Staatsanwaltschaft Bonn schludert mit Daten

Ausgerechnet jene Staatsanwaltschaft, die in Sachen Datenklau und Datenmissbrauch gegen Telekom und Unbekannt ermittelt, schludert mit Daten. Der Bonner Julius C. * hatte sich, nachdem ihm sein ehemaliger Provider mit Spams belästigte, an die Staatsanwaltschaft gewandt. Das ablehnende Schreiben des dafür zuständigen Staatsanwaltes, an Julius C.. adressiert, wurde heute um 8.50 Uhr von einer Justizangestellten „versehentlich“ an die E-Mail-Adresse von Newsbattery versandt.

Harald Haack – Damit hatte die Justizangestellte der Bonner Staatsanwaltschaft nicht nur die falsche Empfängeradresse erwischt, sondern auch noch voll ins Schwarze getroffen – ausgerechnet als Empfänger einen Journalisten erwischt, der schon mehrfach Opfer von vertauschten Daten wurde und der die Staatsanwaltschaft aufgefordert hatte, endlich auch in seinem Fall gegen Unbekannt zu ermitteln.

In einem anderen Fall hätte es diesem Journalisten, das bin ich, möglicherweise sogar das Leben gekostet und vielleicht sogar auch noch einem anderen Mann.

Vor ein paar Jahren wurde ich mittels Rettungswagen mit Verdacht auf Herzinfarkt in die Klinik von Hamburg-Eilbek eingeliefert. Dort schob man mich in einen angelegenen Raum und ließ mich gut 3 Stunden lang ununtersucht und unbeachtet liegen.

Wenn ich mich nicht mittels Nitroglyzerin-Sprays, den mir mein Hausarzt kurz zuvor für Notfälle verschrieben hatte, in dieser Zeit selbst behandelt hätte, wäre es um mich wahrscheinlich geschehen gewesen. Als ich einigermaßen wieder stehen und gehen konnte, beschwerte ich mich. Ein mauliger Arzt nahm mir Blut ab zur Untersuchung des Herzmuskelenzyms. Mit dem Ergebnis meiner Blutuntersuchung behandelte er dann einen anderen Patienten. Mich beschuldigte er, ich würde zu viel Sport treiben, ausgerechnet mich, der sich bemühte wenigstens mal etwas mit dem Fahrrad zu fahren. Diese Behauptung machte er aufgrund der Blutuntersuchung des Patienten, den er bereits mit den Ergebnissen der Untersuchung meines Blutes behandelte und zur Beobachtung in der Klinik behielt. Mich schickte er nach Hause.

Heraus kam die Verwechslung, als mir die Abrechnungsstelle der Klinik die Rechnung für den anderen Patienten zusandte.

Ich habe damals den Hamburger Datenschutzbeauftragten informiert. Dies habe ich im vorliegenden Fall nun wieder getan. Auch seinen NRW-Kollegen benachrichtigte ich. Und natürlich auch den anderen Patienten, der erfreulicherweise noch lebte. Die ihm verabreichten Herzmittel hatten ihm mutmaßlich nicht geschadet.

Nun, die Bonner Staatsanwaltschaft ist nicht die Hamburger Klinik, in der mit dem Daten der Patienten schluderig umgegangen wurde, aber die Schludrigkeit ist nicht viel anders.

Julius C. erhält von mir einen Brief, in dem ich ihn über das „Versehen“ der Bonner Staatsanwaltschaft informiere.

*Name redaktionell geändert

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