Archiv für November 2008

Morddrohung gegen Obama schon im Mai 2008

Carl Dupre, „Großer Drachen“ der Bayou Knights, einer Klan-Gruppe des Ku-Klux-Klans, hatte schon im Frühjahr diesen Jahres mit der Erschießung von Barack Obama gedroht, falls dieser der 44. US-Präsident werden sollte. Dieser werde nicht lange Präsident bleiben, hatte Dupre in einem Interview dem deutschen Magazin FOCUS mitgeteilt.

Carl Landow – Der Jubel über den haushohen Sieg Obamas war noch nicht verhallt, da sendete der ARD-Kanal Eins EXTRA das Hintergrundsinsert „Siegheil Obama“.

Eine geschmacklose Entgleisung des Senders, die nicht zuletzt auf dem Vergleich amerikanischer Gegner des künftigen US-Präsidenten fußte, er habe Jugendliche um sich gesammelt wie einst Adolf Hitler.

Während der ARD-Nacht zur US-Präsidentschaftswahl hatte ein in Deutschland wenig bekannter, in Kalifornien lebender US-Schauspieler deutscher Abstammung diesen Vergleich wiederholt, allerdings als Zitat. Er habe es so von den netten Amerikanern gehört, die ihn umringten, als er unversehens in eine Open-Air-Wahlveranstaltung Obamas geraten war. Und er hatte hinzugefügt, gerade dort, wo man doch unter der Menge Jubelnder ausschließlich Anhänger Obamas vermutete, sollen etliche gewesen sein, die glauben, der Ku-Klux-Klan werde schon dafür sorgen, dass Barack Obama nicht lange Präsident sein werde.

In einem Filmbetrag ließen zwei ARD-Reporterinnen dann Rassisten zu Wort kommen. Einer saß in einer Kneipe und zischte unverhohlen, er hasse „Nigger“, und ein Anderer, ein Truck-Fahrer, der dem Rassisten ähnlich sah als wäre es ein Bruder, und den die Reporterin ausführlich zu Wort kommen ließ, wiederholte: „I hate niggers!“ Für die im ARD-Studio versammelte Runde mit Ex-ARD-Korrespondent Gert Ruge und Ex-Innenminister Chily schien dies der Anlass gewesen zu sein sich über ihre Hilflosigkeit zu verständigen, wie man denn passend Menschen mit „schwarzer“ Hautfarbe nennen dürfe.

Da habe sich doch inzwischen vieles verändert, sagte Ruge, als er noch als Korrespondent in den USA war und von den Rassenunruhen berichtet hatte. Damals habe er sie als „Neger“ bezeichnen dürfen. Selbst in den USA sei man unsicher gewesen und habe sie als „colored people“ umschrieben. Daraus habe man dann in Deutschland den Begriff „Farbige“ gemacht. Und so kam was angesichts dieser rassistischen Verklemmtheit kommen musste: Es wurde gefragt, was Barack Obama denn nun sei, Schwarzer oder Weißer. Er sei beides, kam die Antwort. Und die Amerikaner müssten sich darauf einstellen, dass sie bis 2038 laut einer Studie alle so seien wie Obama, weder schwarz noch weiß. Bis dahin hätten sich alle hinreichend vermischt. Auch die Mitglieder vom Ku-Klux-Klan, die weißen „schwarzen Schafe“ der Amerikaner, von denen einige US-Bürger jetzt schon die Ermordung des neuen US-Präsidenten erwarten?

Dass es keine Hysterie ist, bewiesen kürzlich zwei angeblich Rechtsextremisten, die kurz vor dem Versuch Obama zu ermorden verhaftet wurden.

