Archiv für Februar 2009

DRINGEND: Gentechnik-Pflanzen in Europa verhindern!

Es ist fünf vor zwölf bei der Agro-Gentechnik in Brüssel. Die EU-Kommission und die interessierten Unternehmen haben eine massive Attacke auf die Gentechnikfreiheit in Europa gestartet: Erstmals seit 1998 sollen zwei neue Gentechnikmais-Sorten (bt 11 von Sygenta und 1507 von Pioneer/ DuPont) neu zugelassen werden. Außerdem sollen die Regierungen von Ungarn, Österreich, Frankreich und Griechenland gezwungen werden, ihre nationalen Verbote für den Anbau der einzigen derzeit zugelassenen Gentechnik-Sorte, Mon810, aufzuheben.

Save Our Seeds – Am kommenden Montag findet die erste Abstimmung im Ministerrat statt: Werden die Verbote von Mon 810 in Österreich und Ungarn per Ukas aus Brüssel aufgehoben oder nicht?

Danach stehen die Mon 810 Verbote in Frankreich und Griechenland zur Abstimmung. Schließlich muss der Ministerrat entscheiden, ob erstmals wieder zwei neue Gentechnik-Sorten zugelassen werden (Bt 11 und 1507).

Bisher scheint es so, als wolle sich die Bundesregierung bei diesen Abstimmungen der Stimme enthalten. Das käme allerdings einer Zustimmung gleich. Wir bitten Sie deshalb, unseren zuständigen Ministern, Frau Ilse Aigner und Herrn Sigmar Gabriel zu schreiben und sie aufzufordern, gegen den Zwangsanbau in anderen Ländern und gegen die Zulassung neuer Gentechnik-Sorten zu stimmen. Denn nur wenn die Vorschläge der EU-Kommission mit zwei Dritteln der Stimmen im Ministerrat abgelehnt werden, treten sie nicht in Kraft. Die 29 Stimmen von Deutschland sind dabei entscheidend.

Den Brief an die Ministerin und den Minister können sie hier online unterschreiben:

http://www.keine-gentechnik.de/gentechnik-alarm.html

Wenn Sie wollen, dürfen Sie gerne unseren nachfolgenden Briefentwurf durch eigene, zusätzliche Argumente ergänzen und an die in der Anrede aufgelisteten Minister senden:

Sehr geehrte Frau Ministerin Aigner, sehr geehrte Herr Minister Gabriel,

in Kürze werden Sie und Ihre Kollegen wichtige Entscheidungen zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa treffen. Die Zukunft unserer Nahrung, unserer Gesundheit und der Umwelt stehen dabei auf dem Spiel.

Die Europäische Kommission beantragt, den Anbau von zwei neuen Gentechnik‐Maissorten, Syngenta Bt11 und Pioneer 1507, zu bewilligen. Außerdem sollen Österreich, Frankreich, Griechenland und Ungarn gezwungen werden, Anbauverbote für Monsantos Gentechnik‐Mais MON 810, die einzige derzeit in der EU zum Anbau zugelassene Gentechnik‐Pflanze, aufzuheben.

Bitte bedenken Sie:

* Wissenschaftliche Bedenken wegen unberechenbarer und unerwarteter Auswirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen auf unsere Gesundheit und die Umwelt mehren sich. Eine Reihe wissenschaftlicher Belege über schädliche Auswirkungen von MON 810 und anderen Bt‐Gentechnikpflanzen auf die Umwelt wurde unlängst in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht.

* Die beiden Gentechnik‐Sorten, über deren Zulassung Sie abstimmen werden, sind höchst umstritten. Ihre Ungefährlichkeit für die Umwelt und Gesundheit von Mensch und Tier ist keineswegs belegt. Sie wurden gentechnisch verändert, um ein Gift zu produzieren, das auch Nicht‐Zielorganismen (z.B. Schmetterlinge) und Nützlinge, sowie Boden‐ und Wasserorganismen bedroht. Zudem sind sie gegen ein Herbizid resistent, das nach der neuen EU‐Pestizidgesetzgebung wegen seiner Schädlichkeit demnächst vom Markt genommen werden muss.

* Eine Fülle von konkreten Kontaminationsfällen und wissenschaftliche Studien besagen, dass Gentechnik‐Pflanzen die konventionelle und die ökologische Landwirtschaft gefährden. Mangels einheitlicher Haftungsgesetze in der Europäischen Union, müssen die Verursacher die betroffenen Landwirte nur in Ausnahmefällen entschädigen.

* Im Dezember 2008 forderten alle 27 Mitgliedsstaaten einstimmig eine Überprüfung des derzeitigen Zulassungsverfahrens für gentechnisch veränderte Pflanzen; insbesondere forderten sie umfangreiche Nachbesserungen bei der Risikoabschätzung von Gentechnik‐Pflanzen, die Angleichung der Risikobewertung von Gentechnik‐Pflanzen und Pestiziden, die Berücksichtigung sozioökonomischer Aspekte und der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten (Umwelt und Landwirtschaft).

