Archiv für November 2008

Mysterium Wiedergeburt oder manipulierte Wirklichkeit?

Die Wiedergeburt ist eines der wichtigsten Themen vieler Religionen. Am massivsten hat sich der Glaube daran im Buddhismus manifestiert. So wird in Nepal der inzwischen 18-jährige Ram Bahadur Bomjan als Wiedergeburt Buddhas verehrt. Vor anderthalb Jahren verschwand er in einem unterirdischen Bunker zum Meditieren ohne Essen und Trinken und tauchte daraus nun wohlgenährt wieder auf. Doch während er vor zehntausend Anhängern gut 45 Minuten lang im Bezirk Bara predigte, finden sich Fans von Jim Morrison, dem Sänger der legendären US-Rockband „The Doors“, der am 3. Juli 1971 einer Legende nach von seiner Freundin tot in der Badewanne seiner Pariser gefunden wurde, in ihrem Verdacht bestätigt, er könne noch leben und der als „Buddha-Junge“ verehrte nepalesische Prediger könnte sein Sohn sein.

Harald Haack – Legenden werden gemacht, von Freund und Feind und besonders von fanatischen Anhängern. Über den „Rückkehrer“ Ram Bahadur Bomjan heißt es, er könne „monatelang ohne Wasser und Essen meditieren“. Wer aber genau seine Familie ist, darüber ist kaum etwas bekannt. Das hat seinen Grund: Wenn der Glaube an die Wiedergeburt eines Heiligen so hochgehalten wird, dann gilt dessen Familie bei den Gläubigen allgemein als nebensächlich und Informationen über sie werden vernachlässigt, wenn sie nicht dem Glauben zuträglich sind. Die Mystifizierung des Heiligen ist ein selbstlaufender Prozess, wenn er erst einmal gestartet wurde, in dem alltägliche Geschehnisse zu Wunder gemacht werden. Gläubige wollen glauben, aber dazu brauchen sie Nahrung.

Und die wird ihnen auf einer „offizielle“ Webseite des „Buddha-Boys“, wie er genannt wird, geliefert. Nur der Name der Mutter wird dort genannt, eine Frau „Maya Tamang“. Ram Bahadur Bomjan soll ihr dritter Sohn sein. Es gibt auch ein Foto seiner angeblichen Eltern auf dieser Webseite, die von Tapoban Samrakshan Tatha Sambardhan Samiti Ratanputri Bara unterhalten wird und von Copyright-Hinweisen nur so gespickt ist. Den Namen des Vaters des als Guru und Buddha-Wiedergeburt Gepriesenen sucht man allerdings vergebens. Ist er vielleicht gar nicht der Vater? Und ist Buddha tatsächlich zurück ins Leben? Oder ist er nur das Produkt gerissener Geschäftsleute?

Wiedergeburt oder nur heimlicher Sohn eines US-Rockstars?

Obwohl Ram Bahadur Bomjan als Mönch galt, weigerte er sich vehement sich den Schädel kahl schneiden zu lassen. Einige seiner Anhänger werten allein dies schon als Wunder, das ihn von den gewöhnlichen Mönchen unterscheidet.

Seine Haarpracht glich der Frisur, mit der der Sänger der Doors, Jim Morrison, berühmt wurde. Inzwischen sind seine Haare länger geworden. Auch die Akne-Pickel, die sein Gesicht beherrschten, scheinen verschwunden. Verblüffend: Er sieht seinen angeblichen Eltern nicht ähnlich, sondern Morrison, als wäre er dessen Sohn, gezeugt mit einer Asiatin. Grund genug sicherlich für Verfechter der Verschwörungstheorie, demnach Morrison seinen Tod nur vorgetäuscht habe, um unerkannt in einem fernen Paradies weiter zu leben und um seine vom Show-Geschäft und durch Drogenkonsum verkorkste Seele zu kurieren.

Und dazu passt wie bestellt, dass Morrison der Legende nach mit einem Lächeln auf den Lippen in seiner Badewanne gefunden wurde, angeblich tot und einem Herzinfarkt erlegen. Das lag angeblich wegen seines Drogenkonsums nahe. Er war bekannt dafür, dass er massiv mit LSD und andere harten Drogen einnahm. Doch wer kann bei einem Herzinfarkt, der ihm heftigste Schmerzen und Todesangst verursacht, noch lächeln?

