Tiefensee hat eine Idee

Harald Haack - Deutschlands Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat eine Idee und die will er nun realisieren. Er will auf stark befahrenen Autobahnen mehr Überholverbote für Lastwagen erreichen. Ihm gehe es darum, durch weniger Staus zu einer Senkung des Benzinverbrauchs beizutragen, sagte Tiefensee der „Bild am Sonntag“. Dafür wolle er den LKW eine eigene Spur, nämlich die rechte, zuweisen. Alle anderen Spuren sollen von den Personenkraftwagen befahren werden. Er sagte der Zeitung: „Mein Ziel ist, dass sich Lkw und Pkw auf den Autobahnen weniger in die Quere kommen “.

Wie unausgegoren seine Idee ist, zeigt die tägliche Situation nördlich des Elbtunnels auf der A7 im Bereich der Ausfahrt Volkspark. LKW befahren ausschließlich die rechte Spur. Der Verkehr auf dieser Spur steht scheinbar. Es geht nur langsam voran. LKW reiht sich an LKW, zwischen den Fahrzeugen kein Platz für abbiegende PKW. Wer eine Panne hat oder die Autobahn verlassen will, hängt auf der zweiten Fahrspur fest, wird zu einer Gefahr für nachkommende Fahrzeuge. Kein Durchkommen durch die Mauer der LKW. Die rettende Standspur für Pannenfahrenzeuge bleibt unerreichbar.

Die Idee des Bundesverkehrsminister könnte sich gefährlicher Flopp erweisen, denn generelle Überholverbote für LKW mögen für viele Autofahrer erfreulicher sein, doch sie beinhalten die Wahrscheinlichkeit, dass sich auf den Autobahnen endlose LKW-Ketten bilden. Zwar könnte ein Gesetz die LKW-Fahrer dazu verpflichten ausreichenden Abstand zwischen den Fahrzeugen einzuhalten, damit PKW auf die Standspur oder zur Ausfahrt gelangen können, doch dergleichen ist in der Straßenverkehrsordnung im Paragraphen 1 bereits enthalten. Wenn sich alle Verkehrsteilnehmer daran hielten, gebe es sicherlich keine Staus.

Er habe das Thema bereits mit seinen Ministerkollegen in den Bundesländern erörtert, sagte das Tiefesee. Und, als sei dies möglich, fügte er hinzu, als weiterer Beitrag zur Stauvermeidung sollten Straßenarbeiten auf Autobahnen künftig zügiger abgeschlossen werden. Entsprechende Maßnahmen solle das Kabinett noch im Juli verabschieden. Fehlt nur noch eine zeitliche Staffelung der Mautgebühren für LKW und die Einführung einer Maut für PKW, um den Wahnsinn zu komplettieren. Ein neuer „Mauerbau“?





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