarzenegger den Notstand über seinen US-Bundesstaat. Aufgefallen war nämlich die rasante Zunahme von Infizierten in Kalifornien.

Interessant ist, dass Wissenschaftler beim gegenwärtigen Schweinegrippevirus von einer Vermischung von Vogel- und eines Menschengrippestammes ausgehen, der in Schweinen zu dem nunmehr gefährlichen Virus mutierte.

Untergegangen in der allgemeine Hysterie der Massenmedien scheint eine Meldung zu sein, demnach das Virus aus den USA in Mexiko eingeschleppt wurde. Es sei denkbar, dass dies so ist, weil in den Schweinefarmen rund um La Gloria, wo sich der „Patient Null“ laut mexikanischer Behörden befinden soll – angeblich ein kleiner gesunder Junge namens Edgar Hernández – keine Erreger nachgewiesen wurden.


La Gloria im mexikanischen Staat Veracruz.
© Foto: Google Earth

La Gloria ist ein Dorf circa 190 Kilometer Luftlinie östlich von Mexiko-City mit gut 2.500 Einwohnern. Etliche der Einwohner sollen als Arbeiter zwischen Mexiko-City aber auch den USA pendeln. Letzteres aber dürfte eher als unglaubwürdig verstanden werden, denn von La Gloria bis zu nächst gelegenen Staatsgrenze zu den USA sind es mehr als circa 1000 Kilometer mit dem Auto.


Schweinemastbetrieb nordwestlich von La Gloria.
© Foto: Google Earth

Als erste Patientin, die mit dem Schweinegrippevirus infiziert gewesen sein soll und starb, gilt die 39 Jahre alt gewordene Steuerfahnderin Maria Adela Gutiérrez. Sie soll mit rund 300 Menschen nach ihrer Infizierung in Kontakt gekommen sein, weil sie in La Gloria die Angaben der Steuerpflichtigen überprüfte. Wohl ein Grund mehr für die Bewohner des Dorfes das mexikanische Steuerrecht anzuzweifeln. Dass sie sich bei Edgar Hernández angesteckt haben soll, ist sicherlich unwahrscheinlich, denn die Familie Hernández lebt in ärmlichsten Verhältnissen dicht gedrängt in einer kleiner Hütte. Zwar will man den Virus in Edgars Blut entdeckt haben, aber sonst bei niemand anderem innerhalb der Familie Hernández. Mutmaßlich brauchte das mexikanische Gesundheitssystem ein Bauernopfer, um die wahre Ursache und den tatsächlichen Ausgangsort der Schweinegrippe – vielleicht aus diplomatischen Gründen – zu verschleiern.

Sollte der Schuldige für die Schweinegrippe in Texas gefunden werden – wenn es denn einen Schuldigen dafür gibt – so droht ihm die Todesstrafe, weil es nach texanischem Recht unerheblich ist, ob er einen anderen Menschen selbst getötet hat oder dieser Menschen durch seine Schuld starb. George W. Bush zählt zu den Befürwortern der Todesstrafe, und deshalb gibt es sie immer noch in Texas.

US Secret Service schuld an der Schweinegrippe in Mexiko-City?

Es scheint naheliegend, dass die inzwischen weltweit grassierende Schweinegrippe Werk islamistischer Terroristen sein könnte. Immerhin gelten Schweine den Moslems als unrein. Weshalb sollten Islamisten also zögern, die Befürchtungen amerikanischer Sicherheitsstrategen zu realisieren? Immerhin basiert die Idee in der Angst westlicher Geheimdienste vor deren Unfähigkeit im Kampf gegen religiöse Fanatiker.
Doch dass der Ausbruchsherd einer von islamistischen Terroristen gemachten Seuche Mexiko-City sein soll, negiert diese Unterstellung. Was hat Al Kaida mit Mexiko zu schaffen?

Harald Haack – Bemerkenswert ist aber die Tatsache, dass sich die Schweinegrippe in etwa zeitgleich mit dem Besuch des US-Präsidenten Barack Obama in Mexiko-City verbreitete und ein Archäologe, mit dem Obama gesprochen hatte, zwei Tage nach dem Treffen starb. Das Weiße Hause bemühte sich eiligst zu versichern, der Präsident habe sich nicht infiziert. Über den Umkehrschluss aber, dass der Präsident möglicherweise gesunder Virus-Träger sein könnte, darüber schweigt das Weiße Haus beharrlich. Doch wenn der Präsident mutmaßlich andere Menschen infiziert, weshalb ist dann noch niemand anders in seiner Umgebung an der Schweinegrippe erkrankt?

