Archiv für September 2008

Üben Hamburgs Grüne die Nestflucht?

Sie haben die Schnauze von der schwarz-grünen Koalisation voll: Etliche „GALier“ wollen deren Ende und gründeten jetzt ihre außerparlamentarische Opposition, die APO.

Harald Haack – Eine APO hat es schon einmal gegeben. 1966 wurde sie aus der Opposition aus CDU und SPD unter Kanzler Kiesinger (CDU) und gegen die von der Regierung damals geplanten Notstandgesetzgegebung gegründet. Die Proteste der APO nützten jedoch nichts. Die verhassten Gesetze kamen unter Druck der CDU wie das Amen in der Kirche.

Ähnlich kommt jetzt das Kohlekraftwerk Moorburg. Und so wurde es jetzt zur APOtheke der Hamburger GALier, wo sie streiten. Kein schöner Platz, ein dreckiger, „schwarzer“ Platz ohne Grünzeug, die Bruchstelle innerhalb der GAL. Die Einen verrieten ihre umweltpolitischen Ziele, den Anderen ist zum Kotzen zumute und deshalb holten sie nun die alten „Kohle-von-Beust“-Wahlplakate aus dem vergangenen Bürgerschaftswahlkampf hervor. Vor dem Rathaus stellten sie diese alten Pappen auf, ebenso vor GAL- und der CDU-Parteizentrale, was besonders bei der CDU für hämisches Grinsen sorgte. Denn: Hatten die GALier nicht für Bürgermeister von Beust geworben?

Ganz groß geschrieben hatten die GALier nämlich damals „Kohle von Beust“ und kleiner und unwesentlicher darunter „Neue Energie statt CO2“. Was falsch verstanden werden musste, denn das Kohlekraftwerk Moorburg gab es noch nicht, war nur in Planung und sollte Hamburgs neues Strom-Kraftwerk sein; also „neue Energie“ liefern. Wohl nur hartnäckige Sympathisanten der GALier haben daraus ein „Wählt nicht die CDU“ herausgelesen. Und wer blauäugig glaubte, mit dem Wahlkreuzen bei der GAL die CDU ins Abseits geschickt zu haben, wurde von der Regierungslust der GALier überrascht, die sich auf eine Koalisation mit der CDU einließen.

Wer der GAL-APO angehört, wird aus Angst vor einer Strafanzeige geheim gehalten, denn die ollen Plakate sind Eigentum der Partei und wurden ohne Erlaubnis der Parteiführung wieder verwendet. Damit soll lediglich die Partei an ihr Wahlversprechen erinnert werden. Doch was heißt das denn nun, wenn das „Kohle-von-Beust“-Plakat im Grunde genommen ein Fauxpas war und vom Koalisation-Partner CDU als „ehrliches Unterstützerplakat“ empfunden werden könnte?

Man wisse nicht, wer hinter der derzeitigen Aktion stecke und ob es tatsächlich Mitglieder der GAL sind, die sich zu dem Geheimbund zusammenrauften, soll Landeschefin Katharina Fegebank gesagt haben. „Aber wir sind als diskussionsfreudige Partei bekannt, in der es auch solche kreativen Aktionen geben kann“, fügte sie hinzu. Von einer Strafanzeige wolle man absehen.

Zum Thema:

Das rabenschwarz-grüne „Lied vom Tod“

Das rabenschwarz-grüne „Lied vom Tod“

In der Politik geht es immer um Kohle, auch „Geld“ genannt. Auch in Hamburg schimpfen Regierungskritiker, der Senat werfe mit dem Bau seiner Prestige-Immobilie, der „Elbphilharmonie“, das Geld zum Fenster heraus, habe sich mit falschen Kalkulationen blenden und zum Bauauftrag verleiten lassen. Rund 100 Millionen soll der Bau teurer werden, und das soll noch nicht einmal das Ende der Preissteigerung sein. Aber was sind schon 100 Millionen, wenn es um echte Kohle geht? Der vom Energieversorger Vattenfall geplante Bau eines Kohlekraftwerkes in Moorburg, veranlasste Umweltschützer in einen kollektiven Grabgesang der schwarz-grünen Koalisation Hamburgs einzustimmen. Mit ihrem Lied vom Tod rücken sie von der GAL ab. Pessimisten der Partei sehen jetzt ganz schwarz.

Carl Landow – Alle erwarten die Genehmigung des Kohlkraftwerks Moorburg, Befürworter wie auch Gegner, wobei letztere sie befürchten. War die GAL noch mit der Behauptung in den Wahlkampf gezogen, ein Kraftwerk Moorburg werde es mit ihnen nicht geben, so muss sie jetzt damit leben, ein „erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem“ zu haben.

Das ist das was BUND-Geschäftsführer Manfred Braasch der GAL gestern vorwarf und schimpfte, andere ökologische Projekte wie Stadtbahn und Umweltzone kämen nicht voran. Ob diese Projekte tatsächlich den erhofften ökologischen Nutzen bringen, ist unter Bürgern allerdings umstritten. Viele halten sie für reinen Aktionismus der Umweltschützer, die sich weiterhin oberlehrerhaft aufzublasen und beweihräuchern. Denn: Ohne eine Partei, die ihre oftmals radikalen Forderungen politisch umsetzt, sind sie nichts im Land, werden vom Volk nur als störend empfunden.