Entweder ist der Sarg, in dem man Morrisons Leiche in seinem besten Anzug gekleidet legte, leer oder er enthält anstelle von ihm einen Doppelgänger, der ihn in der Öffentlichkeit vertrat und aus unbekannten Gründen starb. Das glauben Fans, die nicht wahr haben wollen, dass er starb.

Oder aber Morrison starb tatsächlich und die Leiche in dem Sarg ist seine, beigesetzt gleich neben den Literaten Oscar Wilde und Moliere auf dem Pariser Friedhof Pere Lachaise. Und die Verschwörungstheoretiker, die ihn ein Weiterleben auf den Seychellen andichteten, verdienen gut mit dem Untoten Jim Morrison.

Zu letzterem passt auch, dass nach nunmehr 36 Jahren der frühere Pariser Nachtclub-Manager Sam Bernett auspackte und behauptete, er sei es doch gewesen, der den damals 27-jährigen Rockstar einem Klo gefunden habe. Er will Schaum und Blut auf Morrisons Nase gesehen haben.

Obwohl es keine Obduktion gegeben haben soll, wurde der Leichnam zur Beerdigung freigegeben und Sam Bernett will von einem Organversagen durch eine Überdosis Heroin wissen, die den Sänger der Doors tötete. Es sei kein Herzinfarkt, sondern Herzversagen gewesen, was der Arzt auf dem Totenschein notiert hatte.

War Morrison nur scheintod, d.h. waren seine vitalen Lebensfunktionen auf ein Minimum reduziert, so dass der Arzt keinen wahrnehmbaren Puls mehr bei Morrison fand?

In der Nacht vom 2. auf den 3. Juli 1071 will Sam Bernett den „hübschen Boy aus Kalifornien“ wie einen „bewegungslosen Brocken zusammengekrümmt“ auf der Toilette des Nachtclubs gefunden haben. Dies schreibt er in seinem Buch über Morrisons mysteriösen Abgang. Er will auch gesehen haben, wie zwei Dealer ihm Heroin verkauften, nachdem dieser gegen ein Uhr morgens in den Club gekommen war. Weshalb der Türsteher des Clubs die verschlossene Toilette aufbrach, in der tote Morrison gelegen haben soll, erklärt der Ex-Nachtclubmanager nicht. Denn es ist keineswegs plausibel, dass Türsteher die Türen von Toiletten aufbrechen, wenn dahinter ein Prominenter vermutet wird.

Und wie in einem billigen Krimi, soll unter den Gästen des Clubs ein Arzt gewesen sein, behauptet Bernett. Für den Arzt sollen der Schaum und das Blut um Morrisons Nase herum das Zeichen einer Überdosis gewesen sein. Für den Arzt schien Morrison tot, doch die beiden Dealer hielten ihn nur für bewusstlos und schleiften ihn weg. Sie wussten offenbar gut über Morrison Bescheid, kannten seine Adresse und schafften ihn in dessen Wohnung, wo sie ihn in die Badewanne legten, um ihn, wie Bernett behauptet, „wieder wach“ zu kriegen.

Ob nun Morrision tatsächlich in jener Nacht starb oder nicht, seine Freundin Pamela Courson, die ihn angeblich in der Badewanne fand, starb jedenfalls drei Jahre später an einer Überdosis Heroin laut eindeutigem Obduktionsbefund. Und wer Ram Bahadur Bomjan für die Wiedergeburt Buddhas halten will, darf dies gerne tun, sollte sich aber nicht ärgern, wenn er irgendwann feststellt, Opfer von Scharlatanerie geworden zu sein. Möglich auch, dass der „Buddha-Boy“ nur ein Fan von Morrison ist heimlich „The Doors“ hört.

“Well the clock says it’s time to close now
I know I have to go now
I really want to stay here
All night, all night, all night”

Songtext aus: “Soul Kitchen“, Lyrics by Jim Morrison

Bei der Deutschen Bahn kopf- und führerlos

Man könnte glauben, die Bahn versuche einer BILD-Schlagzeile vom letzten Sommer, demnach Mädchen-Fänger gesucht werden, mit dem „Herauswerfen“ von Mädchen aus Regionalzügen eine Entsprechung zu geben. Zu allem Überfluss warfen sich jetzt zwei Zugführer aus einem fahrenden Zug.