* Die aktuellen Vorschläge der Kommission, den Anbau der Gen‐Maislinien Bt11 und 1507 zu genehmigen und vier Mitgliedsstaaten zu zwingen, den Anbau von MON 810 zu genehmigen, stehen in klarem Widerspruch zu diesem Auftrag des Ministerrates.

Wie Sie wissen, wäre eine Enthaltung Deutschlands bei diesen Abstimmungen faktisch eine Zustimmung zu den Kommissionsvorschlägen. Ich bitte Sie deshalb dringend, gegen diese Vorschläge der Kommission zu stimmen und fordere Sie auf, Ihre Position und Ihr Abstimmungsverhalten zu diesen Grundsatzentscheidungen öffentlich zu machen.

Hochachtungsvoll,

Werden Sie noch heute aktiv. Bitte leiten Sie diesen Brief auch an Ihre Freundinnen und Freunde weiter.

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Historische Video-Doku: „Verein am Abstellgleis“

Dampflok-Romantik einmal anders: Von 1995 bis 1997 besuchte der Hamburger Fernsehautor Harald Haack regelmäßig mit der Videokamera ein Häuflein ehemaliger Reichsbahner, die sich um den Unternehmer Klaus-Peter Müller versammelt hatten, um die von ihm erworbenen Schrottloks, ehemalige Güterzug-Dampflokomotiven zu restaurieren. In jenen Jahren erlebte der Hamburger mit, wie die Salzwedeler Eisenbahner enthusiastisch ihren Verein „Dampflokfreunde Salzwedel“ gründeten, weitere Lokomotiven und Waggons erwarben und aufopfernd pflegten.

Carl Landow – Im Oktober 1997 geriet Harald Haack am Lokschuppen unversehens in eine Chemikalienwolke und brach besinnungslos zusammen. Mutmaßlich war ein Fass mit einem Bayer-Entlaubungsmittel umgekippt und ausgelaufen. Haack erkrankte schwer und unheilbar. Sämtliche Arbeiten an seiner Video-Dokumentation musste er einstellen. Jetzt aber, nach nunmehr 12 Jahren, glaubt er genügend Abstand zu seinem Unglück und zu den Eisenbahnern gefunden zu haben, dass er endlich aus dem vorhandenen Videomaterial den Film schneiden kann.

Es soll ein ganz anderer Eisenbahn-Film werden. Natürlich werden auch rauchende und fauchende Dampfloks darin zu sehen sein, aber sie werden in seiner Dokumentation nur den technischen Rahmen für Menschliches bilden: Freund und Leid der Dampflokfreunde.


Ex-Drehscheibenwärter Micha Block und Ex-Dampflokheizer Peter Steffens beim Fachsimpeln über die Probleme bei der Reparatur einer Dampflok.

„Diesen Augenblick habe ich noch nicht vergessen“, erklärt Haack, wie der Schlosser Micha, der damals noch für die Bahn als Wärter der Drehscheibe arbeitete, sich mitten in der Nacht im angeheiterten Zustand in sein Auto setzte. Ich wollte ihn schon davon abhalten, im alkoholisierten Zustand zu fahren. Aber dann sah ich, dass er das gar nicht vor hatte. Er wollte nur über CB-Funk mit anderen Menschen reden. Trotz des Nachtlichts habe ich das filmen können. Ich bin heute noch gerührt von diesem Moment, in dem Michas Kummer offensichtlich wurde. Seine damalige Lebensgefährtin hatte ihn verlassen. Er trauerte außerdem um sein Kind. Und Micha suchte Trost über CB-Funk, während andere Dampflokfreunde in einem Abteil des Katastrophenzuges zusammen saßen und sich lustig Eisenbahner-Anekdoten erzählten.“ Micha legte sich später im K-Zug aufs Ohr und schlief seinen Rausch aus.


Waldemar Jentsch kümmerte sich einst um ein Unikum der Reichsbahn, dem Katastrophenzug, in dem Ärzte sogar operieren sollten.

Für seine Dokumentation kletterte Harald Haack sogar in die Feuerkiste einer Güterzuglokomotive und filmte das Anzünden. Ex-Reichsbahn-Heizer Peter Steffens sollte einen brennenden Lappen auf einer Schaufel durch die Luke der Feuerkiste schieben, doch Steffens sorgte sich um den Filmemacher und war nur schwer davon zu überzeugen, dass nichts passieren konnte. Die Feuerkiste war nämlich von allem Brennbaren ausgeräumt. Der Lappen war trocken und enthielt nur wenige Tropfen von Öl. In einer anderen, ähnlichen Lok filmte Haack dann vom Führerstand aus erneut das Anzünden. Steffens musste noch einmal die Schaufel mit dem brennenden Lappen in die Feuerkiste schieben, mit genau dem gleichen Schwung. Danach erlebte Haack wie liebevoll sich Steffens um die alte Lok kümmerte, sie behutsam anheizte, um sie für den nächsten Tag fit zu machen. Und das alles und vieles mehr fing er mit seiner Videokamera ein.

