Heimliche Giftgas- und Raketentreibstoffproduktion in Wülfrath?

In einem in den Medien namentlich zunächst nicht näher bezeichneten Chemiebetrieb in Wülfrath ist ein gasförmiges chemisches Zwischenprodukt namens „Dicyclopentadien high purity“ unkontrolliert ausgetreten.

Harald HaackLOCALXXL nennt die Firma ASK Chemicals in der Dieselstraße von Wülfrath als Unglücksort. Im bundesweiten Branchen-Telefonbuch von Klicktel ist sie nicht enthalten. Gibt es Gründe der Geheimhaltung?

In einem Portrait von chemie.de wird das Unternehmen wie folgt beschrieben:

„Die Ashland-Südchemie-Kernfest GmbH (ASK Chemicals), mit Firmensitz in Hilden bei Düsseldorf, ist mit 3 Produktionsstandorten und 9 Vertriebsniederlassungen in Europa (ASK Chemicals-Gruppe) ein führender Hersteller von hochwertigen, auf den Kunden zugeschnittenen chemischen Produkten für die Gießereiindustrie und Spezialitäten im Bereich Kunstharze, vor allem für Farben- und Lackindustrie.“

In politisch kritischen Zeiten wie dieser, die geprägt wird von dem Georgien- und NATO/Russland-Konflikt, mutet es eigenartig an, wenn in einem deutschen Chemiebetrieb eine Chemikalie entweicht, die für die Parfüm- und Giftgasherstellung gleichermaßen verwendet werden kann. Mit „Dicyclopentadien high purity“ ist die Rede von einer Kohlenwasserstoffverbindung; ein äußerst aggressives Lösemittel, das Gummi und sogar Autoreifen auflösen kann und, neben seiner hohen Entzündlichkeit, hochgradig gesundheitsgefährlich ist: Neben Augen-, Atemwegs- und Hautreizungen sollen laut GESTIS-Stoffdatenbank zu den akuten Reaktionen Vergiftungen von Lunge, Leber und Nieren hinzukommen.

Wer bisher glaubte, Parfüme seien harmlose Luxusartikel, sollte spätestens jetzt gewarnt sein. Denn Dicyclopentadien ist mutmaßlich in vielen Markenparfümen enthalten, und nicht nur dort, sondern auch in Pflegemitteln wie Waschmittel und Shampoo. Immer dann, wenn der Duft eines Körperpflege-Produkts auf Kampfer aufgebaut ist, wird Dicyclopentadien darin enthalten sein. Und weil alle Parfüme aus Kohlenwasserstoffen zusammen gepantscht sind, können sich nicht in Flaschen aus Kunststoff aufbewahrt und verkauft werden; deshalb sind Flakons aus Glas.

Eine brisanter Stoff also! Und nicht nur in Parfümen, Giftgas, Kunststoffen (als Weichmacher) enthalten, sondern eine Chemikalie, die auch als Düsentreibstoff unter dem Kürzel „JP-10 für Strahltriebwerke verwendet wird.

Wikipedia: „Er ist in der Spezifikation MIL-DTL-87107D beschrieben und wird u.a. in Flugkörpern wie der AGM-84 Harpoon eingesetzt. JP-10 besteht ausschließlich aus Exo-Tetrahydro (Dicyclopentadien) und hat einen Flammpunkt von 54,4°C und einen niedrigen Gefrierpunkt (-79°C).“


Dicyclopentadien wird laut Wikipedia für solche Waffen, wie die AGM-84 Harpoon, als Treibstoff eingesetzt.
© Foto: Wikipedia/Avriette

Das Einatmen der Dicyclopentadien-Dämpfe verursachte angeblich in Tierversuchen bei Ratten, Mäusen und Hunden – je nach Konzentration – auch Koordinationsverlust, Zittern, Atemstörungen, Krämpfe und Bewusstlosigkeit. Das sind übrigens auch die Symptome unter die Parfüm-empfindliche Verbraucher leiden, wenn sie den „Giftgas-Dünsten“ ihrer Mitmenschen ausgesetzt sind. Wer dann mit seinen gesundheitlichen Beschwerden bei einem Mediziner landet, der sich von PR und Geld hat einkaufen lassen, wird merken, wie schnell er aufs psychische Abstellgleis geschoben wird.

Das könnte auch den Anwohnern im Bereich Wülfrath, Velbert-Tönisheide und Neviges geschehen, wenn sie Sensibilisierungssymptome in einigen Wochen an sich entdecken werden. Ihnen wird jetzt geraten: „Bleiben Sie im Gebäude oder im Kraftfahrzeug, schließen sie Fenster und Türen, schalten sie Lüftungs- und Klimaanlagen aus.“

Menschen, die sich am Montagvormittag, 25. August, nach 10.30 Uhr im Bereich des Industriegebiets auf der Dieselstraße in Wülfrath aufgehalten und den Bereich unkontrolliert verlassen haben, sollten sich bei der Feuerwehr Wülfrath, Tel.: 02058 / 924466, melden und beim geringsten gesundheitlichen Problem unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben. Nicht dekontaminierte Fahrzeuge sollten wegen der aggressiven Lösemitteleigenschaft der im gasförmigen Zustand ausgetretenen Chemikalie im Hinblick auf die Bereifung überprüft werden.


In nicht einmal einem Kilometer Entfernung von der Dieselstraße (links im Bild als Schreife verlaufend) Autobahn und Gewässer. Dicyclopentadien gilt als gefährdend für Gewässer.
© Google Earth


In der offiziellen Gefahrenzone um Wülfrath (Kreuz) lagen auch die Ortschaften Velbert-Tönisheide und Neviges.
© Google Earth/Newsbattery

NACHTRAG (26.08.2008 – 11.20):
Patriot-Raketen in Deutschland sollen US-Raketenbasis in Polen schützen

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