Der BUND hat zwar viel in Deutschland erreicht. Doch die größte Unterstützung gab es einst seitens der GAL und ihrer Sympathisanten. Wenn nun die GAL nur noch Luftnummern produziert, wäre dies eine Gefahr für die Glaubwürdigkeit des Umweltschutzes und nicht zuletzt auch für den BUND.

Die Umweltschützer müssten fortan auf andere Parteien ausweichen, beispielsweise die Hamburger CDU. Doch die ist, obwohl Bürgermeister von Beust propagandistisch seine Ader für den Umweltschutz entdeckte, für das Kohlekraftwerk, obwohl dieses laut NABU-Referentin Katharina Menge immer noch nicht genehmigungsfähig sein soll, und trotz der „Änderungen“ von Bauherrin Vattenfall.

„Robin Wood“ schimpft dagegen nicht nur. Die Organisation hat die Hamburger Köpfe der GAL aufgefordert, das Kraftwerk Moorburg strikt abzulehnen.

Zöge die GAL nun mit ihnen „in den Wald“, dann könnte dies mutmaßlich zum Auseinanderbrechen der schwarz-grünen Koalisation führen. Und Lügner, die ihre Wähler mit Wahlversprechen so arg hinters Licht führten wie die GAL in Hamburg, werden schlicht mit Nichtwahl bestraft. Ein Effekt, unter dem dann auch andere Parteien zu leiden haben, wie das Wahlverhalten der letzten Wahlen bundesweit zeigte.

Türkischer Baby-Killer stammt mutmaßlich aus China

In einem türkischen Krankenhaus der westtürkischen Stadt Izmir starben aus bislang unbekannten Gründen 13 Frühgeborene. Der Sprecher eines Ärzteteams, das mit der Untersuchung beauftragt ist, vermutetet bakteriell verseuchte Nährstoff-Infusionen, die den Neugeborenen verabreicht worden seien, als Todesursache. Der Beweis dafür fehlt allerdings noch. Inzwischen aber gibt es eine etwas andere, inoffizielle Version seitens gut informierter Klinikkreise.

Gila Akkers – Bei ersten Analysen von Blutproben seien in mindestens fünf Fällen Infektionen festgestellt worden, wurde von dem Mediziner bekannt gegeben. Er vermute daher, dass bakteriell verseuchte Nährstoff-Infusion schuld an dem Tod der Neugeborenen sei.

Aus gut informierten Kreisen der Klinik sickerte durch, dass die verwendeten Infusionsmaterialien aus der Volksrepublik China stammen. Die Infusionssets seien weder steril verpackt gewesen, noch habe es Hinweise zur Sterilisation gegeben. Als Hersteller wurde der chinesische Hersteller Medtrue Protective Products Co, Ltd., Nanjing, genannt. Unbekannt blieb, ob und wie die Infusionssets von der Klinik sterilisiert wurden.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass zahlreiche Babys in einer türkischen Klinik starben. Insgesamt soll es seit Anfang Juli 2008 fast 60 Todesfälle bei Neugeborenen gegeben haben.

Wie die Hannoversche Allgemeine vor einem Monat schreibt, sei die Klinik als „Haus des Todes“ in der türkischen Öffentlichkeit inzwischen bekannt: „Mehr als 26 000 Babys kamen in der Großklinik im vergangenen Jahr zur Welt, mehr als 4 000 davon mussten auf der Neugeborenenstation behandelt werden. Doch während 2007 insgesamt 180 Babys starben, seien es im Juli fast 50 gewesen, sagt die Gesundheitsgewerkschaft SES.“

Die Klinikleitung habe behauptet, das sei normal, schimpfte Ibrahim Kara, Chef der SES-Vertretung in Ankara. Überfüllung und Geldgier stecken nach Überzeugung der Gewerkschaft hinter dem Tod der Kinder. Und so sollte sich niemand darüber wundern, wenn unsichere Infusionsmaterialien in China billigst eingekauft werden.

Typisch Frau? Links-rechts-Schwäche führte zu kuriosen Unfällen

Frauen gelten allgemein im Vergleich zu Männern als defensivere Verkehrsteilnehmer. Laut Statistiken verursachen sie weniger Unfälle. Doch mit der räumlichen Einordnung haben angeblich etliche Frauen Probleme, was wenn man den Ergebnissen spezieller Untersuchungen glauben mag, geschlechterspezifisch sein soll. Zwei heute verunglückte Autos, die jeweils von einer Frau gelenkt wurden, illustrieren dies.

