Schwere Lüfte wegen Steinbrücks genozidnahem Vergleich

Das war nun doch zu viel der Schnoddrigkeit: Deutschlands Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) verdickte die liebliche Schweizer Gebirgsluft zu einem wütenden Donnerwetter. Er verglich im Steuerflucht-Streit die Schweiz mit „von der Kavallerie aufgescheuchten Indianern“ und rückt sich einmal mehr ins Licht des Fiesen.

Marcel-Franz Paulé – Vielleicht ist es so: Wer in Hamburg geboren wurde und in den Gründerjahren der Bader-Meinhof-Bande erfolgreich eine Ausbildung zum Reserveoffizier der Bundeswehr absolvierte, kann nicht anders als mit einem solchen genozidnahen Vergleich zu ätzen. Die raue Luft des Nordens geschnuppert und vom brüllenden Bundeswehr-Spieß jener Zeit – gerade mal 23 Jahre nach dem Ende des Nazi-Deutschlands – noch den Zynismus der alten Wehrmachtssoldaten erfahren, disqualifiziert einen Mann als Diplomaten. Davon ist Steinbrück als Finanzminister auch weit entfernt. Geldeintreiben ist nun mal ein lumpiges Geschäft. Aber dies darf keine Entschuldigung für einen deutschen Politiker sein, der auf internationalem Parkett seine Tänzchen wagt.

Er stellt Indianer als Bösewichte dar, die „aufgescheucht“ werden müssen. Tatsächlich wurden Indianer Opfer eines umfassenden Völkermords seitens weißer Einwanderer, die den nordamerikanischen Indianern Land und Bodenschätze stahlen und jene, die sich wehrten, brutal abschlachteten; das dunkle Kapitel in der Geschichte der USA. Und in Steinbrücks Fall werden die Schweizer als „Indianer“ verstanden.

Tatsache ist auch, dass gegenwärtig viele Deutsche als Wirtschaftsflüchtlinge in die Schweiz einwandern und sich dort Arbeit suchen. Dank Steinbrücks Vergleich werden sie es einmal mehr schwerer in der Schweiz haben.

Der Protest der Schweizer Regierung kam postwendend: Zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres musste der deutsche Botschafter antanzen und sich den Protest anhören. Als „inakzeptabel, aggressiv und beleidigend“ wurden Steinbrücks Äußerungen beim Finanzministertreffen zur Vorbereitung des G20-Gipfels genannt.

Ich hoffe, Peer Steinbrück wird deshalb nicht gleich zurücktreten, denn ich halte ihn für einen Politiker bei dem die Chance, dass er selbst dabei noch daneben tritt, relativ groß ist. Besser wäre es, Kanzlerin Merkel würde dem Bundespräsidenten den Rausschmiss Steinbrücks empfehlen.





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