Kinderschänder unter Blauhelmen

Harald Haack – Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet über etwas, was UN-Generalsekretär Ban Ki Moon „tief besorgt“. Die Rede ist von UN-Friedenstruppen und Hilfsorganisationen, deren Mitarbeiter sich nach Angaben der britischen Hilfsorganisation „Save the Children“ in Krisengebieten wie Haiti, dem Sudan und der Elfenbeinküste an Kindern vergehen. Die Kinder sollen manchmal auch erst sechs Jahre alt sein.

„Save the Children“ will darüber Bescheid wissen, sagt aber nicht, woher deren Erkenntnis stammt. Nur so viel: Es gab eine „Studie“. So bleibt viel Raum für Mutmaßungen, demnach Mitarbeiter dieser Hilfsorganisation als Kinderschänder auffielen, und „Save the Children“ bestätigt dies sogar: Neben Angehörigen der UN-Friedenstruppen seien Mitglieder vieler regierungsunabhängiger Organisationen in die Vorfälle verwickelt, darunter auch „Save the Children“ selbst.

Die stellvertretende UN-Menschenrechtskommissarin Kang Kyung Wha warnte jedoch vor vorschnellen Verurteilungen: Viele der aufgelisteten Fälle seien bereits bekannt.

Der Missbrauch soll ein „bedeutendes Ausmaß“ erreicht haben. Laut „Save the Children“ zwingen Mitarbeiter der UN und Hilfsorganisationen Kinder zu sexuellen Handlungen im Austausch gegen Lebensmittel, Seife oder Mobiltelefone. Save-the-Children-Chefin Jasmine Whitbread sagt: „Die Studie offenbart die abscheulichen Handlungen einer kleinen Zahl von Tätern, welche die verletzlichsten Kinder der Welt missbrauchen, statt sie zu beschützen.“

Die Angst der Betroffenen vor Vergeltung oder einer Einstellung der Hilfen führe dazu, dass die Fälle nur selten ans Licht kämen. Die Organisation forderte international koordinierte Maßnahmen zur Überwachung und Aufdeckung des Missbrauchs.

Seitens der UN wird derzeit versucht die Fakten zu relativieren und man schwelgt in Redewendungen.

Der Missbrauch von Kindern durch UN-Blauhelme sei ein „schmerzliches Thema“, das die Friedensmissionen „aufrichtig und umfassend angehen“, soll der UN-Generalsekretär erklärt haben. „Selbst ein einziger Vorfall ist einer zu viel“.

Das ist nichts Neues und hinterher wird das häufig dann gesagt, um sich rein zu waschen.

UN-Vize-Menschenrechtskommissarin Kang stellt sich offenbar vor die Täter und sorgt sich um deren „Ehre“. Sie forderte konkrete Ermittlungen und weitere „glaubwürdige Hinweise und Beweise“. Ein großer Teil der von „Save the Children“ genannten Fälle basiere auf Informationen, die bereits in früheren Berichten des UN-Generalsekretärs veröffentlicht worden seien, sagte sie auf einer Pressekonferenz in Abidjan. Sexueller Missbrauch könne auf keinen Fall hingenommen werden. Doch auf der anderen Seite „müssen wir die Ehre und Integrität der UN-Mitarbeiter schützen, die auch Opfer falscher Beschuldigungen und Gerüchte sein könnten““. Und so geschah mutmaßlich nichts, weil die Leitenden der UN den Skandal registrierten und die Berichte treudoof nur abhefteten. Papier kann ja so geduldig sein…





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