Damit hatte er nicht gerechnet

Vergangene Nacht erreichte uns die Nachricht vom Tod unseres Salzwedeler Kollegen Matthias W. Schade. Als Schriftsteller und Journalist und besonders als Musiker war er weit über die Grenzen der Hansestadt Salzwedel bekannt, die es seiner Anregung seinerzeit als Stadtrat zu verdanken hat, dass sie sich wieder Hansestadt nennen darf. Und wie kaum ein Anderer kannte Matthias W. Schade nicht nur die Stadt, sondern auch deren Bürger, Geschäftsleute und Politiker und all deren Schwächen und Stärken.

Carl Landow, Gila Akkers und Harald Haack - Wie uns seitens seiner engsten Verwandten mitgeteilt wurde, starb er gestern früh im Alter von 45 Jahren an den Folgen von Magen- und Darmkrebs. Dass er Krebs hatte, davon soll er bis zuletzt nichts gewusst haben. Er glaubte stets, seine Diabetis würde ihn eines Tages das Leben nehmen. Die Sorgen ums Wohl seiner Heimatstadt Salzwedel hielten ihn davon ab, sich rechtzeitig untersuchen zu lassen. Er kämpfte gegen sein Unwohlsein an, sagte oft, es müsse doch irgendwie gehen, das ginge sicherlich bald weg, hielt es für Zimperlein. Eigentlich undenkbar, Matthias W. Schade wehleidig zu erleben.

Seit vielen Jahren zählte er am „Heilig Abend“ als Tubist zu den Musikern, die vom Rathausturm die Menschen in der Stadt mit weihnachtlichen Melodien aufs Christenfest einstimmten. Sein in Newsbattery publizierter Artikel „Turmblasen trotz Nazis und Polizeikameras“ war sein letzter publizierter Text.

Matthias W. Schade wurde 1964 in Salzwedel (Altmark) als Sohn eines Dirigenten und einer Sängerin geboren. 1980 bis 1984 Studium der Musik im Hauptfach Tuba an der Hochschule »Hanns Eisler« in Berlin. Bis 1990 Tätigkeit als Solotubist an verschiedenen Bühnen und in Philharmonischen Orchestern. Freiberufliche Tätigkeit als Musiker unter anderem in der »Hannes Zerbe Blechband«. Spielte unter anderem mit Jazzgrößen wie Conrad Bauer, Günther »Baby« Sommer, Dietrich Unkrodt, Jay Oliver und Liedermachern wie Gerhard Schöne.

Nach der Wende 1990 Ausbildung zum Redakteur im Bereich Tageszeitung. Maßgebliche Mitwirkung beim Aufbau einer der beiden damals einzigen existierenden Tageszeitungsneugründungen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Bis 2003 Chef vom Dienst der Altmark-Zeitung. Seit 2003 freiberufliche Tätigkeit als Journalist, Fotograf und Musiker. Mitwirkung bei verschiedenen Filmprojekten im dokumentarischen Bereich u.a. beim »Massaker von Gardelegen«.

Seit 1990 Forschungstätigkeit im Bereich der hansischen Geschichte insbesondere in der Region Altmark und Begründer des Salzwedeler Hansefestes. Von 1994 bis 2004 kommunalpolitische Tätigkeit im Stadtrat der Hansestadt Salzwedel. Nach Austritt aus der SPD freischaffender Autor und Musiker.

Wir trauern um diesen lieben und aufrichtigen Kollegen.





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