Wie sehr die Massen der USA zu extremen Aggressionen neigen, erfuhr MCCain als er gegen 21.15 Uhr Ortszeit auf der Bühne im Garten des Biltmore-Hotels in Phoenix (Arizona) seine Niederlage eingestand und Obama gratulierte. Dabei sprach er über Rassismus und Rassentrennung als „die große Ungerechtigkeit, die den Ruf unserer Nation beschmutzt hat.“ Nach seinen Worten, mit denen er seine Anhänger aufforderte Obama mit gutem Willen entgegenzutreten und politische Kompromisse mit ihm einzugegen, im Interesse der USA, wurde MCCain laut ausgebuht. Er reagierte mit schmerzverzerrtem Gesicht und glasigen Augen auf den Hass. Dabei hatten er und Sarah Palin sich während des Wahlkampfes nicht gescheut, Barack Obama mit falschen Behauptungen bei ihren Anhängern schlecht zu machen.

Palin siegessicher falschen Sarkozy auf dem Leim gegangen

Scherze mit Stimmenimitatoren: Eigentlich sind solche Streiche uralt und bei Pennälern, die sie über Generationen hinweg immer neu variierten, sehr beliebt. Sind bei Schülern noch deren Pauker die Opfer, so machen Radio-Komiker streberhafte Politiker wie zuletzt in Deutschland Brillenträgerin Ypsilanti zu ihren Opfern. Nun aber hat es in den USA auch die Brillenschlange Sarah Palin erwischt.

Marcel Franz-Paulé – Wer auf dem nordamerikanischen Kontinent könnte so gut einen französisch-englischen Akzent imitieren, wenn nicht franko-kanadische Komiker?

Sarah Palin, die Gouverneurin von Alaska und republikanische Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt, fiel auf einen Anruf von Marc-Antoine Audette und Sebastien Trudel, bekannt als die „Justiciers masqués“, herein. Aus Montreal riefen sie im Büro von Palin an und behaupteten, der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy wünsche Sarah Palin zu sprechen. Prompt wurden sie mit ihr verbunden und Palin meldete sich mit „This is Sarah“ und einem enthusiastischem „Hello!“. Es sei so toll, ihn zu hören, trillerte sie ins Telefon, und: „danke, dass Sie uns anrufen.“ Sie und John McCain hätten Hochachtung vor ihm und liebten ihn, jubelte Palin.

Palin reagierte geschmeichelt auf „Sarkozys“ Anspielung, sie werde die nächste US-Präsidentin sein mit den Worten: „…vielleicht in 8 Jahren“. Auch kicherte sie über das Eigenlob des Anrufers über dessen famoses Liebesleben mit Carly Bruni und machte ihm Komplimente über seine „wunderschöne Familie“. Als begeisterte Jägerin schlug Sarah Palin dem „Sarkozy“ vor, mit ihr gemeinsam auf Jagd zu gehen, woraufhin dieser lachte und antwortete, er liebe es Tiere zu töten, ihnen das Leben zu nehmen, das sei so lustig. Sie könnten es vom Helikopter aus tun, aber den Cheney, den solle sie besser nicht mitbringen. Vizepräsident Cheney hatte 2006 während einer Jagd angeblich versehentlich auf einen Freund geschossen.

Der französischen Nachrichtenagentur AFP sagte der Komiker Marc Antoine Audette, es sei der der bisher „explosivste Coup“ des Teams gewesen. Selbst Sarkozy sei schon Opfer ihrer Scherze geworden, bei Palin allerdings sei es gar nicht so leicht gewesen, an Wahlkampfhelfern vorbei telefonisch zu der Gouverneurin durchzudringen. Indes das republikanische Wahlkampfteam mit einer Stellungnahme auf den Anruf reagierte: „Gouverneurin Palin war milde amüsiert, als sie hörte, dass sie jetzt in einer Reihe mit Staatsoberhäuptern – darunter auch Präsident Sarkozy – und anderen Prominenten steht, die ins Visier dieser Spaßvögel gerieten. C‘est la vie.“


Wurde auch schon Opfer von einem Telefonstreich aus Montreal: Nicolas „Napoleon“ Sarkozy. © 2008 Satire-Foto: Marcel Franz-Paulé

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