Dafür gibt es mehrere Antworten:
1. Die Krankheitsfälle im Umfeld des US-Präsidenten werden geheim gehalten;
2. alle Infizierten wurden inzwischen erfolgreich behandelt;
3. als US-Präsident lebt Barack Obama im Weißen Haus so abgeschirmt wie in einer Quarantäne;
4. keiner wurde von ihm infiziert;
5. Barack Obama ist kein Virus-Träger.

Durchaus denkbar wäre die Möglichkeit, dass aus den Reihen des Sicherheitsteams des US-Präsidenten, das so gut wie nie direkten Kontakt zu ihm hat, weil es vorab die Lage überprüft, Personen aus Texas die Schweinegrippe nach Mexiko-City eingeschleppt haben. Ob dies zutrifft, das wird aus Sicherheitsgründen seitens der USA geheim gehalten (werden müssen).

Einsetzende deutsche Finsternis

Wie gut die Deutschen den Faschismus schon wieder drauf haben, haben sie am vergangenem Samstag zwischen Karlsruhe und Kehl bewiesen. Was der Landespolizeipräsident als „optimal gelaufen“ lobte, ist die totale Kontrolle, purer Faschismus. Es wird Zeit, dass sich die Deutschen nach einem anderen Flecken Erde umsehen, wo sie in Freiheit und Demokratie leben könnten. Denn: Wenn erst einmal Schäuble, der kürzlich von der CDU zum „Spitzenkandidaten“ der nächsten Bundestagswahl im September 2009 erhoben wurde, Kanzler ist, dann könnte über Deutschland die Finsternis vollends herein brechen.

Marcel-Franz Paulé (mit Material von ddp-bwb)
– Schon die Nazis nutzten in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhundert einen offensichtlich geistig Bornierten, um aus der damals herrschende Wirtschaftskrise reichlich Energie zur Verfestigung ihrer Macht zu gewinnen.

Auch Schäuble wirkt borniert. Kritiker sagten ihm dies wiederholt nach und führten an, das Attentat auf ihn, das ihm sein Rollstuhlfahrerdasein verursachte, habe ihn geistig krank gemacht: Er sei nun besessen von der Durchsetzung umfassender Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen.

Ich habe jedoch ein Problem damit: Diese Art von Verteufelung, Gegner als verrückt zu erklären, das wurde schon von den Nazis betrieben und perfektioniert. Nazi-Gegner verschwanden dann über Irrenhäuser in die Öfen der Konzentrationslager; und nicht nur Nazi-Gegner waren ihre Opfer. Millionen von Menschen wurden von ihnen zu Feinden ernannt, was in der Ermorderung jüdischer Mitbürger u.a. gipfelte.

Aber wie schon die Vorgänge im Nazi-Deutschland zeigten, wirkt Faschismus ansteckend. Dabei ist es weder ein Virus noch ein Bakterium, obwohl sich auch der Faschismus nicht ohne vorherige Schwächung des Immunsystems verbreiten kann, und er verhält sich darüber hinaus parasitär.

Interessante Parallele: Parasiten im Kopf
Noch wird es als umstrittene These der Öffentlichkeit präsentiert: Toxoplasma gondii, ein in Katzendärmen vorkommender Parasit, existiert auch, wie Untersuchungen zeigten, in menschlichen Gehirnen.

Toxoplasma gondii manipuliert Gehirne, um sich vermehren zu können. Weshalb er sich in Menschen eingenistet hat, dafür gibt noch keine plausible Antwort. Die bisherigen Erkenntnisse beziehen sich auf die Vermehrung in Insekten und Tieren, die dem Parasiten als Zwischenwirte dienen und die er dahingehend in deren Verhalten manipuliert, damit diese von einem anderen, größeren Zwischenwirt gefressen werden. So wird eine nicht infizierte Maus oder Ratte vor einer Katze fliehen, um nicht von ihr gefressen zu werden. Bei Infizierten ist es jedoch genau umgekehrt. Der Parasit verändert deren Verhalten, so dass sie effizient als Katzenfutter enden. Sie werden zu willigen Opfern.

