Jan Fedder ersteigerte KZ-Tür als „Partykellergag“

Jan Fedder, Schauspieler, ehemaliger St.Paulianer und familiärer Bulle der ARD-Vorabendserie „Großstadtrevier“ hat sich in der Adventszeit eine Tür ersteigert. Aber es ist nicht irgendeine Tür. Es soll sich nach Information der Hamburger Morgenpost (Mopo) um eine Zuchthaustür des alten Hamburger Knast „Santa Fu“ handeln, hinter der Tausende unschuldiger Nazi-Opfer gefangen gehalten wurden. Nun drohen dem Grünen Justizsenator Steffens Rücktrittsforderungen und Fedder die Forderung nach wirklicher Zivilcourage.

Harald Haack - Dass es eine Knast-Tür war, das hatte Jan Fedder vorher gewusst. Aber dass es sich um eine „KZ-Tür“ handelt, das hat ihn die Hamburger Justizbehörde verschwiegen. Der Sprecher der Justizbehörde, Thorsten Fürter, behauptet, Fedders Knast-Tür stamme nicht aus dem Gestapo-Gefängnis im Hamburger Stadtteil Fuhlsbüttel, sei keine KZ-Tür. Doch die Hamburger KZ-Gedenkstätte Neuengamme kontert: Das Haus II, aus dem Fedders Tür kommt, war während der Hitler-Diktatur angeblich das Zuchthaus und damit Teil des nationalsozialistischen Verfolgungsapparats. Sie versperrte Tausenden von Unschuldigen die Freiheit. Hinter ihr litten sie unter dem Terror der Nazis.

Jan Fedder will das nicht geahnt haben können, wie die Mopo berichtet, doch etwas historische Bildung hätte auch ihm gut getan, seine mutmaßliche Gier nach einem besonderen Stück zurückdrängen können; mehr noch sicherlich ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, wo in dem ehemaligen Konzentrationslager nicht nur jüdische Mitbürger gefangen gehalten und mittels schwerster Zwangsarbeit vernichtet wurden, sondern alle Gegner des Naziregimes aus ganz Europa.

Nicht nur oberpeinlich, sondern auch äußerst penetrant ist, wie die Hamburger Justizbehörde unter der Leitung des Senators Til Steffens (GAL) 24 alte Knast-Türen zur Versteigerung anpries: Als perfekt für „den coolen Partykeller oder die verrückte Bar“. Der 34-jährige Grünen-Senator sollte seine Verantwortung für diesen nicht entschuldbaren Fauxpas ernst nehmen und von seinem Posten als Senator sofort zurück treten.

Jan Fedder kündigte indes an, er wolle die Tür zurückgeben, falls sich herausstellen sollte, dass hinter dieser Tür Unschuldige saßen. Eigentlich aber sollte er sich besinnen und die Tür behalten und als privates Mahnmal verwenden; sie folglich nicht als Partykellergag missbrauchen.

Ein KZ- und Naziterror-Mahnmal – vielleicht im Garten des Schauspielers! Das haben andere Schauspieler nicht. Eine Rückgabe der Tür wäre jedoch meiner Meinung nach ein Affront gegenüber den Nazi-Opfern. Fedder könnte der erste Privatmann mit einem eigenen Mahnmal sein.

Bisher gibt es in Deutschland Mahnmäler nur, wenn nach einigem Gewürge schwerköpfige Institutionen dahinter stecken. Gerade jetzt in dieser Zeit, wo das so genannte BKA-Gesetz künftig eine Vielzahl unliebsamer Journalisten hinter Gefängnistüren bringen wird, wäre dies ein Zeichen von Zivilcourage seitens eines prominenten Privatmannes, wenn er die Tür behielte und das ihr anhaftende Leid respektierte und künftig über sie informiere, anstatt sie vielleicht wie „ein stinkendes Stück Dreck“ von sich zu weisen. Der Dreck, das war das Nazi-Regime, aber nicht deren Opfer. Mit dem Erwerb dieser Tür hat Fedder ein großes Stück Verantwortung erworben. Die gibt man nicht einfach zurück.

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