Harald Haack - Zum dritten Mal seit Mitte Oktober ist nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ ein Kind von einer Schaffnerin aus einem Zug der Deutschen Bahn verwiesen worden. Das 14-jährige Mädchen habe zwar einen Fahrschein gehabt, der aber sei aber erst später gültig gewesen. Die Mutter holte ihre Tochter mit dem Auto ab und brachte sie zur Schule. Ein Bahnsprecher in Berlin wollte sich ohne nähere Prüfung nicht zu dem Vorfall äußern. Das ist wohl auch besser so, denn laut Bahn-Mitteilungen sollen in den vorherigen Fällen die Zugbegleiter vom Dienst suspendiert worden sein; Staatsanwaltschaft und Polizei wollen angeblich gegen sie ermitteln.

Interessant ist, dass alle bisherigen Fälle im norddeutschen Osten der Republik sich ereigneten und dass es jedes Mal Mädchen sind, die Probleme mit ihren Fahrkarten, Geldbörsen und Handys haben. Sind sie wirklich so kopflos, wie behauptet wurde?

Nicht kopflos, aber führerlos wurde gestern Abend ein Güterzug, der von Frechen nach Köln unterwegs war, weil seine beiden Lokführer sich selbst heraus warfen. Dabei zogen sie sich leichte Blessuren zu.

Mit 31 Waggons rollte der Güterzug dann von alleine über die Strecke nach Köln und durchbrach im Stadtteil Junkersdorf das Tor einer Lagerhalle. Erst als die Diesellok gegen eine Betonfeuerschutzwand prallte, blieben der Triebwagen und die mit Braunkohlestaub und Briketts beladenen Waggons stehen. Dabei entstand ein Schaden in sechsstelliger Höhe. Wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Polizei gegenüber hatten die Lokführer behauptet, alle Bremsen ihres Güterzugs hätten nicht funktioniert – auch die Notbremsen nicht.

Yes, he can!


Gefunden in Hamburg in der Nähe von Hagenbecks Tierpark.
© Foto: Newsbattery.eu

Ludwig Erhard schuld am Desaster der Asse II?

Gestern Abend sendete arte-tv einen hysterisch anmutenden Spielfilm über die Gefahr von drastischen Unfällen in französischen Atomkraftwerken. Atomkraftwerke – in der Atomlobby auch liebevoll als „Kernkraftwerke“ hoch umjubelt. Doch der Kern des Ganzen der ominösen Lobby ist das Gegenteil von Einsteins E=mc2, nämlich nichts, und das heißt: Es gibt keine Sicherheit der Atomkraft für Menschen und Tiere. Atomkraft ist langfristig kritisch nachhaltig, extrem länger nachhaltig als CO2-Abgabe und Feinstaub etc. von konventionellen Kraftwerken. Sprich: Atomkraft verspricht eine strahlende Zukunft; d.h. deren Hinterlassenschaft ist radioaktiv strahlend.

Carl Landow – Wenig bekannt ist der radioaktiv (weiter-)leitende Effekt verstrahlter Materie. Nach gegenwärtigen, vielfach geleugneten Erkenntnissen pflanzt sich die Radioaktivität in Gesteinen weiter. Eigenartiger Weise verliert sich die Strahlung in Wasser. In Granit jedoch, das selbststrahlend ist, soll es sich angeblich von Atom zu Atom des Granits in Kettenreaktion fortpflanzen.

Ausgerechnet Granitkavernen hat die Atomlobby in letzter Zeit im Kampf gegen Atomkraftgegner ins Gespräch für Endlager des Atommülls gebracht. Gegen Granit galten Salzlager wegen ihres gewissen Rest-Wasseranteils als sicherer. Doch dies war ein Aberglauben. Bundeskanzlerin Merkel hat somit mit ihrer ursprünglichen verbiesterten Haltung als Umweltministerin in Sachen Asse beweisen können, dass Salzlager keine Lösung sind und dass bornierte Standpunkte, wie der ihre als Umweltministerin, nur zu Katastrophen führen.

Ich frage hiermit, warum es kein Atomgegner bisher gewagt hat, die Betreiber des Endlagers Asse II und Frau Angela Merkel auf Schadenersatz zu verklagen. Vielleicht liegt es daran, dass die Frage der Haftung extrem schwierig geworden ist. Immerhin wurde Asse II schon 1965 im Auftrag des Bundes von einer „Forschungseinrichtung“ unterhalten. Und damit bleibt ein großer Teil der Last an Ludwig Erhard (CDU) hängen, der sich als „Vater des Wirtschaftswunders“ 1965 zum Bundeskanzler wählen ließ.