In seiner Untersuchung hat der tschechische Forscher Jaroslav Flegr circa zehntausend Menschen auf den Parasiten Toxoplasma gondii getestet und zusätzlich mit Fragebögen und psychologischen Tests untersucht und fand ihn zahlreich in Menschen vor.

Die Ergebnisse seiner Studie ergaben, dass Männer, die mit diesem Parasiten infiziert sind, misstrauischer und laxer gegenüber gesellschaftlichen Normen sind. Sie leiden unter Unsicherheit.

Es ist wahrscheinlich naheliegend, dass jene Männer (und auch Frauen) eine totale Kontrolle ihrer sozialen Umgebung anstreben. Doch die totale gesellschaftliche Kontrolle, das ist Faschismus.

Aber: Zu welcher großen Katze sollten sich infizierte Menschen hingezogen fühlen, um von ihr gefressen zu werden, damit der Parasit in ihrem Darm landet? Haben wir es möglicherweise mit einem anachronistischen Verhalten von Toxoplasma gondii zu tun?

Säbelzahntiger, einst die größten Feinde der Vorzeitmenschen, sind längst ausgestorben und Löwen, Panter und Tiger scheinen ebenso auf dem Weg ins Nichts zu sein – durch Menschen verursacht. Und es wurde nicht geklärt, ob Faschisten vom Parasiten infiziert wurden.

Jedenfalls zeigten jetzt die baden-württembergischen „Marionettenspieler“, die das NATO-Treffen als Mittel zur Profilierung nutzten, deutliche Tendenzen zum Faschismus. Und es wurde einmal mehr offenbar, dass Menschen nicht von einem Parasiten infiziert sein müssen, um faschistisch zu handeln. Die Tausenden von Polizisten taten „nur“ ihre Pflicht, wie sie glauben. Die Wirtschaftskrise schafft auch bei Polizisten Angst und lässt sie mit Hinblick auf die nächste Beförderung innerhalb ihrer Beamtenlaufbahn übereifrig agieren.

Demonstranten in einem Shuttle-Bus an Polizeisperren schikaniert
Wie ddp berichtet, war es am vergangenen Samstagvormittag die einzige Möglichkeit für NATO-Gegner mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Karlsruhe zur Demo nach Kehl zu kommen: Ab 8.04 Uhr mit dem Regionalexpress nach Appenweier und von dort dann weiter mit einem Shuttle-Bus nach Kehl. Die Bahnfahrt verlief für die Demonstranten zunächst planmäßig, doch dann erlebten sie eine scheinbar nicht enden wollende Kette von Schikanen der Polizei, wofür sich der Landespolizeipräsident Erwin Hetger innerhalb der Hierarchie zum Innenminister von Baden-Württemberg, Heribert Rech, als verantwortlich zeichnet.

Unter den Demonstranten im Bus waren übrigens auch Journalisten und Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl.

Den Bus führte ein vom Landesinnenministerium befohlener Fahrer. Der wurde auf einer Autobahnbrücke über der BAB 5 von der Polizei zum Anhalten gezwungen. Als wäre es ein Tatort, wurden Polizei-Absperrbänder auf der Brücke gespannt. Angekündigt wurde eine Wartezeit von einer Stunde, weil unter der Brücke ein Konvoi von Staatsgästen erwartet wurde. Und oben staute sich der Verkehr. Laut DDP soll ein Bauarbeiter, der dringend zu einem Kran auf einer Baustelle in Richtung Kehl musste, geschimpft haben: „Dass die A 5 zu ist, war klar. Aber dass sie auch die kleinen Autobahnbrücken dichtmachen, hat keiner vorher gesagt.“ Eine Frau, die ihrem Auto am Samstag angeblich dringend in eine Werkstatt fahren wollte, reagierte mit Gesang: „Wenn ich ein Vöglein wär und auch noch Flüglein hätt´, flög´ich hinüber.“