Aber auch andere Dampflokfreunde filmte er bei körperlich anstrengenden Arbeiten im Lokschuppen, wie dem Austausch eines Schiebers der Dampflok. Obwohl sie schwer zu schaffen hatten, halfen sie ihm beim Filmen. Haacks Tonmann hatte kurzfristig abgesagt. Und so hielt jeder der an der Dampflok Arbeitenden, der gerade eine Hand frei hatte, die „Angel“ mit dem externen Mikrophon, das in einem Windschutzkorb steckte. Es war ein fliegender Wechsel von Mann zu Mann, von schwarzer ölverschmierter Hand zu schwarzer ölverschmierter Hand, fast wie ein Staffellauf.

In diesen Einstellungen kam genau das herüber, was Haack wollte: Zu zeigen, welche Mühe und Kraft notwendig ist, um die alten Dampfloks fahrtüchtig zu halten und wie die Freizeit-Eisenbahner dabei und danach untereinander auskamen.

Wann die Dokumentation insgesamt fertig sein wird, weiß Haack noch nicht. Er hofft aber, dass es dieses Jahr noch sein wird. „Die Doku muss doch endlich mal fertig werden“, stöhnt Haack, „besser werden die analogen Videobänder durchs Lagern nicht.“

Drei Vorschauen hat er aber schon einmal zusammen geschnitten und mit eigener Musik versehen und zeigt diese Clips im Videokanal von Hein Hering bei YouTube.


Klaus-Peter Müller im Gespräch mit einem damals noch für die Deutsche Bahn tätigen Lokführer

Hamburgs finstere Randgruppen-Problematik

Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) macht es möglich: Die Polizei soll die Innenstadt von „Randgruppen“ räumen. Laut Boulevard-Presse zählen dazu Obdachlose, Punks und Alkoholiker. Aber genau genommen zählen auch Politiker zu Randgruppen, sofern sie nicht einer der beiden regierenden Hamburger Parteien angehören, der CDU und der Grünen. SPD, FDP und LINKE müssen sich folglich darauf einstellen, dass ihre aktiven Mitglieder künftig aus der Innenstadt verbannt werden. Auf Hamburgs Polizei kommt damit ein Problem zu: Wie erkennt man in dieser „Freien und Hansestadt“ Oppositionelle?

Hein Hering - Vielleicht erkennen Hamburger Zivilpolizisten Oppositionelle anhand von Merkmalen, „oppositionellen Verhaltensstörungen“, die geschäftstüchtige Psychologen ihnen in die Stiefel gedichtet haben. Denn diese Polizisten sind es, die sich wie aus dem Erdboden geschossen auf Randgruppen stürzen sollen, um sie abzuführen. Wohin genau, darüber gibt es gegenwärtig nur Mutmaßungen. Möglicherweise könnte es das neue von Ex-Justizsenator Kusch (nach seinem Rausschmiss durch Bürgermeister von Beust wegen seiner Sterbehilfegeschäfte als „Dr. Tod“ bekannt geworden) initiierte Großgefängnis sein, vom Volksmund schon zynisch als „Kusch-Zentrum“ bezeichnet.

Als Randgruppe sollen nämlich, wie es der Herr Innensenator wünscht, beispielsweise schon zwei Punks gelten die sich zufällig in der Innenstadt treffen und für ein cooles Schwätzchen stehen bleiben; oder auch schon ein Gothic-Pärchen, das über die Spitaler Straße schlendert oder zwei Obdachlose auf der Suche nach einer warmen Ecke oder zwei Alkoholiker, die sich mit Nachschub für die (Landes-)Bank eingedeckt haben und es nicht abwarten können sich das Zeugs hinter die Binde zu kippen und zwangsläufig auch schon zwei Abgeordnete, wenn sie nicht der CDU oder den Grünen angehören und wenn die Polizisten ihre Arbeit gründlich machen und auch sie ergreifen und ins „KZ“, pardon: ins „Kusch-Zentrum“ stecken.

Erfreulicherweise aber zählen Homosexuelle nicht mehr zu diesen Randgruppen. Wer würde es schließlich wagen, die halbe Hamburger CDU in den Knast zu schicken? Aber auch Nazis scheinen nach den Vorgaben des Herrn Innensenator Ahlhaus nicht zu den Randgruppen zählen.

Cartoon-Tipp

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