Henrik C. Sassen – Gegen 6.15 Uhr suchte eine 47-jährige Frau am Buxtehuder Bahnhof einen Parkplatz. Nach Angaben der Bundespolizeiinspektion Hamburg verwechselte sie dabei das Gaspedal mit dem Bremspedal und fuhr direkt vom Parkplatz in Richtung Bahnsteig, wo ihr Wagen jäh gestoppt wurde, weil er über die Bahnsteigkante des Gleises 1 ins ca. 1 Meter tiefer gelegene Gleisbett stürzte. Die Fahrerin aus Buxtehude soll bei dem Unfall unverletzt geblieben sein. Das betroffene Gleis musste von ca. 06.20 Uhr bis 07.33 Uhr für den Zugverkehr gesperrt werden.


Im Gleis 1 vom Bahnhof Buxtehude.
© Bundespolizeiinspektion Hamburg


Im Graben an der Eisberger Straße bei Porta Westfalica.
© Polizei Minden-Lübbecke

Gegen 10.20 Uhr fuhr eine 19-jährige Frau aus Porta Westfalica ihren Wagen von der Eisberger Straße an der Einmündung zum Nammer Weg „aus bisher ungeklärter Ursache“ in einen ca. 1 Meter tiefen Graben und knickte dabei eine Laterne um. Nach Information der Polizei wollte die Frau nach links abbiegen, kam dann aber nach rechts von Straße ab. Die leicht verteltzte 19-Jährige wurde daraufhin von einer zufällig vorbeikommenden Verkehrsteilnehmerin ins Johannes-Wesling-Klinikum nach Minden gebracht.

Verschluckte Hafenschlick einen Angler?

Tragischer konnte eine Angeltour wohl nicht enden. Am vergangenen Sonnabend gegen 19.30 Uhr stürzte ein 54-jähriger Angler beim Versuch, einen Eimer mit Wasser aus dem Querkanal in Hamburg-Steinwerder zu ziehen, ins Wasser. Er ertrank, angeblich deshalb weil er Nichtschwimmer und untergegangen war. Sein 57-jähriger Freund war sofort hinterher gesprungen, um ihn zu retten. Er konnte schwimmen. Doch er verschwand im Wasser. Während dessen war der 32-jährige Sohn des Nichtschwimmers zum Pförtner eines nahe gelegenen Chemiebetriebs gelaufen und veranlasste den Notruf. Zusammen mit einem Mitarbeiter der Firma lief der 32-Jährige zum Unglücksort zurück. Von dem 57-Jährigen fehlte jede Spur, der 54-Jährige trieb leblos im Wasser. Der Firmenmitarbeiter sprang in den Kanal und hielt den Leblosen über Wasser. Die inzwischen eingetroffene Feuerwehr holte beide Männer aus dem Wasser. Der Angler jedoch starb trotz Reanimationsmaßnahmen am Unglücksort. Die Suche nach seinem 57-jährigen Freund wurde um 21:05 Uhr erfolglos abgebrochen.

Harald Haack – Inzwischen machte ein Polizeisprecher dem Hamburger Abendblatt gegenüber eine Bemerkung, aus der vermutet werden kann, die Polizei rechne mit dem Aufrauchen der Leiche des Vermissten in einigen Tagen. Doch was normalerweise zutreffen könnte, besonders bei sandigen Gründen, könnte in diesem Fall anders sein.

Warum verschwindet ein Mann, der schwimmen kann und einen anderen Mann retten will, im Wasser? Naheliegend wäre als Antwort, wegen des kalten Wasser habe er einen Schock erlitten, der zum Tod durch Ertrinken führte. Auch die Kondition des Vermissten sollte hierbei nicht vergessen werden. Doch dieser Fall könnte andere Ursachen haben. Deshalb sollte man chronologisch vorgehen und fragen: Weshalb taucht ein Nichtschwimmer nach seinem Sturz ins Wasser nicht gleich wieder auf, obwohl das Auftauchen ein physikalischer Vorgang ist und dazu keine Schwimmzüge erforderlich sind? Daran schließt dann die Frage, weshalb sein Freund, der schwimmen konnte und ihn retten wollte, verschwand?

Der Querkanal ist in seiner Mitte zwischen zwei Brücken verschlickt. Dort soll sich das Unglück ereignet haben. Wer schon einmal im Schlick eines Flusses oder Baches feststeckte, weiß wie schwer es ist sich daraus selbst wieder zu befreien. Der Schlick der Elbe und des Hamburger Hafens ist als tückisch bekannt, weil er Körper, die in ihn geraten, sofort umschließt. Ein Strampeln sorgt dafür, dass sich der Schlick an den Körperteilen festsaugt. Bei entsprechender Wassertiefe wird ein nicht mittels Rettungsleine gesicherter Schwimmer, einmal in eine solche Schlickfalle geraten, nicht wieder an die Wasseroberfläche kommen und ertrinken.

Mutmaßlich hatte der Schwimmer seinen Freund unter Wasser aus dem Schlick heben können und war dann selbst darin stecken geblieben.

Wenn also die Leiche des Vermissten nicht in einigen Tagen auftaucht, muss davon ausgegangen werden, dass sie von einem der fetten Schlickpolster im Querkanal verschluckt wurde.


Der verschlickte Teil des Querkanals im Hamburger Hafen, Ort der Tragödie
© Google Earth




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