Interessant und sicherlich aufschlussreich für die Mauscheleien der Atomlobby ist, dass die Betreiber von Asse II mehrfach den Namen wechselten und doch die selben blieben, eigentlich typisch für kriminelle Vereinigungen: Anfänglich war es die Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF), zuletzt als Helmholtz Zentrum München (HMGU), die unter diesen Namen firmierte. Und ausgerechnet diese letzte Firmierung geriet in den Verruf, denn bisher wurde die Asse nur nach dem Bergrecht betrieben, was keinerlei Bezugspunkte zur Radioaktivität von Atommüll implizierte. Nun aber, nach 43 Jahren seit seiner Aktivierung als Atommülllager, soll es nach dem Atomrecht betrieben werden, dass schon 1960 beschlossen wurde.

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, weshalb wir in Deutschland und überhaupt in Europa Gesetze brauchen, die uns vor der Willkür der Lobbyisten schützt. Und fette, sündhaft teure Grabsteine schmücken inzwischen die Gräber der ursprünglichen Verantwortlichen für den Asse-II-Terror der Asse-II-Gründerzeit.

Staatsanwaltschaft Bonn schludert mit Daten

Ausgerechnet jene Staatsanwaltschaft, die in Sachen Datenklau und Datenmissbrauch gegen Telekom und Unbekannt ermittelt, schludert mit Daten. Der Bonner Julius C. * hatte sich, nachdem ihm sein ehemaliger Provider mit Spams belästigte, an die Staatsanwaltschaft gewandt. Das ablehnende Schreiben des dafür zuständigen Staatsanwaltes, an Julius C.. adressiert, wurde heute um 8.50 Uhr von einer Justizangestellten „versehentlich“ an die E-Mail-Adresse von Newsbattery versandt.

Harald Haack – Damit hatte die Justizangestellte der Bonner Staatsanwaltschaft nicht nur die falsche Empfängeradresse erwischt, sondern auch noch voll ins Schwarze getroffen – ausgerechnet als Empfänger einen Journalisten erwischt, der schon mehrfach Opfer von vertauschten Daten wurde und der die Staatsanwaltschaft aufgefordert hatte, endlich auch in seinem Fall gegen Unbekannt zu ermitteln.

In einem anderen Fall hätte es diesem Journalisten, das bin ich, möglicherweise sogar das Leben gekostet und vielleicht sogar auch noch einem anderen Mann.

Vor ein paar Jahren wurde ich mittels Rettungswagen mit Verdacht auf Herzinfarkt in die Klinik von Hamburg-Eilbek eingeliefert. Dort schob man mich in einen angelegenen Raum und ließ mich gut 3 Stunden lang ununtersucht und unbeachtet liegen.

Wenn ich mich nicht mittels Nitroglyzerin-Sprays, den mir mein Hausarzt kurz zuvor für Notfälle verschrieben hatte, in dieser Zeit selbst behandelt hätte, wäre es um mich wahrscheinlich geschehen gewesen. Als ich einigermaßen wieder stehen und gehen konnte, beschwerte ich mich. Ein mauliger Arzt nahm mir Blut ab zur Untersuchung des Herzmuskelenzyms. Mit dem Ergebnis meiner Blutuntersuchung behandelte er dann einen anderen Patienten. Mich beschuldigte er, ich würde zu viel Sport treiben, ausgerechnet mich, der sich bemühte wenigstens mal etwas mit dem Fahrrad zu fahren. Diese Behauptung machte er aufgrund der Blutuntersuchung des Patienten, den er bereits mit den Ergebnissen der Untersuchung meines Blutes behandelte und zur Beobachtung in der Klinik behielt. Mich schickte er nach Hause.

Heraus kam die Verwechslung, als mir die Abrechnungsstelle der Klinik die Rechnung für den anderen Patienten zusandte.

Ich habe damals den Hamburger Datenschutzbeauftragten informiert. Dies habe ich im vorliegenden Fall nun wieder getan. Auch seinen NRW-Kollegen benachrichtigte ich. Und natürlich auch den anderen Patienten, der erfreulicherweise noch lebte. Die ihm verabreichten Herzmittel hatten ihm mutmaßlich nicht geschadet.

Nun, die Bonner Staatsanwaltschaft ist nicht die Hamburger Klinik, in der mit dem Daten der Patienten schluderig umgegangen wurde, aber die Schludrigkeit ist nicht viel anders.

Julius C. erhält von mir einen Brief, in dem ich ihn über das „Versehen“ der Bonner Staatsanwaltschaft informiere.

*Name redaktionell geändert

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