„So stelle ich mir einen totalitären Staat vor.“

Mehrere Dutzend Fahrzeuge der VIP-Karawane rauschten schließlich nach etwa 20 Minuten mit massiver Polizeibegleitung unter der Brücke durch – oben konnte es weitergehen. Der Busfahrer nahm es noch mit Humor: „Jetzt fahren wir wieder ein Stückle – bis zum nächsten Halt.“ Der kam dann auf einer Auffahrt nahe dem Kehler Rheinhafen, die von rund 40 Polizeiwagen blockiert wurde. Ein Beamter sagte: „Hier ist gesperrt, kein Durchkommen!“ Der Busfahrer, der vorher die genaue Fahrtroute bekommen hatte und nicht mit solchen Stopps gerechnet hatte, protestierte: „Das geht doch nicht, jetzt stehen wir hier in der Landschaft rum!“

Die Demonstranten, die vor dem Einsteigen durchsucht worden waren, konnten es nicht fassen: „Wir sind so überprüft worden, und jetzt dürfen wir nicht mal durchfahren“", sagte ein Friedensaktivist. Auch Kotting-Uhl reichte es jetzt. Sie stieg aus, zückte ihren Personalausweis und fragte einen der hochgerüsteten Polizisten: „Ich möchte einfach wissen, warum?“ Das gehe „über das hinaus, womit man rechnen musste“, sagte sie zu mitfahrenden Journalisten.

Dann, 20 Minuten später, die erlösende Nachricht: Der Bus darf passieren. Doch nur fünf Minuten später stoppte die nächste Polizeikontrolle das Fahrzeug. „Normaler Linienverkehr oder Demonstranten?“, fragte die Polizistin mit dem blonden Zopf den Busfahrer. „Demonstranten!“, lautete die Antwort. Die Polizistin: „Sie können leider hier nicht durch.“ Jetzt platzte auch dem Busfahrer der Kragen: „Wir haben das doch mit der Polizei abgemacht!“

Die Polizistin konterte: „Haben Sie irgendwas Schriftliches – ohne Genehmigung oder Akkreditierung kann ich niemandem durchlassen!“. Er gab ihr ein Schreiben, worauf es noch mehrere Minuten dauerte, bis sie wiederkam. „Sie dürfen nun doch durch, Entschuldigung!“, sagte die Polizeibeamtin nur noch. Der Fahrer stöhnte: „Die machen was mit mir!“ Er sei seit 30 Jahren Busfahrer, aber so was habe er „noch nie erlebt“.

Als die Demonstranten dann endlich in Kehl aussteigen durften, wurden sie von einem Spalier von Hunderten Polizeibeamten „empfangen“. Ein 32-jähriger Mann aus der Freiburger Friedensbewegung sagte, er sei zwar schon bei vielen Demos gewesen, aber eine solche „Einschüchterung“ habe er noch nicht gesehen. „So stelle ich mir einen totalitären Staat vor“, betonte der 32-Jährige. Da wusste er noch nicht, dass Landespolizeipräsident Erwin Hetger am Sonntag den Polizeieinsatz überschwänglich loben würde. Hetger: „Es ist optimal gelaufen.“

So wird es nun (wieder) finster in Deutschland.

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Die Lehre aus Baden-Baden

In Baden-Baden war alles verboten. Kein Make-Up – es sollte als „Vermummung“ verstanden werden; keine Kapuzenpullis; keine Sambatrommeln; keine Wasserspritzen, keine spontanen Familienbesuche, keine unangemeldete Betätigung von Klospülen. Demo-Veranstalter klagten gegen die Auflagen der Polizei, doch das Verwaltungsgericht Karlruhe war der Auffassung, dass „ohne die beanstandeten Auflagen Leib und Leben insbesondere der Gipfelteilnehmer sowie die Durchführung des Gipfels unmittelbar gefährdet würden“.

Marcel-Franz Paulé – Morgen Kinder wird’s was geben: Pappi bastelt euch Nuckelfläschen mit richtig tollem Feuer dran und Mammi steckt euch in schicke bunte Anzüge. Und dann spielt ihr dort auf der Straße NATO-Gegner, wo die großen Tiere das nächste Mal baden gehen. Mammi und Pappi dürfen da ja nicht mehr hin, die sind schon groß…




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